Archive for November, 2009

05.11.2009 von Helmut Höge
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Zeigen, was eine Forke ist (11)

von Helmut Höge

Jetzt zeig mal, dass du ein richtiger Bauer bist!

20. November 1989

Sabine Vogel und ich sind heute bereits um 9 Uhr früh  in Richtung Potsdam losgefahren. Kurz hinter Babelsberg fragten wir einen Traktoristen, der auf einem riesigen Feld alleine pflügte, nach dem Weg zur nächsten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Er schickte uns nach Saarmund, wo es zwei LPGen gab: eine für Tier- und eine für Pflanzenproduktion. Letztere besaß eine eigene Tankstelle und der Tankwart zeigte uns den Weg zum Verwaltungsgebäude der LPG “Florian Geyer – Tierproduktion”. Dort landeten wir schon bald am t-förmigen Konferenztisch des Vorsitzenden. Nach einer ca. einstündigen Diskussion (“Was haltet ihr von der Wiedervereinigung?”)  wurde zwischen uns und dem Vorsitzenden Kärgel sowie seiner Kadeleiterin Elke und dem Produktionsleiter Schmidt (genannt “der Lange”) ein “Potsdamer Abkommen” geschlossen: die LPG würde sich in den nächsten Tagen beim Rat des Kreises, Abteilung “Arbeit und Löhne” (Frau Noack) um… weiter lesen

05.11.2009 von Helmut Höge
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Fische zeigen (10)

von Helmut Höge

Das ist meiner, der große dunkle Koi da! Den hat mein Vater hier im Frühjahr ausgesetzt, weil er zu groß für unseren kleinen Gartenteich wurde.

Ein Rundgang durchs Aquarium

Seit 1913 gibt es in Bremerhaven das sogenannte “Nordsee-Aquarium”, an das 1928 die “Tiergrotten” gebaut wurden. Das Aquarium arbeitet, um seinen Fischbestand immer wieder aufzufüllen, mit dem Bremerhavener “Institut für Meeeresforschung” zusammen, das 1986 in das “Polarforschungsinstitut” integriert wurde. Die Lebendfische für das “Nordsee-Aquarium” kommen außerdem auch noch von der “Bundesforschungsanstalt für Fischerei”, zu der das in Bremerhaven stationierte Forschungsschiff “Anton Dohrn” gehört, das jedoch stillgelegt werden soll. Das “Nordsee-Aquarium” wird seit über 20 Jahren von Werner Marwedel betreut. Nebenbei war er noch lange Zeit Mitglied im Verein der Bremerhavener Aquarienfreunde. Zu Hause besitzt er keine Aquarien, aber gelegentlich übernimmt er im Verein den “Aquariums-Notdienst”. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit, während wir von Becken zu Becken… weiter lesen

05.11.2009 von Helmut Höge
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Zeigen (9)

von Helmut Höge

Das ist doch eine hessische Birke, oder?

15. Januar. (1979)

Wir sind eingeschneit und sitzen in dem Bauernhaus, das Heike sich zusammen mit einigen Freunden zu einem kleinen Tagungshaus ausgebaut hat. Das Dorf ist jedoch groß genug, um uns mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen, so daß wir uns keine Sorgen machen, sondern ruhig bleiben und uns weiter darauf konzentrieren, Zukunftspläne zu schmieden. Ich will immer noch oder schon wieder weg und Heike weiß nicht so recht, von meiner Landwirtschaftsleidenschaft ist sie nur mäßig begeistert. Schließlich eine Art Kompromiß: Wir suchen uns einen Wohnwagen, den wir ausbauen und kaufen einen Traktor als Zugmaschine, mit dem ich mich unterwegs bei den Bauern nützlich machen kann. Auch eine Art von “Landwirtschaftsmaschine”, wenn auch nicht mehr so klein. Das Pferd und den Esel lassen wir erst einmal in Italien, bewegen uns jedoch in ihre Richtung – Süden.

18.Januar

Wir haben einen Schaustellerwagen gefunden… weiter lesen

05.11.2009 von Helmut Höge
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Italien zeigen (8)

von Helmut Höge

Wir sind hier nicht in Italien. Das ist griechisch. Kuck!

