Unsere finanzielle Abhängigkeit

Am tollsten fänden wir bei der taz es ja, wenn man eine Zeitung einfach machen könnte, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen. Aber leider ist so eine Zeitung echt ziemlich teuer: 24,3 Millionen Euro haben dafür im Jahr 2009 bezahlt. Allein unsere drei Druckereien wollten 4 Millionen Euro von uns. Die Spediteure und Zusteller, die die taz Nacht für Nacht zu unseren Abonnenten und zu den Kiosken transportieren, wollten 5,7 Millionen Euro. Noch teurer ist, was wir taz-Mitarbeiter selbst wollten: Für Gehälter, Löhne, Honorare und Sozialleistungen fielen 9,6 Millionen Euro an (dabei verdient man hier gar nicht so üppig, ein Redakteur kann mit gut 2.000 Euro brutto rechnen, das sind gut 1.400 Euro auf dem Konto). Außerdem haben wir auch noch neue Leser dazugewonnen (1,5 Millionen für unsere Werbung), die Produkte für den taz-Shop und das taz-Café eingekauft (670.000 Euro), unsere Investitionen refinanziert (475.000 Euro für Abschreibungen) und was da sonst noch so alles anfällt. Die genauen Zahlen und noch mehr Details stehen in unserem Geschäftsbericht auf Seite 9 (PDF). Hier eine etwas vereinfachte Übersicht:

Wenn taz-Produktion nun aber schon so viel Geld kostet, dann wäre es uns am liebsten, dieses Geld wäre einfach da. Etwa durch eine überraschende Erbschaft in vielfacher Millionenhöhe oder weil es durch einen unentdeckten Überweisungsfehler auf unserem Konto gelandet ist oder weil es vom Himmel gefallen ist, manchmal passieren ja die seltsamsten Sachen. Aber weil keiner dieser Fälle bisher eingetreten ist, müssen wir dieses Geld von woanders bekommen. Derzeit sind wir von folgenden Quellen finanziell abhängig:

Die stärkste finanzielle Abhängigkeit besteht zu unseren Lesern (im Schaubild grün markiert). 16,9 Millionen Euro haben uns im Jahr 2009 unsere Abonnenten überwiesen, 2,3 Millionen Euro hat uns der Verkauf einzelner Ausgaben an den Kiosken gebracht und 280.000 Euro haben wir durch den Verkauf unserer Texte in kostenpflichtigen Datenbanken eingenommen. 2,4 Millionen Euro haben wir durch Anzeigen verdient (der rote Bereich). Dann kam noch Geld rein durch den Verkauf der Le Monde diplomatique und ihrer Editionen und Atlanten (gelb markiert) sowie durch den taz-Shop, das das taz-Café und Sonstiges (blau).

Natürlich ist es ziemlich riskant, jedes Jahr erneut darauf zu setzen, dass andere Leute uns das Geld geben, das wir für die Produktion dieser Zeitung brauchen. Unsere Leser können zum Beispiel selbst bestimmen, ob sie für ihr Abo 22,90 Euro oder 35,90 Euro oder 43,90 Euro zahlen wollen. Etwa ein Viertel der Leser zahlt freiwillig den Höchstpreis. Wenn die alle auf den niedrigsten Preis umstellen, sind wir ruiniert. Wir sind also von der Gunst unserer Abonnenten abhängig. Anders gesagt: Wir sind käuflich. Deutlich weniger ist unsere Budgetplanung von den Anzeigenkunden abhängig, aber dennoch kommen auch sie immerhin für knapp 10 Prozent unserer Ausgaben auf.

Könnte die taz auf Werbung vollständig verzichten?

Oh ja. Die taz würde das – anders als viele Zeitungen – überleben, weil Werbung eben nur einen relativ kleinen Anteil reinbringt. Dennoch müssten wir dann unsere Ausgaben kürzen. Wir könnten zum Beispiel Mitarbeiter entlassen (und dann eine schlechtere Zeitung machen). Wir könnten Druckkosten sparen und den Umfang der taz von derzeit 20 überregionalen Seiten auf 12 oder 16 Seiten reduzieren (und unseren Lesern Informationen vorenthalten). Wir könnten auch den Abopreis erhöhen (und somit geringverdienende Leser von der Lektüre der taz ausschließen). Alles davon wäre schmerzhaft, aber es wäre möglich. Die taz würde nicht untergehen, sie wäre eben nur dünner, teurer und/oder schlechter.

Verbreitet die taz mit der Werbung nicht die Botschaft des Bösen™ unter ihren Lesern?

Abgestimmt und befürwortet: Diese Anzeige wollten taz-Leser weiter in der taz lesen

Abgestimmt und befürwortet: Anzeigen wie diese wollen taz-Leser weiter in der taz lesen

Genau so ist es. Unsere Leser werden den ganzen Tag über mit Werbebotschaften konfrontiert. Sie sehen Werbung auf Plakatwänden, sie hören Werbung im Radio, sie sehen Werbung im Fernsehen und sogar auf einigen Blogs sieht man inzwischen Werbebanner. Die werbetreibende Wirtschaft hat dabei nicht das Gemeinwohl im Blick, sondern verfolgt ihre Eigeninteressen und erhofft sich eine Steigerung ihrer Bekanntheit, ihres Images, ihres Umsatzes und am Ende ihres Gewinnes. Und weil das kein Geheimnis ist, lernt man in dieser Gesellschaft schnell, Werbung als solche wahrzunehmen und sie nicht als genauso vertrauenswürdig zu betrachten wie zum Beispiel die guten™ redaktionellen Inhalte der taz. Wenn unsere Leser also ohnehin überall mit Werbung konfrontiert sind und gelernt haben, damit umzugehen: Warum sollten wir dann darauf verzichten, sie abzudrucken? Wichtig ist dann natürlich noch, dass Werbung auch als solche erkennbar ist und dass mit dem Auftrag keine Vorgaben für die redaktionellen Inhalte verbunden sind. Dann haben auch unsere Leser ein Interesse daran, dass wir möglichst viel Geld durch Werbung einnehmen können, um damit noch besseren Journalismus zu machen und weiterhin ein ermäßigtes Abo für Geringverdiener anzubieten. Woher ich das so sicher weiß? Weil die taz eine Genossenschaft von derzeit 10.430 Lesern ist und es auf einer der letzten Jahresversammlungen den Antrag gab, auf Anzeigen von Atomkonzernen zu verzichten. Der Antrag wurde – mit diesen Argumenten – mit überwältigender Mehrheit und nur wenigen Gegenstimmen abgelehnt.

Gibt es denn nicht wenigstens einzelne Anzeigen, die die taz ablehnt?

Doch, doch. Wir haben uns festgelegt, dass wir sexistische, rassistische und kriegsverherrlichende Anzeigen ablehnen. Dies ist allerdings in der Praxis nicht sehr relevant, weil Anzeigen mit solchem Inhalt hier gar nicht erst bei der taz in Auftrag gegeben werden. Außerdem lehnen wir manchmal auch Anzeigen ab, die wir aus anderen Gründen unerträglich finden. Da war etwa das Nahrungsergänzungsmittel, von dem der Hersteller behauptete, man könne damit Krebs heilen – das hielten wir für eine unerträgliche Verbrauchertäuschung. Im Haus finden viele Mitarbeiter auch die am Montag erschienene BILD-Anzeige mit dem Brief von Judith Holofernes unerträglich, ich finde das nicht, die Meinungsbildung ist aber noch nicht abgeschlossen.

Was kostet die taz?

