vonBlogwart 09.04.2011

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Von Jonas Weyrosta

Podiumsdiskussion mit Rainer Langhans (rechts). Foto: Fiona Krakenbürger
Podiumsdiskussion mit Rainer Langhans (rechts). Foto: Fiona Krakenbürger
Wenn Sätze wie „Irgendwann werden wir uns alle lieben“ fallen, kann Rainer Langhans nicht weit sein. Er stellte am Samstagabend den inhaltlosen Höhepunkt der Diskussion „Die neuen 68er. Kreative Revolutionärinnen oder angepasste MitläuferInnen?“ Begleitet wurde die schwammige Ikone der heiligen 68er, die das Ende des Kapitalismus im Internet wiederentdeckte, von Emily Büning, der Sprecherin der Grünen Jugend, von Dr. Michael Angele vom Freitag, von Beate Wedekind, Verfasserin des Blogs 50+, und von Max Winde, Podcaster in Berlin. Den bemitleidenswerten Job des Moderators übernahm Klaus Raab, ebenfalls vom Freitag, dessen Gesichtsausdruck sich konträr zu den sphärischen Eskapaden von Langhans entwickelte.

Peinlich genug, dass die etablierte altersmäßig erfahrenere Generation Gütesiegel wie Kultur, Werte und Sinnhaftigkeit für sich beanspruchen, war der Dialog zwischen fehl besetzten Vertretern der jüngeren Generation und den alten Hasen mitunter miserabel. Mit Highspeed-Internet-Junky und Apple-Fetischist Winde und dem verrosteten Langzeitideologen Langhans ging die Diskussion langweilige und konforme Bahnen. Doch, lieber Rainer Langhans, das Internet ist kommerziell und wir werden die physische Welt nicht für Facebook, Twitter und andere Kommunikationshorrorszenarien aufgeben. Wir werden das Ende des Kapitalismus nicht im und durch das Internet feiern, vielmehr ist doch signifikant wie gut er noch immer funktioniert. Verlust der Sprachvielfalt, kurzfristiger Bildungs-Konsum und flache Kommunikationswege sind Anzeichen des ökonomisierten Denken in unseren Köpfen. Wir sind geschluckt worden und keiner hat es bemerkt. Ein Hoch auf Rainer Langhans, du Flachpfeife.

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