Leser fordert: Lasst das Binnen-I weg!

Unser Leser Ulrich Maurer aus Tübingen schreibt:

Ich lese „Die ArbeitnehmerInnen … die Arbeitgeber“ („Bürokratisch, teuer, ungerecht„, 22. September). Warum einmal mit und einmal ohne das unschöne Binnenmajuskel-I? Lasst es doch endlich ganz weg! Wir verstehen bei Anwendung der klassisch einfachen Version schon lange nicht mehr falsch und unterstellen dem Autor die Ignoranz der geschlechtlichen Gleichwertigkeit. Respekt muss man leben, nicht schreiben. Das ursprünglich möglicherweise bewusstseinsstiftende „Innen“ hat längst nur noch den sprachlichen Status eines altbackenen links-feministischen Konservatismus.

Gordon Repinski, Parlamentskorrespondent der taz und Autor des Artikels, antwortet:

Lieber Herr Maurer, wir hatten gerade in der taz eine lebhafte Diskussion zu dem Thema. Ganz so eindeutig, wie Sie es sagen, ist die Meinung zum Binnen-I in der Redaktion nämlich nicht. Und ich vermute, auch bei unseren Leserinnen und Lesern variiert die Bedeutung zwischen „überholt“ und „unverändert wichtig“. Auch die Art, damit umzugehen, unterscheidet sich übrigens in unserer Redaktion: Manche schreiben es immer, andere nie, wieder andere suchen nach Alternativen („Studierende“) oder verwenden das Binnen-I je nach Text oder Situation (siehe Umfrage in der taz).

Ich gehöre dann wohl einer Mischung aus Gruppe drei und vier an. In ersten Absätzen oder Reportagen verwende ich es zum Beispiel sehr selten, weil ich dort die Leserlichkeit besonders wichtig finde. Sie haben, davon abgesehen, sicher recht, wenn Sie sagen, Respekt müsse man eher leben als schreiben. Mich würde dann aber interessieren, was andere Leser dazu denken. Besonders aber: Was denken eigentlich die Leserinnen? Denn wir diskutieren hier ja gerade von Mann zu Mann.

Siehe auch: Warum taz-Chefredakteurin Ines Pohl als Studentin den Kampf um die weibliche Bezeichnung „Magistra“ in der Abschlussurkunde ihrer Universität erst mal aufgab.

Kommentare (188)

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  1. Totaler Quatschkram. Wie hier schon meine Vorrednerin schrieb, wenn schon, dann bitte auch mit gender gap, sonst fühlen sich asexuelle, third gender, transspecies etc. auch alle diskriminiert. Und dann taucht die nächste Gruppe auf, der das dann auch wieder nicht passt.
    Eigentlich ist es doch so: Es gibt die Grundform einer Bezeichnung, und die gilt für alle, wie im Englischen. Aber aus Höflichkeit (oder ganz sexistisch gemeinen Ab- und Ausgrenzungsgründen, je nach Deutung) hat man eine speziell weibliche Variante entwickelt. Die Frau war dann eben Journalistin statt Journalist, wie auch immer noch in der allgemeinen, unspezifischen Form. Im Grunde sollten wir uns aufregen, dass wir eine spezielle Form bekommen haben, die sich auf unser Geschlecht bezieht. Würde man es weglassen, hätten wir wieder die alte, allgemeine Form (nochmal: das ist die allgemeine Form, nicht die männliche Form – die Männer haben keine eigene Form, niemals bekommen).
    Mit dieser Hysterie tritt man nur eine Lawine los, die auch mit der „gender gap“ noch lange nicht beseitigt sein wird. Statt dessen doch bitte eine Rückkehr zu einer Bezeichnung für alle. Die ganzen Feministinnen sollten sich mal fragen, warum sie sonst angeblich immer für Gleichheit sind, aber nun eine Extrawurst nach der anderen haben wollen. Eigentlich komisch, dass sich das noch nicht bis in die USA ausgebreitet hat („Wir wollen auch eigene Bezeichnungen, die dann überall für alle wiedergespiegelt sein müssen!“), aber das ist wohl selbst den Amis zu blöd.

  2. Liebe MitstreiterInnen, Mitdenker_innen und liebes taz-Team,
    mich würde ebenfalls folgendes Experiment bzw. der Effekt interessieren: Verfasst doch mal eine gesamte Ausgabe konsequent in der weiblichen Form! Es wäre spannend zu sehen, was dann passiert! Es macht einen Unterschied!

    Wenn wir davon ausgehen, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben, ist Geschlechtergerechtigkeit ein wesentliches Ziel und Motiv in dieser Diskussion.

    Gerechtigkeit herzustellen bedeutet, Realitäten ernst- und wahrzunehmen und diese zu gestalten. So lange Frauen, die sich für die Sichtbarkeit ihrer Themen als „FundamentalistInnen, die sich am nervigen Narren I aufgeilen“ (siehe Vorgängerin) bezeichnet werden, sind wir von einem gerechten und respektvollen Umgang weit entfernt.

    Denn das Geschlecht stellt stetig eine stabile und entscheidende Kategorie im Kontext von Sprache und Kommunikation dar, da Geschlecht durch Sprache und Kommunikation fortwährend re/produziert wird. Geschlechtersensible Sprache erfüllt nicht nur die Ziele von Gender Mainstreaming, sondern zielt auf die Bewusstmachung der Herstellungsprozesse geschlechtsspezifischer Attribuierungen durch Sprache und der damit verbundenen Produktion hegemonialer, Diskurse sowie politischer, kultureller und sozialer Gender-Positionierungen ab. Somit verstehe ich es als Aufgabe der taz, gegenhegemoniale Perspektiven und Formen und damit alternative Realitäten zu schaffen.

    Eine weitere Alternative wäre hier aber auch der _: Der Unterstrich in Leser_innen versteht sich nämlich als symbolischer Platzhalter für Geschlechter, die sich als transgender und damit nicht als weiblich oder männlich begreifen.

    Aber auch diese Alternative verlangt eine Entschiedenheit in Bezug auf die Relevanz einer geschlechtersensiblen Sprache.
    Ich möchte mich in der taz als wieder finden und nicht subsumiert werden. Das hat nichts mit Fundamentalismus, sondern mit Respekt, Verantwortung und Gerechtigkeit zu tun!

  3. Dürfen wir jetzt endlich hoffen, dass das nervige Narren-I (an dem sich bestenfalls noch FundamentalistInnen aufgeilen können) aus den sonst vernünftig lesbaren taz-Artikeln endlich rausfliegt?

  4. Hört doch einfach auf, die Form ohne -in als „männliche Form“ zu sehen! Es ist die Standard-Form!
    Wenn explizit nur Frauen gemeint sind, kann man einfach ein -in[nen] dranhängen, wenn explizit nur Männer gemeint sind, muss man umständlich mit „männliche XY“ o.ä. rumfrickeln.

    Und, sorry, was ist schlimm daran, wenn sich eine Lehrerin bei „die Lehrer“ angesprochen fühlt? Das sollte doch genau das Ziel sein: Sie sieht keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern und akzeptiert „die Lehrer“ als universelle Form für alle.

  5. das BInnen weg, Tür aufhalten weiterhin ;)

  6. links-feministischer Konservatismus: das gibt es nicht!
    es will doch niemand ernsthaft behaupten, dass die Emanzipation der Frau vollendet ist, oder? Sie ist es auf keinen Fall. noch immer werden Frauen schlecht bezahlt, Opfer von häuslicher Gewalt und in rückwärtsgewandte Rollenbilder gezwängt.
    Sprache ist ein unglaublich wichtiger Teil der Kultur und der Gesellschaft. mal Hand aufs Herz: wer denk bei Arzt, Anwalt etc an eine Frau? durch die Sprache muss ausgedrückt werden, dass es auch Frauen sind, denn unsere sexistische, patriarchale Gesellschaft suggeriert als „Chef“ immer noch als den führenden Mann.
    Seht es ein: Frauen sind noch immer untergeordnet und die Veränderung der Sprache trägt dazu bei, Bewusstsein zu schaffen und die Emanzipation voran zu treiben.

  7. „nicht nur völlig überflüssig“ soll das selbstverständlich
    heißen

  8. Ich bin ja mitlerweile dazu übergegangen,das generische Maskulinum so konsequent wie möglich anzuwenden,also zB auch bei Frauen in der Einzahl,oder duch das ersetzen genderkonformer Ausdrücke(zB „Herrschaften“ statt „Damen und Herren“oder „allemann“ statt „alle“)

    Ich hoffe,dass sich diese Praxis auch gesamtgesellschaftlich
    durchsetzen wird,denn das zwanghafte hervorheben weiblicher Formen ist nicht völlig überflüssig sondern auch zutiefst antiemanzipatorisch!

  9. Diese binnen-i-Geschichte hat etwas lächerliches. Man stelle sich einen Gruppe supermännlichster Superhelden vor, Einer toller, schöner, stärker usw. als der Andere. Und was ist mit diesen tollen Superhelden im Plural: „Die“ Helden. Der schöne weibliche Artikel „die“ ist gleichzeitig der Pluralartikel auch für die Männer. Ich habe noch nie gehört, daß sich auch nur ein einziger Mann darüber beschwert hätte, daß er im Plural wie eine Frau be-artikelt wird, oder ? Ob es nun der Mond oder die Sonne ist (im französischen bsw. genau umgekehrt) ist doch völlig egal. Wenn ich (m) als Chef eines Betriebes nun „die“ Geschäftsleitung bin, komme ich mir doch auch nicht wie eine Frau vor, nur weil der Artikel für Geschäftsleitung nun mal weiblich ist. Die Führungsmannschaft hat sogar einen weiblichen Artikel obwohl die „Mann“-schaft da sogar nichts weibliches hat. Und wer jetzt eine Führungsfrauschaft fordert, macht sich in meinen Augen nur noch lächerlich. Was machen wir denn dann mit einer gemischten Gruppe ? Das führt doch zu gar nichts. Der Sprachgebrauch hat sogar die „Herrin“ geschaffen; soll ich mich jetzt entblöden und eine männliche Sprachform für Dame einfordern. Sorry. Wie empfindlich kann man denn sein ? Ach übrigens, keine Frau vemißt die weibliche Form bei Faschistin, Terrorristin, Vebrecherin, Arschlöchin (hihi) etc. Da kommt einem schon ein leiser Verdacht von Einseitigkeit. Laßt die schöne Sprache wie sie ist oder soll ich jetz vorschlagen die Kirchin im Dorf zu lassen ?

  10. Werter Herr Heiser, werter Herr Maurer!

    Ich wünsche mir die ausführliche Schreibweise:

    „Liebe Leserinnen, liebe Leser!“

    und am allerschönsten sind die geschlechtsspezifischen Erwähnungen als Abbild der konkreten Geschlechterverhältnisse, gern zur respektvollen Veranschaulichung der herrschenden Zustände, zBsp:

    „Die 10 Redakteure und 2 Redakteurinnen meinen….“

    Ich befürchte nämlich, dass das Binnen-I von der Wirklichkeit ablenkt und den Blick auf tatsächliche verhältnisse durch theoretische Respektsbekundungen verstellt und im Schriftbild Gleichberechtigung veranschaulichen will, die es so (noch) nicht (überall) gibt. Sinnvoll finde ich darum, einen ganz bewußten Blick und die exakte Darstellung der absoluten verhältnisse zu wagen und Ehrlichkeit und Respekt durch die Liebe zum detail zu veranschulichen. Schreiben Sie also ruhig ganz genau, wie viele Frauen es sind und dann gibt es auch für die weibliche Schreibweise Anlaß und wenn keine dabei sind, hilft auch kein Binnen-I welche herbeizuhalluzinieren, aber die Leser und Leserinnen haben ein Anspruch darauf, es genau zu wissen!

    Liebe Grüße

    Isi

  11. Das Binnen-I ist ein Schritt in Richtung inklusive Sprache, die damit allerdings bei der Geschlechterdichotomie stehen bleibt. Besser ist es, auf die Tatsache zu verweisen, dass es mehr als 2 Geschlechter gibt und wir dieses „mehr“ nicht recht fassen (können), also eine zu füllende Leerstelle in der Sprache abzubilden. Dazu eignet sich der Unterstrich: _
    Dieser hat in der Programmiersprache wohl eine Bedeutung, dass da noch etwas fehlt. Also schreiben wir:
    Leser_innen, Pirat_innen, usw.

  12. Laut dem Wikipedia-Artikel zum Binnen-I zeigten Stahlberg und Sczesny in einer Studie, in der Versuchspersonen aufgefordert wurden, Personenbeispiele zu nennen, dass Bezeichnungen mit Binnen-I eher verarbeitet werden wie ein Femininum und damit auf den gedanklichen Einbezug von Frauen oder Männern einen dem generischen Maskulinum umgekehrten Effekt haben.
    Da ich finde, dass man Unrecht nicht mit Unrecht bekämpfen sollte, frage ich mich, warum man in den meisten Fällen nicht einfach den Schrägstrich bzw. Klammern verwenden sollte… (Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Generisches_Maskulinum#Empfehlungen_des_.E2.80.9EDuden.E2.80.9C )

  13. Feminisierende Formen ok, aber bitte in Gender-Debatten mit entsprechenden Diskutanten. Für die Leserlichkeit und den Allgemeingebrauch ist das böse generische Maskulinum die simpelste Form. Könnten meine WörterbücherInnen sprechen, sie stimmten mir zu.