“Die taz ist für 12555 € käuflich”, schreibt Philipp in dem Blog th-ink.net. So viel kostet nämlich eine ganzseitige farbige Anzeige. Aber die Aussage ist nicht ganz richtig, denn wir sind auch schon für viel weniger Geld käuflich. Wenn man nur eine Viertelseite bucht und die Anzeige ohne Farben aufgibt, dann kosten wir nur 3.128 Euro. Eine private Kleinanzeige mir drei Zeilen im Lokalteil Berlin kostet sogar nur 3 Euro. Schauen Sie doch mal in unsere Anzeigenpreisliste (PDF), informieren Sie sich über unsere attraktive Leserschaft (PDF) und kontaktieren Sie unsere Anzeigenabteilung. Sie werden sehen: Es lohnt sich – für Sie und für uns.

Kommentare (86)

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  1. Meine Güte, ich hätte nicht gedacht, dass taz-Leser noch nichtmal den ANBLICK von Bildern von Politikern, die nicht auf Linie liegen, ertragen können. Oder den Anblick von Parteilogos. Selbstbewusste mündige Bürger müssten doch eigentlich da drüber stehen, oder?

    Also ich würde mal vorschlagen: 15 € pro Ausgabe, und die taz kann die Leser davonu träumen lassen, die ganze Welt wäre eine Wolke Sieben. Ohne Andersdenkende. Ach, ein Traum!

  2. Das geht garnicht, liebe taz. Geld stinkt nämlich doch!
    Macht in Zukunft halt Werbung für die NPD, ist doch dasselbe.
    Diese Aktion hat Euch in meinem geiste definitiv enttrohnt.
    Tschüss!

  3. Seid ihr bescheuert? Ich würde euch gerne weiterlesen – aber ihr macht einem das alles andere als leicht.Entschuldigt euch für diese beschissene AfD-Anzeige, sagt, dass ihr das nie wieder macht und haltet euch auch daran. Es muss euch doch wahrlich keiner erklären, was an der AfD Scheiße ist und warum eine Anzeige von ihr zu schalten eben etwas Anderes ist als der übliche Werbemüll.

  4. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » AfD – Für die taz offensichtlich keine rassistische und sexistische Partei

  5. mitunter das lächerlichste, was von diesem leichten blättchen letzterzeit gekommen ist. wenn man so liberal ist, dass einem eine anzeige des politischen gegners nur noch unter dem gesichtspunkt der kostendeckung in die birne kommt, frage ich mich, inwiefern die tageszeitung ihr verständnis vom verhältnis zwischen der geschäftermacherei und all den dingen, die sie zu kritisieren hat, überhaupt noch verstehen möchte. das sieht ja zunehmend eher wie ein modell von gestern aus, das man lieber heute as morgen hinter sich brächte. dass die anzeige eine organisation unterstützt, deren angriffe auf journalist_innen euch geläufig sein müssten, euch ja sogar dann auch noch unmittelbar betreffen, so sehr, dass es ankommen können müsste, reicht scheinbar nicht aus. über nsu und konsorten kann dann auch mal jahrelang geklagt werden, die afd stört euch doch letztlich nur, weil sie den hegemonieanspruch eures linksliberalen milieus stört und damit die geschäftsgrundlagen, unter denen das taz-bürgertum rumschlawinert. die ärmliche bezeugung des eigenen intellektuellen zustands. wenn das nächste mal afd’ler körperlich werden erinnern wir euch daran und bitten um finanzielle unterstützung, um betroffenen genoss_innen zu helfen. geld solltet ihr dafür ja jetzt haben.

  6. Ich habe die TAZ gefeuert. ..
    Eine Zeitung die den übermächtigen Google-Konzern kritisiert „man hätte keine Handhabe gegen Google“ und gleichzeitig aber auf seine Kommentatoren mit der Zensurkeule einschlägt und willkürlich Beiträge wegzensiert, ist nur noch ein Heuchlerverein.
    Er erinnert sehr, an die SPD-Bande, die nach außen gerne Sozialdemokratisch wirken will, aber dann die gegenteilige Politik und das speziell stets nach der Wahl fabriziert. Links blinken rechts abbiegen. In diese Lügen- Kategorie sind sämtliche TAZ-Jrnalisten mehr oder weniger zu orten. Taz ist einfach nur noch scheisse.

  7. Pingback: Die TAZ und AfD-Werbung |

  8. Ich empfinde es fast schon als zynisch, die berechtigte Kritik an einer einzigen Anzeige einer rechten Partei mit dem Kostenhammer erschlagen zu wollen. Es geht um eine Anzeige und dementsprechend auch um die Einnahmen durch diese eine Anzeige. Oder plant ihr langfristig mit den Rechten zu arbeiten? Was ich von euch erwartet hätte, wäre eine klare Positionierung gegen Rechts und das Eingestehen eines Fehlers.

    • Da stellt sich auch die weitergehende Frage, wo der Schlussstrich gezogen wird. Die AfD scheint ja noch zu gehen, was ist mit den Pro Parteien, mit den Reps und der NPD? Würde man auch für die eine Anzeige abdrucken und dann mit der finanziellen Abhängigkeit begründen? Ihr müsst echt ne Menge Knete bekommen haben um den Shitstorm, den ihr jetzt hoffentlich zurecht bekommt, finanziell zu kompensieren.

      • Richtig, wo ist der Schlusstrich? Immerhin macht man auch durchs Abdrucken der Werbung die Werbenden bei sich ein Stück weit Salonfähig…
        Hat die TAZ damit keine Probleme, solange die Kohle stimmt? Darf ich auch Artikel kaufen? Im Zweifel zahl ich auch gut und wir können ja kleine “Anzeige” drüber schreiben…

  9. Pingback: Fünf Jahre Hausblog | taz Hausblog

  10. Pingback: Schlechtere Noten für die Wochenendausgabe | taz Hausblog

  11. @ spiess

    Schon mal darüber nachgedacht, ob die in der Tat patzige Antwort der taz vielleicht ein Resultat Ihres ausgesprochen patzigen Schreibens an die taz sein könnte?

  12. Meine mail an die taz vom Nov. 2010

    bei der morgentlichen taz-Lektüre verschlug es mir meinen
    Marmeladentoast als ich Frau Merkel auf Seite 7 sehen musste.
    Erste Satiregedanken verflogen schnell. Seitdem schlage ich mich mit
    Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck herum.
    Liebe taz-ler: da hört der Spaß und das Geldverdienen auf. Ich bin mir
    noch unschlüssig, welche Satisfaktion ich annehmen möchte.
    _________________________

    Darauf die patzige Antwort der taz:

    Grundsätzlich gilt:

    Werbung, weder in der Print- noch in der
    Onlineausgabe, ist Meinungsbekundung des
    Verlages oder der Redaktion, sondern bedeutet
    Finanzierung der taz!

    Nach der verkauften Auflage bzw. Online-Abos
    sowie Einlagen von GenossInnen ist Werbung ein unverzichtbares
    Standbein, um den unabhängigen Journalismus
    auch morgen noch zu sichern.

    Verlag und Redaktion arbeiten dabei streng
    getrennt! Damit wir aber nicht über jede Anzeige
    oder Beilage neu entscheiden müssen, haben wir uns auf eine
    freiwillige Selbstverpflichtung geeinigt:

    Wir veröffentlichen keine sexistische, rassistische,
    militaristische/menschenverachtende/rechtsradikale
    Anzeigen.

    Ansonsten nehmen wir jede Werbung.

    Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen haben,
    schicken Sie mir gerne eine Mail oder rufen
    mich an.

    Mit besten Grüßen aus der Rudi-Dutschke-Str.

    ————————-

    nachdem ich gehört habe, dass Kai Diekmann “mitmischt”, habe ich meine Abozahlungen eingestellt.

