Seifenblasen des Glücks

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Der Bär flattert munter in östlicher Richtung.
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Ästhetische und kulinatische Sensationen präsentiert und serviert Ulrich Krauss in seinem Zagreus-Projekt. Er benannte die Galerie in der Brunnenstraße nach dem vorgriechischen Gott Zagreus, der in der Mythologie für seine Beziehungen zur Jagd, zur Unterwelt, zu Kreta, vor allem aber zu Dionysos steht, mit dem er völlig verschmolz. In der Mythenreligion der Orphik spielt Zagreus als deren »Gott« eine wichtige Rolle. Der Zagreus-Mythos der Omophagie, der Zerstückelung, des Kochens und Essens, weist auf alte Jäger-Opfer-Rituale zurück. So viel zur Antike.

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Sehr in der Gegenwart fand kürzlich bei der Finissage einer Ausstellung der Künstlerin Johanna Smiatek ein Festmal statt. Johannas Kunst schätzen wir, seit wir diese im Juni 2008 kennenlernten.

Im Zagreus gab Johanna Smiatek einen Dinnerabend mit Gästen, darunter die Künstlerinnen und Galeristinnen Andrea Acosta, Jaecki Lindenau, Ann Noel und Yvonne Spielmann.

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Ulrich Krauss (im Hintergrund) stellt sein Menü vor.
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Das aphrodisische Menü war exzellent und muss deshalb beschrieben werden:

Sellerie Essenz mit Zimt, getrockneter Sellerie,
Selleriegel, mit Ingwer, Sellerieblätter mit Olivenöl und Zitrone,
Petersiliensaft-Gelee


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Spargel mit Honig, Butter und Pollen,
 abgehängter Joghurt und Ricotta mit Meerrettich,
 Safran-Gelee


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Tartar von der Makrele mit Wasabi, Sashimi von der Lachsforelle,
 pochiertes Ei mit Knoblauchmayonnaise, gedämpfte Garnele mit Lavendel,
 Limonen-Gelee


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Gebackene Paprika mit Kürbiskernen, geschmolzene Tomate mit Balsamico,
geschmorte Rote Beete mit Kardamom, reduzierte Tomaten-Chili Sauce,
Beeren mit rotem Pfeffer, Granatapfel-Portwein Reduktion,
Rosenwasser-Gelee


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Duft der Pheromone
und
Kakao mit Vanille und Liebesbutter

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In der Galerie zeigte Johanna Smiatek in ihrer Ausstellung »Sweet Nothings«  verschiedene Formen der »Glückssuche« und zitierte ironisch Versprechungen aus den Medien, dem Internet und der Werbung. Im Zentrum der Ausstellung stand eine Toninstallation sowie die »Love Machine», die den Besuchern an diesem Abend während des Essens Momente des Glücks bescherte.

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v.l.n.r.: Ann Noel, Jörg Schröder, Yvonne Spielmann. Alle Fotos: Barbara Kalender
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Der Love Machine entstiegen Seifenblasen aus einem Fluid, welches mit Pheromonen gemischt war – also einem synthetischen Sexuallockstoff. Die Blasen schwebten über dem Tisch, natürlich waren die Weingläser wegen der Pheromon-Ausschüttung abgedeckt, man soll es ja nicht übertreiben.

Jetzt haben wir unseren Lesern die Nase lang gemacht, denn leider ist Johannas Ausstellung aktuell beendet. Deshalb versuchen Sie sich doch zur nächsten Ausstellung anzumelden, die am Freitag eröffnet wird. Wir können leider nicht teilnehmen, weil wir mitten in der Produktion der neuen Folge von ›Schröder erzählt‹ stecken. Die Folge trägt den sprechenden Titel ›Grundlos zufrieden‹.
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WASSERERDE
Grafiken und Objekte von Jennifer Oellerich
14 / 07 / 17 bis 16 / 09 / 17
Eröffnung am Freitag, den 14. Juli ab 19:00 Uhr

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BK / JS

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