  14. Lara Puttvarken verdient meine uneingeschränkte Zustimmung.

    Ich las kürzlich, daß in de letzten 50 Jahren mehr Mädchen und Frauen im Gendergenozid, also einzig wegen ihres Geschlechts, getötet worden seien, als Männer in den beiden zurückliegenden Weltkriegen starben.

    Unterstellt, dieses wäre wahr, können doch nur Kinder und KinderInnen glauben, mit hiesiger Scheindebatte irgendeinen Sinn zu erfüllen.

    Ich habe bis heute nicht verstanden, warum dem doch sprichwörtlich kleinen Unterschied solch eine Bedeutung beigemessen wird und kenne überaus respektable Ärztinnen, Richterinnen und Steuerberaterinnen, die, im besten Sinne der Ausführungen der Leserin Lara Puttvarken, mit ihrer Berufdsbezeichnung als Arzt, Richter oder Steuerberater kein Problem haben. Meine Patentante, zweifach promovierte Internistin, Freifrau und Gattin eines Professors für „Innere“, sagte einmal zu mir „In erster Linie bin ich Arzt, ich möchte heilen“. Mir gefällt diese selbstbewußte Frau.

  15. Ich bin für eine gendergerechte Sprache.

    Ich gehe nicht über die Brücke dass der generische Maskulinum nicht gendergerecht sein sollte.

    Sprache wandelt sich:
    Früher hieß Neger Schwarzer, heute heißt Neger Nigger. Früher war Knast Gossensprache für Gefängnis, heute schafft es das Wort in Tageszeitungen.

    Sicher hat der generische Maskulinum seine Wurzeln in einer männerdominierten Kultur.
    Heute ist es eine neutrale Form, die ihre Wurzeln in der männlichen Form hat und daher genau so zufällig identisch mit der männlichen Form ist.

    Eine Sprache wird nicht dadurch gendergerecht, dass in falschem Eifer leseflussstörende Majuskeln in die Mitte von Wörtern eingefügt werden.

    Außerdem habe ich zu häufig den Gedankengang, dass das Binnen-I zu einer Über(!)betonung der angeblich bis dato nichtinbegriffenen weiblichen Form führt.

    Das ist nicht gendergerecht.

  16. Ich erwarte von der taz und allen anderen öffentlichen Texten immer noch und FÜR ALLE ZEITEN eine gendergerechte Sprache. Das generische Maskulinum ist NICHT gendergerecht und wird es nie sein – es ist schließlich kein Neutrum.
    Die entsprechende wissenschaftliche Begründung hat übrigens die Linguistin Dr. Luise F. Pusch bereits in den 80er Jahren geleistet (gesammelt im Suhrkampband „Das Deutsche als Männersprache“ [spätere Werke sind weniger überzeugend]). Mann müsste sich nur die Mühe machen, es zu lesen, aber es könnte ja sein, dass dabei die eigene Überzeugung Schaden nimmt…
    Bitte, liebe tazlerInnen, wertet diese Diskussion aus, auch danach, wie viele von denen, die sich gegen eine gendergerechte Sprache aussprechen, sich hier zu einer männlichen Identität bekennen.

  17. Ich liebe das Binnen- i! Es hat etwas Spielerisches, macht aber trotzdem klar,dass in unserer Kultur Frauen und Männer noch nicht gleichberechtigt leben (können).

  18. Ich konnte leider nicht alles hier lesen, aber falls des wirklich ausgewertet wird in der Redaktion, hier meine Meinung: Ich bin über die Frage ziemlich zerrissen.

    Ich mag die Betonung der angebl. Wichtigkeit von Geschlecht nicht, die das Binnen-I mit sich bringt: Ich werde mit jeder Verwendung darauf gestoßen, dass wir ein (nur 2 Geschlechter anerkenndes) System haben, das Geschlecht für so einen wichtigen Faktor hält, dass er sogar sprachlich repräsentiert werden muss. Das tut mir als jemand, der Geschlecht gern dekonstruiert sähe, weh. Gleichzeitig möchte ich natürlich nicht, dass sich Menschen sprachlich nicht repräsentiert fühlen, weil sie sich als Frauen begreifen und kein Binnen-I als rein männliche Form. Wenn schon sprachliche Repräsentation von Geschlecht, dann aber wenigstens nicht Binnen-I sondern Gender Gap! Dann hat man wenigstens mehr als zwei Geschlechter. Ich bin in einer Partei (Piraten), in denen es eine das Zweigeschlechtersystem nicht ständig neu zementierende Gemeinschaftsbezeichnung gibt, und damit sehr glücklich. Ohne Diskussionen läuft das aber auch bei uns nicht ab, und ich kann halt alle Seiten verstehe… Vertracktes Thema. Euch viel Glück bei der Lösung!

  19. Ich bin auch dafür, entweder das Binnen-I zu behalten, gerne auch die Unterstrich-Variante, um dem ewigen Dualismus mal was entgegenzusetzen und die Idee, alles in der weiblichen Form zu inkludieren, finde ich auch sehr gut (Ist vor allem sehr entlarvend, wie sich Männer darüber aufregen, die andererseits meinen, in der männlichen Form wäre doch alles andere bereits enthalten). Sprache ist doch auch ein Machtinstrument und wie soll ein Bewußtseinswandel eintreten wenn nicht durch die Verwendung von Sprache und wo bitteschön, wenn selbst die taz damit aufhört?

  20. Eine Argumentation für den in mehreren Diskussionsbeiträgen angesprochenen ‚gender gap‘-Unterstrich: http://arranca.org/ausgabe/28/performing-the-gap .

  21. Auch könnte es alles als Neutrum eingestuft werden… :)

    Selber bin ich der Meinung, dass es eher um Genus, und nicht so sehr um Geschlecht, geht, also darum, dass bestimmte Wörter auf eine bestimmte Art flektiert werden. Der Tisch, die Wand. Das Geschlecht besonders hervorheben macht auf mich immer den Eindruck, die Gleichberechtigung sei ein windiges Konstrukt, da man dem mit solchen Floskeln zu helfen versucht. Allerdings bin ich Finnin, habe also wohl kein Gefühl für sowas. :) (Auch finde ich die großschreibung wirklich komisch. Wie wäre es mit auch nur einem einzigen taz-exemplar in kleinschrift?)

  22. Das Binne – I ist klasse, man kann es sogar sprechend hörbar machen durch einen kleinen Neuansatz beim Sprechen, Frauen werden groß geschrieben und Männer nicht übergangen: wo also ist das Problem? Es ist geradezu elegant im Vergleich zu allem möglichen, was frau sich sonst täglich an sprachlichen Verballhornungen gefallen lassen muss!

  23. …“geschlechtergeschlechte“ klingt super – meinte aber geschlechtergerechte :) – pardon!

  24. @Eric: Ich halte mich tatsächlich für ein wenig besser als jede Person, die mich als „Sorte Frau“ bezeichnet… (Am liebsten übrigens Vanille oder Zitrone!) Und in Plädoyers für geschlechtergeschlechte Sprache vermeintliche (und immer ach so virtulente) Männerdiskriminierung zu entdecken, ist doch einigermaßen bedenklich.

  25. Ich finde eine geschlechtergerechte Sprache unverändert wichtig!
    Ich lese die taz aus vielen Gründen, auch weil sie gendert!

  26. bloß weg damit, wenn sich wirklich die Emma Fraktion auf den Schlips äh Rock getreten fühlt, dann bitte alles nur noch im Femininum, das werden wir nach Jahrhunderten männlicher Verbaldominanz schon verkraften, aber diese künstliche Sprachacrobatik um es allen recht zu machen nervt nur.

  27. Regeln machen das Leben leichter aber sind auch der Anfang von Abgrenzung die bis hin zur Unterdrückung führen kann.
    Ein gesundes maß ist hier wichtig, und das im aktuellen gesellschaftlichen Kontext gesehen, also immer veränderlich in Raum und Zeit.

    Schreiben ist ein Instrument und lesen ein umso größeres,
    hier geht es nicht um Rechtschreibung (der ichs nicht recht machen kann) aber um das erzeugen von Bildern oder Epmfindungen beim leser oder betrachter.
    Ein viellesser sieht das I garnicht mehr, oder verfestigt sich in seiner ablenung dagegen, es ist zu viel des guten.

    Machen wir doch was neues, einfaches und ändern die ursache:
    „der Mensch“ wird zum „die Mensch“.

    Hofen wir dann das wir „das Mensch“ werden und ingendwan alle das menschliche Wesen darin sehen in allen seinen Farben.

  28. Abschied vom Binnen-I…

    Wo wir unser Verständnis der Begriffe verändert haben, ist unsere Spache als historisches Zeugnis der Entwicklung unseres Denkens legitimiert. Nur darum dürfen wir das Binnen-I herrlich oder dämlich oder ganz geschlechtergerecht herrlich dämlich finden.

    Ich persönlich will keine Stolpersteine in meinem Text. Ich will mich nicht alle Furze lang darauf besinnen müssen, dass „wir Frauen“ jahrhundertelang unterdrückt und diskriminiert worden sind und viele von uns sich auch heute noch nicht gleichberechtigt fühlen können.

    Der ältere Herr, der mich höflich aber mit „Fräulein“ ansprach, hat mich mehr respektiert als die Frauenbewegte, die mich gegen diese Anrede einzunehmen suchte und sich daran störte, dass ich mich nicht daran störte.

  29. Politdeutsch
    Einige werden sich noch an den sprachverunstaltenden Irrsinn der Frauenbewegung erinnern, der sich innerhalb linker Kreise breitmachte. Von der Theorie ausgehend, die Sprache ist sexistisch und dagegen muß „Mensch“ was tun. In der Taz breitete sich dieser Unsinn aus, man wurde durch Mann/Frau ersetzt, das berüchtigte BinnenI breitete sich aus und wurde von der Kleinpresse übernommen. Irgendwann wurde das zu einen Sprachcode, der nur noch dazu diente, zu zeigen, wer dazugehört und wer nicht. Da war es nur konsequent, wenn neu in die Szene gekommene diesen Sprachcode selbst dann noch beachteten, als den selbst die TAZ aufgegeben hatte und er nur noch als Satirevorlage taugte. Als schon der Witz, liebe Kinder und Kinderinnen zur Grundausstattung jeder Komedieshow gehörte. Gelegentlich wurde es wirklich lachhaft, wenn versucht wurde in Fällen geschlechtsneutral zu schreiben, wo eindeutig klar war, das nur Männer oder Frauen beteiligt waren.
    Unerträglich witzig wurde es dann, wenn Linke in einer Ansprache versuchten, so zu reden und dabei regelrecht das Sprachzentrum ihrer Hirnwindungen verbogen, da hätte grad die Antifolterkommission eingreifen müssen. So kann einfach niemand reden. Sowas unterbricht den Sprachfluß und eine derart gehaltenen Rede klingt unfreiwillig komisch.
    Dieser Unsinn ist ja erstmal nichts als Ideologie. Ihren Hintergrund hat sie in der Erfahrung frustiger Politarbeit und der Feststellung, die sich irgendwann nicht mehr übersehen ließ, das man eben nicht die Verhältnisse auf den Kopf stellen kann. Das man mit Politik nur wenig bewirkt. Kann man die Verhältnisse nicht ändern, dann wollen wir wenigstens bestimmen, wie darüber zu reden ist. Können wir die Welt nicht verändern, dann wollen wir wenigstens die Definitionsmacht behalten. Das dies ohnehin nur innerhalb einer kleinen Szene durchzusetzen ist stört nicht weiter.
    Dummheiten sind zählebig. Als schon die TAZ diese Sprachverbiegung eingestellt hatte, breitete sie sich zunächst in der Kleinpresse weiter aus. Nachdem die Kleinpresse verschwand bzw. im Internet Wiederauferstehung feierte, ging dieser Quatsch da weiter. Nur mit einen kleinen aber entscheidenden Unterschied. Im Internet kann man dem einfacher widersprechen und so zeigte sich auf Indymedia beispielsweise, wie substanzlos die Basis dieser Ideologie ist. Wer einen als allgemeingültig geltenden Dogma widerspricht, bricht den Bann. Alle halten sich dran, weil sie glauben, das sich alle dran halten. Da reicht es das Zeug mal abzuklopfen und auf einmal stellt die Mehrheit fest, die Sache ist doch recht hohl. Wir haben uns nur dran gehalten, weil wir glaubten, es ist hier eine allgemeingültige Übereinkunft. Eben das ist nicht der Fall, wo steht denn geschrieben das man mit BinnenI zu schreiben hat? Wer maßt sich an, solche Gebote aufzustellen? Hier hast den Fall, wie Dogmen entstehen. Alle machen mit weil sie glauben, das sie es müssen und irgendwann wird nicht mehr nach Gründen gefragt.
    Die letzte Lachnummer war ein Faltblatt das für einen Selbstverteidigungskurs für Frauen warb. Da konnten Frauen – nein, nicht Mitglied werden, sondern „Mitfrau.“
    Hier noch ein Fall unfreiwilligen Humors.
    In Wien fand am 8.3. zum Anlass des Frauentags eine stimmungsvolle laute Demo statt. Trotz der Kälte und dem eisigen Wind, war die Stimmung „frauvorragend.“ Diesen Begriff sucht man im Wörterbuch sicher vergebens

  30. Tolle Diskussion und zusammenfassend würde ich sagen, die Mehrheit der Frauen denkt, dass das Binnen I ein Übergang zur nunmehr weiblichen Schriftform sein sollte.
    Aber ob die TAZ sich das traut? Wie wäre es mal mit einer Leserinnenumfrage…

  31. Das BinnenI muß bleiben; zum einen, weil Frauen in unserer Gesellschaft leider – und nicht nur durch Sprache – noch immer diskriminiert werden; zum anderen: es ist ein wohltuendes Alleinstellungsmerkmal der taz – wenn es denn benutzt wird.
    Und für all diejenigen, die meinen, wir könnten drauf verzichten: warum dann nicht ausschließlich die weibliche Form? In Leserinnen sind die Leser sprachlich enthalten und können sich mitgemeint fühlen. – Wäre interessant, wie dann die Bewerbungslage auf entsprechende Stellenauschreibungen wäre.

