N-Wort: Offene Antwort auf den offenen Brief

Auf dem Podium: Mely Kiyak, Leo Fischer, Deniz Yücel und Sharon Otoo. Foto: David Oliveira

“Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen” lautete der Titel einer Podiumsdiskussion auf dem taz.lab Ende April im Berliner Haus der Kulturen. Das Panel, auf dem es um Sprache, Diskriminierung und Zensur ging, endete im Eklat. Die Schriftstellerin Sharon Otoo verließ unter Protest das Podium. Unserem Redakteur Deniz Yücel ist die Moderation leider entglitten. Der Kollege hat seine Sicht der Dinge nach der Veranstaltung in der taz veröffentlicht, auf unsere Bitte hin hat dies auch Sharon Otoo mit der ihren getan. Chefredakteurin Ines Pohl und der Leiter des taz.labs, Jan Feddersen, haben gemeinsam ihr Bedauern öffentlich gemacht.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland wirft nun Deniz Yücel in einem offenen Brief vor, er habe den Kolonialismus verharmlost, Genozide relativiert und sich als Moderator respektlos verhalten. Die Initiative verurteilt erneut die Benutzung des Wortes “Neger”, das die Initiative als “N-Wort” bezeichnet. Der Begriff werde “nach wie vor im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen und Alltagsdiskriminierung gegen Schwarze Menschen in Deutschland verwendet” und sei “integraler Bestandteil rassistischer Konzepte” gewesen. Es werde Zeit, “dass sich die taz, ebenso wie die breite Gesellschaft, endlich kritisch mit dem Thema Rassismus und Sprache auseinandersetzt” und die “Stimmen derjenigen ernst nimmt, die üblicherweise als die so genannten Anderen gelten” und die als “Expert_innen zum Themenfeld Rassismus und Diversity anzuerkennen” seien. Den offenen Brief haben zahlreiche Gruppen sowie mehrere hundert Menschen unterschrieben.

Die offene Antwort der taz-Chefredaktion:

Wir haben innerhalb der taz in vielen Gesprächen – durchaus kontrovers – über den Vorfall, unseren Umgang damit und das Thema Sprache und Rassismus diskutiert. Rassismus ist für die taz inakzeptabel, Respekt im Umgang miteinander unabdingbar. Wir nehmen die Vorwürfe, die im offenen Brief der ISD genannt werden, sehr ernst. Und wissen, dass sich die taz, wie die Gesellschaft überhaupt, diesem Thema stellen muss. Dabei muss es um Grenzen gehen, die wir nicht überschreiten sollten, aber auch um die Frage, wann Diskussion unmöglich gemacht wird und wo Zensur beginnt. Auch über diese Grenze gilt es zu debattieren.

Das wollen wir nicht nur taz-intern tun, sondern auch öffentlich. Deshalb wird am kommenden Freitag auf den Meinungsseiten der taz eine Debattenserie zum Thema beginnen. Zudem wollen wir uns öffentlich der Diskussion stellen. Deshalb laden wir in den kommenden Wochen zu einer Podiumsdiskussion in Berlin. Die Planung läuft gerade. Zur Teilnahme an beidem haben wir die ISD herzlich eingeladen.

Nachtrag 24. Mai: Die Debattenserie eröffnet heute Daniel Bax mit dem Text “Warum so rücksichtslos?” Ein zweiter Artikel beschäftigt sich mit Critical Whiteness.

Kommentare (69)

  1. Ellen: Weil ich den Eindruck hatte, inzwischen seien bereits alle Argumente (und Beleidigungen) zum Thema ausgetauscht. Deshalb sind die Kommentare jetzt auch ganz geschlossen.

  2. Warum wurde mein Kommentar zu Heidi und Fräulein Rottenmeier von der Moderation nicht freigeschaltet?

  3. taz: “Deshalb wird am kommenden Freitag auf den Meinungsseiten der taz eine Debattenserie zum Thema beginnen. Zudem wollen wir uns öffentlich der Diskussion stellen. Deshalb laden wir in den kommenden Wochen zu einer Podiumsdiskussion in Berlin. Die Planung läuft gerade. Zur Teilnahme an beidem haben wir die ISD herzlich eingeladen.

    Nachtrag 24. Mai: Die Debattenserie eröffnet heute Daniel Bax mit dem Text “Warum so rücksichtslos?” Ein zweiter Artikel beschäftigt sich mit Critical Whiteness.”

    http://neu.isdonline.de/bericht-uber-die-ubergabe-des-offenen-briefes-an-die-taz/

    Die Briefübergabe war wohl nicht so der Burner für ISD :-) Was mich wundert (oder auch nicht), warum äußert sich ISD nicht in der Debattenserie? Auf die Podiumsdiskussion kann man schon mal gespannt sein.

  4. “Ihr Kommentar (…) hätte durchaus gereicht um Leser jeglicher Couleur fernzuhalten”

    Aber sie sind ja immer noch hier. So… “farblos”?

    “… für eine alberne Angelegenheit so wortgewaltig einzutreten …”

    Es obliegt zum Glück nicht ihnen, darüber zu befinden, welche Angelegenheiten für andere “albern” zu sein haben und welche nicht. Das können sie nur ganz subjektiv für sich selbst. Aber wenn es FÜR SIE “albern” ist, wieso äußern sie sich dann überhaupt?

    Sehen sie, sie ihr Beitrag entbehrt nicht nur jeder Logik, er ist anmaßend und heuchlerisch zugleich. Hat man selten, aber man weiss ja, aus welcher Ecke er kommt.

  5. @Catcher,
    Sie schrieben……….” Die Kommentarseiten der taz müssen da nicht ständig besudelt werden. Das hält irgendwann nämlich die Vernünftigen fern.” Ich stimme Ihnen da aus vollem Herzen zu. Ihr Kommentar einmal abgeschickt und von der taz veröffentlicht, hätte durchaus gereicht um Leser jeglicher Couleur fernzuhalten. Allerdings will ich mir nicht versagen, Ihren Fleiß lobend zu erwähnen. As busy as a beaver für eine alberne Angelegenheit so wortgewaltig einzutreten, das hat schon was.

  6. @Seehaus

    Ich kann niemandem verbieten, “sich zu äußern”, da haben sie entweder nicht aufgepaßt oder mein Beitrag hat sie kognitiv überfordert. Wahrscheinlich aber eine Mischung aus beidem. In jedem Fall überschätzen sie meine Möglichkeiten. Leider.

