Relaunch von taz.de: Ein merkantiles Standbein

 Von Nicola Schwarzmaier und Aline Lüllmann

Die Projekte, Aktionen und Produkte der taz- Familie werden künftig präsenter auf taz.de zu finden sein. Dafür wurden zwei neue Stellen geschaffen. Angefangen hat alles im April 2011 mit taz-zahl- ich, unserer unkonventionellen Methode, die freiwillige Zahlungsbereitschaft im Internet zu erhöhen. Wir wünschen uns, dass sich unsere LeserInnen gemeinsam mit uns verantwortlich fühlen, dass unabhängiger Journalismus auch im frei zugänglichen, kostenlosen Internet bestehen kann. Diese Initiative war gleichsam eine Initialzündung. Gut ein Jahr später, im Herbst 2012, wurden mit Aline Lüllmann, die sich bisher um taz-zahl-ich und die Online-Community gekümmert hatte, und Nicola Schwarzmaier, die als Chefin vom Dienst in der Online-Redaktion tätig war, zwei junge, online-affine Frauen eingestellt, die sich als Sitemanagerinnen um die kommerzielle Seite von taz.de kümmern.Nicola Schwarzmaier und Aline Lüllmann

Wir sind die beiden Personen, die das Scharnier zwischen Redaktion und Verlag darstellen.

Es hat sich als Trugschluss herausgestellt, dass die Monetarisierung im Internet allein über das Schalten von Anzeigen funktionieren kann. Viele Medienschaffende dachten, man könne dieses Modell von Print auf Online übertragen. Es ist nun die Aufgabe aller Verlagshäuser, eine Strategie zu entwickeln, wie Qualität und Unabhängigkeit im Internet aufrechterhalten und trotzdem Erlöse erzielt werden können. Eine Idee ist unsere Paywahl, mit der wir zum freiwilligen Zahlen auf taz.de auffordern. Eine andere Alternative ist die bessere Darstellung unserer Verlagsprodukte auf der Homepage. Wir als Sitemanagerinnen möchten die Genossenschaft, unser Abo-Modell, das Café und alle an deren Elemente des Verlages in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken.

Die verschiedenen Communitys der taz wollen gepflegt und vernetzt werden. Sowohl in den sozialen Medien als auch auf unserer Bewegungsseite bewegung.taz.de, in der Genossenschaft und Stiftung sind unsere LeserInnen aktiv und zeigen eine hohe Affinität zu unserem Haus. Wir wollen diese Menschen mit einbeziehen und ein Stück näher an das Unternehmen heran führen.

Wir wollen dieses Vorhaben so genossenschaftlich wie möglich angehen: indem wir auf der Suche nach alternativen Einnahmequellen fair gehandelte, sozial verträgliche Produkte vertreiben, außergewöhnliche Veranstaltungen ins Leben rufen, auf Messen Präsenz zeigen, Projekte und Menschen fördern und ausbilden und dadurch ein taz-Universum gestalten, welches in Ihrem Interesse agiert. Ob es nun um Kaffee oder den Panter Preis geht – unsere Produkte und Projekte spiegeln die Werte der taz wider. Wir wollen ausschließlich Einnahmen generieren, die auf Identifikation und Zustimmung basieren. Kurz: Wir lassen unsere LeserInnen bis auf Weiteres gratis oder auf Basis des freiwilligen Bezahlens im Internet lesen und bieten ihnen parallel die Möglichkeit, sich ein Saatgut-Set zu kaufen, am taz.lab-Kongress teilzunehmen, einen Panter- Preisträger zu wählen oder GenossIn zu werden. Wir weisen auf neue taz-Produkte hin, empfehlen im Frühling das taz Rad und im Herbst unsere Thermoskanne. Denn die taz ist mehr als eine Zeitung, mehr als ein Café und mehr als ein Shop. Sie soll auch in Zukunft als Gesamtmarke mit starkem eigenem Charakter wahrgenommen werden. Durch den im Frühjahr stattfindenden Relaunch von taz.de werden verschiedenste Menschen und Bedürfnisse an einen Tisch kommen, es wird gerungen und gekuschelt. Deshalb glauben wir, dass die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Verlag und Redaktion besonders wichtig ist. taz.de ist eine quicklebendige Seite, die neben unverzichtbaren Nachrichten den regen Austausch der Community fördert und dadurch keinen »Frontaljournalismus« bietet. Auf dieser Plattform eine sinnvolle und für alle Seiten zufriedenstellende Vereinbarkeit von Verlag und Redaktion zu koordinieren, ist Aufgabe von uns als Sitemanagerinnen. Unsere LeserInnen sollen zum Beispiel neben aktuellen Nachrichten zu Ökologie und Wirtschaft genauso unsere Publikation zeo2 kennenlernen; wenn sie News zur russischen Politik lesen, bieten wir ihnen das aktuelle Editionsheft der Le Monde diplomatique zum Thema Russland an. So kann es uns gelingen, durch ehrlich gewecktes Interesse an unseren Themen die Produkte der taz zu verkaufen – ohne auf blinkende Werbebanner setzen zu müssen.

Wir erzählen Ihnen die Geschichten hinter den Verlagsabteilungen, stellen Ihnen die taz- MitarbeiterInnen vor und beantworten Fragen wie: Wer baut das Schmetterlingshotel eigentlich und wie kommt der tazpresso in die Tasse? All das möchten wir Ihnen nach dem Relaunch inhaltlich und visuell ansprechend präsentieren. Sie dürfen gespannt sein!

Kommentare (3)

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  1. OK, Ihr macht es spannend!

    Das steigert die Vorfreude :-)

  2. Lieber Wim,
    nein, der Termin stand noch nirgendwo. Fest steht: Es wird alles neu, bevor der Sommer uns erreicht.

    Wir machen weiter!

    Viele Grüße aus der taz
    Aline

  3. Na, nach so vielen Appetizern für das neue Layout, habe ich da etwas den Launchtermin überlesen?

    Vielleicht stand er ja auch nirgnedwo…also, wann ist es denn soweit?

    Weitermachen!