26.04.2013 von Helmut Höge
Zuletzt vermeldete die Chefredakteurin, es gäbe einen Vogelzugstau – am Rhein: Besonders die Kraniche, Reiher und Störche warten noch ab, bis es auch hinterm Rhein (von Afrika aus gesehen) taut. Aber dann ging es los: Milliarden Blätter und Blüten schossen ans Licht (ich nehme an: auch außerhalb der Großstadt – im Umland, wie man so sagt).

Auch die Rentner suchten sofort das Tageslicht. Hier in den lichtdurchfluteten Wandelgängen eines Altersheims an der Bundesallee

Es ist zwar noch ein bißchen kalt, aber die Familie Dressen wagt sich schon wieder in die Hasenheide.

Jens Meierbuer aus dem Westend hat sein Oldie-Cabrio aus der Garage geholt und promeniert damit die Tiergarten-Magistrale auf und ab.

Mein Lieblingsphoto: Die zwei gutgelaunten Bibliothekarinnen aus Pankow, die bei dem guten Wetter zum Russendenkmal gegangen sind und sich nun in ihrem Lieblingslokal einen Schoppen genehmigen.
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21.04.2013 von Helmut Höge

“Mein hahn, den wir seit 1 woche bei unseren 5 hühnern haben, kräht bereits ab 04.30 uhr (ca. alle 20 sek. – und das 2-3 stunden lang!) – alle anderen (auf anderen höfen) in der umgebung melden sich erst brav ab ca. 06.00 uhr – warum nervt der so?” fragte Trixi neulich im “Gute-Frage-Net”.

“Wenn New York die Stadt ist, die niemals schläft, dann ist Bogotá, die Stadt, die am frühsten aufsteht. Die Vorlesungen beginnen um 7 Uhr morgens – zuhause würde ich mich um diese Zeit nochmal im Bett umdrehen. Und wenn der deutsche Otto-Normal-Student dazu geneigt ist, die erste Veranstaltung hin und wieder sausen zu lassen, ist das hier nicht möglich. Anwesenheit ist Pflicht.” Das schreibt David Steimle auf “lto.de/recht/studium-refrendariat/ausland-studium-kolumbien-bogota/”

“Der Frühaufsteher schnappt das Rad,” titelte “rp-online” für einen Artikel über einen “Fahrradflohmarkt” in Kempen, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC)… weiter lesen
16.04.2013 von Helmut Höge
1. Der mysteriöse Tod von Maos Stellvertreter Lin Biao


Lin Biao, der chinesische Verteidigungsminister und Herausgeber der “Mao-Bibel”, war ein alter Kampfgefährte von Mao tse Tung. Am 13. September 1971 stürzte er mit einer chinesischen Militärmaschine in der Mongolei ab, mit ihm starben seine Frau und sein Sohn sowie sechs weitere Personen. Angeblich, wollte Lin Biao in die Sowjetunion fliehen. Der ehemalige Vorsitzende der maoistischen westdeutschen KPD, Christian Semler, meinte, die Maoisten, aber auch Sinologen im Westen erklärten sich seinen Flug damit, dass Mao nach seinem Tod eine Militärdiktatur unter der Führung von Lin Biao und einer Clique befürchtete, obwohl oder weil er in der Kulturrevolution, die er und Lin Biao einst initiiert hatten, als sie auszuufern drohte, die Volksbefreiungsarmee zu Hilfe geholt hatte, die seitdem in allen Revolutionskomittees mitarbeitete. Erhärtet wird diese Erklärung mit einer etwas poetischen Bemerkung Maos über… weiter lesen
03.04.2013 von Helmut Höge