    Ich möchte und ich werde es aber auch gar nicht versuchen, das was sie mir unterstellen wollen zu tun. Ich empfehle nur denjenigen, die ihr Großhirn lediglich Ausversehen von Mutter Natur geschenkt bekamen, denjenigen denen das Rückenmark vollkommen ausgereicht hätte, sich ein adäquates Umfeld für ihre misanthrophen Neigungen zu suchen. Die Kommentarseiten der taz müssen da nicht ständig besudelt werden. Das hält irgendwann nämlich die Vernünftigen fern.

    P.S.: “Wissen Sie Bescheid? Nein? Wir auch nicht!” (Motto der Macher der SATIRE-Seite stupidedia.org) – Der “Fun-Faktor” steigt mit dem Abstraktionsgrad. Oder anders ausgedrückt: Wenn man genügend*) persönliche Kontakte zu Menschen diverser sozio-kultureller Minderheiten pflegt, kommt man aus dem Staunen kaum raus darüber, welches Potential an Fremdenhass, Aggression, Ignoranz und Sadismus unter dem geblümten Schleier der Mittelklassen-Spiesser-Biographien lauert. Lachen kann da nur noch der NICHTbetroffene.

    *) praktisch alles oberhalb von 0.

  7. ” Hocusverdufticus says:
    …….Was fällt Ihnen eigentlich analog zu “Kein Sex mit Nazis” ein?”

    Grundgütiger, finden Sie diese Frage nicht etwas zu intim? Wir wurden einander niemals vorgestellt und ich soll mich mit Ihnen über Sex austauschen.
    Aber , hier kann ich voller Dank das charmante Frl. Rottenmeier zitieren, wenn es denn Ihrem Seelenfrieden dient, seien Sie versichert, die Damen, deren Gesellschaft ich präferiere, gehörten bisher niemals der Gattung, die Sie erwähnten, von Frauen an und werden es auch in Zukunft nicht sein. Die Damen haben *hust* andere Ansprüche und Qualitäten.

    Beiseite, Sie müssen meine virtuellen Kritzeleien nicht lesen, wenn sie Ihnen Unbehagen bereiten.

  8. @Seehaus

    Ich kann niemandem verbieten, “sich zu äußern”, da haben sie entweder nicht aufgepaßt oder mein Beitrag hat sie kognitiv überfordert. Wahrscheinlich aber eine Mischung aus beidem. In jedem Fall überschätzen sie meine Möglichkeiten. Leider.

    Ich möchte und ich werde es aber auch gar nicht versuchen, das was sie mir unterstellen wollen zu tun. Ich empfehle nur denjenigen, die ihr Großhirn lediglich Ausversehen von Mutter Natur geschenkt bekamen, denjenigen denen das Rückenmark vollkommen ausgereicht hätte, sich ein adäquates Umfeld für ihre misanthrophen Neigungen zu suchen. Die Kommentarseiten der taz müssen da nicht ständig besudelt werden. Das hält irgendwann nämlich die Vernünftigen fern.

    P.S.: “Wissen Sie Bescheid? Nein? Wir auch nicht!” (Motto der Macher der SATIRE-Seite stupidedia.org) – Der “Fun-Faktor” steigt mit dem Abstraktionsgrad. Oder anders ausgedrückt: Wenn man genügend*) persönliche Kontakte zu Menschen diverser sozio-kultureller Minderheiten pflegt, kommt man aus dem Staunen kaum raus darüber, welches Potential an Fremdenhass, Aggression, Ignoranz und Sadismus unter dem geblümten Schleier der Mittelklassen-Spiesser-Biographien lauert. Lachen kann da nur noch der NICHTbetroffene.

    *) praktisch alles oberhalb von 0.

  9. Wer sich nicht im Stande sieht, seine Meinung auszudrücken, nur weil sie/er auf ein Wort (oder meinetwegen ein Dutzend) verizichten muss, sollte gegebenenfalls darüber nachdenken, sein Vokabular zu erweitern. Deutsch ist eine so vielfältige Sprache…

  10. Altes Seehaus, schön, mal wieder von Ihnen zu lesen. Wie geht’s so? Was fällt Ihnen eigentlich analog zu “Kein Sex mit Nazis” ein?

    Womöglich braucht man sich bei Ihrem stichelndem Geschreibe nur umdrehen und weglesen wie in dem Märchenfilm Merlin mit der bösen mächtigen Hexe. Deren Spuk wirkte nicht mehr, als die Menschen ihrer Welt dem Gerede der Zauberin keine Aufmerksamkeit mehr schenkten.

  11. @Catcher,
    das wurde ja auch endlich einmal Zeit, dass jemand so klar und deutlich ausgesprochen hat, dass niemand das Recht haben darf sich zu äussern, der nicht Ihre Meinung vertritt. Bravo.
    Was schlagen Sie als Sanktion bei der unbotmäßigen Verwendung des Wortes Neger vor? Bücherverbrennung? Verschärfter Arrest? Hohe Geldstrafen? Einstufung in die höchste Steuerklasse? Exkommunikation?
    Bitte regen Sie unbedingt weiter an.

  12. Lieber Catcher, darf ich Ihnen meinen Beifall ausdrücken. Sehr viel geschrieben!
    Ich möchte, wenn ich darf, noch folgendes hinzufügen. Es passt so hervorragend zu Ihren Ausführungen.

    Politische Korrektheit : http://www.stupidedia.org/stupi/Political_correctness

  13. Halten wir doch einmal klar und deutlich fest:

    1. “Neger” ist HEUTE de facto eine diskriminierende Bezeichnung. Die Verwendung im aqlltäglichen Sprachgebrauch ist daher zu unterlassen, etwaiger Nichtbefolgung sollte angemessen begegnet werden (direkte Ansprache, Aufforderung zur Unterlassung, bei fortgesetzter Nichtbeachtung Skandalisierung und Beendigung des Diskurses).

    2. Die Einstufung des Begriffes als herabwürdigende und diskriminierende Bezeichnung Schwarzer bildete sich soweit mir bekannt etwa in den ausgehenden sechziger bis Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Diese Sichtweise hat sich bis etwa Anfang der neunziger Jahre durchgesetzt und ist seitdem von einer breiten Bevölkerungsmehrheit akzeptiert.