    Über 10 Jahre taz-Abo fanden hier ihr Ende,

    spiess

  13. Was ich jetzt immer noch nicht verstanden habe:
    gibt es eine Erklärung in der taz, wie man zukünftige Fälle zu händeln gedenkt? Irgendwas gelernt?
    Wie wäre es nach wie vor mit einer Entschuldigung an Frau Holofernes?
    Wenn man bürgerliche Moral im Sinne von “gewisse Dinge tut mensch nicht” – nicht gut findet – dann sollte man doch wenigstens einige erkennbare Grundsätze zur eigenen Handlungskriterein besitzen, oder?

  14. Pingback: Bildung ist keine Ware – aber Werbung ist eine! | gleich8

  15. Es ist vollkommen klar, daß in dieser Welt auch idealistische Zeitungen wie die taz Geld brauchen, um zu bestehen und produktiv zu sein.

    Mit der Werbekampagne, in der was Frau Holofernes zur Bild zu sagen hatte verwurstet wurde ist aber meiner Meinung nach eine Grenze überschritten worden: Wenn man als Idealist für Geld seine Ideale verrät, beraubt man sich der Berechtigung, ALS IDEALIST Geld zu nehmen!

    Man wird “billig”. Oder, wie das die Bild wohl sehen wird: Mission accomplished.

    Auch Herr Diekmanns Kommentar, die Freunde der taz sollen dann doch bitteschön das Geld, das ER zu bieten hat in Spenden aufwiegen ist denke ich nicht ernst gemeint, sondern nur eine Verhöhnung – er zeigt, was er Kraft seiner dicken Hosen alles kann.

    Die taz mag arm sein, doch sie hat anders als die Bild immerhin Moral und Ethik. Gibt sie das nun auf, ist sie gar nichts mehr. Dann kann man gleich Bild kaufen.

  16. Lieber Sebastian Heiser, liebe taz,

    Ich kann es einerseits, teilweise nachvollziehen, dass es sicher durch Werbung billiger und lukrativer, für euch wird,
    ABER: Ich habe keine Lust auf Demos und im Wendland gegen die Atomlobby zu kämpfen und dann am nächsten Morgen in meiner taz, Werbung für gerade diese Lobby zu sehen!
    PS: Mich würde interessieren was Rudi Dutschke dazu sagen würde…

  17. Tun Sie’s nicht. Überweisen Sie das Geld lieber direkt. Dann geht es ohne Abzüge an die taz. flattr greift leider satte 10% Gebühren ab.

  18. Heute bekam ich meine Abo-Kündigung bestätigt. Und na ja – so sehr ich mich auch über die Bild- Anzeige geärgert habe ich nun ein flaues Gefühl im Magen. Die Taz ist halt doch mehr als nur eine Zeitung. Ich werde mich nun bei flattr anmelden und da meinen Beitrag für die Taz leisten.

  19. Lieber Herr Heiser,

    wir gehören zu den “Altlinken”, die damals die TAZ durch Spenden mit aufgebaut haben. Wir stören uns ganz massiv an Anzeigen von Eon und Bild, selbst auf die “Gefahr” hin, von anderen als “fleischfressende Heuchler” bezeichnet zu werden. Form und Inhalt müssen sich entsprechen, sonst leidet irgendetwas.
    Ich habe daher in den letzten Tagen nicht wie in der Vergangenheit allmorgentlich am Kiosk eine TAZ gekauft.
    Trotzdem möchte ich mich für diese ausführliche Klarstellung bei Ihnen bedanken – sie entspricht dem Geist, den ich in der TAZ schon immer geschätzt habe. Wohltuend, das sie dabei erwähnen, das viele Tazler den Umgang mit Fr. Holofernes unerträglich finden. Frustrierend, das die Mehrheit für diese menschenverachtende EON Anzeige gestimmt hat.
    Trotzdem hat mich der Text versöhnt, auch wenn ich einige Einschätzungen so nicht teile.

  20. Pingback: newerapublications.de » Blog Archive » Unsere finanzielle Abhängigkeit – taz Bremen

  21. Über die Bild-Anzeige können sich wirlich nur die typischen
    Extrem-Fundamentalisten und weltfremde Schwarz-Weiß-Seher
    aufregen.

    Dass die Welt nicht nur aus Schwarz-Weiß besteht und
    dass blind-eifernder Radikal-Fundamentalismus noch nie
    einer Sache gedient hat (sondern ihr nur geschadet)
    werden diese Dumpfbacken wohl nie kapieren.

    In deren dumpfer Fundamentalisten-Weltsicht ist ja
    schon ein Vegetarier, der eine Mücke verschluckt hat
    ein mieser, fleischfressender Heuchler und jeder Linke,
    der aus purem Anstand einen politischen Gegner höflich
    grüßt, statt ihm ins Gesicht zu spucken ein Verräter
    an der Sache und scheinheiliger Überäufer.

  22. Mir ist absolut schleierhaft, wie man den Abdruck der Anzeige als Triumph der Bild feiern kann. Die Bild zahlt der taz 12.000 Euro dafür einen bereits öffentlichen Brief abzudrucken, den dann Leute lesen, die im Leben keine positve Einstellung zu selbiger Zeitung entwickeln würden. Das einzige, dass die Bild sagen kann ist doch “hihi, sie wollte nicht mitmachen und jetzt steht sie doch da! Und das sogar in der taz die wir eh nicht mögen, yeah!” .. aber mal ehrlich!! Das ist doch ein Triumph für ganz dunkle Lichter oder Leute, die ihre Erfolge noch im Sandkasten suchen. Natürlich kann man sich vorstellen, wie Diekmann das geil findet, aber wen interessierts?? Es ist, wie Judith schon sagte, ne lahme Replik – nur ihr könnt sie aufbauschen indem ihr was von Verrat nuschelt. Wäre ich Diekmann, würde ich mich darüber viel eher amüsieren.

  23. @ Kai

    Igitt, wie gemein.
    Dennoch konnte ich mir ein amüsiertes Schmunzeln nicht verkneifen…. ;-)

  24. @ Kai

    ich und vermutlich noch einige andere Menschen brauchen “Ruhe vor Kai”.
    Sich von ihm und Mitstreiterinnen über das wirkliche Leben belehren zu lassen (witzig, zynisch, realistisch..) und dann von ihm noch 12500 Euro einkassieren : welch ein Spaß am Ringen um Positionen und Wortwechseln für viele.

    Dazu fällt mir ein Dylansatz ein:” ich wünschte wir könnten mal tauschen, du bist ich und ich bin du. Dann könntest du mal sehen, wie beschissen du dich verhältst”
    In diesem Sinne, nicht amüsiert.

  25. Hallo Sebastian Heiser,

    ich habe drei Fragen:

    1. Wieso ist es nicht möglich, den Beitrag von Kai Diekmann “taz-Einnahmen sichern, BILD-Anzeigen verhindern” zu kommentieren?

    2. Wieso ist es möglich, dass Kai Diekmann Beiträge im Hausblog verfasst? Er ist zwar taz-Genosse, aber meines Wissens kein taz-Mitarbeiter.

    2a. Vor dem Hintergrund von Frage 2: Hat jeder taz-Genosse die Möglichkeit, im Hausblog Beiträge zu verfassen? Oder nur, wenn entsprechend dafür gezahlt wird (in diesem Fall gut 12.000 Euro)?

    Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie diesbezüglich Transparenz schaffen würden. Denn so, wie sich die Angelegenheit zur Zeit darstellt, wirkt sie zutiefst befremdlich (milde ausgedrückt).

  26. ———————————————-
    Sebastian Heiser im Hausblog, 18. Aug 2011:

    “taz verzichtet freiwillig auf 12.500 Euro”

    Wieder wollte die Bildzeitung eine ganzseitige Anzeige in der taz schalten. Nach reiflichem Abwägen der Vor- und Nachteile haben wir uns entschieden, das Angebot abzulehnen.
    [...20 Zeilen Begründung...]

