30.05.2012 von Helmut Höge
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Tier- und Menschenschutz

von Helmut Höge

1789 kamen die Professoren und Kuratoren des königlichen Tierparks – Jardin du Roi – in Paris der Forderung der  Französischen Revolutionäre, ihn zu schließen, zuvor,  indem sie sich blitzschnell “demokratisch” umstrukturierten. Auch dem Junktim des Konvents, dass der Zoo  nur erhalten bleibe, wenn der Löwe darin nicht länger  als “König der Tiere” gelte, kamen sie sogleich nach.

Claude Lévy-Strauss meinte: Wenn er einmal zauberhafterweise einen Wunsch frei hätte, würde er gerne mit einem Tier sprechen können. Schon der Pariser Kardinal Melchior de Polignac sagte fast flehentlich, als er den im Jardin du Roi ausgestellten lebenden Orang-Utan sah: “Sprich – und ich taufe Dich!” Ludwig Wittgenstein gab demgegenüber zu bedenken: “Wenn ein Löwe sprechen könnte, wir könnten ihn nicht verstehen.”

 

 

Betrifft: “Von Natur aus böse”

taz-Artikel von Margarete Stokowski
- Ein Leserbrief dazu:

Hallo Frau Stokowski,

Ihre kolumne hat mich überrascht. Negativ überrascht,
normalerweise mag ich… weiter lesen

15.05.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 148

von Helmut Höge

“…die Pyramiden Ägyptens schaukeln mit dem Ganzen und in sich. Selbst die Beständigkeit ist bloß ein verlangsamtes Schaukeln.” (Michel de Montaigne)

 

 

3  franz. Poller in der Stunde zwischen Hund und Wolf

 

 

Im Verlag Association A haben Peter Birke und Max Henninger 12 Beiträge aus “Sozial.Geschichte Online” veröffentlicht, u.a. von Karl Heinz Roth, Kristin Carls und Silvia Federici, die sich mit den “Krisen-Protesten” weltweit befassen. Das beginnt mit einem Beitrag von Helmut Dietrich über “Die tunesische Revolte als Fanal”. Andere Autoren der Aufsatzsammlung thematisieren die Proteste in Griechenland, Spanien, Deutschland und den USA sowie die zweite Generation der Bauernarbeiterinnen im heutigen China.

Daneben sind in der letzten Zeit noch mehrere “Sonderhefte” erschienen, die sich mit den Arabischen Aufständen – ein Jahr danach – befassen:

Z.B. von der “Zeitschrift für den Orient – Zenith” – “Was vom Arabischen Frühling bleibt”, ferner von  der Le Monde Diplomatique, vomweiter lesen

03.05.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus/2.Mai

von Helmut Höge

 

Social Seeds  – in der Natur:

Pressemeldung – 2. Social Seeds PflanzenTAUSCHmarkt in den Prinzessinnengärten -
Sehr gerne möchten wir Sie zu unserem PflanzenTAUSCHmarkt am kommenden Samstag einladen. Beste Grüße. Britta Pichler

 

 

 

Social Seeds  – in der Kultur:

Dirk Teschner vom Ostberliner “telegraph” schickte dazu folgende Pressemitteilung:

“THIS IS OUR ACTION SPACE”
Kaum große Namen – der Star dieser Biennale heißt Politik. art-Korrespondent Kito Nedo unternimmt einen ersten Rundgang durch die okkupierten KunstWerke in der Berliner Auguststraße:

“Was machen Kuratoren? Die siebte Berlin-Biennale versucht die Antwort mal anders. Denn Voina, die anarchistische Künstlergruppe aus St. Petersburg und assoziierten Ko-Kuratoren der Biennale, bezeichnet das Leben im Untergrund als Teil ihrer kuratorischen Praxis. Das ist neu und experimentell. Mit Ausstellungsmanagement beschäftigen sich die Kunstaktivisten hingegen nicht, das sei, so steht es in einem zu Beginn der Großausstellung verteilten Statement, einfach sinnlos: “Ausstellungen schaden der… weiter lesen

22.04.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus/1. Mai

von Helmut Höge

 

Sigmund Freud erhoffte sich eine Überwindung des Opfers durch Verinnerlichung, “Natur” muß überwunden werden. Wilhelm Reich und nicht wenige 68er-Feministinnen gingen davon aus, dass im Matriachat Natur und Kultur – ohne Märtyrer – versöhnt werden. (Wolfgang Dreßen “Handbuch der Moral für den Bürgerstand”, abgedruckt in “Der ‘Fall’ Wilhelm Reich”, Frankfurt 1997)