17.Mai (1978)

Pfingsten ging es los, vorher mußte ich noch einen Pferdeanhänger besorgen. Und eigentlich hätte ich für das Pferd und den Esel vorher noch irgendwelche wichtigen Zollformalitäten und Veterinär-Gutachten einholen müssen. Einen Anlauf machte ich und holte den Tierarzt. Der kam auch und meinte, für die notwendige Unbedenklichkeitsbescheinigung müßte den beiden Tiere Blut abgenommen werden, das er untersuchen müsse. Beim Esel war das kein Problem, aber wir fingen beim Pferd an – und das ließ wie üblich keinen Mann im Kittel an sich heran. Wir kämpften eine Weile – der Tierarzt, das Pferd und ich, gaben dann aber auf, den Esel ließen wir ungeschoren. Und ich hoffte, dass ich das Problem schon irgendwie an der Grenze, am Brennerpaß, lösen würde. Während einer Pause auf der Fahrt dorthin ließ ich in Bayern das Pferd und den Esel… weiter lesen

05.11.2009 von Helmut Höge
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Zeigen (7)

von Helmut Höge

Fortsetzung Tagebuch

Von da müssen sie gleich kommen! Nein, von hier, ich seh sie bereits.

8. Dezember

Pünktlich um neun Uhr kam Dirk. Er brachte noch Werner – seinen Schwager und Pinki, seinen Treckerfahrer – mit. Sie mußten sich gleich an die Arbeit machen und mithelfen, die Strohballen vor die Laufställe in der Scheune aufzustapeln. Um 14 Uhr sollte die Kommission kommen, aber wir waren lange vorher fertig. Bevor wir anfingen, war Hans doch noch etwas nervös geworden.  Gegen Mittag fuhren wir los. Leinchen hatte wider Erwarten keine großen Zicken gemacht und war ruhig in den Anhänger gestiegen. Allerdings hatte sie dann die ersten hundert Kilometer doch Angst und war völlig durchgeschwitzt. Ich war wegen ihr nervös und ließ Werner, den Fahrer, ein paar Mal unterwegs anhalten. Dann über die Rheinbrücke bei Köln. Das war nichts Großartiges mehr, nichts Triumphierendes, wie damals noch mit Leinchen auf der… weiter lesen

05.11.2009 von Helmut Höge
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Auf China zeigen (6)

von Helmut Höge

Mach auch das Victory-Zeichen für den Longnose, der will uns photographieren.

Über Misthaufen-Gespenster, -Philosophen und Bauernträumer (ein Einschub)

Das Wort “Misthaufengespenst” erfand einmal ein Kind auf einem Steglitzer Spielplatz im Streit mit einem anderen: Die beiden hatten zusammen gespielt und plötzlich angefangen, sich zu beschimpfen, wobei sie nach immer verletzenderen Worten suchten: “Du Idiot, du Pisser, du Kacker…usw. Schließlich holte eines der Kinder zum entscheidenden Schlag aus: “Du, du, du….Misthaufengespenst!” Da war das andere baff und sagte nichts mehr. Das zweite Schimpfwort stammt aus Bernardo Bertoluccis großartigem Film “1900″ – ein Bauernepos, das die Klassenkämpfe in der Po-Ebene bis zum Sieg des Faschismus thematisiert. Es kommt darin zu einem Streit zwischen zwei Brüdern, die in der Landwirtschaft arbeiten: Der eine ist Gutsverwalter und schließt sich der faschistischen Bewegung an, der andere ist Kommunist. Er wird irgendwann von seinem Bruder als “Misthaufenphilosoph” abgetan.

Und dann gibt es auch… weiter lesen

04.11.2009 von Helmut Höge
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Welt zeigen (5)

von Helmut Höge

Dieser kleine Australier hatte aber soo einen großen Hund bei sich.

