vonandreas bull 05.10.2015

taz Hausblog

Wie tickt die denn? Der Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Gibt es eine Konkurrenz der taz-Produkte? Nein! Unsere LeserInnen schätzen Wahlfreiheit

Vor ziemlich genau fünf Jahren wagten wir, was wir jahrelang erwogen, aber immer wieder verschoben: ein separates Abonnement nur für die Samstagsausgabe anzubieten.

Zu groß war die Befürchtung, der günstigere Abo-Einstandspreis der taz am Wochenende könne die Auflage der Werktagsausgabe kannibalisieren, deren publizistische Relevanz schmälern und auch wirtschaftlich nicht hinreichend ertragreich sein.

Eine wichtige Erfahrung, die unsere Entscheidung für die Diversifizierung beeinflusste, stammte aus der taz-Genossenschaft: Um die Kapitalbasis für bestimmte Investitionen in Teilbereiche zu stärken, hatte die taz mit der Entwicklungs GmbH & Co. Medien KG im Jahr 2005 erfolgreich rund drei Millionen Euro Kommanditkapital eingesammelt – ohne gleichzeitig Einbußen bei der Einwerbung neuer Genossenschaftsanteile zu verzeichnen.

Und auch die taz Panter Stiftung wurde 2008 gegründet und erwarb Stiftungskapital und Spenden in Millionenhöhe im Umfeld der taz-LeserInnen – ohne die dynamische Entwicklung der Genossenschaft zu hemmen.

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Anklicken zum Vergrößern

Fazit: Bei Produkten einer starken Marke mit hoher Glaubwürdigkeit bewirkt die Diversifizierung eine Steigerung der Nachfrage. Dies stärkte und stärkt uns noch immer, weitere Produkte und Formate aus dem journalistischen Angebot der taz-Redaktion zu entwickeln.

Natürlich gab und gibt es dabei auch Wanderungsbewegungen. Aber das erhöht nur die Zufriedenheit des Publikums und die Treue zu den Ergebnissen der Arbeit der Redaktion. Und tatsächlich ist seit Einführung des separaten Wochenendabos die Anzahl der taz-Abos insgesamt angestiegen, obwohl rings um uns die Zeitungen rasant an Auflage verlieren.

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Motiv unserer Abo-Kampagne im Herbst 2015

Dennoch: Schaut man genauer auf die Entwicklung der letzten Monate, scheint eine gewisse Marktsättigung eingetreten zu sein. Für das Segment der Wochenzeitungen und speziell der am Wochenende angebotenen wie Spiegel, Süddeutsche am Wochenende und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung teilen wir diese Erfahrung mit den anderen.

Doch halten wir dagegen: Unter dem Motto „Ein Wochenende reicht nicht, um die Welt zu retten, aber lesen hilft“ bieten wir gegenwärtig wieder verstärkt Abos der taz.am wochenende zum Testen an. 1.062 LeserInnen bekommen derzeit 10 Samstagsausgaben der taz für nur 10 € im Abo nach Hause geliefert. Vielleicht kennen Sie ja jemanden, für den das Angebot passen könnte?

ANDREAS BULL ist Geschäftsführer der taz.

Für lesende WeltretterInnen: www.taz.de/taw

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http://blogs.taz.de/hausblog/2015/10/05/bull-analyse-gewinnbringende-vielfalt/

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kommentare

  • Warum gibt es keine taz-Gutscheine? Am häufigsten lese ich die taz zurzeit klassisch gedruckt. Bin gerade am Nachdenken über den Artikel des russischen Journalisten und Flüchtlings Arturs Akhmetgaliev über seine anstrengende Flucht vor Homophobie aus der taz.am wochenende. Las ich im Bus, sehr angenehmes Druckbild. Sobald es jedoch wieder kälter wird und ich vermehrt an stationären Desktops sitze, werde ich das Lesen neuer epaperArtikel via vieler geöffneter Browsertabs wieder praktischer finden. Ich brauch das meistens, das Einzelne. Ich fände es fast pervers, würde ich nach einer krassen Geschichte wie der von Artur Akhmetgaliev gleich zum nächsten Thema überlesen. Lieber erst andere Aufgaben angehen, denke ich mir dann.

    Jedenfalls, ich bin noch viel zu spontan als dass ich mein Leseverhalten in ein Abo kriege. Hätte ich ein anonymes Guthabenkonto für alle tazprodukte bei der taz so wie bei Prepaidkarten, am besten mit einem modifizierten isbncode für tankstellen, würde ich mehr taz meinen Lesewünschen besser entsprechend mehr kaufen. Warum gibt es keine taz-Gutscheine für die tazzen? Wäre das zu viel an Vielfalt?

    • Zuviel Vielfalt? Eher: wir sollten uns nicht verzetteln. Die taz bietet aus unserer Sicht für die meisten Lesebedürfnisse die geeigneten Formate [https://www.taz.de/digitaz/.e-abo ] zu sehr verträglichen Preisen an. Unsere publizistische und wirtschaftliche Strategie ist dabei ganz klar auf Abonnements ausgerichtet. Sie allein bieten die Gewähr, dass das Redaktionskollektiv der taz täglich unabhängig von den einzelnen Verkaufserfolgen oder –Prognosen journalistische Beiträge besorgt und veröffentlichungsreif publiziert.
      Denn nicht nur marktgängige Artikel, sondern auch solche, die anecken, Zumutungen enthalten oder die aufgrund thematischer Spezialität nur ein kleines Publikum finden, sollen mit genau so großem Aufwand und Sorgfalt erarbeitet und zur Verfügung gestellt werden können wie solche mit hoher Einschaltquote. Allein aus Angebot und Nachfrage wird es für einzelne Ergebnisse des professionellen journalistischen Handwerks keine kommerziell hinreichende Selbstregulierung geben. Die durch die digitale Transformation der Mediennutzung geänderten Rahmenbedingungen lassen eine belastbare Finanzierung durch Vertriebserlöse und eine Quersubvention durch Anzeigenerlöse nicht mehr zu.
      Natürlich gibt es auch einen Markt für einzelne journalistische Artikel. Die Möglichkeit, für diese ganz komfortabel einen freiwilligen Beitrag zu zahlen, bieten wir auf taz.de durchaus an. Aber solches Micropayment wird nach unseren Prognosen ein Randbereich bleiben. Wir werden uns weiter konzentrieren auf die Subskription auf die professionelle Leistung der taz-Redaktion – bekannt als Abonnement. Für die meisten Bedürfnisse bieten wir die passende Konfektionsgröße:
      – das freiwillige taz-zahl-ich-Abo für 5 € monatlich, um die schrankenfreie Nutzung von taz.de für alle zu ermöglichen
      – die tägliche Zeitung als ePaper für 12,95 € (20 % der Abonnenten zahlen dafür freiwillig 20 € und mehr)
      – das Abo der gedruckten taz.am wochenende für 15,90 €
      – das Kombiabo aus ePaper und taz.am wochenende für 25,90 €
      – das Abo der täglichen taz gedruckt nach Hause für ebenfalls mindestens 25,90 € (drei Viertel der Abonnenten zahlen freiwillig 43,90 € oder sogar 54,90 € monatlich)
      Da müsste doch das Richtige für Sie dabei sein!
      Abu, 23.10.15

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