vonSigrid Deitelhoff 26.06.2019

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Es ist heiß in Deutschland, heiß in Berlin und voll im Prinzenbad. Das hat so manche Nachteile. Heute morgen – weit vor 9 Uhr – standen schon die Badegäste in einer langen Schlange an der Kasse an. Das lag allerdings auch daran, dass
die zweite Kasse nicht geöffnet war.

Weitere Nachteile: mehr SommerbadlerInnen als Prinzenbad-Stammgäste schwimmen auf den Bahnen mit Leinen. Das bedeutet mehr Irritationen beim Kreisverkehr im Sportbecken. Schlangestehen im Duschbereich, vor dem Eingang, vor der Cafeteria-Theke, im Umkleidebereich. Viele von uns ergattern nur einen Stehplatz im Becken und so langsam trübt das Wasser ein. Und wer einen Fahrradplatz vor dem Freibad findet, kann sich glücklich schätzen und möchte ihn am liebsten für die restliche Saison nicht wieder hergeben.

Aber, wer sich die Zeit und Muße nimmt an den verschiedenen Orten im Prinzenbad zu verweilen, kann auch Kurioses und Fantastisches  beobachten. Gerade die FremdschwimmerInnen überraschen uns mit anderen Schwimmgewohn- und Eigenheiten.

Hier ein kleine Auswahl von heute morgen:
Es gibt momentan eine viel größere Bandbreite an Badekappen, Schwimmbrillen, Trainingsutentsilien, Spindschlössern, Badeschlappen und sonstigem Gedöns wie Duschzeug, Handtücher und auch die Duschzeiten der FremdschwimmerInnen unterscheiden sich von denen der Stammgäste.

Interessant sind auch die Tattoos, die die Körper der SommerbadlerInnen schmücken – insbesondere das Tattoo das eine ganze Computer-Festplatte abzubilden scheint.

Einige der FremdschwimmerInnen sehe ich fast nie im Wasser, aber immer beim Yoga oder bei Dehnübungen am Beckenrand. Andere sonnen sich ausschließlich zwischen dem Mehrzweck- und dem Nichtschwimmerbecken. Es gibt einen Badegast, der mindestens eine Stunde stehend  vor dem Becken in einem Buch liest. Einen Mitschwimmer, der sein Schwimmprogramm in seine Hand geschrieben hat. Zum Ende des Trainings ist dann die Schrift fast verblast. Praktisch!

Fotos: ©Sigrid Deitelhoff (Andere Bäder, andere Sitten – auch im Duschbereich. Kitsilano Pool in Vancouver, Canada)

 

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https://blogs.taz.de/prinzenbad/2019/06/26/es-ist-heiss-in-berlin/

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kommentare

  • Ja, das Festplatten Tattoo ist auch lustig. Habe ich auch schon gesehen. Aber besonders witzig finde ich das Tattoo auf der Körper Oberseite eines Herrn, das Homer Simpson darstellt. Die Brüste sind die Augen, die Brustwarten die Pupillen. Und auf dem Bauch ist das Gebiss des Homer Simpson abgebildet. Der Tattoo-Träger stieg gestern aus dem Nichtschwimmerbecken und ich traute meinen Augen nicht. Voll abgefahren!

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