  32. diese diskussion verwundert und bestürzt mich sehr. wer das binnen I streichen bzw. weglassen will macht damit für mich frauen sprachlich unsichtbar.

    und nachdem worte/sprache „die denke“ reflektieren – was käme dann als weiteres ? vorwärts in die vergangenheit ?
    das deutsche ist und bleibt per se eine männliche sprache.
    und als frau lehne ich diese sprachliche, androzentrische normativität ab.

    bitte einfach mal luise F. pusch lesen wer es immer noch nicht versteht.
    ihr klassiker wurde gerade 20 jahre.

  33. Ich halte das Binnen-I nach wie vor für die beste Lösung der Frage, wie spreche ich beide Geschlechter an. Dies ist für mich längst keine Frage mehr von Emanzipation oder Geschlechterkampf sondern schlicht eine sprachliche Notwendigkeit. Alle andern Möglichkeiten sind komplizierter und sprachlich holpriger. Das Binnen-I ist eine einfache und elegante Möglichkeit, beide Geschlechter anzusprechen. Ich stelle zu meiner Freude fest, dass es sich bereits außerhalb der TAZ und auch in „Nicht-Emanzen-Kreisen“ (was auch immer das sein mag) etabliert hat. So zum Beispiel beim schweizerischen Jugendherbergsverband und bei den Jugend- und Familiengästehäusern in Österreich.
    Man muss nicht gleich eine Religion daraus machen. Wo es sinnvoll erscheint, kann man es auch mal sein lassen. Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen, es beizubehalten.
    Das Binnen-I ist gerade deshalb eine tolle Sache, weil es eben nicht versucht, mit komplizierter Verknotung eine künstliche Gleichberechtigiung zu erzwingen. Vielmehr ist es eine unverkrampfte, unkomplizierte, einfache, schlichte und eben deshalb auch elegante Idee, auf die die TAZ ruhig stolz sein darf. Man muss ja nicht gleich ein Dogma daraus machen

  34. Sprache ist historisch. Daher ist zu vermuten, dass die Sprache auch Elemente patriachalischer Dominanz in sich trägt. Daher war es irgendwann sowohl witzig als auch wichtig, etwa das Binnen-I zu verwenden. Eine Zeit lang konnte man da den Hauptnachteil solchen emanipatorischen Sprachgebrauchs verschmerzen: Störung des Sprachflusses. Über diese Phase sollten wir aber hinaus sein. Und man darf sich wieder daran erinnern, dass sexus und genus unterschiedliche Kategorien sind. Insofern kann man die Sache auch etwas gelassen angehen und nicht aus jedem Mückerich eine Elefantin machen.

  35. Sprache strukturiert das Denken und so finde, dass das Binnen-I beibehalten werden sollte, gerade weil, die bisher erkämpfte Gleichstellung – unter anderem durch ihre Thematisierung – zum einen noch nicht gefestigt genug ist, um jetzt schon mit falschem Understatement ihre Zeichen abzulegen und zweitens – der Grund des falschen Understatements – die Anerkennung der Gleichstellung noch nicht in allen Schichten, Regionen und Altersklassen angekommen ist, wie jenen, die generell als Taz-Leserschaft ausgemacht werden. Daher: immer noch betonen (und quälerisch drauf rumzureiten)

  36. Ich finde: paßt schon!
    Es gehört doch irgendwie zum guten Ton…
    liebe Leserinnen und Leser, und das Binnen -I- macht die ganze Sache einfacher.
    Also, laßt es wie es ist. Nicht aus emanzipatorischen Gründen, dafür taugt es nicht, sondern wegen des guten Stils. Meine Meinung… mehr nicht…

  37. Wenn im Bonner Pantheon Fritz Litzmann alias Rainer Pause die Gäste von „Pink Punk Pantheon“ mit „liebe Mitgliederinnen und Mitglieder“ begrüßt, bricht im Saal jedes Mal brüllendes Gelächter los. Man sieht, dass das Binnen-I auch lustig sein kann (auch wenn es in diesem Fall nicht wie in der Schriftform ausgesprochen werden kann).
    Aber sonst? Ich finde das Binnen-I nicht nur veraltet, sondern mittlerweile diskriminierend. Man (oder frau) sollte vielmehr die Begriffe neutralisieren und die Geschlechtsbezeichnung durch das Pronomen setzen – z.B. die/der Arzt, der/die Hebamme, der/die Bundeskanzler.

  38. Solange Frau-Mann-Gleichberechtigung keine Selbstverständlichkeit ist, ist die Ansprache von Frauen _und_ Männern wichtig.
    Die Selbstverständlickeit, mit der eine Frau in der alten DDR „Bauarbeiter“ (und nicht „Bauarbeiterin“ war, haben wir noch lange nicht (was nicht heißen soll, dass die alte DDR das Paradies der Gleichberechtigung war [bin übriebens ‚Wessi‘]).
    Das Binnen-I ist 1000-mal cooler als die gestelzten „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“-Floskeln.

  39. Allein die Tatsache, dass zumindest ein paar AutorInnen der taz das Binnen-I benutzen ist für mich ein Alleinstellungsmerkmal dieser Zeitung und macht sie so lesens- und liebenswert. Ich finde es wäre ein Armutzeugnis würde die taz darauf verzichten.

  40. Lasst bloß das Binnen-I! Gegenüber anderen Formen zweigeschlechtlicher Ausdrucksformen macht dies einen Text doch relativ geschmeidig und schlank.

  41. Das Binnen-I ist für mich ein Grund, die taz zu lesen! Es gibt Studien, die beweisen wie wichtig diese Sichtbarmachung von Geschlechterverhältnissen ist und bleibt.

  42. ich fand das binnen-i schon immer überflüssig, will sagen, ich fühle mich seit jeher vollkommen emanzipiert von solchen albernheiten. gerne kann jeder mich jederzeit in irgendeiner grammatisch-männlichen form anreden, auch wenn ich zufällig weiblich bin: das sehe ich nicht als diskriminierung. wenn eine unterscheidung wirklich wichtig ist, stellenanzeigen o.ä., soll man halt eine entsprechende verdeutlichung – egal welcher art – hinzufügen. ansonsten reicht m.e. eine form für alle.

  43. 1. Dieses Binnen-I ist ebenso idiotisch, wie die lächerliche Verdoppelung geschlechtsneutraler Substantive wie – Dampfschiffahrtsgesellschafterinnen und Dampfschiffahrtsgesellschafter.
    2. Die artige Nachäfferei solcherlei Unfugs zumal seitens unserer Publikumseliten läßt vermuten, daß sie für jeden eines Tages noch anstehenden Totalitarismus auch ein willkommenes Fressen wären.
    3. Ergo: Das erstere wie auch das zweite: weglassen! Zeit sparen und sich Scherereien politischer Unkorrektheit ersparen.

  44. In den meisten Artikeln der taz wird nur die männliche Form benutzt. Warum jetzt der Aufschrei für die paar wenigen Versuche, nicht die männliche Dominanz zu reproduzieren? Ich würde mich über eine konsequent Genderkonstrukte infragestellende taz (gerne auch mit Leerstelle) freuen. Allerdings nur, wenn die Autor_innen es auch so meinen. Und nur wenn gleichzeitig anerkannt wird, dass die Genderkonstrukte für die Individuen und die Gesellschaft reale Unterschiede produzieren und diese auch problematisiert werden.

  45. okay, könnt Ihr weglassen, dann aber bitte(nach Jahrhunderten männlicher Übergriffe) durchweg die weibliche Form benutzen, in der ja meist die männliche
    bereits enthalten ist.Gute Idee, meine Herrinnen?

  46. um auch transmenschen mit einzuschließen, bietet sich der unterstrich an: die leser_innen.

    warum menschen es als richtig ansehen, eine weibliche person als „bürger“ oder eine ärztin als „arzt“ zu bezeichnen ist mir rätselhaft und außerdem grammatikalisch falsch.

    also: gendern muss sein, denn sprache bestimmt das bewusstsein.

  47. Wir haben ja sonst nichts zu tun als die Innen-Frage zu klären. Meine Güte, wer hat Zeit für so nen Tüddlkram?

  48. Mich korrigiert das Binnen-I oft noch in der Annahme, dass hinter einem Wort nur Männer stecken. Nicht bei Student, Wähler oder Pfleger, aber bei Unternehmer, Manager, Arzt, Wissenschaftler ect.

    Ich fürchte, dass ich damit nicht allein bin, gut wäre, wenn man Studien auftreiben könnte. Wenn die männliche Form inzwischen tatsächlich im Kopf angepaßt wurde, dann nehmt sie, wenn nicht, dann haltet am Binnen-I fest.

  49. Dem Vorschlg von Alexander Riemer schließe ich mich gern an.

    Das Binnen-I sollte bleiben, allen Bedenken von SprachwissenschaftlerInnen,DeutschlehrerInnen usw. zum Trotz.

    Meiner Ansicht nach bewährt sich das Binnen-I z.B. bei Stellenausschreibungen immer noch. Gerade in Regionen, in denen es Frauenförderung ausgesprochen schwer hatte (z. B. Baden-Württemberg) und bis auf weiteres hat, sollte das inzwischen gut eingeführte Binnen-I nicht wieder abhanden kommen.

    Das Binnen-I macht sich gut beim Lesen sowohl als ‚Stolperstein‘ sowie als ‚Hallo-Aufwachen‘-Funktion für Rückwärtsgewandte, die gibt es nämlich noch.

  50. Das Binnen-I muss bleiben. Es ist ein Stolperstein, unbequem, unangepasst, ein kleiner Strich, der gegen den Strich lesen lässt.
    Sprache ist keine Nebensache. Sie re-präsentiert und re-produziert Wirklichkeit – und Deutsch ist so eine kreative Sprache: Sie kann das I aushalten, mitmachen, weiter entwickeln.

    I wie Ich bin gemeint.
    I wie Identität.
    I wie integriert.
    I wie interessiert.
    usw.

    Liebe ästhetisch berührten LinguistInnen, seid kreativ und werdet kreativer.
    Liebe genervten Männer, entsagt bewusst den Siegeszwängen.
    Liebe gleichgültigen Frauen, lasst euch angesprochen sein.

  51. Ich kenne die taz jetzt seit mehr als 25 Jahren. In dieser Zeit hat sie viel von ihrer Frische und Kritikfähigkeit verloren. Irgendwie ist sie immer weiter in die von Helmut Kohl propagierte „Mitte der Gesellschaft“ abgedriftet. Nun lasst uns doch bitte das Binnen-I als eines der wenigen Denkmäler an „die gute alte Zeit“.

  52. Wie wärs, wenn die AutorInnen (*g*) sich weiterhin selbst entscheiden können, ob mit oder ohne.
    Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die rein weibliche Form verwendet würde. Das wäre Sprachrevolution! ;-)

  53. Ich bin für’s Behalten. Ich finde auch nicht, dass dabei der Lesefluss gestört wird.

  54. Ich finde das Binnen-I wichtig, auch wenn es nicht schön klingt und den Lesefluss stört.
    Aber nicht alle LeserInnen der taz sind so aufgeklärt, dass sie bei der männlichen Schreibweise beide Geschlechter mitdenken.
    (Und Herr Deike: mit dem Wort Kinder zu argumentieren, ist m.E. einfach nur dummer Unfug)

  55. Ines Pohl- „Magistra“ finde ich aber gut! Auf franzosisch heisst das den leider wieder: „Maitresse“

  56. Zum Kommentar von „becky“:

    Es sieht so aus, als gehören Sie zu der Sorte Frauen, die sich für etwas ganz besonderes halten, oder zumindest als für besser halten, als Männer.

    Das ist dann aber auch nicht im Sinne der Gleichberechtigung!

  57. Liebe Kinder und Kinderinnen ist ebenso doof und sieht kaum besser aus als liebe KinderInnen, weshalb ich diesen Unfug einfach ließe.

  58. Das Binnen-I ist ein Kompromiss, um die Männer nicht zu echauffieren. Das können wir gerne weglassen.
    Diese Welt braucht mehr Weiblichkeit, also bitte in Zukunft nur noch die weibliche Schreibung benutzen

  59. Was meistens betrieben wird, ist doch gar nicht die Gleichstellung der beiden Geschlechter, sondern vielmehr die vorsätzliche Diskriminierung der Männer.

    Unsinn? Finde ich nicht.

    Beispiele:

    – Girl’s Day – etwas adäquates für Jungen: Fehlanzeige!
    – In der Verwaltung werden bei gleicher Qualifikation grundsätzlich die Frauen befördert, mit der Folge, dass eine Frau, die jahrelang wegen Mutterschaft fehlte, eine Vorgesetztenfunktion ausfüllt, aber mangels Berufserfahrung weniger Fachwissen mitbringt als der männliche Kollege.
    – Die Verwaltung beschäftigt eine Gleichstellungsbeauftragte, die sich aber nur für die Frauen zuständig fühlt. Einladungen werden demnach nicht an die Männer gerichtet.
    – Es handelt sich nicht nur um Gespräche, zu denen eingeladen wird, sondern auch um Veranstaltungen während der Arbeitszeit. Der Knüller war hier der Kurs zur sexuellen Selbstfindung…
    – Ein Fragebogen, der natürlich nur an die Damen gerichtet war, fragte, „wo“ sich die Frauen benachteiligt fühlen, wohlgemerkt nicht „ob“!

