vonBlogwart 27.12.2016

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Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Christian Specht, 47, ist politisch engagiert und unter anderem Mitglied im Behindertenbeirat in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg sowie im Berliner Rat Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet für die Zeitung regelmäßig den „Den Specht der Woche”.

Bei der freundlichen Übernahme der taz durch Menschen mit Behinderung Anfang Dezember 2016 war er selbstverständlich Teil der Chefredaktion.

Zuletzt erschien eine Zeichnung Christians am 23.12.2016. Unter dem Titel „Gegen die Angst” gab er zu Protokoll: „In meinem Bild geht es um den Lkw, der am Montagabend am Breitscheidplatz in die Stände gefahren ist. Ich wollte keine Menschen malen, weil das für mich das Gleiche ist, wie die Opfer am Schauplatz anzugaffen. […]

bildschirmfoto-2016-12-27-um-12-44-59Bei mir zu Hause in der Lebenshilfe haben nun einige behinderte Menschen Angst. Eine Klientin möchte das Haus nicht mehr verlassen und hatte sogar eine Panikattacke. Ich habe auch ein wenig Angst, aber ich möchte mich von so jemandem nicht einschüchtern lassen. Sonst hat derjenige ja erreicht, was er wollte.”

Dazu erreichte uns an den Feiertagen ein Leserinnenbrief, den wir hier gerne wiedergeben:

„Lieber Herr Specht,

ich möchte Ihren letzten „Specht der Woche” zum Anlass nehmen, um mich zu bedanken. Ich lese Ihre Kommentare in Bild und Schrift immer sehr gern. Mich freut es, dass durch Sie in der taz auch das Leben von Menschen mit Beeinträchtigung auftaucht. So erzählen Sie diesmal von der Angst, die in Ihrem Zuhause (=in der Lebenshilfe) ausgelöst ist. Sie sagen, dass Sie bemüht sind, sich, mit uns allen zusammen, nicht angstigen zu lassen. Und trotzdem ist sie ja auch da – die Anst, und manche kriegen halt auch große Angst und können es nicht so schnell verstehen, was da passiert ist. Auch von denen sprechen Sie. Und auch für die malen Sie ihr Bild, um das, was passiert ist, zu verarbeiten. Gut so!
Ich würde mir wünschen, dass mehr journalische Arbeit auch von Menschen mit Beeinträchtigung gemacht werden könnte. Ihre kontinuierliche Präsenz in der taz ist dafür ein tolles Vorbild.

Danke an die Taz und an Sie: mehr davon, weiter so,

Schöne Weihnachten!

Dr. Corinna Voigt-Kehlenbeck”

(Zeichnung: Christian Specht; Foto: Anna Spindelndreier )

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