    3. Soweit “historische Texte”, zu deren Zeitpunkt der Begriff noch nicht bzw. nicht ausschließlich in diesem Maße als herabwürdigend und diskriminierend eingestuft wurde, diesen benutzen, ist der Bedeutungswandel – beispielsweise bei der Übersetzung ins Deutsche – angemessen zu berücksichtigen. Wenn M. L. King den Begriff “Negro” in den ausgehenden fünziger Jahren verwendete so hat er dies mit Sicherheit in Unkenntnis dieses Bedeutungswandels getan. Eine Übersetzung ins Deutsche die aus der gleichen Zeit stammt ist daher ein “Muster ohne Wert”, da ihr ebenfalls der Bezug zur aktuellen Einstufung fehlt. Mehr noch – sie ist tatsächlich eine verfälschte Darstellung, weil sie je nach Einstellung des Betrachters immer eines suggeriert: Entweder unterstellt sie King, er habe den Begriff trotz seines herabwürdigenden Inhaltes benutzt oder aber der Begriff könne auch heute keine herabwürdigende Bedeutung haben, schliesslich wurde er ja selbst von jemandem wie King verwendet. Beides ist ebenso dumm wie falsch. Denn die KORREKTE Übersetzung von “negro” lautet HEUTE “Schwarze/r” und NICHT “Neger”.

    4. Soweit in prosaischen Werken (Erzählungen, Gedichte, etc.) der Begriff Verwendung fand, so ist im Einzelfall und im Kontext seiner Verwendung innerhalb de Werkes zu überlegen, inwieweit eine Anpassung an heutige Sprachgewohnheiten möglich oder sogar erforderlich ist um den ursprünglichen Bedeutungscharakter des Gesamtwerkes zu erhalten. Der Austausch einzelner Vokabeln oder auch Beschreibungen an heutige Sprach- und Denkgewohnheiten “zerstört” ein literarisches Werk nicht, er hilft, die an sich zeitlosen Inhalte in die Moderne zu tragen.

    Die taz täte wirklich gut daran, sich der herabwürdigenden und diskriminierenden Konnotation des Begriffes anzunehmen und dementsprechend zu handeln. Mit dem “grossen Binnen-I” wart ihr eurer Zeit um 20 Jahre voraus, in der Frage der Verwendung rassistischen Vokabulars erweckt ihr gerade den Eindruck, als würdet ihr 20 Jahre hinterher hinken.

    Kommunikation ist auch bei Vermeidung von beleidigendem Vokabular möglich, der abwertende, rassistische Charakter des Begriffes seit Jahrzehnten unbestritten, die Ahndung von rassistischen Schmähungen und Diskriminierung keine “Zensur”. Wer glaubt, auf einen einzelnen Begriff partout nicht verzichten zu “können” (= zu wollen), wer die geradezu aberwitzige These aufstellt, über die Bedeutung eines Wortes, den Grad seiner Herabwürdigung, liesse sich unter (potentiell) NICHTbetroffenen per “Abstimmung” entscheiden, dem sollte auf einer sich selbst als aufgeklärt und fortschrittlich verstehenden Plattform schlicht und ergreifend das Wort entzogen werden. Wer nichts weiter mitzuteilen hat, als dass rassistische Beleidigung und Diskriminierung zu seinem/ihrem Standard-Repertoire gehören, dem/der muss hier nicht das Wort erteilt werden. Er oder sie wird im Netz leider genügend Stellen finden, um sich und sein/ihr offenkundig zu kurz geratenes Ego entsprechend aufpolieren zu können.

    Und würde die “Netiquette” hier tatsächlich etwas gelten, müsste ich gar nicht erst dazu anregen.

  14. Liebe Leute,

    nicht dass man über Wörter nicht diskutieren und den Sprachstand nixht an neue Erkenntnisse anpassen sollte. Das sollte man in der Tat.

    Aber die peinliche Versteifung darauf, “N-Wort” statt Neger – ein Wort dass ich selber übrigens nie benutzt habe seit ich politisch denken kann und dessen Benutzung ich im Alltagsgebruch jederzeit rügen würde – zu schreiben und aus der Befolgung dieser Regel einen PC-Test machen zu wollen verweist auf eine nur in psychoanalytischen Kategorien zu beschriebende Aufegregtheit, die ich so lächerlich finde, das ich keine Lust habe mit den Vertretern dieser Haltung noch zu diskutieren.

    Wie in den USA mit ihren Umschreebungen wie “N-Wort” oder “Four-Letter-Wort” spricht aus solchen Abkürzungen die protestantisch-moralische Phobie, ein “böses” Wort könnte “infizirend” wirken udn müßte umschrieben werden, um selber “sauber” zu bleiben. Das ist nicht politisch, das ist pathologisch.

    tl;dr: Wer einen sprachlichen Kotau, also eine Unterwerfungsgeste, verlangt bevor ich (mit-)reden darf, mit dem rede ich dann lieber einfach nicht.

    Gruß PeWe

  15. @Paul Hubschmied, kein Mensch hat bei der Diskusion zu Frau Otoo “Pflaume” gesagt. Was stört ist, dass eine handvoll Pflaumen (incl. einigen Pflückern und Zwetschgen) dem geschockten Rest der Menschheit verordnen will, wo es lang geht. Ich akzeptiere, dass nur eine Pflaume zu einer anderen Pflaume “Pflaume” sagen darf. Ich akzeptiere aber keine Literatur- und Lebensmittelschändung.

  16. Wenn jemand einen Menschen “Pflaume” nennt, dieser Mensch dann aber erkärt, dass er bitte nicht “Pflaume” genannt werden will, dann hat das nichts mit Zensur oder politischer Überkorrektheit zu tun, sondern mit ANSTAND, RESPEKT und HÖFLICHKEIT, den anderen Menschen eben NICHT mehr Pflaume zu nennen. So einfach ist das meine Damen und Herren!

    Und da fang ich auch nicht damit an, andere unbeteiligte Menschen zu befragen oder eine pseudodemokratische Abstimmung zu machen, ob andere es viellicht gut finden würden, wenn ich den anderen Menschen trotzdem weiterhin “Pflaume” nenne.

    So verhalten sich Menschen in einer zivilisierten Welt, die von ihren Eltern noch einen Funken Anstand mitbekommen haben, meine lieben Ignoraten und Höhlenmenschen!

