vonericbonse 29.01.2018

Lost in EUrope

Eric Bonse, EU-Korrespondent der taz in Brüssel, schreibt hier all das über Europa und seine Krise(n), was die EU gerne verdrängen würde | Bild: dpa

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Während die Möchtegern-GroKo noch über die Flüchtlingspolitik streitet, werden neue Zahlen zur Umverteilung im Rahmen der EU-Quote bekannt. Deutschland war längst nicht so solidarisch, wie immer behauptet.

Nach einem Bericht der “Welt” wollte Berlin ursprünglich 27.000 Personen aufnehmen. Tatsächlich seien es aber nur 10.265 geworden, nämlich 4.894 aus Italien und 5.371 aus Griechenland.

Das ist deutlich weniger als die Hälfte der anvisierten Zahlen. Das Innenministerium erklärt dies damit, dass deutlich weniger Personen als erwartet die Kriterien erfüllt hätten.

Deutschland habe dennoch “mit großem Abstand die meisten Personen aufgenommen”, heißt es. Das stimmt auch, wenn man die  deutschen Zahlen mit denen der anderen EU-Länder vergleicht.

Allerdings muss man auch wissen, dass Berlin die Umverteilung nun plötzlich beenden will.  In den nächsten Wochen werde es demnach noch vereinzelte Überstellungen geben, meldet “Die Welt”.

Die Gesamtbilanz fällt also mager aus – vor allem, wenn man die Zahl der legalen Quoten-Flüchtlinge mit jenen vergleicht, die irregulär nach Deutschland gekommen sind. Das war fast eine Million…

Auch die EU-Länder insgesamt machen eine schwache Figur. Im Krisenjahr 2015 hatten sie bis zu 160.000 Flüchtlings umverteilen wollen. Tatsächlich waren es aber nur knapp über 33.000.

Siehe auch “Rückt Deutschland von der Quote ab?”

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