vonSigrid Deitelhoff 13.07.2018

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Was machen PrinzenbadlerInnen im Urlaub? Durch Städte touren und Museen besuchen? Ja, auch. Aber nicht nur! Schwimmen oder zumindest Baden muss auch immer Bestandteil meines Urlaubs sein. Zum Beispiel in Jūrmala, 25 Kilometer von Riga entfernt.

Riga hat eine Flusslandschaft und einen Stadtkanal, der von den StadtbewohnerInnen auch zum Schwimmen genutzt wird. Trotzdem fahren viele Rigaer am Wochenende nach Jūrmala. Kilometerlange feine Standstrände, Sommerhäuser und Jugendstilvillen aus Holz entlang der Rigaer Bucht laden darüber hinaus auch viele ausländische Gäste zu einer Auszeit ein. Jūrmala gehört zu den beliebtesten Seebädern des Balitikums.

Eine halbe Stunde Fahrt dauert die Reise von Riga zur Jūrmala Bucht. Züge fahren im 10 Minuten Takt, auch Busse verkehren zwischen den Badeorten und der Stadt.

In Majori, dem bekanntesten Ort der Jūrmala Bucht, geht es trubelig zu. Es gibt einen bewachten Strand, eine Fußgängerzone mit kleinen Geschäften und Restaurants für die Tagesausflüger. Darüber hinaus entdecken wir ein ausgesprochen schönes Cafe mit Blick auf die Ostsee. Das Cafe gehört zu einem Fünf-Sterne Wellness-Hotel mit 25-Meter-Pool und Fitness-Studio. Bei näherer Betrachtung des Baltic Beach-Hotels – so der Name des Hotels – sehen wir eine große Gruppe von EU-Soldaten (u.a. aus Deutschland, Niederlande, Bulgarien), die sich gerade dort einbuchen. Vermutlich sind sie Teilnehmer des gerade stattfindenden NATO-Manövers. Die Anreise findet nicht etwa zu Fuß oder in Panzern statt, sondern offenbar in Limousinen der Oberklasse deutscher Herkunft, wie wir auf dem hoteleigenen Parkplatz sehen können.

Na, da mache ich aber große Augen … Als Steuerzahlerin der Bundesrepublik Deutschland bin ich doch sehr froh, dass die Bundeswehrsoldaten nicht dem Klima Berlin-Brandenburgs mit seiner großen Hitze im Sommer ausgeliefert sind, sondern sich in der Rigaer Bucht im 5-Sterne Hotel mit Fitness-Studio und Full-Service erholen können.

Ich sag nur „Augen auf bei der Berufswahl“. Apropo „Berufswahl“: Im Beach-Hotel ließe sich ein super Werbe-Video zur Gewinnung von Nachwuchs-Soldaten drehen.

Wir lassen Majori hinter uns und steigen drei Stationen später in Pupuri aus. Stille empfängt uns. Wir laufen durch ein kleines Wäldchen zum Strand. Dort sind wir allein. Unglaublich!

Das Schwimmen ist hier gar nicht so einfach. Bis ich ins Meer eintauchen kann, dauert es eine gefühlte Ewigkeit. Die Ostsee ist in Jūrmala extrem flach und eigenet sich eher für ein Fußbad als zum Schwimmen – nach dem Motto „Wer hier ertrinkt, ist nur zu faul zum Laufen“.

 Fotos: ©Sigrid Deitelhoff

 

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https://blogs.taz.de/prinzenbad/2018/07/13/fremdschwimmen-in-jurmala/

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kommentare

  • Wie immer ein schöner Artikel von unserer Sigrid! Ihr Blog ist bei unseren Gästen und natürlich bei uns sehr beliebt und wir freuen uns immer über Neues! (An dieser Stelle unbekannterweise herzliche Grüße an den Zeichner der Touche- Comics! Immer wieder ein Vergnügen!)

    Trotzdem eine kleine kritische Anmerkung:
    Leider hat sich die neu gestaltete Seite scheinbar nicht bewährt – häufig werden wir von Gästen gefragt, ob die Kommentarfunktion eingestellt wurde. Gerade die Älteren unter uns wußten nicht, dass es ein langer “ Scroll“ Weg ist, um einen Kommentar schreiben zu können. Sehr schade, denn auch die Meinung der Leser ist immer wieder interessant! Vielleicht wäre eine Änderung möglich?

    Daggi und die Prinzenbad-Gemeinde

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