  17. Ich habe die Taz lange nicht mehr gelesen, seit Häuptling Spitze Feder Wiglav Droste vertrieben wurde. Der bekam auch immer Anschiss von der Überkorrektnessfraktion der Taz. Einer Fraktion der Ironie, Geist, Witz, Zuspitzung, völlig fremd ist. Ich finde die Kommentare von Deniz Yüzel super, halte die Forderung die Redaktion müsse sich nun für Deniz entschuldigen für völlig überzogen. Deniz hat bei der N-Debatte zu Recht darauf hingewiesen, dass Literatur immer in einem gesellschaftlichen Kontext existiert und da im nachhinein Wörter rauszuzensieren Literaturverfälschung ist.

  18. Sry, falscher Link – hier der Richtige:
    der hat NEGER Gesagt:
    http://www.youtube.com/watch?v=tAdyJe13Hmc
    Harald Schmidt ruft zum Spenden für arme Neger auf…

  19. Berit Pohle says Mai 17th, 2013 at 19:01:

    ‘Ich hoffe, auf dem neuen Podium wird dieses Mal nicht nur eine Schwarze Person sitzen und die Person, die für die Moderation ausgewählt wird, ist keine, die sich bereits im Vorfeld durch polarisierende, provozierende und Kritik ignorierende Äußerungen aufgefallen ist. Das gleich hoffe ich, in Bezug auf die gesamte Besetzung des Podiums. Eine konstruktive und auch kontroverse Diskussion kann auch erreicht werden, ohne einen Eklat bereits durch die Auswahl der Diskutant*innen vorzuprogrammieren.’

    Den Eklat, liebe Berit Pohle, haben in meiner Erinnerung zwei Seiten zu verantworten. Deshalb mehrere Vorschläge zur Güte:

    1. Sie dürfen das Podium zusammenstellen, die rechte Gesinnung auch aus Ihrer Sicht sollte dann gewährleistet sein. Durch vorprogrammierte Gleichschaltung sollte es dann zu keinem Eklat kommen. Falls das Auditorium dennoch zuckt, muss es sich selbstkritisch positionieren.

    oder 2. Die Veranstaltung findet statt aber nur mit Zuschauern, das Podium bleibt unbesetzt. Dem Auditorium wird zugestanden ausbleibende gefühlte Attacken und die Nichtpräsenz des Podiums als Ignoranz an der Präsenz und Position des Auditoriums zu interpretieren und mit emanzipatorischer Selbstverletzung solidarisch zu reagieren.

    oder 3. Die Veranstaltung findet statt, allerdings nur mit Podium, denn das Auditorium bleibt unbesetzt. Vielleicht wird ja so tatsächlich mal ein Austausch und eine Diskussion möglich, ganz ohne dämliche Zwischenrufe und Ohren zuhalten (War das eigentlich ein radikaler Akt des Zuhörens im Sinne von Sharon Otoo?).

    Liebe taz bitte macht den Termin ausreichend vorher bekannt. Und wenn ich einen Podiumsbesetzungswunsch hätte: gäbe es jemanden mit der vermeintlich ‘richtigen’ Hautfarbe und einer Gegenposition zur CW vereint in einer Person? Die Diskussion abseits des schwarz-weiß Schemas verspräche unterhaltsam zu werden genauso wie das panel auf dem tazlab.

  20. der alte Fritz says: “Fräulein Rottenmeier wussten Sie eigentlich, dass das “Fräulein” nach der deutschen PC eigentlich auch verboten gehört?”

    Der Herr schütze und behüte uns – muß jetzt das Buch “Heidis Lehr und Wanderjahre” umgeschrieben werden?

  21. Ist das hier Satire oder ernst gemeint? Ich hoffe doch ersteres, da ich ob der Diskussion sehr schmunzeln musste. Falls es doch ernst gemeint sein sollte, greife ich mir nachträglich an den Kopf, wenn man so ein Gedöns um ein Wort macht, welches nebenbei auch ein urdeutscher Nachname ist, womit ich das Mainzer Fastnachtsurgestein Ernst Neger meine. Muss man ihn posthum in Ernst N-Wort umbenennen? Und ganz im Ernst, Rassismus findet unabhängig von Worten statt und ich finde es unverschämt, wie bestimmte Gruppen sich die Deutungshoheit über Wörter anmaßen. Kurz zur Affensache – ist Okeke weniger rassistisch, weil es (auch) ein afrikanischer Name ist? Warum hat man das Äffchen nicht einfach Kevin genannt. Oder Ernst? Naja, first world problems. In diesem Sinne – Heile Heile Gänsje!

  22. der hat NEGER Gesagt:
    http://www.youtube.com/watch?v=M-57y72vq6U
    Harald Schmidt ruft zum Spenden für arme Neger auf
    Du Neger? Aaaaahhh, schwarze Füß!:
    http://www.youtube.com/watch?v=M-57y72vq6U
    Lalala: Verna Mae Bentley-Krause – Ich Liebe Deustcheland:
    http://www.youtube.com/watch?v=Wxmia7CA3lA
    Am besten diese drei Clips bei der Podiumsdiskussion in Berlin aufführen und dazu Appetithäppchen reichen wie Negerküsse und Zigeunerwürstel.
    Wünschen würde ich mir auch das Zitieren von Originalausgaben der Autoren A. Lindgren und O. Preußler aus den Werken wie “Lotta aus der Krachmacherstraße” “Pippi Langstrumpf im Takatukaland” und “Die Kleine Hexe”. Letzteres wird im Neusprech jetzt so verlegt: Messerwerfer statt Negerlein, Seeräuber statt Hottentottenhäuptling und Indianerinnen statt Eskimofrauen. Aber Seeräuber*innen liest sich gar nicht so lustig wie Hottentottenhäuptling. Den Negerkönig werde ich mir genauso bewahren ohne damit irgendetwas rassistisches zu verbinden.
    Bei der Podiumsdiskussion bitte mal jemanden einladen der Ahnung von der Materie hat und nicht beim ersten “der hat Neger(Jehova) gesagt” mit Betroffenheitsgejohle die Tribüne verlässt z.B. den amerikanischen und schwarzen Entertainer Ron Williams. Er wurde übrigens 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Engagement gg. Rassismus ausgezeichnet.
    Fräulein Rottenmeier wussten Sie eigentlich, dass das “Fräulein” nach der deutschen PC eigentlich auch verboten gehört? In anderen Sprachen hört sich das auch wesentlich besser an wie “Miss” oder “Mademoiselle”. ;-)
    Arme deitsche Sprache, da kann man / frau nur den Kopf schütteln.
    Gruß
    der alte Fritz – nur echt mit dem Sarottimohr

  23. Olivia says: “Ich sage immer Neger.”

    Jetzt müssen Sie nur noch jemanden finden, den dass interessiert..

