vonhausblog 19.09.2018

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Die taz hatte neulich Besuch. Einen Tag lang schauten sich Isabell Hülsen und Alexander Kühn vom Spiegel in der Redaktion um, saßen mit uns in der Konferenz, redeten mit Leuten und schrieben einen Artikel über die taz von früher und die taz von heute.

Sie beobachteten, wie Themenchefin Katja Kullmann und Nachrichtenchefin Ute Zauft die Aktualität im Blick hatten und Ideen entwickelten. Wie Sunny Riedel die Titelseite machte. Wie Nina Apin und Silke Mertins Kommentare einsammelten. Doch die Namen all dieser Frauen tauchen in der Spiegel-Geschichte nicht auf.

Vielleicht besucht die taz ja mal den Spiegel

Vier Menschen haben die Ehre, im Text mit Namen vorgestellt und direkt zitiert zu werden. Darunter: vier Männer, null Frauen. Tatsächlich kommt keine einzige Frau, die heute bei der taz arbeitet, namentlich im Artikel vor. Nina Apin wird zwar kurz zitiert – doch statt ihres Namens steht da nur: „die Meinungschefin“. Was die Leser*innen aber erfahren, ist: der Name eines (männlichen) Hundes.

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40 Jahre taz im Großformat. Eine Reise durch die Zeitgeschichte mit der Geschichte einer Tageszeitung: der taz.

Dabei haben Hülsen und Kühn das Thema Gender auf dem Schirm. Hülsen ist sogar Mitbegründerin der Initiative „Dverse Media“, die sich für Diversität im Wirtschaftsjournalismus einsetzt. taz-Chefredakteur Georg Löwisch habe den „Makel des falschen Geschlechts“ wettgemacht, indem er zwei Frauen als Stellvertreterinnen in die Chefredaktion geholt habe, schreiben sie. Wie sie heißen – Barbara Junge und Katrin Gottschalk – war nicht der Erwähnung wert.

Vielleicht besucht die taz ja mal den Spiegel. Um die Schniedel-Quote auszugleichen, reden wir dann aber nur mit Frauen.

Von DINAH RIESE, Redakteurin taz1

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https://blogs.taz.de/hausblog/frau-nicht-im-spiegel/

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kommentare

  • Richtig so, gleich mal eingeschnappt sein und als Gegenreaktion einen auf Kindergarten machen. Dann reden wir aber nur mit Frauen…. *augenroll*

    Schon mal daran gedacht:
    – die Meinungen nicht aller Interviewten waren evtl. nicht geeignet für den Artikel?
    – bei so wenig Namensnennungen ist es schlicht Zufall, dass keine Frau auftauchte?
    – Ihr habt einen Rüden in der Redaktion? Achtung Ironie: Warum nicht noch eine Hündin und aus Diversitätsgründen ein Vertreter des LGBT-Spektrums und mindestens ein Migrationshund? Ihr faschistoiden Unterdrücker.
    – Das Gender-Problem ist in eurem Kopf, nicht in der Realität?

    Ich kann so einen Blog-Entrag nicht ernst nehmen. Und warne gleich mal: Vorsicht, hinter der nächsten Ecke wartet bestimmt noch mehr Frauenhass und patriarchaische Unterdrückung. Echt!

    • Und ich dachte schon es gäbe gesellschaftliche Strukturen, die zu so männerdominantem Zeug führen. Gut, dass Sie aufklären und endlich deutlich machen, dass seit Jahrtausenden der reine Zufall Frauen unterdrückt.
      Ihre Bagatellisierung ist Teil des Problems, weil Sie Herrschaftsstrukturen leugnen und damit genau zu dieser fragwürdigen Erzählung beitragen, dass Frauen doch längst gleichberechtigt wären.
      Die Gegenreaktion finden Sie kindisch, sehen aber nicht, dass es genau das gleiche ist. Für die Männerseite rechtfertigen Sie diesen Unfug. Heute schon gecheckt wer eigentlich welche Privilegien hat?

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