Liebe FKK-lerinnen und FKK-ler,
Ihr fragt euch mittlerweile bestimmt, wann dieser großspurig als Brandenburg-Berlin-Kunst-Blog ins Rennen gegangene Brandenburg-Berlin-Kunst-Blog (wenn schon literarisch unglückliche Wortwiederholung in einem Satz, dann aber richtig) endlich wieder raus aus Vienna und back to the basics kommt. Der VdZ gelobt Besserung und nähert sich schrittweise (die Kunst in Brandenburg befindet sich eh noch im Winterschlaf) wieder B&B an. Hier allerdings mit einem Umweg über das Ruhrgebiet und (ich kann es nicht lassen) noch einmal mit einem klitzekleinen Albertina/Wien-Bezug … here we go:
HAFEN DORTMUND – RASENSTÜCK RE-COMPOSED
Mit dem nur 40,8 × 31,5 cm großen Aquarell auf Karton „Das grosse Rasenstück“ schuf Albrecht Dürer im Jahr 1503 ein einflussreiches und vielkopiertes Meisterwerk (das ich persönlich jederzeit gegen die „Mona Lisa“ aus dem Louvre eintauschen würde) einen echten „Gamechanger“: Dürer erhob ein einfaches Stück Wiese zum Kunstwerk, indem er es mit unerhörter Präzision malte und dabei die Schöpfung feierte. Jeden Halm, jedes Blatt Grün, nichts war ihm zu alltäglich. Für seine Zeit war die Darstellung solch alltäglicher Dinge skandalös und modern, da sie von den gewohnten religiösen oder allegorischen Deutungen abwich und als nicht bildwürdig angesehen wurde. Das Bild ist nicht etwa im Besitz der Dürerstadt Nürnberg, sondern gehört (wir ahnen es): der ALBERTINA Wien.
2023 entdeckte ich bei einem Spaziergang im Dortmunder Hafen in der Überwasserstraße zufällig eine etwa 200 Meter lange weisse Mauer, vor der Pflanzen, Gräser und Sträucher wie auf einem Gemälde angeordnet waren. Zu dieser Zeit arbeite ich an meiner Stillleben-Serie „ALTE MEISTER RE-COMPOSED“, in der ich zeitgenössische Versionen beispielsweise von Monets Heuschobern, Manets Spargelbündeln, Van Goghs Sonnenblumen oder auch von Albrecht Dürers „Das grosse Rasenstück“ fotografierte und ständig nach Motiven dafür Ausschau hielt. Die Pflanzen, Gräser und Sträucher vor dieser Industriekulisse entsprachen dem mir für diese Arbeit erwünschten „update“ von Dürers Rasenstück. So fotografierte ich einen ganzen Nachmittag die Mauer in ganzer Länge, Stück für Stück, Detail für Detail.
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Zu dieser Arbeit habe ich eine Künstlermappe erstellt mit allen 10 Bildern in einer Größe von jeweils 40 x 30 cm, was annähernd auch der Originalgröße von Dürer Rasenstück (40,8 × 31,5 cm) entspricht. Gedruckt werden die Bilder (on demand) auf Hahnemühle Photo Rag 308 g/m², geliefert in einer wertigen Mappe, Auflage 7/10, Preis: 444 Euro.
Und jetzt zu den Dortmunder Rasenstücken!











© Texte & Bilder: Fred Hüning