    Etc., etc…

    Also, liebe Binnen-I-Verfechterinnen: Solange Ihr Eure Gleichstellung allein auf Kosten der Männer vorantreibt, kann von einer Gleichberechtigung ja wohl kaum die Rede sein!

    … und das ist meine Meinung als emanzipierte Frau.

  60. Besonders aber: Was denken eigentlich die Leserinnen? Denn wir diskutieren hier ja gerade von Mann zu Mann.

    So, geschlechtergerechte Sprache wird also wegen der Frauen gemacht – ist also eine besondere Art der Rücksichtnahme auf das „schwache“ Geschlecht?

    Ich will endlich inder taz von KinderschänderInnen, SteuerhinterzieherInnen, Harz4-EmpfängerInnen etc. lesen! Und solange das nicht passiert, wird auch die geschlechtergerechte Sprache nur ein Feigenblatt für eine faktisch weiter bestehnde Unterscheidung im Bewusstsein des Autors sein.

    Als Mann ist man im übrigen vermutlich eher in Gefahr, bei einer nur männlichen Form die Frauen nicht mitzudenken, weil man ja häufig von sich auf andere schließt. Insofern sollte die Frage der geschlechtergerechten Sprache gerade ein männliches Anliegen sein, wenn überhaupt.

  61. Ich will mehr Kinderschänderinnen, Terroristinnen, Lobbyistinnen, Klimasünderinnen, Soldatinnen, Pennerinnen, Stuttgart-21-Befürworterinnen und so weiter!

  62. Warum macht man es nicht wie damals, als sich die Zeitungen noch nicht sicher waren, wie man es denn nun schreiben sollte?

    „Leser/innen“

    fand ich irgendwie besser ^^^

  63. Die Diskussion um das -Innen finde ich recht schwierig.
    Ist die Forderung nach durchgängig männlichen Formulierungen nicht ein Rückschritt und zwar im Einklang mit manchen rückschrittlichen Tendenzen in unserer Gesellschaft? Die Rolle der Frau und die Ungleichheit der Geschlechter sind nach wie vor Themen, die nicht abgetan werden dürfen.
    Und darum geht es hier doch. Gleichberechtigung betrifft alle Bereiche, auch die deutsche Sprache. Woraus entstammt denn die durchgängige Verwendung des Maskulinums im Deutschen? Aus einer Männer-dominierten Geschichte und daraus, dass es nie nötig schien, das unmündige und sekundäre weibliche Geschlecht in die Deutsche sprache zu integrieren. Wird dies beibehalten ist dies nur eine Kapitulation! Warum dann nicht gleich beispielsweise die Forderung nach gleichen Gehältern für Mann und Frau aufgeben? War doch schon immer so und ist ja auch einfacher…
    Das Argument des flüssigen Lesens kann mich nicht überzeugen. Es geht hier schließlich um mehr als das simple I – Es geht um eine Überzeugung, die dahinter steht und zwar die der Gleichberechtigung von Mann und Frau in ALLEN gesellschaftlichen Bereichen, auch in der Schrift.
    Für nicht nachvollziehbar halte ich auch die Aussage, dass „man ja wisse wer gemeint sei“…Ich persönlich fühle mich schon lange nicht mehr von „Bürger“ „Student“ etc. angesprochen. Ich bin „Bürgerin“ und „Studentin“ und empfinde es als respektlos somit in der deutschen Sprache ausgeschlossen zu werden.
    Also liebe taz,
    Bitte seht von einer kategorischen Verwendung des Maskulinums ab und bleibt beim Binnen-I!

  64. Mit welcher Begründung sollte man darauf verzichten? Kapitulation?
    Sicher ist denkbar, auf Kolleg/innen oder eine andere Form zu wechseln, aber es ändert nichts daran, dass die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit unserer Sprache nichts an Aktualität verloren hat.
    Also: Bitte beibehalten!

  65. sieht aus, als hättet ihr doch sonst keine Probleme.

    Außer natürlich, dass die Gesellschaft sich erdreistet, für „antifaschistischen“ Kampf gegen die Mitte der Gesellschaft kein Geld zur Verfügung zu stellen.

    Also einigt euch, damit der „Kampf gegen Rechts“ nicht zu lange ohne euch stattfinden muss. Nachher hat wieder keiner was gewusst, und das wollen wir doch nicht riskieren.

  66. Die weibliche Form als Default – das wäre doch die Lösung, wo auch Facebook nur FreundInnen kennt. Ach, da ist es ja wieder das Binnen-I.
    Es ist und bleibt ein Stolperstein beim Lesen und das ist auch gut so. Sprache, ob gesprochen oder geschrieben ist immer noch das was sie ist: bewusstseinschaffendes Herrschaftsinstrument – darum ich bin für das Binnen-I

  67. Bitte behaltet das Binnen-I bei.

    Ja, es sieht doof aus. Ja, es stört auch beim Lesen. Aber Nein, Gleichstellung ist nicht erreicht – und das ist trotz der erschreckend hohen Zahl junger Frauen, die Gegenteiliges glauben, immer noch evident.

    Sprache ist ein Herrschaftsinstrument und Herrschaft meint in entscheidenden Teilen Deutschlands immer noch Patriachat. Solange das so ist, ist das Binnen-I ein willkommener Anlass, mal wieder über die Wirkungsmacht von Sprache nachzudenken.

    Sprache prägt das Bewusstsein (ja, ich weiß, dass das Zitat eigentlich anders geht). Und das sollte bei einigen der hier Mitschreibenden durchaus stärker Richtung Gleichberechtigung geprägt werden.

  68. Dass allen Ernstes so viele Leserinnen (!) und Leser das I unnötig finden oder sich gar daran stören, erschreckt mich sehr!

    Wenn die einzige Zeitung Deutschlands, die sich überhaupt mit dem Thema sprachliche Diskriminierung pragmatisch auseinandersetzt, vom I ganz Abstand nehmen würde, würde mir die Lust aufs Zeitunglesen endgültig vergehen.

    Mir ist schleierhaft, warum sich so viele gegen „geschlechtliche Gleichwertigkeit“ in der Schriftsprache so vehement wehren…
    Vielleicht wäre es für die taz mal wieder an der Zeit, dem Thema ein paar Sonderseiten zu widmen?!

  69. Ich bin für die weibliche Form, die beides beinhaltet.
    Die taz sollte sie testen!
    Eine Zeitlang würde sie womöglich vermerken, dass mit dieser Form beide Geschlechter gemeint sind … bis man/frau/kind sich daran gewöhnt hat.
    Ich bin Vieltexter und finde eine derartige Schreibe auch ästhetischer!!!
    Falls wirklich nur die weiblichen „Radfahrerinnen“ gemeint sind, könnte ein Betonungs-Apostroph hinter „Radfahrer“ helfen: „Radfahrer´innen“.

  70. @Fairfis: Ich war mich auch unsicher, ob Sie uns das vorwerfen wollten. Aber ich dachte, ich stelle es einfach mal klar, weil es ja wirklich offengelassen wurde in dem ursprünglichen Blogeintrag und weil andere Leser sich diese Frage vielleicht stellen.

    PS: Hier in der taz sind wir mehrheitlich der Meinung, dass Volksbefragungen verbindlich sein sollten :-)

  71. @ S. Heiser:

    Nur zur Info: „Unter Volksbefragung versteht man ein in aller Regel unverbindliches Instrument“ (Wikipedia).

    Ich habe also nicht wie unterstellt behauptet, dass die taz automatisch irgendetwas von dieser Diskussion übernimmt. Nur, dass es halt zirkulär ist. Eine sinnvolle Diskussion wäre eine gewesen, die sich um die Frage dreht, ob Geschlechtergerechte Sprache etwas verändert oder nicht. Aus dem Resultat dieser Diskussionen könnten dann sogar tatsächlich Konsequenzen gezogen werden.

  72. Viel mehr würde mich interessieren, warum es auf Deutschlandfunk immer (!)lautet:
    „Westerwelle sagte hierzu …“
    aber
    „FRAU Merkel sagte hierzu …“
    Die KollegInnen dort bedenken die Damenwelt grundsätzlich mit dem scheinbar höflichen „Frau“ und benennen Männer nur mit ihrem Namen und allenfalls dem Amt.
    Auch eine subtile Weise, Ungleichwertigkeit sprachlich zu etablieren.

  73. Lasst es weg … und schreibt dafür Mo/Mi/Fr mit rein männlichen Formen und Di/Do/Sa mit rein weiblichen Formen. Oder lasst es weg und verwendet andere inklusive Formen (z.B. explizite Paarformen – das geht auch sprachlich elegant). Oder lasst es nicht weg, verwendet es dann aber bitte konsequent und nicht nur in jedem fünfzehnten Artikel.

  74. Zu dem Zitat wollte ich noch den Autor nachreichen und habe beim Überprüfen feststellen müssen, dass der Wortlaut offenbar anders heißen muss:

    „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Ludwig Wittgenstein

  75. Da im Artikel gefragt wurde, was die Leserinnen denken: Ich schließe mich der Mehrheit der Vorschreiberinnen an und bin für eine Schreibweise, von der ich mich angesprochen/mitgemeint fühle. Das ist bei „Studenten“, „Leser“ usw. nicht der Fall.

    Ja – Genus und Sexus müssen nicht deckungsgleich sein. Aber wenn es explizit eine weibliche und eine männliche Form gibt, fühle ich mich selbstverständlich von der weiblichen und nicht von der männlichen gemeint. Das geht den Herren der Schöpfung umgekehrt ja genauso.

    Dazu hier noch der Link zu einer Zusammenfassung der schon weiter oben verlinkten Studie von Dagmar Stahlberg und Sabine Sczesny: http://www.frauensprache.com/geringer_einbezug.htm

    „Die Grenzen meiner Sprache sind Grenzen meiner Welt“.

  76. @Uschi: Gordon Repinski schrieb aber auch: „Mich würde dann aber interessieren, was andere Leser dazu denken.“ Er hat eben nicht nur das Feedback von Leserinnen eingeholt, insofern finde ich es angemessen, dass sich hier auch Leute mit männlichem Nick gemeldet haben (und wer die Kommentare wirklich abgegeben hat, weiß ohnehin niemand!).

  77. Interessant.
    Gordon Repinski fragte hinsichtlich des Binnen I:

    „Was denken eigentlich die Leserinnen? Denn wir diskutieren hier ja gerade von Mann zu Mann.“

    Darauf gab es bisher 110 Kommentare,
    47 von Kommentierenden mit männlichem Nick
    27 von Kommentierenden mit geschlechtsunspezifischem Nick
    und nur tatsächlich 36 Kommentierenden mit weiblichem Nick.

    Ich bin übrigens für Arbeitnehmer*innen.
    Sprache beeinflusst das Denken, und Denken das Handeln.

  78. @tinitus: Nur eine Minderheit der taz-Mitarbeiter verwendet das Binnen-I, siehe die Umfrage hier: http://blogs.taz.de/hausblog/warum-ich-kein-binnen-i-benutze/

  79. Noch eine Frage: Wo sind eigentlich die vielen Texte mit Binnen-Is, deren Verwendung von einigen Leser_innen kritisiert wird? Ich habe jetzt mal zufallsmäßig die Ausgabe der taz vom 30.09.10 rausgegriffen, und mir die Artikel auf Seite 8 und 9 durchgelesen( Inland, Wirtschaft und Umwelt) Es ist von
    Bürgern, Abiturienten, Schulabgängern, Akademikern, Bankern, Verbraucherschützern die Rede. Ohne Binnen-I, ohne die weibliche Form, ohne Gender Gap. Oder sind hier bewusst nur Männer gemeint?
    Es ist ja in Ordnung, den Autor_innen die Wahl zu lassen, nur ist auf diesen Seiten nicht einmal ein Hauch von Diversität der Bennenungsformen zu bemerken. Schade!

  80. Leider ist es immer noch wichtig! Unverändert!
    Es hat sich leider noch nicht genug getan und wir müssen da leider noch ne Weile durch, sorry. Noch ist der Zeitpunkt nicht gekommen, an dem Quoten und Binnen-Is weggelassen werden können. Hoffen wir einfach, dass es nicht mehr lange dauert!

  81. Ich wünsche mir mehr Debatten wie diese hier, mehr Streit, mehr Ideen für gendersensible Sprache, aber keine verordneten Schreibweisen, weder mit noch ohne Binnen-I oder „gender gap“.

    Und die taz könnte es wirklich mal probieren, wie eine ganze Ausgabe in weiblicher Form wirkt, bei der die Männer selbstverständlich mitgemeint sind. Wenn es unbedingt sein muss, dann eben am 8. März. Aber lieber am 24. Dezember.

  82. Ich bin schockiert, hier eine solche Diskussion zu lesen!

    Zunächst möchte ich mich den beiden Einträgen über diesem (Ulla und Fairfis) ausdrücklich anschließen (übrigens auch sehr lesenswert: Luise Pusch „Alle Menschen werden Schwestern“).

    Vor einigen Jahren habe ich an der HU ein Seminar zur feministischen Linguistik besucht und war zuächst eine der größten Kritikerinnen, letztendlich sind aber auch mir die Augen aufgegangen: es reicht mir nicht, lediglich MITgemeint zu sein! Davon abgesehen, dass – wenn wir uns genauer damit auseinandersetzen – Frauen durchaus nicht immer MITgemeint sind, auf Wunsch liefere ich gerne treffende Beispiele nach..