    ————————————–

    Sebastian Heiser im Hausblog, 25. Aug 2011:

    “taz begrüßt den 11.000sten Genossen”

    Seit dem 18. August durften wir 500 neue Genossen begrüßen und freuen uns jetzt, bekanntgeben zu können, dass mittlerweile 11.000 Genossen die taz unterstützen.
    [...bla bla bla...]

    In der letzten Woche wurden ca. 1.000 neue Abos abgeschlossen, 342 davon zum politischen Preis. Dem gegenüber stehen nur 21 gekündigte Abos.
    [...bla bla bla...]

    Wir sehen hier einen direkten kausalen Zusammenhang mit unserer Weigerung, eine weitere Anzeige der Bildzeitung zu schalten.

    ————————————————-

    Wenn ich solche Beiträge noch erleben dürfte… das wäre schon was.

  27. So, nun also noch Herr Diekmann.Der “ziemlich intelligent und humorvoll wirkt”. Es hackt weiter.Er hält “Herz erwärmend” vermutlich für gelungene Ironie.
    In dieser Debatte ist man dafür, dagegen, amüsiert, tolernat oder verbissen. Wie eben bei jeder anderen Debatte auch. Für mich geht es hier nicht um diesen Einzelfall sondern um die Haltung zu bestimmten Fragen:
    Wird in der TAZ alles veröffentlicht? Wenn ja, okay – das ist logisch. Wenn nein, steht man in Zukunft eng an der Wand: was will man nach dieser Aktion noch ablehnen?
    Die Argumente für die Veröffentlichung sind keine. Das die Leser selbst entscheiden, wie sie das finden – ja klar, wie denn sonst. Damit kann alles veröfentlicht werden.
    Die TAZ braucht Geld und nimmt von Springer. Die TAZ wird immer Geld brauchen + nach diesem Fall würde ich sagen, kann sie es von jedem nehmen.
    Und nochmals: die Veröffentlichung ist ein völlig unsolidarisches Verhalten gegenüber Frau Holofernes gewesen. Sie will nicht Bestandteil einer Springerwerbung werden und die TAZ veröffentlicht genau diese.
    Ich hätte nie gedacht, dass ich auf dem Weg zur Abokündigung sein werde. Vor allem aus dem Grund, das es wenige Stimmen gibt, die ein Bedauern durchschimmern lassen. Stattdessen wird Öl ins Feuer gegossen (Diekmannschreiben) und vom Thema abgelenkt: ein glatter Verrat an jemandem von “der guten Seite” (Sportfreunde Stiller)
    Im Grunde habe ich die von mir vermutete TAZ Haltung zur Solidarität und zur Moral im Umgang mit Springer zu sehr idealisiert. Das war mein Fehler. Aber ich muss nicht jeden Mist mitmachen – “man kann immer aufstehen und rausgehen”. (Nick Hornby)

  28. Was wirklich schade ist:

    Im direkten Vergleich der Chefredateur_innen kommt die taz leider nicht gut weg.

    Diekmann gibt sich tatsächlich immer wieder schlagfertig, sarkastisch, eloquent und selbstironisch, wodurch er ziemlich intelligent und humorvoll wirkt.

    Pohl schafft das leider nicht und kommt üblicherweise humorbefreit, aggressiv und sich selbst sehr ernst nehmend daher.

    Und das nutzt Diekmann immer wieder weidlich aus.

  29. Redbranch: In Relation zu den 24,3 Millionen Einnahmen sind auch 350 erboste Kommentare mit fünf angedrohten Abokündigungen und vierzig angedrohten Kiosk-Boykottaufrufen verschwindend gering.

    Jedes einzelne taz-Geschäft ist im Vergleich zu 24,3 Millionen Euro verschwindend gering – aber dennoch kommt so viel Geld eben nur durch viele kleine Posten zusammen.

  30. @ Peter Ustki

    Mit Ihrer Kritik haben Sie durchaus recht.

    Nur: Es war mir nicht wichtig, genaue Zahlen auszurechnen. Es ging um die Relation.
    Und da dürfte ja wohl offenkundig sein, dass die Summe, die für die Anzeige überwiesen wurde, bezogen auf die Gesamtausgaben von angeblich 24,3 Mio ein verschwindend kleines Pöstchen ist.
    Und zwar insbesondere im Hinblick auf den möglichen finanziellen Schaden, der damit potentiell angerichtet werden kann.

  31. @Redbranch
    Was Diekmann angeht, haben sie (leider) vollkommen recht.

  32. Redbranch, der Vergleich hinkt. Selbst wenn 29 taz-Abonnenten in einem Jahr so viel Geld überweisen, dann ist doch für die taz relevant, wie viel Geld dabei für sie übrig bleibt. Ein Abonnent erhält ja auch jeden Tag eine taz gedruckt und geliefert und will dort redaktionelle Inhalte drin lesen, die teuer recherchiert werden müssen. Seinem Geld steht also ein hoher Aufwand für die taz gegenüber. Ein Anzeigenkunde dagegen verursacht viel weniger Kosten. Für ihn wird eine Seite bedruckt, die ohnehin bedruckt würde, er bringt den Inhalt der Anzeige selbst mit ohne dass der Inhalt von der taz recherchiert werden muss und er bekommt wahrscheinlich nur einmal ein Exemplar zugeschickt als Beweis, dass die Anzeige wirklich erschienen ist. Wenn man die Kosten mitberücksichtigt, dann bringt eine Anzeige also viel mehr Geld als 29 Abos.

  33. 12.555 Euro – das sind bei einer Mindesteinlage von EUR 500,- gerade mal die Genossenschaftsanteile von 25 taz-Genossen.
    12.555 Euro werden von 29 taz-Abonnenten pro Jahr (Normalpreis) überwiesen.
    12.555 Euro machen im Vergleich zu Gesamtausgaben von 24,3 Mio gerade mal 0,05% aus.

    Wenn aufgrund dieser Bildwerbung in der taz also 29 Leute ihr Abo kündigen oder gar nicht erst ein Abo abschließen, hat die taz folglich ein Minusgeschäft gemacht.

    Somit sind die Einnahmen, die die taz durch diese Anzeige erwirtschaftet ein sehr kleiner Tropfen auf einem sehr heißen Stein.

    Kai Diekmann ist offenbar ein ebenso intelligenter wie humorvoller Zeit (- und taz-)genosse.

    Lassen wir den zweifelsohne hohen Unterhaltungswert, den diese ewigen Zankereien so mit sich bringen, mal außer Acht.

    Ich habe den Eindruck, die taz steht diesem Typen völlig hilflos gegenüber. Er hat meisterhaft reagiert und die taz lächerlich gemacht, als diese das „Meisterwerk“ (röchel) „Friede sei mit dir“ an ihre Fassade geklatscht hat. Dabei hat er eine deutlich bessere Figur gemacht als die taz selbst.

    Die taz provoziert die Spielchen, die Diekmann mit ihr treibt. Und merkt es wohlmöglich noch nicht einmal.
    Zu allem Überfluss bietet sie ihm sogar noch in ihrem eigenen Hausblog, die Möglichkeit, als Autor aufzutreten. Oder darf hier neuerdings jeder taz-Genosse Beiträge posten?

    Vielleicht sollte die taz künftig etwas vorsichtiger im Umgang mit Diekmann agieren.

    Denn leider ist er offenkundig haushoch überlegen. Er kann all das, was die taz auch kann – intelligente Satire, Ironie und Spott. Nur leider kann er es deutlich besser.
    Und die taz grapscht erneut gierig nach den finanziellen Bonbons, die Diekmann ihr hohnlachend anbietet.