  24. Ich sage immer Neger.

  25. Mögen die beiden Türken und die Negerin auf dem Foto in ihr Herkunftsland oder das ihrer Eltern zurück gehen, dann müssen wir hier nicht über Neger und ähnlichem Unsinn rumdiskutieren und können uns wieder um unser Land und seine Bürger kümmern.

  26. Ich werde meinen kindern eintrichtern nicht das n-wort zu verwenden, wenn ich dann irgendwann einen anruf aus der schule bekomme weil sie neger sagen würden verweise ich auf diese debatte und sage das es mir leider unmöglich war das n-wort meinen kindern gegenüber auszusprechen weil das ja rassistisch gewesen wäre…

    Ich finde es nicht ok offensiv mit dem wort umzugehen oder gar menschen damit zu beleidigen auch die streichung aus kinderbüchern befürworte ich aber die kontextualisierte verwendung und zitierung ist wichtig. Da scheiß ich auf den ISD!

  27. Ein N-Wort mit Gazelle zagt im Trown nie.

    Sorry, aber dies ist wirklich die kleinkarierteste Debatte seit langem. Wenn jetzt schon Martin Luther King-Reden mit schwarzen Balken überzogen werden müssen, weil einige wohl den Begriff “Kontext” nicht ganz verstehen, vergeht mir echt die Lust am Lesen, geschweige denn am Diskutieren.

  28. Jan says: “Wie stehen sie eigentlich zu dem Wort Fotze? Wäre das keine gute Anrede für Sie?”

    Wenn es denn Ihrem Seelenfrieden dient, nur zu! ;-)

  29. Sehr guter Punkt, Achim. Ich habe nach einem Ersatzlink gesucht zu einer politisch korrekten Seite, auf der man sich über den Affenvorgang informieren kann. “Der braune Mob” schreibt auch über die Sache, aber reißt das nur kurz an und verweist sonst vor allem mit einem Link auf die taz: http://blog.derbraunemob.info/2009/07/13/obama-gehege-zoo-dresden-benennt-affen-gern-nach-schwarzen-beruehmtheiten/

    Darf man eine Seite verlinken, wenn man von dort aus nur einen Klick später auf einer rechten Seite landet? Das scheint mir problematisch.

    Sonst berichten über die Affensache hauptsächlich Mainstreammedien, bei denen natürlich ebenfalls nicht sichergestellt ist, dass die Sprachvorgaben der ISD eingehalten werden. Ich sehe darin ein erhebliches Defizit, weil es natürlich für alle Leser, die sich nur in politisch korrekt geschriebener Sprache informieren wollen, praktisch unmöglich gemacht wird, sich über das Weltgeschehen umfassend zu informieren.

    Ich sehe hier eine Marktlücke für den ISD, der vielleicht ein solches Informationsangebot aufbauen könnte (natürlich ohne Links auf andere Webseiten).

  30. ist ja toll, dass die taz hier den Link auf eine rechte Seite löscht. Aber ich finde das unlogisch, dann stattdessen einen Link zu einer anderen rechten Webseite zu setzen, auf der das N-Wort verwendet wird, Kolonialismus verharmlost wird, Genozid relativiert wird und ISD-Vorstandsmitgliedern nicht der gebührende Respekt entgegengebracht wird.

  31. joerg Neubauer: Danke für den Hinweis, der Link ist gelöscht.

    Wer sich über den Vorgang mit dem Affen weiter informieren möchte, kann das zum Beispiel hier: http://www.taz.de/!37432/

  32. Super, taz. Da schreibt man eine viertel Stunde an einem Comment, und dann sowas:

    FEHLER: Could not read CAPTCHA token file.

    und alles ist futsch..

  33. Der Link zum Posting “Witz am Sonntag” weist auf eine braune Ecke. Das kommt in der taz vermutlich als “grenzüberschreitend” und “Meinungsvielfalt” an.

  34. Fräulein Rottenmeier, wenn sie sich ein bißchen mit der Geschichte auskennen würden, wüssten Sie warum das nicht lächerlich ist. Stichwort: Völkerschau.

    Im übrigen finde ich Sie richtig eklig. Auf jeder Diskussionsseite zu diesem Thema lassen Sie ihren Senf ab, als wäre das N-Wort zu benutzen ihr größtes Steckenpferd.
    Sie sind ein_e Rassist_in.

    Wie stehen sie eigentlich zu dem Wort Fotze? Wäre das keine gute Anrede für Sie?

  35. Mein alter Freund Anima N. (bekannte Familie aus Nigeria, Afrika, wo auch mit Doppelnamen Fela R.-K. mit beruehmter Grossmutter herkommt) hat mir zu dem Thema gesagt, an dem Wort Neger sei ueberhaupt nichts auszusetzen, denn das komme von nigra (Latein wie Porta Nigra in Trier) und hiesse schwarz. Solange sich die an kritischer Geschichtsaufarbeitung und einer “besseren” Politik in der Zukunft, was noch viel wichtiger ist, interessierte Szene sich ueber solche Nebensaechlichkeiten aufregt,m wird sie nie zu Potte kommen. Wer sich darueber aufregt ist nicht ernstzunehmen, period! Strohdoof, to put it mildly. Genau falsch, ein Verstaendnis von Politik, wonach diese Menschen auch auf keinem anderen Gebiet ernstzunehmen sind. Es geht nicht um unseren Bauch.

  36. Der Witz zum Sonntag

    Konfrontiert mit dem Vorwurf des Rassismus hat sich der Dresdner Zoo entschieden, einem jungen Äffchen namens “Obama” einen anderen Namen zu geben. Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) nahm Anstoß daran und forderte die Umbenennung des Äffchens. Eine solche Namensgebung sei rassistisch.
    “Die Wahl sollte etwas Positives ausdrücken”, sagte die Dresdner Tierpflegerin Manuela Collmar. Der Name solle den amerikanischen Präsidenten ehren auch anlässlich seines Besuchs in Dresden.