    Geschlechtergerechte Schreibweise anzuwenden ist in der Praxis nicht so einfach und ich finde, das Binnen-I ist ein brauchbarer Kompromiss. Manch eine/r kritisiert hieran jedoch, dass das Binnen-I die Zweigeschlechtlichkeit zementieren täte, weshalb der Unterstrich auch eine Option ist: hier würde im wahrsten Sinne „Raum“ für jegliches Geschlecht gelassen.

    Das wirklich Schwierige – wie ich finde – an der geschlechtergerechten Schreibweise ist es, konsequent zu bleiben. So gibt es in manchen Texten zwar Manager und Managerinnen, aber „nur“ Sekretärinnen, naja.

    Bezeichnend ist auch, wie viele Frauen sich selbst maskulin betiteln, mir kräuselt es jedes Mal mächtig den Gehörgang, wenn Kommilitoninnen sich als „Student“ bezeichnen, aber das nur am Rande.

    Ich finde es immer wieder hochinteressant, wie gerade diese Diskussion um geschlechtergerechte Sprache (also auch um das das Binnen-I) die Gemüter erhitzt, viele winken diesen „alten Hut“ direkt genervt ab. Ich vermute, dass das daran liegt, dass hier tiefste hierarchische Strukturen – kurz: die hegemoniale Männlichkeit – angegriffen werden. Luise Pusch sagt hierzu in oben genanntem Buch treffend: „Je mehr maskuline Formen wir aber benutzen, um so mehr schreiben wir den Status quo fest, der Männlichkeit mit Menschlichkeit gleichsetzt und Weiblichkeit als Antinorm des Menschlichen erscheinen lässt.“

    Mir gefällt durchaus die Idee, konsequent das generische Femininum anzuwenden, hach, was gäbe das für einen erweckenden Aufschrei und sofort würde klar, wie weit es mit der Geschlechtergerechtigkeit her ist. Hier könnte die TAZ (mal wieder) zur Vorreiterin werden.

  83. @Fairfis: Wir stellen das Binnen-I hier keiner „Volksbefragung“ anheim. Es ist nicht so, dass wir automatisch das umsetzen werden, was hier am häufigsten gewünscht wird. Wir bitten hier um Meinungen und Argumente, um sie dann bei unserer Diskussion berücksichtigen zu können.

  84. Pingback: Leser fordert: Lasst das Binnen-I weg! at taz Hausblog

  85. Die vielen, zum Teil außerordentlich tiefgründige Beiträge zeigen m. M., dass das große I noch lange nicht ausdiskutiert ist und somit noch lange nicht ausgesorgt hat. Ich habe nicht alle Beiträge studiert, aber für den Fall, dass es noch nicht erwähnt worden ist, empfehle ich Luise Puschs nach wie vor aktuelles Buch „Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik“, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 1984. ISBN 3-518-11217-1 . Der Titel hört sich vielleicht trocken an, die Kapitel aber sehr gut und spannend und unterhaltsam geschrieben und haben mich vor zig Jahren vom großen I überzeugt. Wobei ich auch den Rückgriff ins Mitteldeutsche mit „jedes“ als Begriff für „jede“ und „jeder“ wie von D.Heß oben vorgeschlagen genial finde.

  86. Haha… zirkulärer gehts nicht, taz, oder?

    Das Binnen-I, aus gutem Grund eingeführt um einer hegemonialen Auffassung von Geschlechter-Stereotypen die explizite Idee der Gleichheit entgegenzusetzen, dann der „Volksbefragung“ annheim stellen.

    Stimmt die Analyse, die die taz vor Jahren gemacht hat (das Geschlechterstereotypen hegemonial sind) dann ist doch schon im vornherein klar, was die deutliche Mehrheit der Leute dazu sagen wird (Ist doch gar nicht so, überflüssig, generisches Maskulinum genügt usw).

    Will hier jemand behaupten, es habe kein Backlash stattgefunden? Will hier jemand behaupten, die Genderstereotypen seien verschwunden? Genau das Gegenteil ist doch der Fall. Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus hat in den letzten Jahren an Boden gewonnen, nicht umgekehrt!

    Darum ist natürlich die Logik, die die taz überhaupt davon überzeugte das generische Maskulinum durch eine explizite Auszeichnung der Geschlechter abzulösen, auch heute noch gültig, ja stärker gültig als vor 5 oder 10 Jahren.

    Es ist doch gerade ein deutliches Zeichen, dass Geschlechtergerechte Sprache, eine zeitlang auch im Mainstream akzeptiert (und im akademischen Diskurs unverändert als wirkungsmächtig beschrieben), heute wieder unter Beschuss kommt. De Menpire strikes back, die Armutstatistik zeigt das unter dem Kapitel „alleinerziehend“ nur all zu deutlich.

    Es geht nicht nur darum, die Welt zu beschreiben, sondern eben auch, sie zu verändern! Die taz hat diese Idee immer für zentral gehalten und die Geschlechtergerechte Sprache, als Mittel die Welt im Beschreiben zu ändern, ist dafür eines ihrer stärksten Ausdrücke. Hat man diesen Anspruch aufgegeben? Form over Function?

    Solange sich die JournalistInnen nicht selbst davon überzeugen können, dass die Kernaussagen des Linguistic Turns und dass die unzähligen empirischen Studien über die Wirkung geschlechtergerechter Sprache allesamt falsch sind, sollten Sie meiner bescheidenen Meinung nach nicht von Geschlechtergerechter Sprache abweichen (und das Binnen-I ist eine, wenn nicht die beste Form davon). Eben gerade wenn die hegemoniale Mehrheit anderer Meinung ist!

    Wer das generische Maskulinum verwendet, zementiert androzentristische Stereotypen. Es war einst auch eine bewusste Entscheidung von Schreibenden, sich nicht zu HandlangerInnen des patriarchalen Systems zu machen. Ich hoffe, dass auch die aktuelle Generation (meine Generation) sich dem verweigert.

  87. Meine Göttin, ist das ein Kindergarten hier…

  88. Viele schreiben hier, dass das handeln wichtiger sei als die Sprache. Aber ist Sprache nicht auch eine Form von handeln? Ich finde es egal, ob man nun ein Binnen-I, einen Unterstrich, die geschlechtsneutrale Form eines Wortes oder beide Formen (z.B. Leserinnen und Leser) schreibt aber ich finde es wichtig nicht nur männliche Formen zu verwenden. Und andersrum möchte ich mal sehen was los wäre wenn plötzlich nur noch weibliche Pluralformen benutzt würden.
    Sprache prägt die Gesellschaft und das Handeln.
    Ich finde übrigens keine der Formen wirklich unleserlich. Ich halte das für Anstellerei, weil es eben Menschen gibt, denen es bewusst oder unbewusst nicht passt, wirklich Schritte in Richtung Gleichberechtigung der Geschlechter (wovon wir weit entfernt sind) zu gehen.
    Es gibt auch genug gezielte Beispiele, die klar machen, dass (achja wer vermisst eigentlich nach so kurzer Zeit daß mit ß?) bei Rätselfragen usw. bei einem männlichen Plural oft nur an Männer gedacht wird. Genauso wie bereits erwähnt würde man die Frage nach dem Lieblingsschauspieler nicht mit einer Frau beantworten…

  89. Probiert doch mal den Vorschlag, nur die weibliche Pluralform zu verwenden, aus. :-)

    Es tut uns ganz gut, ab und zu Gewohnheiten in Frage zu stellen, um zum Nachdenken anzuregen.

    … und es schlägt sicher nette Wellen in der Medienwelt, wie damals die Einführung des Binnen-I ;-)

    Der 8. März und die folgenden Tage bieten sich dafür doch an. Evaluiert das und stellt das Ergebnis zu den jährlichen Geburtstagsfeierlichkeiten im April vor.

  90. Sabine hat so recht! Zwischen sprachlichem und biologischem Geschlecht besteht ein gewisser Unterschied. Im Übrigen: Sprache ist historisch gewachsen, damit auch das generische Masculinum. Wer Sprache von heute auf morgen verändern, also manipulieren will, steht auf hoffnungslosem Posten und ist schon erwischt – er (und das „er“ impliziert selbstverständlich auch die betreffenden Damen!) will Denken manipulieren, nichts anderes.

  91. Sorry, aber es geht hier um Pluralformen, und da haben Worte nunmal ihr eigenes Geschlecht. Dass im Plural ausschließlich Männer gemeint sein sollen, ist der Eindruck von Linksfaschisten, die sich wahrscheinlich zurecht diskriminiert fühlen, wenn es an Selbstbewusstsein mangelt. Der Leser, die Leserinnen, die Leser. Die männlichen Leser, die weiblichen Leser. Oder heisst es demnächst „männliche LeserInnen“?

  92. Wie soll man im Übrigen das Binnen-I aussprechen? Sollen wir in Zukunft bei „LeserInnen“ das Gesicht grimassenähnlich verziehen und wie sollte klargestellt werden, dass damit nicht das Gegenteil von „Leser außen“ gemeint ist. Dann vielleicht doch, sprich: „Leser, Bindestrich unten innen“.

  93. Dieses eigenartige I ist seit jeher nicht mehr als ein sprachliches Kennzeichen inhaltsleerer Bedeutungsschwangerschaft.
    Weg damit. War nie zu mehr als einem Schülerzeitungsgag zu gebrauchen.

  94. Sprache prägt die Wahrnehmung. Wenn man Menschen etwa nach ihrem „Lieblingsschauspieler“ befragt, fallen ihnen signifikant weniger Frauen ein als wenn die Frage den „Lieblingsschauspielerinnen oder Lieblingsschauspielern“ gilt.

    Wenn das Binnen-I stört, dann nehmt doch einfach standardmäßig eine geschlechtsneutrale oder eben die weibliche Form, die Männer dürfen sich ja mitgemeint fühlen.

  95. Liebe Taz Journalist_innen,

    Natürlich dürft ihr alles so schreiben wie ihr wollt.

    Es ist schließlich nicht verboten sich lächerlich zu machen.

    Geisteswissenschaftler_innen kämpfen ihre ideologischen Kleinkriege, während Physiker_innen Gleichberechtigung ganz pragmatisch in die Tat umsetzen.

  96. Ich persönlich finde das Binnen-I anstregend, als Schreiber und als Leser.

    Wo ich mir jetzt allerdings die Kommentarlage anschaue (eingedenk dessen, dass das nicht zuverlässig die Meinung der taz-Leser*_$Innenschaft wiederspiegelt, aber egal) finde ich die Regel „Der Autor/Die Autorin/(hier weitere Geschlechter hindenken) entscheidet“ die beste. Damit sollte dann eine gewisse Diversität im Blatt sein, ohne dass es nach stumpfen „Wir machen das jetzt aus Prinzip so“ aussieht.

    Oder die Lösung von TeaRex (ein Computer entscheidet nach Zufallsprinzip, ob die männliche oder weibliche Form verwendet wird).

    Gleichzeitig würde es mich als freier taz-Autor extrem nerven, wenn meine eh schon deutlich unter Tarif bezahlten Texte auch noch mit irgendwelchen Binnen-Gaps verziert werden. Ich möchte das bitte selbst entscheiden können.

  97. @ becky

    Peinlich? Erzähl doch mal genauer, was an meiner Meinung peinlich sein soll.

    Ich habe sehr wohl gelesen, was meine Vorgänger (jedweder Geschlechts selbstverständlich) geschrieben haben und bin noch immer der Ansicht, dass dieses Gezetere um die vermeintlich korrekte Ausdrucksweise ein Gefecht ist, das vom eigentlichen Problem ablenkt.

  98. @Sabine
    Besser: Erstmal den Rest lesen, bevor man solche peinlichen Sachen schreibt. Meine Güte…

  99. Auf jeden Fall eine Sprache wählen, die alle mitbenennt: Frauen, Männer, Transen, Intersexuelle, queers etc.
    Ich kenne dafür folgende Schreibweisen: die Leser_innen oder Leser*innen oder Lesende. Während der Unterstrich verdeutlicht, dass die dritten Geschlechter häufig nicht gesehen werden, trägt das Sternchen eine positive Konnotation und hat eine Funktion von Empowerment. Das find ich gut. Und eins noch. Für alle die emanzipatorische Schreibweisen unästhetisch finden: Denkt mal über eure Prioritäten nach! Hier geht es immerhin um die Repräsentation von Menschen. Die Geschichte hat übrigens gezeigt, dass Veränderungen in Schrift und Sprache irgendwann von alleine leserlich werden. Z.B. Thal zu Tal, Photo zu Foto etc.

  100. Wenn Ihr Binnen-I-Kämpferinnen mitgeteilt bekämt, dass die Arbeitnehmer in der XY-Branche 5% mehr Lohn bekommen, würdet Ihr das Geld also zurückgehen lassen, weil Ihr ja nicht gemeint seid?

    Ich glaube nicht.

    Seht Ihr… spätestens da wird deutlich, dass es sich beim Binnen-I nur um eins dreht: nämlich um geistige Onanie!

  101. Ich kann mich nach lesen der Beiträge wieder mal nur der überwiegend weiblichen Meinung anschließen, es ist unerläßlich auch in Zukunft eine benennende Sprachform beizubehalten. Ich finde die Anregung, nur noch die weibliche Form zu benutzen, die doch die Männer mitmeint (steckt ja in dem Wort drin) super und schon lange überfällig. Da muß Mann sich dann auch nicht am Sprachfluß stören, gell?
    Und solange den werten Herren das zu weit geht, bleibts bitte beim Innen oder _innen, basta.