Blinder Schäferhund auf schwarzem Asphalt mit dem Arsch in der Pfütze. Photo: Mathias Königschulte
Zeigzeug – so nennt Heidegger die nicht-sprachlichen Zeichen, wahrscheinlich jedoch nur die visuellen – in der modernen Okulartyrannis, da alle Sinne dem Sehen untergeordnet sind. Insofern ist damit alles gemeint, was man mit (erhobenem) Zeigefinger “erreichen” kann. Anzeichen, Wegweiser, Zeichenbretter, Hinweisschilder, Zeitungen – alles Zeigzeug, auf das die Zeitzeugen nicht verzichten können oder wollen. Laut Henning Schmidgen (in: Bruno Latour zum Vorzeigen” 2011) hat der Wissenssoziologe Latour bei der Analyse der Entwicklung von “Netzwerken” geraten: “Zeige auf das Zeigen!” Deswegen würden in seiner “Philosophie” auch die Dinge des Zeigens als “elementare Befestigungen von Gesellschaftlichkeit fungieren”. Wobei er sich auf Charles Péguy berufen könne, dem es in einem seiner Werke um ein “Lob des Zeigens” gegangen sei.
Klar, wenn man unterwegs ist, freut man sich über Leute, die einem einigermaßen präzise sagen können, wie… weiter lesen
24.03.2013 von Helmut Höge
Die riesigen Reklametafeln, die unsere Städte lügnerisch verschandeln, entbergen manchmal in ihrer Zusammenstellung und quasi gegen ihren Willen so etwas wie eine Wahrheit.
Beispiel 1 – im U-Bahnhof “Kochstraße” von rechts nach links gelesen:
“STASI” (das Wort wirbt für eine Ausstellung über das Wirken des Ministeriums für Staatssicherheit) und “We have ways of making you talk!” (Werbung für eine Sprachschule)
Beispiel 2 – im U-Bahnhof “Stadtmitte” von links nach rechts gelesen:
“Topographie des Terros” verbunden mit einem Luftbild Berlin von oben (Werbung für eine Ausstellung) und “Unsere Litfaßsäulen sind überall, wo was los ist” (wo Terror ist?!), und daneben “Wartezeit ist Werbezeit” (Man soll in Buswartehäuschen für seinen Scheiß werben!)

Bus/Tramwartehäuschen im Prenzlauer Berg

Buswartehäuschen in Neukölln

Tramwartehäuschen am U-Bahnhof Vinetastraße

Buswartehäuschen in Schöneberg

Buswartehäuschen in Reinickendorf

Buswartehäuschen in Pankow
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08.03.2013 von Helmut Höge

Der Titel bezieht sich auf das Lied der Seeräuber-Jenny in der “Dreigroschenoper” von Bertolt Brecht. Es wurde zuletzt gesungen am Grab von Christian Semler. Die taz gibt bis zu ihrem alljährlichen “taz-lab” im April ein Buch mit Semlers schönsten Texten heraus., daneben stellt sie einen Film über Semler von Harun Farocki online. Hoffentlich sind in dem Buch auch einige seiner Artikel über China dabei (Semler war Maoist). Als wir uns im Januar zuletzt unterhielten (in der Kaffeeküche), sprachen wir noch einmal über China. Hier ein Text aus
“Semlers Wortkunde” (2008):
In der Krise zwischen China und Tibet erlebt der Terminus “Volkskrieg” eine Renaissance. Nur was bedeutet er?
“Führt einen Volkskrieg, um den Separatismus zu bekämpfen und die Stabilität Chinas zu verteidigen, zerrt die widerwärtige Fratze der Dalai-Lama-Clique ans helle Licht des Tages!” So zitiert die Sonntagsausgabe des offiziellen Tibet Daily aus einer Erklärung, die anlässlich eines Treffens… weiter lesen
28.01.2013 von Helmut Höge

Trauerweiden mit Schwäne am Urbanhafen, letztere werden regelmäßig von Petra Stühr und Rosi Gotthold, die beide in der Admiralstraße 9 wohnen, gefüttert.

Der Schwan (links) am Segelboot-Liegeplatz Pichelswerder der Polizistengattin Gisela Eichwedel, die dort in der Nähe auch mit ihrem Mann ein Haus hat.

Die Riesenseerose Victoria im Botanischen Garten in Steglitz

Die zwei Löwen des Zirkus Sarrasani, die Chantal Behrens, Kottbusser Damm 62, anscheinend faszinieren.

Die Baumblüte in Britz, für die sich Emma Groenewold aus Wilmersdorf jedes Jahr aufs Neue begeistern kann.

Der Gemüsegarten am Haus, Waltersdorfer Chaussee 12, in dem Elfie und Jürgen Wieland wohnen, der Garten wird auch von ihnen bestellt.

