vonSchröder & Kalender 12.04.2007

Schröder & Kalender

Seit 2006 bloggen Schröder und Kalender nach dem Motto: Eine Ansicht, die nicht befremdet, ist falsch.

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Der Bär flattert schwach in südöstlicher Richtung.

Schade, daß im Hochdeutschen die geschlechtsspezifische Differenzierung für die Zahl zwei verlorengegangen ist, mit ›zween‹ und ›zwo‹ ließen sich einst maskuline und feminine Paarungen unterscheiden. Nur im Vogelsberg, wo die echten basaltschädligen Chatten hocken, die sich noch nicht mal in den Zeiten der Völkerwanderung bewegten, als sich wirklich jeder auf die Strümpfe machte, hielten sich solche sprachlichen Unterscheidungen. So blieb in Barbaras Dialekt zu ›zween‹ und ›zwo‹ sogar noch ›zwä‹ für die Heteropaarung übrig. Wenn Barbaras Mutter am Fenster stand und zu ihr sagte: »Gugg dirrr doch die zwo o, die honn wiederrr nischt zum dun! Ei, bann eich doch ach eemol so vill Zäit hätt!«, dann wußte sie, die Mutter redete über die beiden Nachbarinnen. Schwätzte sie aber selbst mit der Marrri, klang es so: »Nä, nä, mit däne zwä weäd’s nischt weän, die passe doch gorrr net zusomme. Weäscht schu säeh, die zwä säi baal ousenannerrr.« Damit waren dann eine Frau und ein Mann gemeint. »Bos? Die zween sei immerrr noch i dä Wiädschaft?« galt dem Kneipenbesuch von Barbaras Vater und dem Nachbarn. Oder wenn zwei Jungen sich balgten, riefen die Erwachsenen: »Ousenannerrr mit ouch zween!«

(BK / JS)

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