  102. Sprache ist nicht Grammatik,sondern Sein.
    So wie ich spreche, bin ich und wende mich an andere!
    In therapeutischen Methoden wird die Sprache bewusst wahrgenommen um nachzuvollziehen, wo und wie der Klient, die Klientin ist, fühlt, denkt (im hier und jetzt).
    Mein Vorschlag:
    alles weiblich= nur mit „innen“.
    Dann würden Männer feststellen können, ob sie „mitgemeint“ sind.
    Immer noch gut: Das Sein bestimmt das Bewußtsein – der olle Marx.

  103. oh ja, genau, das binnen-i stört beim lesen.

    schreibt ihr auch alle noch „daß“, weil „dass“ so schrecklich aussieht?

    wie kann man nur so sehr verdrängen, dass frauen heute einfach immer noch nicht die gleichen chancen haben wie männer und in ganz ganz ganz vielen bereichen diskriminiert werden? natürlich nicht nur frauen, sondern auch menschen mit behinderung, migrationshintergrund, etc. aber irgendwo muss man doch mal anfangen, verdammt nochmal.

  104. Unbedingt beibehalten – nein ausweiten!

  105. macht die welt nicht gerechter (was immer das genau sein soll), ist grammatisch unsinnig, nicht auszusprechen und nicht mal mit der allein revolutionären kleinschreibung kompatibel (ein vorteil des gender_gaps), kurz: bemühter schnickschnack.

    meines erachtens das bisher einzige gute argument für das binnen-i:

    Solange ich solche Kritiken lesen muss, ist das Binnen-I genau an der richtigen Stelle: Da, wo’s den Herrschaften wehtut.

    das hat allerdings durchaus gewicht.

  106. @Désirée: Das Beispiel ist falsch gewählt. Es geht um die Mehrzahl, nicht um die Einzahl. Natürlich darf ein Satz nicht lauten „Der Bürgermeister vertritt die Stadt in all ihren Belangen“, wenn es sich um eine Frau handelt. Es geht eher um Sätze wie diesen, der zum Beispiel in einem in einem Artikel über den Landeshaushalt und die Verteilung des Geldes stehen könnte: „Die Bürgermeister der Berliner Bezirke haben den Senat in einem gemeinsamen Brief aufgefordert, mehr Geld für die Sanierung von Schulen zur Verfügung zu stellen.“ Wer von denen, die das lesen, würde denn glauben, dass nur die männlichen Bürgermeister dies gefordert haben? Man würde doch davon ausgehen, dass alle Bürgermeister, also auch die weiblichen, dies gefordert haben. Und außerdem: Falls es in den 12 Bezirken 11 männliche Bürgermeister und 1 Bürgermeisterin gibt – wie sollte der Satz dann lauten? „BürgermeisterInnen“ wäre ja nicht richtig, weil es nur eine Frau ist. Also „die Bürgermeister und die Bürgermeisterin haben den Senat aufgefordert“? Oder „die BürgermeisterIn haben den Senat aufgefordert“?

  107. Ich fand es von je her albern, mein Geschlecht mit dem Geschlecht eines Wortes zu verknüpfen.

    Wenn von Steuerzahlern und Einwohnern, von Bürgern und Nachbarn, von Zuschauern und Lesern die Rede ist, weiß ich, das damit männliche, weibliche und sogar nicht eindeutig zuzuordnende Leute gemeint sind.

    Das Binnen-I dient m. E. allein dem Schein.

    Gelebte Gleichberechtigung sieht anders aus.

  108. Im Übrigen: Die Tatsache, dass die länger Form (also im heutigen Deutsch die weibliche) auch die „speziellere“ ist und die kürzere die „allgemeinere“, ist informationstheoretisch gesehen eine unvermeidbare Tatsache; dies wird auch in Zukunft so bleiben. Die Leserin möge sich zum Thema „Variable-Length coding“ informieren.

    Mein Vorschlag wäre daher der -rich.

    Lehrerin und Lehrerich, Polizistin und Polizisterich, Arbeitgeberin und Arbeitgeberich. Die bisher als „männlich“ angesehene, eigentlich aber neutrale Kurzform, wäre dann nur noch im geschlechtsneutralen Kontext zu verwenden.

    Oder ist das jetzt ZU radikal?

  109. Heutzutage wird der Text doch eh per Computer gesetzt — warum nicht den Computer würfeln lassen, und dann 50% männliche und 50% weibliche Formen benutzen. Ästhetischer als das Binnen-I wäre das allemal, und genauso gerecht.

    Natürlich gibt es weniger Verbrecherinnen als Verbrecher in dieser Gesellschaft, weniger Schlägerinnen als Schläger, weniger Kanalarbeiterinnen als Kanalarbeiter, weniger Müllfrauen als Müllmänner, wahrscheinlich auch weniger Raserinnen als Raser, und leider weniger Arbeitgeberinnen als Arbeitgeber. Aber liegt das nicht auch alles am Patriarchat? Also, benutzt bitte auch bei „negativen“ Ausdrücken eine inklusive Form.

  110. Judith hat vollkommen Recht. Auch ich fordere endlich nach Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks (15. Jahrhundert) die durchgängig weibliche Schreibweise. Das stünde der TAZ doch gut an. Oder hat die TAZ nur noch altbackene rechts-konservative männliche Leser?

  111. Ein einseitiges Binnen-I (für bestimmte Gruppen) sollte logisch und journalistisch als unakzeptabel gelten. Ich wundere mich auch immer wieder, warum dies toleriert wird. Das nennt sich Doppelmoral!

    Das Binnen-I selbst halte ich ebenfalls für überholt. Die zugrundeliegende These, dass die Leser durch die Verwendung grammatikalischer Geschlechter beeinflusst werden und dass dies im Falle von männlichen Grammatikformen wie „Bürger“ Frauendiskriminierung zementiere, wurde meines Erachtens nie belegt.

    Macht doch mal eine Umfrage, meinetwegen nur unter Frauen, ob die das überhaupt mehrheitlich wollen.

  112. @Claudio:
    Ich glaube doch eher weniger Unkenntnis, sondern die Ablehnung des generischen Masculinums ist der Fall. ;-)

  113. Das Binnen-I wurde und wird in offensichtlicher Unkenntnis des „generischen Masculinums“ erfunden und verwendet. Der Begriff „Bürger“ impliziert große und kleine, dicke und dünne, arme und reiche, und eben auch männliche und weibliche Menschen.

    Bei den meisten Themen spielt zudem das Geschlecht garkeine Rolle, sodass Sätze wie „Bürger und Bürgerinnen demonstrierten für (oder gegen)…“ nur albern wirken.

    Wenn dann noch, wie oft zu beobachten, positiv konnotierte Begriffe mit und negativ besetzte ohne „Binnen-I“ gebracht werden, ist die Grenze von Berichterstattung zur Propaganda überschritten.

  114. Das hier mehr Ablehner schreiben ist natürlich klar. Wer stänkern kann, opfert viel lieber seine Zeit.

    Ich finde das Binnen-I sympathisch und der TAZ angemessen.

    Bei den meißten Kommentaren hier geht es anscheinend ja nur(!) um den persönlichen Geschmack…und woher hat man den schon? Den hat man natürlich aus seiner Umwelt. Also: Beibehalten und die Umwelt weiterhin positiv beeinflussen.

  115. Wer denkt bei „Der bürgermeister vertritt die Stadt in all ihren Belangen“ an eine junge dynamische Frau? Richitg, niemand. Sprache lässt im Kopf Bilder entstehen, und nur weil wir in der Sprache mal eben ca. 50% der Menschheit mitmeinen können, können das die Bilder in unserem Kopf noch lange nicht!

    Als Vorschlag an alle, die behaupten, dass geschlechtergerechte Sprache doch egal sei: eine taz-ausgabe, in der nur die weiblichen Formen verwendet werden, mal schaun wem die Veränderung auffällt. Und welchen Leserinnen dabei Unbehagen verspürt: keine angst, es könnte ja unten ganz klein an den Rand geschrieben werden, dass auch Männer mitgemeint sind!

  116. Ich bin dafür die geschlechtergerechte Sprache beizubehalten. Als Alternative schließe ich mich einigen vorherigen Kommentatorinnen an die vorgeschlagen haben nur noch die weibliche Form zu verwenden, Männer sind natürlich mitgemeint, liebe männlichen Leserinnen!

  117. Nein auf keinen fall weg lassen. Ich teile zwar die ansicht das wir schon ein ganzes stück weiter gekommen sind aber leider gibt es noch viel zu viel unterschiede in der bahandlung von mann und frau und sei es auch nur die bezahlung oder die benachteiligung von frauen im beruflichen aufstieg. Durch die verwendung des binnen I bleibt es thema in den köpfen aller leserinnen und lesern und wird weiter diskutiert. Lassen wir es weg, verschwindet langfristig nicht nur das I sondern auch das bewusstsein für die wichtigkeit dieses themas

  118. Wenn ihr das I weglasst, bleibe ich beim Lesen in der taz hängen. Das I gehört zur taz wie das nicht-vorhandene I zu den anderen. Bitte bleibt beim I.

  119. @Uwn: Bedenklich, dass einem ein großes I tatsächlich weh tun kann (und du dich mit „Herrschaften“ gleich angesprochen fühlst – leader-Komplex?). Aber ich verstehe: Da kommen jedem anständigen Kerl „überschwängliche“ Feminismus-Scheren-Metaphern in den Kopf, und dann traut er sich fast, zu schreiben, dass er Frauen (als Gruppe, oder nur dem Emanzenpack? Das sind doch aber gar keine richtigen Frauen!) auch gern weh tun möchte, und sei es auch nur durch ihre sprachliche Abschaffung… Schön!

  120. Die taz sollte vorwärts gehen, nicht zurück und sich der Tatsache öffnen, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Dafür hat sich in emanzipativen Kreisen das Gender-Gap etabliert.

    Das Gender-Gap (und auch das Binnen-I) ist in erster Linie eine politische Aussage für ein emanzipatives und antipatriachales Selbstverständnis. Ähnliches trifft auf das Ersetzen von „man“ durch „mensch“ zu, in gesprochener und geschriebener Sprache. Damit würde die taz Position beziehen. Wenn dies das linguistischen Schönheitsempfinden von einigen stört, dann ist das vllt. gar nicht verkehrt.

    Das Gender-Gap unterbricht den Lesefluss – Das ist ABSICHT! Es soll den Lesefluss stören und sichtbar machen, dass es noch mehr gibt als nur Männer oder Männer und Frauen. Es soll die Menschen die unsichtbar sind sichtbar machen.

    Die Fehler von heute sind die Regeln von morgen. Insofern wäre es toll wenn die taz zur Avant-Garde gehört und sich einfach nicht um die alten Rechtschreibregeln kümmert. Das können andere machen.

    In diesem Sinne liebe taz: Bitte steht dafür ein, dass sich in dieser Gesellschaft etwas ändert. Werdet Teil dieser Änderung, dieses Schritts nach vorn, in die richtige Richtung und verwendet das Gender-Gap.

    Grüße

    Michael

    PS: Sicher ist es ebenso wichtig in jedem (größerem) Artikel zu erklären, warum ihr das so macht, zum Beispiel durch einen Link auf eine Internetseite wie: „Die Taz nutzt das Gender-Gap. Warum erfahren sie hier: http://www.taz.de/gendergap

  121. Sprache ist kein festes System von Zeichen, welche einfach so da war, die Wirklichkeit beschreibt und welche richtig oder falsch sein kann. Sprache ist auch Handlung, stellt Wirklichkeit her, grammatische Regeln und ‚richtige‘ Rechtschreibung sind Produkte eines Aushandlungsprozesses, in dem einige Menschen mehr und andere weniger Macht hatten zu definieren und über Sprachgesetze zu entscheiden.
    Was als schön oder fließend empfunden wird, ist Effekt von allem, was wir in unserem Leben in Bezug auf Sprache und ihrer Regeln gelernt haben.
    Heißt: Sprache ist veränderbar, wir können sie, um Normen zu kritisieren oder (Geschlechter-)Verwirrung zu produzieren auch mal kreativ nutzen, das generisch Maskulinum ist keine neutrale Benennungsform, sondern Ausdruck eines vergangenen wie immer noch herrschenden Androzentrismus in allen Bereichen der Gesellschaft. Deswegen sollte es von einer Zeitung wie der taz weiterhin kritisch wahrgenommen und in Folge dessen in Artikeln nicht als Bennenungsform verwendet werden, wenn es eigentlich um alle, nicht nur Männer, geht.
    Ich denke, dass das Binnen-I durchaus kritikwürdig ist, aber eine Lösung nicht die Rückkehr zum generischen Maskulinum sein kann. Ich persönlich halte den Unterstrich (Autor_in) für einen guten Ansatz, um nicht immer Zweigeschlechtlichkeit zu reproduzieren, sondern die Diversität von Geschlecht auszudrücken und wirklich alle miteinzubeziehen, nicht nur die, die sich als Männer und Frauen definieren.
    Generell freue ich mich über Texte, die Benennungsformen kreativ nutzen. Und das Stolpern beim Lesen hat doch auch was Gutes: Wir machen uns über Sprache und ihre Bedeutung Gedanken.