    (Link gelöscht – Sebastian Heiser)

    jetzt heißt der Affe “Okeke”

    http://www.transfermarkt.ch/de/martins-ikenna-okeke/profil/spieler_65580.html

    rofl

    all I can say: happy Little Africuns – not a care in the world ;-)

  37. Betr.: Neger Ja oder Neger Nein

    Liebe Tazer, schon länger gilt das Verhältnis der ISD zu einer breiten Öffentlichkeit als angespannt. Es ist Zeit, dass sich die taz kritisch mit dem Thema ISD auseinandersetzt.

    Wir sammeln bis zum 30.05.13 Unterschriften! Bitte eine Mail an die taz schicken

  38. Ich wette mein gesamtes Hab und Gut, dass wenn ich eine Initiative für weiße Menschen gründe, die TAZ mit anderen Medien eine Medienkampange sonders gleichen vom Zaun brechen und mit den üblichen Keulen alles und jeden tot schlagen würden, der dies irgendwie verteidigt. Doppelmoral? Heuchelei? Nein, ganz einfach linksgrüne Moral und Staatsräson.

  39. Bernd says: “Ich empfehle allen, die sich zum Thema Rassismus in Deutschland informieren wollen, den Web-Blog http://www.derbraunemob.info. Ein Lektüre würde diese Diskussion abkürzen.”

    Web-Blog http://www.derbraunemob.info.: 2.7.2010
    “DRINGEND: Und wieder veranstalten deutsche Tiergärten (Berlin; Eberswalde) ‚afrikanische’ Tage, in deren Rahmenprogramm afrikanische Menschen sowie ihre Darbietungen, Kunst und Kultur Gegenstand eines Zoobesuchs werden sollen.
    Bitte helfen Sie mit, dass die Geschichtsblindheit und die Verortung afrikanischer Menschen und Kulturen in Tierparks endlich aufhört!”

    Die Lektüre würde diese Diskussion tatsächlich abkürzen. Das ist ja lächerlich….

  40. Bernd says: “Übrigens darf jeder ungestraft “Rassist” genannt werden, der einen Schwarzen öffentlich als “N…” bezeichnet.”

    na und ?

  41. ich frag mich da nur warum wird nicht über das s-wort geredet?
    im gegensatz zu manchen abwandlungen des n-wort ist das s-wort nur neutral oder negativ besetzt. traut sich da niemand oder warum? die homosexuelle gemeinde ist ja auch nicht grade klein und macht ja große fortschritte.

    übrigens in meinen bekanntenkreis ist niemand dafür das n-wort total zu streichen und zu leugnen das es existiert. das gilt auch für die “betroffenen”

  42. “But one hundred years later, the Negro still is not free.”

    Vermutlich würde Martin Luther King das heute anders sagen. Aber als Zitat wird man das wohl nicht nur weiter verwenden dürfen sondern müssen, da historisch nun mal nur so korrekt.

  43. @ Rottenmeyer:
    Ein fragwürdiges Demokratieverständnis legen Sie an den Tag. Übrigens darf jeder ungestraft “Rassist” genannt werden, der einen Schwarzen öffentlich als “N…” bezeichnet. So lautet ein Urteil des Amtsgerichts Schwäbisch Hall vom 15. Juni 2000.
    Ich empfehle allen, die sich zum Thema Rassismus in Deutschland informieren wollen, den Web-Blog http://www.derbraunemob.info. Ein Lektüre würde diese Diskussion abkürzen.

  44. Verwirrter*innen

    Liebes Fräulein Rottenmeier,
    hinsichtlich der Sprachbevormundung Neger/N-Wort sprechen Sie mir aus der Seele.

    Wünschen würde ich mir allerdings, dass Sie solche pseudo-politisch-korrekten Wortungetüme wie “Verwirrter*innen” vermeiden. Die gibt es genauso wenig wie “Mitglieder*innen”. Halbwegs korrekt in Ihrem Satz wäre “Verwirrte/r”.

    Noch ein Hinweis an die Sprachbevormunder: Wenn schon, dann “Neger*in”.
    Nichts für ungut :-)

  45. Liebe taz,

    das finde ich großartig, dass Ihr Euch Euch der Diskussion stellen wollt und gerne die Grenze diskutieren wollt, wann Zensur einsetzt und eine Diskussion verunmöglicht wird.
    Gerade hierzu fände ich es wahnsinnig spannend eine Podiumsdiskussion zum Thema, wann darf Rassismus angesprochen werden und wann wird diese Diskussion tabuisiert ? Hier könnten z.B. die begrifflichen Umschreibungen von …äh.. Rassismus, wie Xenophobie, Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus, etc… zusammengetragen werden. Begriffe, die mit, …äh.. Rassismus zu tun haben, aber bloß das R-Wort nicht in den Mund zu nehmen. Und Schwarze Menschen in Deutschland zu fragen, wann werden ihre Rassismuserfahrungen tabuisiert und wann nicht? (hier wäre auch ein Blick auf die UNO Rüge zu Deutschland und Sarrazin bestimmt sehr aufschlussreich, oder die Reaktion der Zeit auf die Entscheidung von O. Preußler und seinem Verlag).
    Oder eine Podiumsdiskussion zur deutschen Kolonialgeschichte und sich zu fragen, was hat die Geschichte von damals mit heute zu tun? Und diese Beziehung aus Sicht derjenigen beschreiben zu lassen, die damals kolonisiert wurden.
    Oder eine Diskussion darüber, was bedeutet es für die deutsche Gesellschaft wenn sie die Benutzung des N-Wort toleriert, während in München ein Gerichtsverfahren gegen rassistische Terroristen eröffnet wird – aber die politische Dimension von Rassismus im Nachkriegsdeutschland durch alle Institutionen hinweg banalisiert werden? Es keinen Aufstand der Anständigen gibt? Und weiterhin von ‘Pannen’ und ‘Mißgeschicken’ die Rede ist, und der institutionelle Rassismus als Vorurteil, als Nicht-Wissen, als Ignoranz ganz tief im institutionellen Handeln verankert ist und zum Himmel schreit – und keine/r will es sehen und das skandalisieren?