26. November.

In der Futterküche werden in einem großen Bottich die Innereien des Schweines für die Würste gekocht. Alle gehen sie hin probieren. Ich muß auch mitessen: Wellfleisch, Herz, Lunge, Schnauze, Gehirn – dazu kleine Zwiebelscheiben. Alle sind begeistert über den guten Geschmack. Ich beiße immer nur ganz kleine Stückchen ab und laß den Rest dann wieder heimlich im Bottich verschwinden.  Die Kühe haben heute ihre Euternetze verpaßt bekommen. Besonders die eine – Eva – hat verzweifelt versucht, sich dagegen zu wehren: Stehenbleiben, hinlegen, nicht weitergehen, weglaufen. Zum Schluß hat sie resigniert und aufgegeben. Vor Aufregung bekam sie Dünnschiß.  Der Bauer bekommt vom Kulturamt einen Zuschuß zur Einzäunung einer größeren Weide – aus dem “Fond zur Förderung von rationellen Wirtschaftseinheiten”. Ein herrlicher Name. Aber manchmal ist die Situation wirklich haarig hier: so muß er z.B. für… weiter lesen

04.11.2009 von Helmut Höge
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Welt zeigen (4)

von Helmut Höge

Photographiert der uns jetzt doch?!
16. November

Die ganze Nacht geträumt, ich fliege. Immer wenn es brenzlig wurde, hob ich ab und flog davon. Es war ein bißchen schwierig, aber es ging noch – fast wie früher. Gestern Abend saß ich noch in der Kneipe, redete mit dem und dem (einige blickten mich mißtrauisch an, andere wagten die Flucht nach vorne aus Neugier), dann kam der junge Polizist Heinz wieder und sagte sofort: laß uns gehen! Wir fahren den Berg hoch in eine Blockhütte. Eine Fete findet dort statt. Die Hütte gehört Udos Eltern. Seinen Vater habe ich schon im Wald bei den Waldarbeitern getroffen. Udo ist Forstwirt, bzw. Waldfacharbeiter. Ich habe ihn unterwegs schon mal gesehen: mit seinem Auto hätte er mich und das Pferd  in einer Kurve fast überfahren. Wir trinken Cola-Whisky, Rum, Bier etc.. Langsam wird mir war, neben dem Bollerofen sitzend mich unterhaltend.… weiter lesen

04.11.2009 von Helmut Höge
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Welt zeigen (3)

von Helmut Höge

Früher gehörte dem die Welt, der ein gutes Pferd und eine Stunde Vorsprung hatte.

Das ist er – Jan Zischka. Das größte Reiterdenkmal der Welt.

Fortsetzung 8. November

Wir müssen die Straße entlang gehen. Bei jedem Auto fuchtele ich erregt mit der Taschenlampe. Eines fährt Leinchen trotzdem beinahe in den Arsch. Das Auto schlenkert und schleudert, die Reifen quietschen, die Straße ist naß. Leinchen geht seelenruhig weiter, während ich neben ihr fast eine Herzattacke bekomme.  Wir gehen und gehen und nirgendwo eine Pension oder ein Bauernhof. Ein paar Bauernhöfe, die ich dann endlich finde, haben keinen Platz. Es fängt fürchterlich an zu regnen. Warum sind wir auch noch auf der Straße? Bei einem weiteren Hof frage ich entschiedener, lasse mich nicht so schnell abwimmeln. “Sie können sich doch ausweisen?” Er will mich also nicht partout abwimmeln. “Ich muß erst meine Frau fragen.” Die sagt bestimmt nein, denke… weiter lesen

03.11.2009 von Helmut Höge
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Jemandem die Welt zeigen… (2)

von Helmut Höge

…Das ist natürlich etwas größenwahnsinnig – zumal wenn man selber keinen Weltbegriff hat – und höchstenfalls erst auf dem Weg ist, ein Weltbürger (im trotzkischen Sinne) zu werden. Ich habe es 1976 dennoch – naßforsch – versucht. Und bin mir bis heute nicht sicher, ob ich als Verlierer oder Gewinner da wieder rausgekommen bin – nur um auf diesen dämlichen taz-schreibtisch jetzt in der Rady-Datschky-Strasse, wie die Amis die Kochstraße neuerdings nennen, zu landen.

Gezeigt habe ich die Welt damals einer jungen Hannoveraner-Stute namens “Leinchen” – ein etwas lächerlicher Name, den meine Freundin Heidi dem Fohlen gegeben hatte – ihrer Tochter zuliebe. “Kleines” sollte das heißen, weil es anfänglich im Gegensatz zu zwei anderen riesengroßen Pferden, die wir in (Winter-)Pflege genommen hatten, noch winzig war. Das Vorbuchpferdchen “Leinchen” hatte ich mir für 5000 DM von einem Pferdehändler zu Weihnachten selbst geschenkt. Es war das krankeste und scheueste in seinem geradeweiter lesen