  122. Ich finde, dass man das Binnen-I auf jeden Fall beibehalten sollte, gerne auch noch konsequenter als es jetzt der Fall ist. Anstrebenswert wäre mE eigentlich das Gendergap(Arbeitnehmer_Innen), da dieses darauf hinweist, dass es nicht nur zwei sondern weitaus mehr Geschlechter gibt, jede_R definiert sich anders und es muss eben nicht immer männlich oder weiblich sein! Frauen sind in unserer heutigen Gesellschaft leider immer noch stark benachteiligt. Hiergegen muss vorgegangen werden und vorallem muss darauf hingewiesen werden und es muss den Menschen immer wieder klar gemacht werden, dass in unserer Gesellschaft die weiblich definierten Menschen immer noch nicht den Männern gegenüber gleichberechtigt sind. Welch besseren Platz als eine Zeitung gibt es hierfür? Erst wenn mensch unablässig über ein Binnen-I und/oder ein Gendergap stolpert wird es einem_R so richtig bewusst! Ich denke nicht, dass Binnen-I und Gendergap unsere Sprache verunstalten, es ist eine gute und wichtige und auch nicht schwer vorzulesende Möglichkeit auf die Missstände in unserer Gesellschaft hinzuweisen!
    Liebe TAZ ich freue mich über jeden gegenderten Artikel und ärger mich wenn ich dann doch mal ein „Arbeitnehmer“ dazwischen finde. Bitte behaltet das gendern bei, die TAZ verliert sonst auch ein bisschen von ihrem alternativen Dasein in der Welt des Journalismus‘.

  123. tja, es ist nun mal so, dass unsere Sprache die Unterscheidung in weiblich und männlich bereit hält. Schön so! Also sollte sich auch so viel Zeit genommen werden, diese zu benutzen. Es mag dem Ein oder Anderen altmodisch vorkommen, das zeigt aber nur wie alt diese Diskussion schon ist. Und, sind wir irgendwie weiter gekommen? Ich muss in der letzten Zeit befremdet feststellen, dass Frauen sich selbst in der männlichen Form anreden. Wie doof ist es denn eigentlich, wenn eine Lehrerin sich als Lehrer bezeichnet. Auf so eine Entwicklung habe ich absolut keine Lust! Da ist mir ein „I“ allemal lieber.

  124. Ja liebe Frau Maurer,
    ich finde auch die Sache mit dem grossen I ist ziemlich umständlich, daher sollten wir nur noch in der weiblichen Form schreiben. Damit seit ihr Männer doch sicher auch alle einverstanden, oder?
    Ich möchte mich auf jeden Fall als Frau angesprochen fühlen, da ich eine bin und das auch gerne
    Viele Grüsse von einer altbackenen, links-feministischen und konservativen Leserin

  125. mal so. mal so. ich seh‘ das locker. dann werden auch die texte abwechslungsreicher.

  126. @Hmmmm: Der Linken-Politiker kommt aus Stuttgart.

  127. Hoffentlich ist es keiner, der sich nur als „Ulrich Maurer“ ausgibt und stattdessen Eberhardt Kleinmann heißt.

  128. Ist der Ulrich Maurer der taz der bekannte Ulrich Maurer der Linken? :-)

  129. Bitte beide Formen ausschreiben oder eine neutrale Form verwenden. Wenn das nicht möglich ist weiter Binnen-I oder, was mir lieber wäre, eine Schrägstrich.
    Gender-Gap stört den Lesefluss unverhältnismäßig. Wer sich nicht einordnen möchte, kann sich ja mit dem großen I identifizieren :)

  130. Liebe taz-Redaktion,

    ich möchte mich dem Vorschlag von Frau Theuerkauf anschließen und favorisiere den undogmatischen und auch sprachlich interessanteren Umgang wie er auf http://www.equal.ethz.ch/publications/rules vorgeschlagen wird.

    Grüße, Hannes

  131. @becky
    „Solange ich solche Kritiken lesen muss, ist das Binnen-I genau an der richtigen Stelle: Da, wo’s den Herrschaften wehtut.“

    Deswegen mag ich diesen überschwänglichen Feminismus nicht. Es geht nicht um Gleichstellung, sondern darum den anderen wehzutun?!

    Stellen Sie sich doch mal vor wie es ist, wen ich schriebe: „Das Binnen-I soll weg, um den Damen wehzutun“

  132. discriminare = trennen, absondern, unterscheiden. wer frauen nicht diskriminieren will, sollte sie nicht unterscheiden, absondern.

    man könnte die feministische linguistik befürworten, wenn es indizien dafür gäbe, dass frauen davon tatsächlich profitiert haben. leider sprechen alle indizien in sachen feminismus eher dagegen.
    die realität lässt sich nicht durch sprachregelungen ändern. umgekehrt wird die realität die sprache ändern, sofern die menschen das für nötig halten.

  133. Gegner (keine „Innen“ des Binnen-I: Belügt euch und uns doch nicht. Wir sind noch lange nicht so weit, dass bei fehlender sprachlicher Mitkennzeichnung von frauen beide Geschlechter gedacht werden.

    Meine Forderung: so lange das Bewusstsein ni nicht entsprechend verändert ist, AUSSCHLIEßLICH weibliche Form anwenden. Dann geht’s mit der Bewusstseinsbildung vermutlich schneller als nur mit einem einzigen groß geschriebenen Buchstaben.

  134. In einer Damentoilette begnete mir kürzlich ein ‚Liebe Besucher, bitte löschen Sie beim Verlassen das Licht‘. Ich habe mich sogleich gefragt, was Männer an diesem Ort bitteschön zu suchen haben. Eine solche Ignoranz ist keine Seltenheit, ich stelle sogar eine deutliche Zunahme fest. Die Kommentare zum Binnen-I unterstreichen diese Beobachtung – und zeigen, dass wir noch lange nicht an dem Punkt sind, auf das Binnen-I oder eine andere Form der eindeutig geschlechtstneutralen Sprache verzichten können. Ich plädiere daher unbedingt dafhür, das Binnen-I beizubehalten. Mein Interesse an einem Text jedenfalls lässt in den meisten Fällen schlagartig nach, wenn ich wieder einmal als Leser angesprochen werde, als Bürger oder als Besucher. Das Licht lasse ich dann gerne brennen.

  135. Das generische Maskulinum meint zwar oberflächlich Frauen mit, im Endeffekt prägt Sprache aber unser Handeln und unsere Wahrnehmung der Welt ungemein. Wie sehr, hat vor kurzem die NY Times zusammengefasst und in den Scienceblogs gab es ein (kleines, unwissenschaftliches) Experiment, das aber sehr schön demonstriert, dass generische Maskulina nur in einem von zehn Fällen als weiblich verstanden werden.

    Wenn schon, dann bitte doch mal das generische Femininum ausprobieren, würde den Lesefluß auch vereinfachen und ästethisch aussehen. Wäre auch mal wirklich revolutionär.

  136. Pingback: „Das krieg ich nicht gegendert“ – gendersensible Sprache in Fachtexten - Textistenzia

  137. Lasst es weg. Bitte!

  138. @S.Heiser: Das lässt ja noch hoffen.

  139. @Hein: Ok, das war mir unklar geblieben. Also für den Teil, der die taz betrifft, kann ich sagen: Doch, haben wir.

  140. Es ist schon (un-?)amüsant, dass hier 90% der „Binnen-I“-ablehnenden Kommentare von Männern kommen. Aber nein, ich habe vergessen, dass die Herren alle selbst schon so feministisch und anti-misygon unterwegs sind, dass sie selbstverständlich an „alle“ denken, wenn sie den generischen Maskulinum lesen (die „Piraten“ natürlich wieder an vorderster Front, besonders dank ihres „Maskulisten“-Einschlags, der in den meisten ihrer Diskussionsforen den Ekel der Leserinnen (auch der Leser?) fördert). Klar…

    Darüber hinaus ist es interessant, wer sich hier als Sprachkritiker (ja, nur -ER) meint auschwingen zu können aufgrund der offenbar großzügig verteilten, überragenden linguistischen Kenntnisse, die allesamt dasselbe sagen: Binnen-I macht Texte komplett unlesbar (wie der Original-Artikel dann durchgehalten wurde, ist mir noch nicht klar). Nicht der Satzbau, nicht die Wortwahl, nicht die Rechtschreibung oder Grammatik; es ist das I in der Mitte, das sich permanent in der Retina einbrennt. Wieder: Klar…

    Solange ich solche Kritiken lesen muss, ist das Binnen-I genau an der richtigen Stelle: Da, wo’s den Herrschaften wehtut.

  141. Mir würde ein kreativer, flexibler und variantenreicher Umgang mit Gender im Text gefallen statt sturem, schwerfälligen und bürokratisch anmutendem Einsatz von Binnen-I, Unter- oder Querstrich oder wie auch immer. Anregungen dafür gibt es z.B. hier: http://www.equal.ethz.ch/publications/rules
    Ich persönlich möchte nicht mehr ‚mit’gemeint sein auch wenns gut gemeint ist…

  142. @S.Heiser

    „@hein: Wen meinen Sie damit? Die taz? Den Leser, der uns aufforderte, das Binnen-I wegzulassen und der damit die Debatte anstieß? Die Befürworter des Binnen-I?“

    Alle genannten.

  143. Hallo taz,

    es war bisher immer eine Freude, wenigstens eine große Zeitung im Internet lesen zu können, die das Binnen-I beachtet. Schon das allein sagt sehr viel Gutes über die taz aus! Es ist ein Zeichen für Gleichstellung, das erhalten bleiben sollte. Und wirklich stören tut es doch niemanden, nach dem dritten Mal haben sich doch alle LeserInnen dran gewöhnt.

    Ungewöhnliches findet oft auch Widerspruch, lasst euch davon nicht beeindrucken und bleibt dabei, viele LeserInnen werden es euch danken.

  144. @hein: Wen meinen Sie damit? Die taz? Den Leser, der uns aufforderte, das Binnen-I wegzulassen und der damit die Debatte anstieß? Die Befürworter des Binnen-I?

  145. Heike hat Recht. An alle, die daraufhin vor „reverse discrimination“ gewarnt haben: Der Vorschlag, einfach immer die weibliche Form zu nehmen, ist ja (wahrscheinlich) auch nicht zur tatsächlichen Umsetzung gedacht, sondern um das Argument ad absurdum zu führen, dass mit Männern automatisch auch Frauen gemeint seien.

    Die taz soll sich bitte weiterhin positiv abheben und gerechte Formen benutzen, ob Binnen-I, Gender-Gap-Unterstrich oder was auch immer.

  146. habt ihr eigentlich keine anderen Sorgen?

  147. Es wird höchste Zeit die Sprachverballhornung zu beenden – sie geht uns auf die NervInnen

    Gruß

    Privacy

  148. Ich fände es auch sehr interessant, wenn in der taz die weibliche Form die Norm wäre. Es gibt ja immerhin auf der gesamten Erde mehr Frauen als Männer.

  149. Weglassen. Außer bei RegenrInnen.

  150. >> mic_kramer says:
    >>
    >> Es war schon immer lächerlich.

    Genau. Wie war das nochmal? „Liebe Kinder und KinderInnen“ ;)

  151. Das Binnen-I ist nicht nur ein Rechtschreibfehler, sondern auch noch hässlich. Außerdem kann man keinen I-Punkt mehr setzen. Das ist unschön.

  152. Das binnen-I sieht furchtbar aus – entweder man verwendet das „neutrale“ Wort, z.B. Mörder, oder man schreibt halt die geschlechtsbetonten Versionen: Mörderinnen und Mörder.

    Beides besser als „MörderInnen“…

  153. Ich finde das große Binnen-I sprachlich/grammatisch auch nicht sonderlich schön; vor allem aber mag ich es nicht, weil es immer noch spüren lässt, dass die weibliche Form etwas Besonderes ist, nicht die Norm.
    Solange es aber keine angemessene Alternative gibt, die Männer und Frauen gleichermaßen und gleichberechtigt meint und miteinbezieht, ist es unbedingt beizubehalten.

    Der Anteil der weiblichen Bevölkerung in unserem Land beträgt rund 51 %. Ich bin ja durchaus weltoffen erzogen und respektiere auch Minderheiten, aber ich muss sie nicht überall dabei haben. Kurz: Ich habe es – als Teil der weiblichen Bevölkerungsmehrheit – sehr satt, ständig unter einem eine Minderheit meinenden Oberbegriff subsumiert zu werden, ohne sprachlich und gedanklich überhaupt vorzukommen. Das geht bereits mein Leben lang so.

    Wenn das Binnen-I also jetzt gestrichen werden soll, dann schlage ich vor, dass dann mindestens für die zweite Hälfte meines Lebens immer und überall nur die weibliche Sprachform benutzt wird, wenn Frauen *und* Männer gemeint sind. Die männliche Bevölkerungsminderheit ist dann „natürlich“ immer mitgemeint.

    Begreift es endlich, dass wir Frauen uns nicht länger totschweigen lassen!

  154. @ seb:
    „die weibliche Form als Default“

    Das wär dann ja wohl umgekehrt diskriminierend. Was mir eigentlich schon immer irgendwie missfällt.

    Weiter:
    „Das Handeln fängt beim Wort an.“

    Find ich überhaupt nicht. Kennen Sie nicht die Floskel „Lass den Worten Taten folgen“ oder „Nicht nur reden , sondern handeln“. Dergleichen gibt es unzählige.

    Mich stört dieses alberne „Innen“ schon lange. Und ich schließe sicherlich nicht die gesamte weibliche Bevölkerung aus, wenn ich ein Wort wie z.B. „Bürger“ lese.

    Letztendlich ist es eh Unfug. Oder soll man etwa irgendwann auch KinderInnen sagen?

