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vonSchröder & Kalender 22.07.2014

Schröder & Kalender

Seit 2006 bloggen Schröder und Kalender nach dem Motto: Eine Ansicht, die nicht befremdet, ist falsch.

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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.

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Wir wissen immer, woher der Wind weht. Denn von unserer Dachterrasse sehen wir die Berliner Fahne auf dem Schöneberger Rathaus wehen. Und seit acht Jahren bloggen wir für die taz und lassen den Bären flattern.

 

Berliner Fahne, Der Bär flattert in westlicher Richtung. Foto: Barbara Kalender

 

Gestern Abend saßen wir auf der Ostterrasse und genossen den kühlen Nordwind, denn in der Wohnung war es wegen des Hochs über Schweden viel zu heiß. Also tranken wir kühlen Weißwein und  lasen Zeitungen, aber eigentlich war es wegen des böigen Windes mehr ein Zeitungssegeln. Wir ließen die Zeitung Zeitung sein und sprachen über die Winde. Dabei fiel uns ein schönes Zitat über den Südwind ein, das wir Rainer Feucht verdanken. Dieser Spezialist für Magica und Curiosa schrieb etwa hundert Antiquariatskataloge, die eigentlich Katalogbücher waren. Ja, waren muss man sagen, denn über solche Veröffentlichungen der Antiquariatskultur ist nur noch in der Vergangenheitsform zu berichten. Rainers Kataloge waren nicht nur Angebotslisten, seine Notate und Kommentare stellten ein Vademekum der Belehrung und Erheiterung dar. Zu dem Buch des 1716 geborenen John Hill notierte Feucht: »Der englische Naturhistoriker verfasste diese pikante Satire, als die königliche Sozietät der Wissenschaften in London, die angebliche Schwängerung einer Frau durch den Südwestwind für möglich erklärte. Er spottete in dieser Satire so ernsthaft über dieses Thema, dass Haller das Buch in seine Bibliotheca anatomica aufnahm.«

 

So kamen wir vom Hölzchen aufs Stöckchen zum Pergamonaltar. Am Ostfries sind die Götter des Windes abgebildet. Die vier geflügelten Pferde werden als die Personifikationen der vier Winde Notos, Boreas, Zephyros und Euros identifiziert.

 

Jens Zygar, Gong-Performance am Pergamonaltar, Foto: Barbara Kalender

 

Jens Zygar, Gong-Performance am Pergamonaltar während der langen Museumsnacht am 26. August 2007: Foto: Barbara Kalender

 

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Und wir nahmen uns vor, den Pergamonaltar bald noch einmal zu besuchen, da er ab Oktober 2014 saniert wird und für mindestens fünf Jahre geschlossen bleibt.

 

Auf youtube kann man ihn auch ansehen:

 

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=L3SIooVHV8E[/youtube]

 

 

 

 

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(BK / JS)

 

 

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