vonhausblog 06.10.2026

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Die Klimaberichterstattung der taz ist eines ihrer Markenzeichen. Ob Dürren, Überschwemmungen oder Ozonloch: Wer die taz liest, ist gut informiert. Dass die Texte häufig nicht nur informieren, sondern auch besonders auszeichnungswürdig sind, haben Antonia Groß und Elena Matera bewiesen. Die Jury des Netzwerks Klimajournalismus überreichte den beiden den Hauptpreis für Klimajournalismus 2026 für ihren Text „Red Bull verleiht Dürre“, eine Reportage zum Wassermangel in Brandenburg.

Groß und Matera tourten für ihre Reportagen durch das Bundesland, in dem Unternehmen wie der Getränkehersteller Red Bull in Baruth/Mark das Grundwasser anzapfen. Doch das Wasser ist umkämpft, der Klimawandel und die zunehmende Nutzung durch Industrie und Privathaushalte führen zu einem sinkenden Grundwasserpegel.

Red Bull, Tesla und die DDR

In einer ihrer Reportagen zeigen die beiden die Schwierigkeit beim Messen der Grundwasserentwicklung auf und berichten über die unterschiedlichen Reaktionen vor Ort. Einige der An­woh­ne­r*in­nen sehen in der Red-Bull-Fabrik einen potenziellen Arbeitgeber, andere fürchten Wassermangel und kritisieren das Getränk als ein „gesundheitsschädliches Produkt, abgefüllt in Dosen, die umwelttechnisch nicht zeitgemäß sind“.

In ihrer Berichterstattung geht es auch um Bürger*innen-Initiativen, die sich gegen die Unternehmen und ihren Umgang mit dem Wasser formieren. Neben der Bürgerinitiative Grünheide, die sich gegen den Ausbau der Fabrik des Autoherstellers Tesla wendet, hat sich mittlerweile auch in Baruth/Mark Widerstand formiert.

Die beiden Autorinnen haben sich zudem umfangreich mit Drainagen aus DDR-Zeiten beschäftigt. Diese liegen unter den Feldern und leiten Wasser ab, obwohl es die unteren Bodenschichten gut gebrauchen könnten. Die Drainagen sind noch weit verbreitet und wurden in der DDR angelegt, um feuchte Böden zu entwässern und so die Produktion zu steigern. In Zeiten von Dürre und einem abnehmenden Grundwasserpegel geht der Landwirtschaft so aber wichtiges Wasser verloren.

Antonia Groß und Elena Matera zeigen mit diesen ausgezeichneten Reportagen, wie wichtig der Kampf ums Wasser in Zukunft wird. Eines ist dabei sicher: Die beiden und die taz werden weiter darüber berichten.

Vincent Bruckmann-Levinson, taz-Redakteur für besondere Aufgaben


 

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