 

Sterbende Amazone 1

Sterbende Amazone 2

 

Märtyrersterben – so oder so

Auf der Bonner Hardthöhe erläuterte uns 1998 ein Bundeswehr-Major die neue NATO-Verteidigungsdoktrin: “Sie ist nicht mehr nach Rußland hin angelegt, die russischen Soldaten haben inzwischen die selbe Einstellung zum Krieg wir wir auch – sie wollen nicht sterben! Außerdem ist die Stationierung von Atomwaffen in Ungarn und Polen z.B. so gut wie gesichert, es geht eigentlich nur noch darum, wie viel wir dafür zahlen müssen. Ganz anders sieht es jedoch bei den Arabern aus, mit dem Islam. Deswegen verläuft die neue Verteidigungslinie jetztweiter lesen

13.04.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 145

von Helmut Höge

“Orientkämpfer”

 

“Der Libyer war noch bleicher denn zuvor und verfolgte, beide Fäuste auf die Terrassenmauer gestützt, mit starrem Blick etwas am Horizont. Spendius beugte sich vor und entdeckte endlich, was jener betrachtete. Ein goldner Punkt rollte in der Ferne im Staub auf der Straße nach Utika. Es war die Radnabe eines mit zwei Maultieren bespannten Gefährts. Ein Sklave lief an der Spitze der Deichsel und hielt die Tiere an den Trensen. Auf dem Wagen saßen zwei Frauen. Die Schöpfe der Tiere standen nach persischer Sitte kammartig hoch zwischen den Ohren unter einem Netz von blauen Perlen. Spendius erkannte die Insassen. Er unterdrückte einen Aufschrei.” (Gustave Flaubert, “Salambo”)

 

T.E.Lawrence – Orient-Mimikry

 

Im Gegensatz zu den englischen – wie z.B. T.E.Lawrence – sind die deutschen “Orientkämpfer” relativ unbekannt geblieben. Schon vor dem 1. Weltkrieg waren das in der mit Deutschland verbündeten Türkei, damals noch ein (osmanisches) Kolonialreich, 70… weiter lesen

10.04.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 144

von Helmut Höge

 

Ägyptische Kaninchen

 

Dürer-Hase

 

In Ägypten gibt es Kaninchenfarmen und Kaninchen-Fellexporteure, sie kommen jedoch nicht wie die Katzen von dort, sondern wurden angeblich vor 1500 Jahren zuerst in Frankreich domestiziert. Auch scheinen sie gegen den Kairo-Virus immun zu sein, nicht jedoch gegen den Myxomatose-Virus, mit dem man z.B. die vor rund 150 Jahren in Australien und Neuseeland eingeführten Kaninchen bekämpft.

Auf Wikipedia heißt es dazu: “Im Verlauf eines epidemischen Zyklus, an dessen Beginn meist ein hochvirulenter Virusstamm steht und eine Sterblichkeit von bis zu 100 % nach sich zieht, kommt es zunehmend zu milderen oder atypischen Verläufen durch Abschwächung und Anpassung des Virus an die Wirte. Das ursprünglich aus Südamerika stammende Myxomatosevirus ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Die nord- und südamerikanischen Kaninchenarten (Baumwollschwanzkaninchen) zeigen nur geringe oder gar keine Krankheitserscheinungen und stellen ein natürliches Erregerreservoir dar. Feldhasen sind für das Myxomatosevirus nur wenig empfindlich. Selbst bei hohem… weiter lesen

26.03.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus – Cluster-Metastasen

von Helmut Höge

Cluster 1

Das Gegenteil von einer Kairo-Virusinfektion sind Cluster-Metastasen

Das anglo-amerikanische Wort “cluster” wird von Wikipedia mit „Traube“, „Bündel“, „Schwarm“, „Haufen“ übersetzt. Über “Schwärme” gibt es mittlerweile im Deutschen zig Diplom- und Doktorarbeiten, sogar einen Bestseller. Über den “Haufen” dagegen nur ein paar abfällige Bemerkungen – u.a. von Mao tse tung: in bezug auf das vorrevolutionäre China und seine Völker sprach er von einem “Haufen Sandkörner”. Neuerdings wird die Clusterbildung von oben forciert – wobei die Initiatoren (Politiker und Unternehmer/Investoren) von Public-Private-Partnership (PPP) sprechen.