    Liebe tazler, denkt mal ein wenig nach, was ihr da mit euch machen lasst und fallt nicht immer wieder auf jedess neue Diekmann-Spielchen herein. Die Leser werden’s euch bestimmt danken.

  34. @Penokler:
    Du schreibst: “Aber es ist doch kein Widerspruch, dass man Werbung einerseits als solche erkennt und sie andererseits trotzdem wirkt.” – Was will uns die Taz dann also mit dem “Unsere Leser können mit Werbung umgehen”-Scheinargument deiner Meinung nach mitteilen?

    Bitte lies dir den Brief von Frau Holofernes einmal durch: Werbung ist vor allem eines nicht: Hass­ge­lieb­tes, aber wei­test­ge­hend harm­lo­ses In­ven­tar eines ei­gent­lich viel schlaue­ren Deutsch­lands.

    “Wenn man der Meinung ist, dass Werbung grundsätzlich schädlich ist, dann müsste man sie überall verbieten. Dies ist aber keine Entscheidung, die die taz treffen kann.” – Aber die Taz kann für sich entscheiden. Nur weil SUVs nicht verboten sind, kaufe ich mir so eine Dreckschleuder noch lange nicht selbst.
    Diese Argumentationsform ist nich nur dumm, nein sie ist schon sehr gefährlich (und peinlich, wenn sie ein Deutscher gebraucht)

  35. Sebastian Heiser sagt: “Könnte die taz auf Werbung vollständig verzichten?

    Oh ja. Die taz würde das – anders als viele Zeitungen – überleben, weil Werbung eben nur einen relativ kleinen Anteil reinbringt. ”

    Dann frage ich mich, wieso sie es gerade in besonders heiklen Fällen, die soviel Wut und Empörung bei denen, von denen die taz abhängig ist – nämlich den Lesern – eben nicht auf Werbung verzichtet wird? Das soll mir mal einer erklären.

    Vor dem Hintergrund der Ausführungen Herrn Heisers wirkt das Agieren der taz hochgradig unlogisch und nicht gerade clever.

  36. Find ich gut, vielen Dank. Spart mir das nervenaufreibende Lesen des Geschäftsberichts. Weiter so !

  37. Dexter: Aber es ist doch kein Widerspruch, dass man Werbung einerseits als solche erkennt und sie andererseits trotzdem wirkt. Wenn ich durch die Werbung eines Mobilfunkunternehmens erfahre, wie günstig deren Preise sind, und ich dann dort kaufe – wo ist das Problem? Ich habe die Werbung als solche erkannt und sie hat trotzdem gewirkt. Für die taz ist doch nur wichtig, dass ihre redaktionellen Inhalte nicht käuflich sind und man mit der Anzeige die Redaktion nicht dazu bewegen kann, über den Mobilfunktarif einen Artikel zu schreiben.

    Wenn man der Meinung ist, dass Werbung grundsätzlich schädlich ist, dann müsste man sie überall verbieten. Dies ist aber keine Entscheidung, die die taz treffen kann. Die taz ist in einer Gesellschaft, in der es Werbung gibt und der die Leser wissen, was Werbung ist (und in der die Leser auch ihre Kaufentscheidungen danach richten). Wenn die taz auf Werbung verzichtet, wäre nichts gewonnen, weil die taz-Leser ja dann nicht von Werbung verschont wären, sondern weiterhin überall anders auf Werbung treffen würden. Was würde es also bringen, wenn nur die taz auf Werbung verzichtet? Weniger Geld für die taz, weniger Geld für guten Journalismus.

  38. Nur noch einmal zum Thema „Abhängigkeit vom Axel Springer Verlag“. Ein Freund berichtete mir unlängst, dass es bei Euch schon seit Längerem eine enge Beziehung zum ASV gibt – in technischer, aber auch finanzieller Hinsicht. Könntet Ihr Euch dazu einmal äußern?

    Wäre gut zu wissen

    Gruß

    HP

  39. Liebe taz, lieber Sebastian Heiser,

    Eure Argumentationslinie die Werbung betreffend ist das Lächerlichste was ich seit Langem gehört habe (obwohl ein gewisser Lügenbaron sich in den letzten Tagen in der Beziehung ja sehr bemüht hat :P )

    Sprecht doch einfach mal Klartext. Euer Blatt prostituiert sich genau wie alle anderen Blätter und zwar aus den gleichen (wirtschaftlichen) Gründen. Mit dem belanglosen Unterschied, das die Anzahl der Werbeschaltungen halt geringer als bei anderen ist. Qualitativ ändert das allerdings überhaupt nichts.

    “Unsere Leser können mit Werbung umgehen” – dieses Scheinargument ist ein Witz, oder? Wenn die Werbung bei eurer “attraktiven” Leserschaft nicht genau die vom Anzeigenschalter gewünschte Wirkung hätte, würde diese schlicht nicht geschaltet. Alles andere wäre völlig ABSURD!

    Die Tiefe eurer Reflexion zu diesem grundsätzlichen “Problem” ist beschämend.

    Nichtmal eine Aussage dazu, wo ihr quantitativ die Grenze ziehen würdet macht ihr. Angenommen es gäbe beliebig viele Anzeigenkunden. Wo würdet ihr denn aufhören? Bei 20% Werbeanteil? Oder 50%?

    Mit eurer Scheintransparenz habt ihr bei jedenfalls keine Punkte gesammelt. Ehrlichgesagt finde ich das sogar ziemlich übel!

  40. Was unbedingt noch zu klären ist: Wer bekommt denn jetzt die 10.000 Euro Gage, die (laut Agenturanschreiben an Wir sind Helden) die BILD im Namen von Judith Holofernes spenden sollte? Ich schlage dieses Projekt vor: http://bit.ly/fcahDl

  41. Die Bild-Werbung abzudrucken war einfach mal unsouverän – ich glaub es hackt!

  42. Ich kaufe euch jetzt mal mit einem Klick auf den Flattr-Button. Danke für die ehrliche, richtige und wichtige Antwort.

  43. In aller Gelassenheit: es geht hier eben nicht nur um das Geld oder die Form. Sondern auch um einen Inhalt. Nach der aktuellen tazlogik kann für jeden Mist das Geld mitgenommen werden. Hier steht mehr auf dem Spiel: Glaubwürdigkeit. In meinen Augen besitzt Frau Holofernes genau die. Es schlicht unredlich ihr mit der Veröffentlichung so in den Rücken zu fallen. Für mich besteht die Schwierigkeit darin, dass mit Begriffen wie “Glaubwürdigkeit” oder “Redlichkeit” bei den meisten Mitmenschen nur noch zynische, ironische Reaktionen erzeugt werden. Gleichwohl bedauern wir dann wieder das genau diese Kategorien im Leben fehlen.
    Es gibt gewisse Dinge, die tut man eben nicht.
    Und wenn es an der belächelten Glaubwürdigkeit erstmal fehlt, könnte gerade die taz ein Problem kriegen, welches mit 12500 Euro Judaslohn ;-) unterbezahlt wurde.

  44. Ich versteh die Aufregung nicht. Die taz nimmt dringend benötigtes Geld durch eine lächerliche Anzeige ein. Und macht sich sogar die Mühe, die betroffene Sängerin nochmals zu fragen, was sie von dieser Aktion der B*** hält. Ist doch okay. Alle profitieren: Frau Holofernes, weil sie authentisch gebieben ist, die taz, weil sie dieses Thema quasi exklusiv und mit guten Einnahmen hatte, die Leser, weil sie sich ein Bild von der Dummheit der B*** machen können. Glauben die Diekmänner und Co. wirklich, ihre Aktion sei lustig?

    Es wäre gut, wenn links-alternative Menschen sich mal ein wenig von der Gelasseneit der Judith Holofernes abgucken würden.

