vonSigrid Deitelhoff 30.05.2017

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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„Fast wie im Winter, nur wärmer“, sagt der kleine Prinz vor mir in der Schlange am Einlass. Dabei versucht er die Blüten-Wollknäul, die auf uns niederschneien, mit der Zunge zu fangen. „Lass es! Das ist kein Schnee. Das ist Dattelpflaum. Das habe ich Dir doch erklärt“, tadelt ihn seine Mutter und zieht ihn mit sich fort. Der Kleine schaut ungläubig in den Himmel und presst das Schwimmtier ganz fest an sich.

Es ist Sommer! Das klingt nach Sonne, nach frischem, klarem Wasser, nach Abkühlung in den Fluten, nach Sonnencreme, einem leckeren Kaffee und interessanten Gesprächen unter dem Sonnenschirm auf der Freibad-Terrasse, angenehmen warmen Wetter – 25 Grad Lufttemperatur, blauen Himmel mit Schäfchenwolken.

Es ist Sonntag in der Früh um 8 Uhr und ab jetzt gehört das Prinzenbad nicht mehr allein den Stammgästen. Ab jetzt steigt die Rüpel-Rate auf den Bahnen mit Leinen. Für die Kaffeetassen wird „kein Pfand mehr herausgenommen“ – dazu ist die Lage zu unübersichtlich. In den Duschen wird Schlange gestanden. Das Schwimmwasser trübt sich so langsam ein und das Thermometer steigt auf 32 Grad im Schatten. Schwitzende Menschen sowohl am Ein-  als auch am Ausgang. Für uns gibt es nun jede Menge zu sehen in der Cafeteria, auf der Wiese und im Becken. Auf so manche Beobachtung könnten wir PrinzenbadlerInnen allerdings gut und gern verzichten…

Die ganz tollen Schwimmer sind zurück und unter uns – die Schönsten unter den Hübschen, die Schnellsten unter den Sprintern, die Freibadler die alle anderen ganz locker überholen können (Ja, richtig gelesen – die Wahl der Maskulinen Form ist hier ganz bewußt gewählt).

„Viel Spass beim Stehschwimmen“, ruft mir Christine zu, die ihr Schwimmtraining schon hinter sich hat. Sie bedauert mich, dass ich es nicht geschafft habe, eine halbe Stunde früher hier zu sein. „Doch, voll sei das Becken da auch schon gewesen, aber mit mehr Schwimmgeübten als jetzt zu dieser späten Stunde“, erklärt sie mir. Späte Stunde? Inzwischen ist es 8.15. Uhr!

… aber das mit dem leckeren Kaffee und den interessanten Gesprächen auf der Terrasse unter dem Sonnenschirm stimmt auf jeden Fall…

Foto oben: ©Sigrid Deitelhoff

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