Gegenüber PPP und Cluster-Bildung hatte sich beizeiten bereits der der Ethnologe Claude Lévy-Strauss für ein Denken und Planen auf “authentischem Niveau” ausgesprochen: Weil diese Gesellschaft die Individuen auf auswechselbare Atome reduziere und sie zugunsten des Profits zentraler, anonymer Gewalten enteigne, dürfe man gerade jetzt nicht mehr das “Niveau des Authentischen” verlassen. Und dieses existiere nur in “konkreten Beziehungen zwischen Einzelnen: Auf authentischem Niveau liegt z.B.… weiter lesen

21.03.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 142

von Helmut Höge

“Ich will aus meiner Mördergrube kein Herzchen machen.” (Max Hoelz)

 

Aus Syrien meldete dpa gestern:

Einen Tag nach den heftigen Gefechten in der Hauptstadt Damaskus haben Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten erneut die Protesthochburgen Syriens unter Beschuss genommen. Dabei seien am Dienstag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, die meisten in Al-Rastan und dem Al-Chalidija-Viertel in Homs, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Auch in der Provinz Hama habe es Angriffe der Armee von Präsident Baschar al-Assad gegeben.

Damaskus, wo sich am Vortag in einem Nobelviertel Rebellen und Assad-Soldaten Kämpfe geliefert hatten, war am Dienstag massiv abgesichert. Meldungen aus Syriensind wegen der vom Regime erhobenen Medienblockade von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf auch der Opposition in einem offenen Brief an den Syrischen Nationalrat (SNC) und anderen Aktivisten schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Dazu gehörten Entführungen, Inhaftierungen und Folter… weiter lesen

07.03.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 141

von Helmut Höge

Mehringhof (1)

Im Babylon Mitte fand am 17.2., am Tag der lybischen Befreiungsfeier, eine ungewöhnliche  Veranstaltung statt: Gezeigt wurde ein Film der Fernsehjournalistin Nicole Nagel: “Win or Die: Voices Of The Libyan Revolution”. Die Regisseurin war auf eigene Rechnung während der Kämpfe gegen das Gaddafi-Regime nach Benghasi geflogen, hatte dort etliche Rebellen interviewt und war dann mit ihnen gen Tripoli gezogen, wobei sie mitunter der Front sehr nahe gekommen war. In der Diskussion nach dem Film bezeichnete sie sich als Adrenalin-Junkie. Der Kinosaal war fast zur Hälfte mit Exil-Libyern gefüllt, von denen nicht wenige in den Kämpfen verwundet worden waren. Sie kamen in Rollstühlen und auf Krücken. Ob des erfolgten Sieges der Rebellen waren sie jedoch ausgesprochen guter Laune, zumal der Film von Nicole Nagel die Siegesstimmung bereits zeigte. Eins ums andere Mal wiederholte das libysche Publikum im Kinosaal die im Film geäußerten Parolen und Forderungen, was aus der… weiter lesen

01.03.2012 von Helmut Höge
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Kairo-Virus 140

von Helmut Höge

Poller nützen – Poller schützen. Photo: Peter Loyd Grosse

“Kunst-Revolte” – eine tagelange Veranstaltung

Das Problem bei all den Veranstaltungen, die jetzt über und zu den “Arabischen Aufständen”, der “Arabellion” oder dem “Arabischen Frühling” stattfinden, ist: Die Referenten – westliche Arabienexperten, -kenner und arabische Intellektuelle – sind immer noch “optimistisch”: Zumindest ihre – persönliche – “Freiheit” und ihr Wirkkreis hat sich infolge der arabischen Revolten erheblich erweitert. Die ägyptische Filmemacherin Amal Ramsis sagte es im Berliner “Instituto Cervantes” auf der Eröffnungsveranstaltung einer “arabischen Frauenfilmreihe” so: “Es sind viele Dinge in Kairo erreicht worden. Die Revolution hat uns [Filmemacherinnen] einen Dienst erweisen. Jetzt wollen alle unsere Filme, die vor 2011 gedreht wurden, sehen. Ich habe an 15 Festivals über den Arabischen Frühling teilgenommen, überall wurden die Filme gezeigt.”

Dabei ist sich Amal Ramsis im Klaren, dass “die Konterrevolution gesiegt hat” – mindestens in ihrem Land, und dass diese – die… weiter lesen