  45. Vielen Dank für diesen guten Artikel. Absolut verständlich, ich finde es auch richtig, dass ihr die Werbung – nach intensiver interner Diskussion, so viel Zeit muss sein – abgedruckt habt. Die taz kann sich nicht von den wirtschaftlichen Realitäten frei machen. Wichtig ist dabei die Transparenz – und in dieser Hinsicht seid ihr den meisten Medien meilenweit voraus. Weiter so!

  46. Pingback: Intermezzo (238) « Blue Archive

  47. “Wir haben uns entschieden sexistische, rassistische und kriegsverherrlichende Werbung abzulehnen.”

    Es ist darauf hingewiesen worden, daß die Bild hier Ausnahmestatus genießt. Mir fiele kein Blatt ein, das alle drei Eigenschaften triftiger vereinen würde. Und auch fällt mir kein Grund ein, warum man menschenverachtende und umweltzerstörende Firmen werben läßt, Sexisten aber nicht: die Leser seien den Umgang ohnehin gewohnt. Das ist toll. Nach dem Motto bestimmen sich auch die Artikel: die Leser seien grottenschlechten, unkritischen Journalismus ohnehin gewohnt, weshalb auch die taz nicht ausbrechen wolle. Absolut ridikül.

  48. “Die werbetreibende Wirtschaft hat dabei nicht das Gemeinwohl im Blick, sondern verfolgt ihre Eigeninteressen [...]. Und weil das kein Geheimnis ist, lernt man in dieser Gesellschaft schnell, Werbung als solche wahrzunehmen und sie nicht als genauso vertrauenswürdig zu betrachten wie zum Beispiel die guten™ redaktionellen Inhalte der taz. Wenn unsere Leser also ohnehin überall mit Werbung konfrontiert sind und gelernt haben, damit umzugehen: Warum sollten wir dann darauf verzichten, sie abzudrucken?”

    Das ist doch, mit Verlaub, eine arg naive Sicht der Dinge. Wenn die Leser so intelligent sind, sich von Werbung nicht beeinflussen zu lassen – warum sind dann eigentlich die Werbetreibenden so dumm, nach wie vor (und immer mehr) Millionen Euro für die Werbung auszugeben? Und warum sind werbetreibende böse™ Unternehmen im Normalfall so viel erfolgreicher als nicht werbetreibende gute™?

    Werbung wirkt eben doch – unbewusst, und auch wenn sich der Leser selbst für weit darüberstehend hält. Es gibt genügend psychologische Studien, die das belegen, und die werbetreibenden Unternehmen sind klug genug, diese zur Kenntnis zu nehmen. Anders als so mancher Publizist, der noch immer die naiv-liberale Mär vom vollständig selbstbestimmten Konsumenten nacherzählt.

    (Und NEIN, das heißt natürlich nicht, dass die taz künftig auf Werbeeinnahmen vollständig verzichten soll. Aber vielleicht sollte sie ihre internen Regelungen, welche Art von Werbung sie ihren Lesern antun will, etwas verschärfen. Es gibt ja auch genügend werbetreibende Unternehmen, deren Sache die taz womöglich gern unterstützt, oder die dem Gemeinwohl gegenüber wenigstens neutral sind.)

  49. Wenn das alle so Klasse finden mit der Bild-Anzeige, frage ich mich allerdings, warum Judith Holofernes nicht gleich die 10 000 Euro annehmen und der taz spenden sollte. Man kann das doch nicht auf der einen Seite cool von ihr finden und auf der anderen Seite selbst das Geld annehmen.

    Es geht doch nicht darum, ob die taz grundsätzlich Anzeigen annehmen sollte, sondern ob es in diesem speziellen Fall nicht besser gewesen wäre, sie aus prinzipiellen Gründen abzulehnen – nämlich aus dem gleichen Grund, aus dem Judith Holofernes den Brief an JvM geschrieben hat: Um nicht Teil dieser perfiden Bild-Kampagne zu werden, die dann doch sukzessive die “Bild” irgendwie hoffähig macht, und sei es nur, weil man sie “humorvoll” finden darf.

  50. Ja, leider leben wir ja nicht in einer Traumwelt. Vielleicht sollte man die Zeitung dann mal vernünftig führen.

  51. “Wenn unsere Leser also ohnehin überall mit Werbung konfrontiert sind und gelernt haben, damit umzugehen: Warum sollten wir dann darauf verzichten, sie abzudrucken?”

    Oh mann, Sebastian Heiser, deine argumentativen Fähigkeiten wachsen nicht gerade, und deshalb tut es mir leid, dass du hier als Blog-Depp für die gesamte taz die Stellung halten musst.

    Nur, weil eure Leser es auch gewohnt sind, Scheiße zu lesen, druckt ihr ja keine Scheiße, oder?

    Darum geht es auch gar nicht. Es ging im konkreten Fall darum, dass ihr der Bild zu einem kleinen, aber in gewissen Kreisen wirkungsvollen Triumph verholfen habt. Es geht darum, dass es doch durchaus eine indirekte Verbindung und einen Verstärkungseffekt zu und durch redaktionellen Inhalten gab. Es geht also nicht grundsätzlich um böse Werbung, sondern um eine unbedarfte, neoliberale Sicht auf Springers schlimmstes Blatt. Und darum, dass die Bild-Anzeige unzweifelhaft eine Blamage für euch war.

    Wenn dazu außer dir aus der Redaktion niemand etwas zu sagen hat (und du nichts Sinnvolles), dann ist das die zweite Blamage.

  52. Eine Zeitung, auch die allerbeste, wird sich irgendwie gegenfinanzieren müssen. Das nicht alles in der taz zu finden sein wird regelt sich zum größten Teil wohl selbst, den rest regelt dann die Redaktion.
    Der Brief von J. Holofernes ist in der taz sicherlich gut aufgehoben. Er war es sicher Wert gedruckt zu werden.
    Wenn die BILD dafür auch noch bezahlt, ändert das meines Erachtens wenig an der ganzen Sache.

  53. Natürlich dürfte der Hintergrund dieses Beitrags zur finanziellen Abhängigkeit die transparente Aufarbeitung der Holofernes-Affäre sein.

    Und das ist hervorragend gelungen! Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Beitrag bei dem ein oder der anderen, der/die sich eine offene Haltung bewahrt hat und nicht ideologisch verbohrt ist, zu einem besseren Verständnis für das Agieren der taz führt (wobei ich mit “Verständnis” Verständnis meine und nicht das weit verbreitete Missverständnis “Verstehen = Gut finden”).

    Ich finde es sehr sympathisch und auch klug, wie transparent bei der taz mit Interna umgegangen wird.

    Herr Heiser, hat Ihnen eigentlich schon mal jemand gesagt, wie gut Sie Ihren Job machen? Kompliment!

  54. Moin,

    Thema verfehlt, setzen. Sorry, es ging um die Bild-Anzeige. Speziell um die Bild-Anzeige. Mit deren Veröffentlichung die taz sowohl sich selbst, als auch ganz nebenbei die Frau Holofernes verkauft hat.

    Mein Eindruck: Wenns darauf ankomt, dann heiligt der Zweck alle Mittel. Das finde ich, mit Verlaub, shice.

    Grüße

  55. Und apropos finanzielle Abhängigkeit, stellen wir uns jetzt doch mal vor, durch diese Anzeige verliert die taz nur 200 regelmäßige Leser.
    Hat es sich dann gelohnt diese Anzeige zu drucken?

  56. Na, mich seid ihr jetzt auf alle Fälle los.
    schade.

  57. Okay, an sich habe ich nichts gegen Werbung, nicht bei der taz und auch sonst nirgends. Ich denke auch dass die taz durchaus Werbung für Bild oder AKWs oder sonst was machen kann und muss.