  155. Jede_r Autor_in sollte schreiben wie er will. Sollte auch für Rechtschreibung gelten. Übertreiben muss man das natürlich auch nicht.

  156. Mich würde mal interessieren, wie der Durchschnitt der weiblichen Leser das sieht.
    Ansonsten halte ich da nix von. Sieht komisch aus und macht die Welt auch nicht besser. Andererseit habe ich inzwischen dran gewöhnt und störe mich nicht daran. Diese Abwechselnd-schreiben könnte man mal ausprobieren!

  157. ich freue mich das die taz die weibliche form nutzt und wünsche mir das sie auch weiterhin ihren platz hat. sicherlich liest es sich erstmal etwas holprig jedoch scheint mir dass dies auch eine gute Möglichkeit ist zu reflektieren, in was für einer Welt/ Gesellschaft wir leben. Die Wörter produzieren ja Bilder im Kopf und lese ich „Handwerker“ denke ich an einen bierbäuchigen mit vierziger in Overall. Lese ich aber „HandwerkerInnen“ dann fällt mir auf dass es ja auch noch andere gibt die diesen Beruf ausüben, die nun so gar nicht unter mein Bild des „Handwerkers“ fallen und denke daran dass auch immer Frauen diesen Beruf ausüben und somit habe ich die Chance auch immer wieder meine Einstellungen und Assoziationen zu reflektieren. der vorschlag meiner vorgängerin grundsätzlich die weibliche person zu nutzen finde ich auch okay :-)

  158. Interessantes Thema, aber eine eher reaktionäre Diskussion. Der Sinn von gegenderter Sprache ist ja gerade, der Abwertung des weiblichen Geschlechts in der Schift- und damit auch in der gesprochenen Sprache entgegenzuwirken. Und hier sehe ich uns noch keineswegs am Ziel!
    Gehen Sie mal in einen Hörsaal und fragen sie, wer der Anwesenden „Student“ ist. Mit Sicherheit werden auch die Studentinnen aufzeigen. Würden Sie hingegen fragen, wer „Studentin“ sei, können Sie sicher davon ausgehen, dass kein Mann den Finger heben wird.
    Bevor die Ungleichheit nicht aus den Köpfen verschwunden ist, plädiere ich für die Beibehaltung der geschlechtergerechten Sprache. Und wenn es denn eines Tages so weit ist, können wir von mir aus auch gerne die weibliche Form für alle verwenden. Nach tausenden von Jahren wäre das nur fair! ;)

    Was die Schreibweise angeht: ich finde, das Binnen-I ist die schönste Variante. Die Schreibweisen mit Unter- bzw. Schrägstrich haben für mich immer etwas trennendes. Außerdem unterbricht es meinen Lesefluss.

  159. Ja, bitte weg damit. In dem Zug können gerne auch diese Partizipkrücken wie die schon erwähnten „Studierenden“ wieder abgeschafft werden.

    mic_kramer, Jörn P. und Jan haben die Gründe schon schön auf den Punkt gebracht.

  160. Weg damit! Zerstört die Sprache!

  161. Genau, machts wie die Piraten. Würde mich allerdings nicht wundern, wenn der Anteil an Abonnentinnen dann auf den Anteil weiblicher Mitglieder der Piratenpartei fällt… ;)

  162. ganz klar: weglassen! ich finde auch, daß das i ab sofort einfach klein geschrieben werden kann. gemeint sind dann natürlich jeweils nicht nur die weiblichen, sondern selbstverständlich auch die männlichen vertreterinnen der jeweiligen kategorie. ;-)

  163. Ohh, bitte lasst das Binnen-I weg. Es sieht so doof aus, ist orthografisch falsch und stört beim Vorlesen. Wir Männer stören uns nicht daran bei Wörtern wie „Diktatoren“, „Polizisten“, „Ministerpräsidenten“, „Innenministern“, „Gaunern“, „Verbrechern“, „Terroristen“ etc. MITgemeint zu werden.

  164. was heike und seb sagen, klingt erstmal sehr sympathisch, ist mir aber zu heteronormativ (männlich, weiblich). ich wäre also für Unterstrich und kleines i folgend.

    und für alle schlauberger_innen, die meinen, dass sprachliche genustypen nicht geschlechtsspezifisch gelesen und gedeutet werden, hier mal eine studie zum download

    http://www.journalistinnen.de/aktuell/pdf/gender/gender_stahlberg.pdf

  165. Nehmen wir leise Abschied und entwickeln unser Bewusstsein weiter. Alle MenschInnen werden dankbar sein.

  166. neu ist: die Arbeiternehmer_innen…

    Fies!

  167. Schreibt einfach nur die weibliche Form. Arbeiterinnen enthält ja Arbeiter. Und alle die sagen, dass es sie nicht stört, wenn nur die männliche Form benutzt wird, wird es ja auch nicht stören, wenn nur die weibliche Form benutzt wird.

  168. Das Problem ist doch, dass mit der einseitig männlichen Form („Arbeitgeber“) entweder weiterhin insinuiert wird, dass es sich nur um männliche Mitglieder der Spezies handelt, oder aber, dass die weiblichen derselben „mitgemeint“ sind – und damit ist automatisch eine Hierarchie impliziert. Das Männliche ist damit weiterhin als die Norm, das Unmarkierte, das Allumfassende etabliert, dem das Weibliche beigeordnet wird. Wem das nicht einleuchtet, der oder die mache einmal den Versuch der Umkehrung: Was passiert, wenn man in allen Texten die männlliche Form durch die weibliche ersetzt und konsequent nur „Arbeitgeberin“, „Arbeitnehmerin“, „Teilnehmerin“, etc. schreibt. Wer liest dies hier als umfassend, männliche und weibliche Vertreter der jeweiligen Gruppe beinhaltend, und wer begreift dies hier als Text, in dem nur von Frauen die Rede ist? —
    Solange die wechselseitige Austauschbarkeit der Formen nicht gegeben ist, solange Frauen unter der männlichen, aber nicht Männer unter die weibliche Form fallen, ist tatsächliche Gleiberechtigung und tatsächlicher Respekt und Achtung nichts vorhanden. Im Gegenteil: Der Wunsch nach Abschaffung der Inklusiven Sprache zeugt von Nichtrespekt und Gleichgültigkeit gegenüber dem dadurch therapierten Problem. Mich ärgert es seit geraumer Zeit, dass in der Taz einige AutorInnen mit der männlichen Form meinen, allen Genüge getan zu haben. Gut, dass das mal diskutiert wird.

    Des Weiteren drei Anmerkungen:
    a) Das Deutsche hatte einmal eine inklusive Form bzw. benutzte selbstredend immer beide. Als Pronomen diente z.B. – wie noch in manchen Dialekten üblich – das Neutrum („Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber …. Jedes….“ – gemeint: „jeder und jede“). Abgeschafft wurde dies auf Betreiben diverser Germanisten im 19.Jahrhundert, die der Auffassung waren, dass sie die Unterordnung der Frauen auch in der Sprache zeigen müsse.
    b) Im deutschsprachigen Ausland, z.B. der Schweiz, schafft man es problemlos, inklusiv zu schreiben und zu reden. Gehen Sie mal auf DRS, und hören sie rein (Nachrichten etc. sind auf Schriftdeutsch), oder kaufen Sie sich eine schweizer Tageszeitung. Die Lesbarkeit ist durch die dort geübte und übliche, variantenreiche Art, inklusiv zu schreiben, keineswegs beeinträchtigt.
    c) Dort, wie auch z.B. in Großbritannien, redet und schreibt man inklusiv durch Abwechslung („The reader …. she…. – The neighbour, … he…“), wobei dadurch immer klar ist, dass beide gemeint sind. Und es gibt im Englischen die etablierte Form des Pluralpronomens (das an das erwähnte, früher im Deutschen übliche Neutrum) erinnert: „Somebody (singular) has left their (plural: anstelle von her or his) umbrella here.“
    Warum all dies in Deutschland nicht gehen soll, und wo das Problem liegt, verstehe ich nicht.
    Somit: Das Binnen I oder eine andere Variante inklusiver Sprache ist unbedingt beizubehalten!

  169. Ich bin der Meinung, das diejenigen, die diese Schreibweise nutzen, ohnehin das entsprechende Bewusstsein mitbringen. Ansonsten erzeugt das „I“ nach meiner Beobachtung Unverständnis bis Ablehnung. Ich selber habe mich damit auch nicht anfreunden können.

  170. Als angehender Linguist halte ich vom Binnen-I nicht wahnsinnig viel. Okay, das hat nicht unbedingt etwas mit der Sprachwissenschaft zu tun, ich empfinde es einfach als unschön und überflüssig.

    Es gibt genug Sprachen ohne grammatikalisches Geschlecht, und in den Ländern in denen das der Fall ist geht es den Frauen nicht unbedingt besser was die Gleichberechtigung angeht.

    Die Sprache irgendwie „per Verordnung“ anpassen wollen und dann hoffen, dass das einen positiven Einfluss hat.. ich weiß nicht. Klappt ja auch nicht so ganz, wie man sieht. Das ist irgendwie „erzwungen“ und wenn man nicht bewusst dran denkt, dann vergisst man es.

    Andererseits kann ich als Mann auch nicht wirklich beurteilen, wie man (höhö!) das als Frau empfindet mit der Sprache.

  171. Man darf ja das dritte Geschlecht nicht weglassen.
    http://www.youtube.com/watch?v=sk0TN6yXJsU
    Daher forder ich mit Unterstrich und kleinem i

    Und jetzt mal ganz im Ernst. Ich finde das es im Lesefluss stört, dieses i immer so zu betonen. Wenn man hingegen schnell über dieses i hinwegliest so ist es nur noch weiblich im ganzen Text.
    Also ich empfinde es als überflüssig. Ist allerdings meine Ansicht als Mann.

    Vorschlag von mir wäre, dass man ja irgendwo am Rand hinschreiben kann, dass in allen Texten die rein männliche Form gewählt wird, dies allerdings imnmer auf beide Geschlechter bezogen ist.

  172. Es war schon immer lächerlich.

    Wer’s akzeptiert, bräuchte es nicht, weil er eh beide Geschlechter bei genusneutraler Bezeichnung einbezieht, wer sich gegen Gleichheit sperrt, fühlt sich dadurch eher noch bestätigt.

  173. Unlesbar machen von Schriftsprache fördert die Geschlechtergleichstellung kein bisschen. Was als Provokation mal sinnvoll war, hat sich zum Schriftritual entwickelt, das in gewissen Kreisen nicht mehr infrage gestellt werden darf. Ändert Gesetze und den Umgang der Geschlechter miteinander, aber nicht die Sprache, die für Diskriminierung nichts kann.

  174. Das Binnen-I ist gut gemeint, aber es ist eine Zerstörung der Sprache(nicht meine Formulierung, die einer DeutschlehrerIN). Bitte lasst es weg

  175. Och nö, lasst mal. Das hat mich so schon genervt und das nicht, weil ich ein Mann bin. Eigentlich alle weiblichen Freunde sehen das auch so.

  176. Meiner Ansicht nach kann man es ohne weiteres weglassen – tue ich selbst auch. Ich weiß, dass es vor meiner Zeit sehr wichtig gewesen ist, die Stellung der Frau zu untermauern und dass es auch heute noch Aspekte in unserer Gesellschaft gibt, die einer vollkommenen Gleichstellung von Mann und Frau widersprechen – Beispiel Lohn. Aber ich glaube da, wo wir mit diesen Problemen nicht mehr zu kämpfen haben, sollten wir den „Kampf“ nicht künstlich fortführen. Deshalb: Einfach „Die Arbeitnehmer“ schreiben, im Wissen, dass man sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitnehmerinnen meint und dass man keines der beiden Geschlechter benachteiligt bzw. auf eines herab sieht.

    Es kann sein, dass ich das aufgrund meines jungen Alters so locker sehe, aber da die Jugend ja bekanntlich auch die Erwachsenen der Zukunft stellen wird, denke ich dass solche Unterscheidungen mit der Zeit wieder unwichtiger werden. Bis wir hoffentlich irgendwann einmal eine komplette Gleichheit haben werden, ohne das Kreuz mit Frauenquoten, ArbeitnehmerInnen, etc… das alles braucht es nicht mehr, wenn die Gesellschaft soweit ist und versteht, dass es ganz egal ist, ob 60% der Führungskräfte einer Partei oder eines Verbands männlich oder weiblich sind.

  177. Gebe Herrn Maurer völlig recht. Bitte weg damit!
    Es wirkt altbacken.

  178. Macht es wie die Piraten. Die schreiben auch nur von „Piraten“ und verstehen ganz selbstverständlich damit sowohl weiblichen und männlichen Mitglieder.

    Die Piraten würden PiratInnen eher als Diskriminierung verstehen.

    Ich verstehe, dass die TAZ anno datomal diese Sprachregelung eingeführt hat. Aber heute denke ich, sind wir weiter. Gleichbereichtigung muss woanders erkämpft werden, nicht im Sprachbild.

  179. Respekt muss man nicht nur leben, sondern auch schreiben. Oder andersrum: Das Handeln fängt beim Wort an.

    Nehmt doch einfach die weibliche Form als Default.

  180. Das Wort FaschistInnen hört sich nunmal scheiße an…

  181. Bitte lasst es weg. Ich glaube nicht, dass es Frauen gibt die sich daran stören, dass nicht hinter jeder Personenbeschreibung ein „Innen“ steht. Ich finde das ganze seit Jahren nur noch lächerlich.