    Dies sind nur einige der Vorschläge, die mir einfallen, wenn wir hier in Deutschland eine Diskussion über Rassismus (und das werden wir diskutieren müssen, wenn es um das N-Wort geht) voranbringen wollen und es besser machen wollen – und auch können.

    Liebe taz, ich bin irrsinnig gespannt auf Eure neue Reihe!

    #servicekommentar

  46. Das Wort Neger klingt nach 50er Jahre, ist altbacken und wird sowieso in Vergessenheit geraten.
    Soviel Aufregung um ein Wort.

    Veredelungsworte nutzen sich auch ab.

    Entscheident ist, was man fuer ein Verhältnis zu Hyperpigmentierten Menschen hat.

  47. wie wärs mit aneignen? die us-rapper haben es gemacht, das wort hat den schrecken verloren. hat mit den begriffen schwuchtel, transe, queer, gay usw. auch geklappt. erst aneignen, dann interessiert es niemanden mehr, und dann in den müll damit. transige grüße, alf.

  48. Natürlich kann ich es als Weißer nicht bis ins Letzte nachvollziehen wie schmerzhaft dieses Wort sein kann, aber: das Ändern von Wörtern im Sprachgebrauch ist nicht unbedeutend, letztendlich entscheidet jedoch die Diskussion darüber wie über solche Wörter gedacht wird. Wenn die Worte bei der Diskussion nicht genannt werden, weil es die Initiative Schwarzer Menschen nicht wünscht, kann das so eine kontraproduktive Wirkung haben. Denn frei nach Wittgenstein können wir über solche Worte reden, keine Wortbedeutung ist in Stein gemeißelt, Sprache ist enorm wandelbar.

  49. Nur nochmal zur Errinnerung: Es ging um ein Zitat (!) von Martin Luther King nach der offiziellen (!) Übersetzung der ameriaknischen Botschaft.
    Es wurde niemand beschimpft oder herabgesetzt (von der unseglichen Bügelgeschichte die danach passierte abgesehen).
    Ich finde es gut wenn in Neuauflagen von Pipi Langstrumpf nicht mehr “Negerkönig” steht. Denn es ist beleidigend.
    Aber wo kommen wir denn hin wenn wir Zitate verfälschen?

    p.s.

    I am happy to join with you today in what will go down in history as the greatest demonstration for freedom in the history of our nation.

    Five score years ago, a great American, in whose symbolic shadow we stand today, signed the Emancipation Proclamation. This momentous decree came as a great beacon light of hope to millions of Negro slaves who had been seared in the flames of withering injustice. It came as a joyous daybreak to end the long night of their captivity.

    But one hundred years later, the Negro still is not free. One hundred years later, the life of the Negro is still sadly crippled by the manacles of segregation and the chains of discrimination. One hundred years later, the Negro lives on a lonely island of poverty in the midst of a vast ocean of material prosperity. One hundred years later, the Negro is still languished in the corners of American society and finds himself an exile in his own land. And so we’ve come here today to dramatize a shameful condition.[...]

  50. twigmac says: “Wenn mir jemand sagt, dass sie oder er sich durch mein Verhalten verletzt fühlt, dann muss ich etwas an mir verändern.”

    Das perlt. Es bleibt Ihnen unbenommen, Ihr Fähnchen nach jedem Windhauch zu drehen. Das Wort Neger ist NICHT verboten und nur weil eine Reihe (überwiegend weisser) Verwirrter*innen es sich auf die Fahne geschrieben haben, die taz wegen einem kleinen Ausrutscher zu mobben, muß man nicht auf den Zug aufspringen.

  51. Nanu!Was ist denn hier entbrannt? Ein offener Brief nach dem anderen wegen einer polemischen Kolumne die höchstens amüsante Abendlektüre ist !?

    Ich finde es mal an der Zeit, dass sich das linke Klientel mal selbst hinterfragt, ob es sich immer in angemessener Weise respektvoll gegenüber jeglichen Minderheiten sich in Wort, Schrift und Bild verhält. Die Problematik Rassismus und Relativierungen von Genoziden ist nicht mehr das alleinige Revier der Braunen, Gestrigen und Rechten.
    Vielmehr auch bereits im linken Lager angekommen. Wissenschaftliche Forschungen haben das Bewiesen. Aber so wird wenigstens mal der eine oder andere (Klein)Geist angeregt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt ;)

  52. @berit Pohle

    ‘Fortschreiben von Machtverhältnissen’ in dem jetzt die anderen bestimmen können wenn ein Wort benutzt werden kann und wann nicht.
    Ganz toll, ist ihnen schon mal in den Sinn gekommen das abseits von gesellschaftlich konstruierten Rollen, Normen und Machtverhältnissen es keine Instanz gibt die irgendetwas zu beurteilen, bestimmen und zensieren hat?
    Das sollte man im Hinterkopf behalten wenn sich irgendwelche Personen als Autoritäten aufspielen.

  53. Was ich wirklich unerträglich an dieser Initiative finde, ist ihr unfassbarer Glaube Recht zu haben. Wenn Frau Otoo Artikel mit “Einfach mal zuhören” überschreibt, dann ist da nichts gegen zu sagen. Aber “zuhören” bedeutet halt nicht “auf jemanden hören”. Ich kann mir auch noch fünf weitere Artikel von Sharon Otoo oder drei Podiumsdiskussionen mit ihr geben. Genauso könnte ich mir auch das CSU-Wahlprogramm durchlesen oder einer Rede von Guido Westerwelle beiwohnen. Und ähnlich verhält es sich mit der Forderung “als Expert_innen zum Themenfeld Rassismus und Diversity anzuerkennen”. Ich erkenne von mir aus, die komplette Initiative als Experten zu Rassismus nach ihrem Critical Whiteness Verständnis an. Kein Problem. Genauso kann ich auch akzeptieren, dass Uli Hoeneß ein Experte in Sachen Steuergerechtigkeit nach seinem Verständnis ist.
    Diese Initiative ist nur leider der Meinung, und das scheint mir das grundsätzliche Missverständnis der ganzen Debatte zu sein, dass nur weil man ihnen zuhört oder auch anerkennt, dass sie sich in einer bestimmten Strömung der Rassismustheorie auskennen, dass man dann auch ihre politische Haltung teilen muss und tun und lassen muss, was sie sagen.
    Und das ist leider ein Missverständnis und zwar eines, was in der Regel spätestens im Alter von drei Jahren ausgeräumt ist, wenn man realisiert, dass all die anderen Kinder, deren Schippen und Sandburgen nicht zur eigenen Belustigung da sind. Kurz: dass es auch andere Menschen gibt, mit eigener Meinung, die dankend darauf verzichten können, ein Rassismusverständnis in der Tradition des rechten bzw. rechtsradikalen Flügels der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung aufgedrückt zu bekommen.
    Danke, ham´wer gesehen, brauchen wir nicht – spielt ohne uns.