    Mir sind allerdings zwei Gedanken dazu gekommen: Erstens frage ich mich, wie die taz es denn mit Werbung hält die scheinbar illegal ist. Immerhin steht es ja auch im Interview mit der Autorin des Briefes, ich glaube der Interviewer fragt sogar danach. Außerdem wird es aus dem Brief direkt klar, dass die Autorin nichts mit der Werbung für die Bild zu tun haben will.

    Auf der anderen Seite frage ich mich auch, was bezweckt die Bild damit? Ich meine auch der Springer-Konzern gibt keinen fünfstelligen Betrag aus ohne einen Nutzen daraus zu haben. Da schon einige hier geschrieben haben, dass sie nicht davon ausgehen, dass die Bild dadurch mehr Kunden kriegt, könnte ich mir noch eine Diskreditierung der taz vorstellen, was, wie ich hoffe, nicht wirklich funktioniert.

  58. Verlogene Kampagne!

    Geld verdienen muss die Taz doch das ganze Jahr. Niemand hat in Abrede gestellt, dass die Taz Werbung braucht. Bei den anderen Kampagnen müsst Ihr ja auch nicht so einen Aufriss machen, um Euch zu rechtfertigen. Wieso nicht?

    Weil es sonst kein Verrat ist?

  59. Man kann sich schlecht über die BILD-Zeitung aufregen und sie dann als notwendigen, wenn auch ungeliebten Geldesel gebrauchen.
    Wie man aus der Einnahmen-Statistik ersehen kann bezieht die taz nur einen kleinen Teil ihrer Einnahmen aus Anzeigen. Und die BILD-Anzeigen werden davon wiederum nur ein kleiner Teil sein.
    Ich würde mein schönes, grünes Tortenstück nicht für einen Teil des kleinen roten Tortenstückes riskieren. Und das tut die taz gerade!

  60. Verrückte Welt.

    Eine Zeitung, die ich nicht mag schaltet in einer Zeitung die ich nicht lese eine Anzeige mit einem Brief von einer Band, die ich nicht höre.
    Ungefähr vierzehn Fantastilliarden Menschen, die ich nicht kenne regen sich drüber auf.
    Und ich lese den ganzen Kram auch noch.
    Ergebnis: Drei Dinge, die ich bis gestern nicht wahrgenommen oder schlicht ignoriert habe hängen jetzt in meinem Bewusstsein fest.
    Danke liebes Internet…

    Was waren das doch für Zeiten, als man einfach für sich selber beschlossen hat, dass die Zeitung mit den vier großen Buchstaben doof ist und es nicht gleich 10 Millionen Menschen erfahren brauchten.

    Gruß
    KB

  61. @Sebastian Heiser:

    Wer redet denn davon alle Anzeigen wegzulassen – daß wären dann die 10% – die Kritiker sagen doch nur: bitte die Anzeigen weglassen, die werben für Sachen/Ideen/Dienstleistungen/etc. die im Allgemeinen von der taz und ihren Lesern absolut abgelehnt werden. Und das diese die gesamten oder fast die gesamten 10% Einnahmen ausmachen, kann ich nicht glauben. Macht nen Streit der Woche draus und verlangt von den Lesern, die dieser Meinung sind konkrete Lösungsvorschläge – es gibt bestimmt Möglichkeiten – man muss sie nur finden wollen. ;-P

  62. Abonnent: Der Anzeigenschluss bei der taz ist um 12 Uhr vor dem Erscheinungstag. Erst dann kann die Redaktion sicher planen, wie viel Platz sie für ihre Artikel hat.

    Ohne Anzeigen müssten wir unsere Ausgaben um zehn Prozent kürzen. Womöglich müssten wir dann dem Umfang der taz um mehrere Seiten reduzieren. Jedenfalls könnten wir nicht so umfangreich berichten, wie wir es dank der Anzeigengelder können.

  63. bin etwas zwiegespalten ob der Sache.
    Aber schlußendlich überwiegt Holofernes Aussage:
    “Ich weiß, dass ihr es wisst, und ich weiß, dass ihr darauf scheißt”

    Ich glaube nicht dass die taz sich hiermit einen gefallen getan hat.

  64. @Kommentator “damals” (90er) machte die Powercat absolut einen Sinn, da zu “weiblichen Suchbegriffen” hauptsächlich Sex-Seiten kamen und die “Frauenquote” niedrig war.
    30% Frauen oder so – da war es gut, auf einen Rutsch auf ein paar Hundert Frauenprojekte verweisen zu können.
    Mittlerweile läuft dieser Katalog nur noch aus nostalgischen Gründen und einer Portion Trotz als Nebenprojekt.
    Guckst Du: “mein Sex-Skandal” ist 11 Jahre her
    Ansonsten “mail me”, denn die Diskussion gehört nicht recht hierhin :)

  65. @Carola: Andere machen Internet für Menschen :-D

  66. Danke für die Aufschlüsselung, sehr übersichtlich und offen. Meinetwegen könnt Ihr ind er taz auch Werbung für Panzerhaubitzen machen, ich halte die Leser für aufgeklärte Menschen die nicht am nächsten Tag einen Großeinkauf bei Rheinmetall starten. Ich etrage auch den die populistischen Anzeigen der Linkspartei, weil ich weiss, dass die Anzeigen den kritischen Journalismus der taz aufrecht erhalten.

    Dem Spiegel mit seienr letzten Titelstory vorzuwerfen er würde indirekt Werbung für die Brandstifter Bild machen ist genauso absurd.

  67. Und immer findet sich einer der schreit: “Jetzt reicht’s, mein Abo seit ihr los.” Dabei sind es hier witzigerweise die ach so Aufgeklärten, die sich als intellektuelle Tiefflieger präsentieren. Um mehr als eine Ecke denken, ist dann doch schon zu viel verlangt.

    – Soll eine Zeitung wie die TAZ das Geld einer Zeitung wie der Bild nehmen? Unbedingt. Dann ist es nämlich bei der Bild weg und bei der TAZ da.
    – Ist es Verrat, es in diesem Zusammenhang zu nehmen? Kann man ohne differenzierte Betrachtung so nicht sagen. Schlüsseln wir es auf.
    – Bekommt die Bild so neue Leser? Sicher eher nicht (außer vielleicht “Ich kündige mein Abo”).
    – Erreicht der Brief so mehr Menschen, die mit ihm etwas anfangen können? Vermutlich nicht allzuviele, aber er erreicht so immerhin auf jeden Fall auch nicht die Falschen, die das auch noch für eine selbstironische Aktion der Bild halten könnten, welche deren Meinung zur Bild verbessert.
    – Also erneut gefragt: Ist es Verrat, das Geld in diesem Zusammenhang zu nehmen? Ich würde sagen: klar nein. Der Brief war als offener Brief formuliert und verbreitet worden. Er ist nun erneut verbreitet worden. Diesmal mit einer Danksagung von Bild drunter und ein paar tausend Euro die an die TAZ überwiesen wurden. Ich kann das Problem ernsthaft nicht erkennen. Auch bei näherer Betrachtung geht die Bild dabei nicht als Gewinner aus der Sache. Außer das gute Gefühl in der Chefetage von Bild für ein paar tausend Euro seinen Spaß gehabt zu haben, ist für die Bild dabei nichts herausgekommen. Die TAZ hingegen hat einen handfesten Vorteil. Und verliert dafür vielleicht ein paar nicht allzuweit denkende Leser, auf die sie hoffentlich verzichten kann.

    Disclaimer: ich lese die TAZ nicht. Liegt daran, dass ich für eine Tageszeitung keine Muße habe. Ich mag die TAZ aber trotzdem und hoffe, dass sie dem Springerverlag auch in Zukunft soviel Geld als möglich aus dem Kreuz leiert.

