vonHans Cousto 11.08.2021

Drogerie

Aufklärung über Drogen – die legalen und illegalen Highs & Downs und die Politik, die damit gemacht wird.

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Mit Blick auf die Bundestagswahl startete der Deutsche Hanfverband (DHV) Anfang Juli die Kampagne „Zeit für Legalisierung!“ . Abgesehen von CDU/CSU und AfD werben alle anderen bisher im Bundestag vertretenen Parteien mit der Legalisierung von Cannabis in ihren Wahlprogrammen. Selbst die SPD will die besten Regeln dafür durch eine legale Abgabe in Modellprojekten erproben. Die Verbotspolitik ist nicht nur nach Ansicht des Deutschen Hanfverbandes krachend gescheitert, sondern auch nach Einschätzung zahlreicher Experten aus den Bereichen Praxis, Wissenschaften, Recht und Politik.

Ein Motiv der Kampagne. Zum Vergrößern, Bild anklicken.
Ein Motiv der Kampagne. Zum Vergrößern, Bild anklicken.

Der Deutsche Hanfverband kündigte einen bundesweiten Aktionstag und eine Plakatkampagne an. Zwei Motive betonen, dass die Legalisierung von Cannabis den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. „Zeit für Legalisierung!“ heißt es auch auf Flyern, Postkarten und Aufklebern, die über den DHV-Online-Shop vertrieben werden. Zudem fordert der Verband seine mehrere hunderttausend Follower in den sozialen Netzwerken auf, die Kandidatinnen und Kandidaten ihres Wahlkreises zu kontaktieren, um das sofortige Ende des unsinnigen und schädlichen Cannabisverbots einzufordern. Für Mitte August kündigte der Deutsche Hanfverband einen Wahlcheck an, der Hanffreunden eine Orientierung bei der Wahl geben soll.

Der DHV-Geschäftsführer Georg Wurth erklärte zum Start der Kampagne:

„Cannabis ist bereits Wahlkampfthema in den Medien und in den Sozialen Netzwerken. Jetzt wollen wir mit unserer Aktion dafür sorgen, dass die Legalisierung auch in den Koalitionsverhandlungen über die Ziellinie kommt.“

Logo der Kampagne des Deutschen Hanfverbandes (DHV)
Logo der Kampagne des Deutschen Hanfverbandes (DHV)

Jetzt informieren – jetzt mitmachen!

Die kommende Bundestagswahl ist richtungsweisend für die Cannabispolitik in den nächsten Jahren. Abgesehen von CDU/CSU und AfD werben alle anderen bisher im Bundestag vertretenen Parteien mit Veränderungen im Umgang mit Cannabis: Entkriminalisierung, Legalisierung oder Modellprojekte – was ist möglich? Das hängt nicht nur vom Wahlausgang ab. Es ist ganz entscheidend, dass sich jetzt viele Menschen einmischen und den potenziellen Abgeordneten über die real existierende Situation aufklären und bessere Alternativen vermitteln und ihnen auch klar machen, dass die persönliche Wahlentscheidung auch maßgeblich von ihrer Positionierung in Sachen Hanf gefällt wird.

Jetzt in der heißen Phase des Wahlkampfs kommt es darauf an, dass die zur Wahl stehenden Personen immer wieder kontaktiert werden, um die Bedeutung der Cannabislegalisierung zu unterstreichen. Auf der Website des Hanverbandes „Zeit für Legalisierung!“ ist ein Kontaktfeld eingepflegt worden, in welchem man die eigene Postleitzahl eingeben kann um zu erfahren, wer im eigenen Wahlkreis kandidiert. Bei jeder Kandidatin und bei jedem Kandidaten sind Angaben zu den persönlichen Internetauftritten und der E-Mail-Adresse zu finden wie auch Angaben zu den Auftritten in soziale Medien wie Twitter, Facebook und Instagram. Hierzu schreibt der Hanverband:

„Seid höflich, aber bestimmt und fordert eure Wahlkreiskandidaten auf, sich für ein Ende der Strafverfolgung von Millionen Menschen einzusetzen. […] Sucht euch aus den angezeigten Kontaktmöglichkeiten euer Lieblingsmedium heraus und schreibt den Bewerberinnen und Bewerbern eure persönliche Nachricht. Fordert sie auf, sich für die Legalisierung einzusetzen!“

Fragen auf Abgeordnetenwatch

Logo von abgeordnetenwatch.de
Logo von abgeordnetenwatch.de

Auf der Website abgeordnetenwatch.de kann man seine Fragen an die Direktkandidierenden für die Bundestagswahl 2021 stellen. Fragen auf dieser Plattform haben den Vorteil, dass sowohl die Fragen als auch die Antworten auch von Menschen gelesen werden, die in den sogenannten sozialen Medien wie Facebook nicht aktiv sind, weil sie diesen Datenkraken nicht trauen und/oder deren Geschäftsbedingungen nicht für akzeptabel halten. Von Vorteil ist hier auch, dass die dort gestellten Fragen und Antworten (wie auch Fragen die unbeantwortet blieben) von verschiedenen Organisationen statistisch ausgewertet werden um die Seriosität und Vertrauenswürdigkeit der Kandidatinnen und Kandidaten zu evaluieren.

Hanfverband auf der Hanfparade

Am Samstag, 14. August 2021, wird die Hanfparade stattfinden. Der Deutsche Hanfverband (DHV) wird vor Ort präsent sein mit einem Infostand und Georg Wurth sowie Florian Rister von DHV werden auf der Bühne sprechen und ein paar Tackte zu der Kampagne sagen. Georg Wurth (Geschäftsführer des DHV) wird auf der Auftacktkundgebung gegen 14:40 Uhr sprechen und Florian Rister (Kampagnenmanager des DHV) wird auf der Abschlusskundgebung gegen 19:00 Uhr sprechen. Zwischenzeitlich sind die beiden wie weitere Mitarbeiter/innen des DHV am Infostand des Hanverbandes auf dem Kundgebungsgeläne für Gespräche präsent. Sie können dort über alle Details zur Kampagne befragt werden.

Hanfparade Banner 2021
Hanfparade Banner 2021

Die Hanfparade wird am Samstag, den 14. August 2021, wieder in traditioneller Weise auf den Straßen in Berlin stattfinden. Los geht es um 12 Uhr in der Spandauer Straße beim Neptunbrunnen, in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Alexanderplatz mit dem weltberühmten Berliner Fernsehturm. Das Motto der 25. Hanfparade am 14. August 2021 lautet:

„50 Jahre Prohibition – Zeit für Emanzipation“

Die Hanfparade wird mit einer Auftaktkundgebung um 12:00 Uhr auf der Spandauer Straße beim Neptunbrunnen südlich des Bahnhofs Alexanderplatz beginnen. Um 15:00 Uhr wird von dort der Umzug mit etwa einem halben Dutzend Musikwagen starten. Dieser führt über die Karl-Liebknecht-Straße, die berühmte Straße Unter den Linden, durch das Regierungsviertel, vorbei am Kanzleramt und Reichstag über den Hauptbahnhof in die Reinhardstraße, Friedrichstraße, Oranienburger Straße zurück in die Spandauer Straße, wo von 18:00 bis 22:00 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Dort wird es außer Reden und Musik zahlreiche Infostände diverser Organisationen und Informationen zu Cannabis als Medizin geben sowie ein spezieller Bereich für Patienten, damit die ihre Medizin in einem geschützten Bereich applizieren können.

Zur Hanfparade ist ein Programmheft (48 Seiten) erschienen mit allen Angaben zu den Redner/innen und Musiker/innen, die dort auftreten werden sowie ausführliche Informationen zu 50 Jahre Repression und Prohibition sowie politische Hintergründe zu diesen Vorgehensweisen. Das Programmheft kann vorab im Hanf Museum jeweils von 12:00 bis 18:00 Uhr abgeholt werden. Auf der Hanfparade wird das Programmheft an alle Teilnehmer/innen verteilt werden.

Vergleiche hierzu in diesem Blog

[02.08.2021] Zeit für Emanzipation – Hanfparade 14. August 2021

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