  54. Liebe taz,

    was soll das nützen, zum einhundertausendsten Mal über “die Frage, wann Diskussion unmöglich gemacht wird und wo Zensur beginnt” zu diskutieren?

    Es ist so einfach, liebe, taz! Du hast Menschen beleidigt. Menschen haben sich durch Dein Verhalten und Deine Äußerungen verletzt gefühlt und es Dir gesagt. Bereits während der Diskussion auf dem tazlab. Du wurdest gebeten, damit aufzuhören. Du hast weitergemacht. Du machst immer noch weiter.

    Liebe, taz, fühlst Du Dich ebenfalls gekränkt? Zu unrecht verurteilt? Wurdest auch Du verletzt? Du fühlst Dich in Deiner Meinungs- und Ausdrucksfreiheit beschnitten?

    Ich kann das verstehen, sogar gut, aber bitte, liebe taz, bitte verstehe die folgenden Worte.

    Deine und auch meine Meinungs- und Ausdrucksfreiheit enden dort, wo die Würde des anderen beginnt. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, aber sie ist eben nicht das höchste Gut. Die Menschenwürde steht über ihr. Und die wird hier eingefordert, nicht mehr und nicht weniger.

    Auch wenn ich dafür meine Komfortzone verlassen muss. Wenn mir jemand sagt, dass sie oder er sich durch mein Verhalten verletzt fühlt, dann muss ich etwas an mir verändern.

    Bist Du bereit, liebe taz?

  55. Ich denke, es ist irrelevant welches N-Wort gemeint ist. Jedes dieser Worte ist rassistisch.

  56. @Max Wagner: idR ist nicht klar, was mit “N-Wort” gemeint ist, wenn es vorher nicht geklaert wurde. Neger, Nigger, Negro?

    Das unterscheidet einen an journalisitischen, and breite Leserschaft gerichteten Artikel in einer Zeitung von einer internen Diskussion mit definierten Begrifflich- und Befindlichkeiten.

  57. Max, in einem anderen Blogbeitrag hatte die taz nur von “N-Wort” geschrieben. Das verstand jemand falsch und vermutete in den Kommentaren, es handele sich um das Wort “Nutte”: http://blogs.taz.de/hausblog/2013/04/30/geschenk-per-paket-ein-bugelbrett/#comment-22582

  58. Wenn es um die Verwendung eines diskriminierenden Begriffs geht hat es gar nichts mit Demokratie zu tun, wenn diejenigen, die nicht durch diesen Begriff diskriminiert werden, entscheiden, ob der Begriff weiter verwendet wird. Die Umsetzung einer solchen Idee wäre Fortschreiben von Machtverhältnissen.

    Ich hoffe, auf dem neuen Podium wird dieses Mal nicht nur eine Schwarze Person sitzen und die Person, die für die Moderation ausgewählt wird, ist keine, die sich bereits im Vorfeld durch polarisierende, provozierende und Kritik ignorierende Äußerungen aufgefallen ist. Das gleich hoffe ich, in Bezug auf die gesamte Besetzung des Podiums. Eine konstruktive und auch kontroverse Diskussion kann auch erreicht werden, ohne einen Eklat bereits durch die Auswahl der Diskutant*innen vorzuprogrammieren.

  59. Dass die taz die Leser abstimmen lassen würde, ob man Neger sagen “darf” oder nicht, ist bestenfalls frommes Wunschdenken.

    Denn das wahrscheinliche Ergebnis würde sich nämlich bestimmt nicht mit Frau N-Wort Otoos Meinung in Übereinstimmung bringen lassen…

    Neuer Slogan gefällig:
    “Die taz, mehr N-Wort, weniger Neger.”

  60. Also die Idee mit der Abstimmung meine ich, die finde ich gut.

  61. Jonas Hannemann: Unabhängig davon weiß trotzdem jede*r was mit dem N-Wort gemeint ist, und gerade im Kontext, dass die Taz beschuldigt wurde, unsensibel mit dem Wort umzugehen, ist es meiner Meinung nach wirklich ungeschickt, es weiterhin auszuschreiben. “Die haben’s auch gemacht” ist halt kein Argument, sorry.

    Fräulein Rottenmeier: Ja, nennen Sie’s Demokratie. Die in Richtung Diskriminierung blinden Privilegierten darüber abstimmen zu lassen, wie mit den Diskriminierten zu verfahren ist, hat trotzdem nicht viel mit Gerechtigkeit zu tun. Würden alle Menschen fair behandelt werden, müssten wir diese Diskussionen nicht führen. Ist aber nich so. Caps Lock macht das auch nicht wahrer.

  62. Max Wagner, schauen Sie mal in den offenen Brief. Dort wird das Wort einmal ausgeschrieben und ansonsten der Begriff “N-Wort” benutzt. Genauso hält es hier auch die taz.

  63. Bernd says: “Das ist Alltagsrassismus!”

    ich nenne das DEMOKRATIE.

    Wie war das noch : ALLE MENSCHEN SIND GLEICH

  64. Ich find die Idee gut.

  65. Das ganze Ding ist passiert, weil das N-Wort übermäßig und respektlos benutzt wurde. In der x-ten Stellungnahme zu der ganzen Sache schreiben Sie es IMMER NOCH aus. Warum? Wollen Sie aktiv provozieren und verletzen?

  66. Bei dem Vorschlag, die Leser über das N-Wort abstimmen zu lassen, bleibt mir die Spucke weg. Mit welchem Recht sollte sich eine vermutlich mehrheitlich weiße Leserschaft anmaßen, zu bestimmen, wie Schwarze benannt werden dürfen? Das ist Alltagsrassismus!

  67. “Deshalb wird am kommenden Freitag auf den Meinungsseiten der taz eine Debattenserie zum Thema beginnen.”

    Ich schlage vor, die taz Leser abstimmen zu lassen, ob sie das Wort “Neger” weiterhin benutzen möchten.