In der aktuellen Podcastfolge habe ich mit Bestatterin Tara Mader übers feministisch Sterben gesprochen – geht das überhaupt? Welche Rollenbilder stecken in der Care-Arbeit rund um den Tod, wie sehen Bestattungen abseits von gesellschaftlichen Normen aus und an welcher Stelle kann ich schon vor dem Tod für einen selbstbestimmten Abschied sorgen?
Podcasttipp: Leftovers
Gar nicht theoretisch waren diese Fragen für die Partner*innen der „Leftovers“, die beide an Krebs gestorben sind. Übrig geblieben sind zwei Freund*innen, die sich vor allem erstmal fragten: Wie zur Hölle geht’s danach weiter?! Spoiler: Iiiirgendwie geht’s.
Die beiden haben eine so vertraue und ehrliche Art miteinander zu sprechen, das es schwer ist, sich dem zu entziehen. Trotz des harten Themas könnte ich ewig zuhören – weil an den richtigen Stellen Tragik-Komisches geteilt wird oder auch ambivalente Gefühle Platz finden.
Bemerkenswert finde ich, wie achtsam die Leftovers dabei mit ihren Unterschieden umgehen: Während sie sich in die Arbeit stürzt und sich auf keinen Fall vorstellen kann, umzuziehen, verkauft er das Haus, um eine Weile nicht arbeiten zu müssen und sich um sich und die Kinder zu kümmern.
Mittlerweile sind ein paar Folgen zusammengekommen, ich kann jede einzelne empfehlen. Zum Beispiel auf Spotify.
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Im Kontrast dazu: 1000 letzte Dates von Anna Dushime
Ich hatte beim Lesen von 1000 letzte Dates ziemlich schnell das Gefühl: Das ist ein Buch, in das ich ab jetzt immer mal wieder eintauchen werde.
Das kommt durch die kurzen, kolumnenartigen Einblicke – meistens sehr witzig, manchmal unangenehm nah dran. Ich mags, so sprunghaft, ist schließlich keine Liebesgeschichte in drei Akten.
Was mich gekriegt hat, ist gar nicht so sehr das Dating an sich. Sondern dieser Blick auf Menschen. Wie unterschiedlich Realitäten sind, wie viel da mitschwingt in so scheinbar banalen Begegnungen nach einem Arbeitstag. Anna Dushime ist Königin darin, dich zum Lachen zu bringen und direkt danach zu denken: Ou Mann ey.
Ich date sowas von gar nicht und fands deshalb umso spannender, durch dieses Fenster in eine Welt zu schauen, die mir fremd ist. Zum einen ist das Buch einfach unterhaltsam und zum anderen geht es um etwas sehr Generelles: Nähe, Erwartungen und dieses ewige sich-selbst-und-andere-verstehen-wollen.
“1000 letzte Dates” liest sich gut weg, aber man muss schon auf den Humor klarkommen 😉 Wobei, in einem Podcast wurde Anna Dushime als “objektiv lustig” beschrieben – was soll da noch passieren.
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