“Die ‘unsichtbare Hand’ funktioniert nur mit der ‘eisernen Faust’ des Militärs hinter sich.” (Thomas Friedman, Chefkolumnist der New York Times)
Im Sozialismus wurde nicht wie im Westen nach dem Krieg wiederaufgebaut, sondern er wurde aufgebaut. Ganz wörtlich, durch kollektive industrielle Arbeit – die Sphäre der materiellen Produktion war der Ausgangspunkt. So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben. Es ging um eine neue Gesellschaft, um einen neuen Menschen als gesellschaftliches Wesen. Dementsprechend wurde “die Wende” von vielen als “Gesellschaftsverlust” empfunden, so der jugoslawische Philosoph Boris Buden. Auf den “Sturz der realsozialistischen Regime” folgten sogleich Versuche einer “identitären Neugründung”. Doch diese mußten bereits im “Postsozialen” stattfinden: die “Epoche der hohen Sozialität” war auch im Westen “zum Stillstand” gekommen, wie die Soziologin Karin Knorr Cetina meint.
Anders gesagt: die “Gesellschaft” war am Ende. “Wo Gesellschaft war, sind Zonen geworden,” präzisiert Boris Buden. In ihrem “Requiem for Communism” kommt die Kulturwissenschaftlerin Charity… weiter lesen