  68. Man kann die BILD- und Atom-Werbung ja auch als Inspirationsquelle durch den Feind wahrnehmen. Und sich dadurch ersparen, andere Zeitungen zu lesen, um zu erfahren, wie die restliche Welt den Lobbyismus-Attacken dieser Unternehmen und Konzerne ausgesetzt ist.

    Und was die BILD-Anzeige anbetrifft: Ich finde es gut, dass die taz gerade diese Anzeige der BILD abgedruckt hat. Denn erstens können so auch nicht-Internet-Nutzer diese sehr schöne Argumentation und Darstellung von Judith Holofernes zu Gesicht bekommen. Und zweitens ist dann diese Meinung der Band “Wir sind Helden” quasi wortwörtlich einem guten Zweck zugeflossen. Nämlich der taz und damit uns Lesern.

    Außerdem darf man bei all dem Streit mit der BILD seinen niemals Humor verlieren! Absolut nie! Und gerade das mag ich an meiner Zeitung.
    Judith hatte das doch auch so schön erklärt im taz-Interview.

  69. Was mich interessieren würde: Die Anzeige muss ja relativ kurzfristig reingekommen sein – wie habt ihr denn dafür Platz geschaffen, bzw ist dafür etwas rausgeflogen?

  70. Sehr schön, sehr transparent.

    Genau genommen ist es mir sogar lieber, wenn Werbung für Kernkraft etc. in der taz erscheint als in Medien, deren Leser sich stärker von ihr beeinflussen ließen. Ich lasse den Unrat an mir abprallen, der meine Mitmenschen beschmutzen würde.

  71. So habe ich übrigens auch gedacht:
    Das ABO kündige ich gleich wieder!
    Denn ausgerechnet in meiner allerersten Abo-taz war die ganzseitige Bild-Werbung.
    Vor Jahren hat mir die Bild mit dem dussligen “Familienministerin vermittelt Callboys” ein berufliches Standbein, die http://www.powercat.de “zerschossen”.
    (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,70967,00.html)
    Gut ein Jahr Arbeit mal eben einer Schlagzeile geopfert, denn mit 6 Klicks kommt man wohl von jeder Seite auf eine Sexseite … egal …
    Die Bild ist ein widerliches Drecksblatt.
    Mein Abo kündige ich allerdings nicht, denn die Artikel der taz sind einfach zu interessant und dann finde ich persönlich, dass diese Anzeige keine Werbung für die Bild ist, sondern eine für Frau Holofernes.
    Die Bild versucht krampfhaft, diese Anzeige in ein “frech, frisch, anders”-Image zu pressen.
    Wir haben die Anzeige hier gestern diskutiert und immer wieder fielen die Worte “Drecksblatt” in Sachen Bild und deutlich Schmeichelhafteres zu Frau Holofernes.
    Ich glaube nicht, dass die Bild mit der Aktion Leser gewonnen hat und die “ich kündige mein Abo”-Schreiber sind evtl. deshalb anonym um ihr Abo nicht wirklich kündigen zu müssen ;-)

  72. Dazu passt auch dieses Video von Jörg Wipplinger:

    diewahrheit.at/video/abhangigkeitserklarung

  73. Ich finde, die taz haette sich zumindest die Erlaubnis von Judith holen sollen. So ist das schon eher gemein, einfach so ihren Brief in einem neuen Kontext abzudrucken!
    Die Argumentation mit dem Geld finde ich funktioniert nur bedingt, die taz haette hier ein deutliches Zeichen setzen koennen.
    Interessant waere allerdings die Idee, Geld zu sammeln um eben jenen Brief in der Bild selbst abzudrucken, denn dann wuerde er eben mal die Leute erreichen die nicht ohnehin schon kritisch sind. Moeglichst dann noch mit Hintergrundinformationen, z.B. wo genau die BILD Meinung macht.

  74. Oh wow, eine kritische Zeitung ist schon sehr unabhängig und diskutiert intern, ob sie eine Menge Geld für eine dubiose Anzeige annehmen soll. Dem Interview jedenfalls ist zu entnehmen, dass Fr. Holofermes nichts dagegen hat; zumindest will sie sich nicht mit der BILD anlegen. Im Kapitalismus wird kapitalistisch gehandelt, in dieser Zeitung aber auch kritisch berichtet. Bei der Kritik frage ich mich, was das Problem ist!?

  75. @ Jörg Erb : wer auf seinem Blog google adsense mit “Kredite trotz negativer Schufa” von dubiosen kreditvermittlern laufen hat, sollt hier mal nicht so die moralkeule schwingen!

  76. Wer die eigene Idee damit finanziert, dass er sie an die verkauft, die diese Idee mit Freuden zertrampeln, muss sich fragen lassen, ob er noch weiß, was er tut.
    Euer Problem war und ist ein wirtschaftliches – das durch die Anzeige nicht vom Tisch ist, oder wollt ihr die Anzeige jetzt regelmäßig -, jetzt habt ihr ein weiteres, das eure Glaubwürdigkeit betrifft. Ihr macht euch erpressbar und gebt euch gleichzeitig der Lächerlichkeit preis.
    Ich empfehle euch dringend, eure Preise (VK, Abo, Anzeigen)entsprechend anzupassen & das entsprechend zu kommunizieren. Kreative Lösungen statt kaufmännische. Entwickelt weitere Produkte, die eure Idee transportieren, statt euch BILD & Konsorten auszuliefern.

  77. Die Nachricht ist, dass die Bild den toughen Brief von Frau Holofernes als Werbegag missbraucht.

    Frau Holofernes reagiert auch diesmal sehr souverän,
    die taz bekommt gut 12.000,- Silberling
    und die Bild bleibt ein Drecksblatt.

  78. Als ob die Bild damit einen einzigen TAZ-Leser überzeugen würde oO

    Andererseits… ist doch gut, wenn die Bild die Wahrheit über sich verbreitet. Am besten wäre es doch, wenn die kommende Kampagne nur aus diesem Brief besteht und man ihn an jeder Haltestelle lesen kann.

  79. Pingback: Medienscheiß... [UPDATE28.02.2011] - Aponaut

  80. Astui: Es gibt Datenbanken etwa von Genios oder Dow Jones, über die man Zeitungsartikel suchen und gegen Bezahlung aufrufen kann. Außerdem verkaufen wir auch für 50 Euro eine Archiv-DVD mit einer Datenbank aller bisher erschienenen taz-Artikel.

    Natürlich ist es umstritten und nicht objektiv festlegbar, was genau eine sexistische, rassistische oder kriegsverherrlichende Aussage ist. Ich habe den Text von Judith Holofernes aus der BILD-Anzeige jetzt nochmal gelesen, aber beim besten Willen darin nicht einmal irgendwelche dementsprechenden Anhaltspunkte finden können.

  81. Richtig so. Das Abo muss auch für Geringverdiener und Studenten erschwinglich bleiben. Und ich halte die TAZ-Leser für intelligent genug, die geschalteten Werbeanzeigen beurteilen zu können.

  82. “Wir haben uns festgelegt, dass wir sexistische, rassistische und kriegsverherrlichende Anzeigen ablehnen.”
    ->zusammengefasst als BILD-Werbung als solche aber annehmen…

    Merkt ihr selber, oder?
    (Das is eben der Punkt!)

    PS: “Datenbank-Verkauf” als Einnahme? Was ist das denn?

  83. Vernünftig. Durchdacht. Richtig. Transparent. Demokratisch.

    Auch wenn es immer einige wenige gibt die lauter schreien.

    Alles ok. Weiter so. Ehrlich!

  84. Übersichtliche Zusammenstellung für den unbedarften Otto-Normal-Leser, danke dafür.