Der Öko-Dachgarten, in dem sich die Bewohner des ehemals besetzten Hauses Oranienstraße 45 am Wohlsten fühlen.

Die Blumen… weiter lesen
21.01.2013 von Helmut Höge
“Die Idee des Menschen in der europäischen Geschichte drückt sich in der Unterscheidung vom Tier aus. Mit seiner Unvernunft beweisen sie die Menschenwürde. Mit solcher Beharrlichkeit und Einstimmigkeit ist der Gegensatz von allen Vorvorderen des bürgerlichen Denkens, den alten Juden, Stoikern und Kirchenvätern, dann durchs Mittelalter und die Neuzeit hergebetet worden, dass er wie wenige Ideen zum Grundbestand der westlichen Anthropologie gehört.” (Adorno/Horkheimer)
Das war eine seltsame Protest-Demonstration, für mich die erste Öko-Demo, wenn man mal von einer kleinen Anti-AKW-Demo bei Bremerhaven und den Protesten der LPG-Bauern auf dem Alexanderplatz während der Wende absieht, die noch primär ökonomisch motiviert waren. Immerhin war die LPG Saarmund, in der wir damals arbeiteten, schon im Januar 1990 mit einem Stand in der Öko-Halle der Grünen Woche vertreten gewesen, aber das war mehr ein Witz bzw. einer pragmatischen Entscheidung der Grünen-Woche-Leitung geschuldet. Motiviert hat mich, dass mir der Biobauer Matthias Stührwoldt aus Schleswig-Holstein,… weiter lesen
18.01.2013 von Helmut Höge

Die Künstlerinnen Eva-Maria Schön und Christiane Seiffert. Erstere mit einer bei Narva hergestellten Langlebensdauerglühbirne von Binninger in der Brusttasche.

Mosaik im Foyer des Narva-Verwaltungsgebäudes, es zeigt den deutschen Erfinder der Glühbirne Heinrich Göbel.
“Energiesparlampen strahlen nicht nur Licht, sondern auch Elektrosmog ab,” titelte die SZ. ”Wo immer möglich sollte man eine Belastung mit Strahlung vermeiden. Die meisten Energiesparlampen aber erzeugen [...] Elektrosmog.”
Solche Hochfrequenzstrahlungs-Quellen gibt es sowieso schon zu viel: Fernseh- und Radiokanäle, Mobilfunktnetze, Radar, das Internet, um nur einige Quellen zu nennen, deren Strahlungen permanent durch unsere Biosubstanz gehen.
In der Görlitzer Straße wohnt eine Imkerin, die sich vier Bienenstöcke auf das Dach ihres Mietshauses gestellt hat. Gleich nachdem man drei Häuser weiter einen sogenannten “Handymast” auf das Dach des letzten Hauses in der Straße installiert hatte, starben ihr zwei Bienenvölker. Der Imkerverein riet ihr, die zwei anderen Völker sicherheitshalber runter in den Hof zu stellen,… weiter lesen
06.12.2012 von Helmut Höge

Die Zoobühne in Berlin

Der Filmesel “Balthazar”
In der ersten Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift “Tierstudien” macht sich der Dramaturg Maximilian Haas Gedanken darüber, was das Lachen des Publikums über Tiere auf einer Theaterbühne bedeutet. Er hatte 2011 in Amsterdam zusammen mit dem belgischen Performancekünstler David Weber-Krebs das Stück “Balthazar” aufgeführt, in dem ein Esel namens Balthazar neben fünf Schauspielern die Hauptrolle spielt. Inspiriert wurde das Projekt von Robert Bressons berühmten Film “Au hasard Balthazar” (1966), in dem es um das traurige Leben und den einsamen Tod eines Esels geht – eine “schicksalhafte Abwärtsspirale” laut Maximilian Haas.
Erst bei der Premiere stellte sich heraus, dass sie eine Komödie inszeniert hatten – mit dem völlig untheatralischen Esel. In dem Lachen des Publikums über das Tier lag “gleichermaßen eine Quelle der Lust wie ein Gewaltpotential.”

Theaterschwäne
In Paris hatte Anfang des Jahres das Tanztheaterstück “Cygne”… weiter lesen