vonSchröder & Kalender 01.09.2007

Schröder & Kalender

Seit 2006 bloggen Schröder und Kalender nach dem Motto: Eine Ansicht, die nicht befremdet, ist falsch.

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.

Gestern am späten Nachmittag sprachen wir mit der Journalistin Stefanie Rosenkranz. Sie leitet das Stern-Büro in Istanbul und wird für eine geplante Achtundsechziger-Serie das Kapitel über die sexuelle Revolte schreiben. Das Jubiläum wirft seine Schatten voraus! Wir saßen mit der Autorin und der Fotografin Anne Schönharting, sympathische Frauen, in einem kleinen türkischen Café am Mariannenplatz, gegenüber dem Kunstraum Kreuzberg / Bethanien, denn wir wollten anschließend zu ›Walk! Spazierengehen als Kunstform – Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Gehen‹.

Jeder Beitrag in der Ausstellung ist interessant, aber als alte Nepotisten heben wir hervor: Wolfgang Müllers ›Schöneberger Elfenrundgang‹ aufgezeichnet von Spiegel-TV. Vor ein paar Tagen ist übrigens in der edition suhrkamp sein Buch ›Neues von der Elfenfront‹ erschienen.

Gut gemacht ist auch der ›Rechercheraum – La Salle Verte, 2007‹ von Caroline Bittermann, in der unser Freund, der Verleger und Autor Martin Schmitz die von Lucius Burckhardt in den achtziger Jahren begründete Promonadologie erläutert, die Spaziergangswissenschaft, englisch auch Strollology genannt.

Schon 1970 dokumentierte Timm Ulrichs ›Schuß und Gegenschuß‹ den Weg von seinem Atelier in Hannover zum Sprengel-Museum mit einer tragbaren Kamera. Film 2 in seiner Installation wurde mit Überwachungskameras der Polizei aufgenommen, die allenthalben wegen der terroristischen Anschläge installiert wurden. Mit Timm Ulrichs sprach ich (JS) über den legendären Adam Seide, den Herausgeber des ›Egoist‹. Er war ein Kunstkenner, Hasardeur und Schuldenmacher von Gnaden. Vermutlich zahlte er nur ein einziges Mal einem Künstler oder Autor ein Honorar, nämlich dem Rechtsanwalt und Schriftsteller Peter O. Chotjewitz, ein Befürworter des Faustrechts. Pit bedrohte Adam mit einem Revolver: »Adam, rück das Geld raus, oder ich erschieße Dich!« In Seides riesiger Wohngalerie im ehemaligen Altersheim für jüdische Jungfrauen höherer Stände im Frankfurter Röderbergweg feierte ich während der Buchmesse ein legendäres Provofest. Erst jetzt erfuhr ich, daß Timm Ulrichs auch unter den Gästen war.

Herausragend fanden wir auch den Raum ›Wall‹ der Stalker/On, eine Gruppe aus Italien und Deutschland. Wir sahen eine situationistische Begehung des Mauerstreifens in Berlin. Entstanden ist eine Psychogeographie der Teilung und der Zeit danach.

Hier unser Beitrag zum Stehen und Gehen: Füße der Vernissage-Besucher.

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(BK /JS)

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