Eine saftige Preiserhöhung für den Eintritt in den Osterinsel-Nationalpark soll jetzt den Konflikt um Rapa Nui entschärfen: Statt derzeit knapp 10 US-Dollar würde der Zugang zu Vulkankratern, Stränden und Moais für Chilenen künftig 20, für ausländische Besucher aber 60 Dollar kosten – letzteres immerhin eine Preissteigerung um mehr als 500 Prozent. Diesen Plan hat das chilenische Innenministerium jetzt öffentlich gemacht. Die zusätzlichen Einnahmen sollen in die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung von Park und Insel investiert werden. Dass sich viele Osterinseltouristen von einem Aufschlag abschrecken lassen, der einen winzigen Bruchteil der gesamten Reisekosten ausmacht (die Nationalparkbehörde Conaf hat ausgerechnet, dass jeder Besucher im Schnitt 2.800 US-Dollar ausgibt), ist höchst unwahrscheinlich. Aber echte Zugangsbeschränkungen wie etwa bei den Galápagos-Inseln sind im marktgläubigen Chile offenbar noch nicht vorstellbar.
Archive for August, 2009
Chiles Rockfans sind ganz aus dem Häuschen: Faith No More, zurzeit auf Reunion-Tournee, haben angekündigt, Ende Oktober in Santiago aufzutreten. Das letzte Mal im Jahr 1995 ist mit einer kaum zu überbietenden Skurrilität in die chilenische Konzert-Geschichte eingegangen: Damals kamen die völlig euphorisierten Fans in den ersten Reihen auf die schräge Idee, Sänger Mike Patton, wenn sie ihn denn schon nicht anfassen konnten, wenigstens anzuspucken. Pattons souveräne Reaktion: Er spuckte zurück und forderte das Publikum zudem auf, in seinen geöffneten Mund zu zielen. Eine krasse Geschmacklosigkeit, an die man sich in Chile noch heute gerne erinnert.
Waren bei der letzten Volkszählung im Jahr 2002 noch knapp 3.800 Inselbewohner registriert worden, schätzt man die Wohnbevölkerung heute schon auf 5.000 – von denen die indigenen Insulaner lediglich 40 Prozent ausmachen. Immer mehr Chilenen, die… weiter lesen
Ein Heiliger der ganz besonderen Art: Marcial Maciel (Foto: dpa)
Um eine besonders unappetitliche Mischung aus Katholizismus, Personenkult und Kindesmissbrauch ging es gestern Abend im chilenischen Fernsehen: Der staatliche Sender TVN brachte eine Reportage über die Opfer von Marcial Maciel, dem Gründer der “Legionäre Christi”. Der Mexikaner Maciel (1920-2008) hatte den streng konservativen Orden im Jahr 1941 in Mexiko-Stadt gegründet, heute ist er in über 20 Ländern vetreten, über 600 katholische Priester gehören ihm an. Untrennbar mit der Kongregation verbunden ist die Laienbewegung “Regnum Christi” mit mehr als 60.000 Mitgliedern.
Der charismatische und ausgesprochen papsttreue Maciel führte indes ein Doppelleben. Seit den 60er-Jahren kursierten Gerüchte über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in den Schulen des Ordens – Gerüchte, die sich viel später bestätigen sollten. Da der Mexikaner hohes Ansehen bei Johannes Paul II. genoss – die Legionäre galten als die neue, schlagkräftige Truppe des Vatikans -,… weiter lesen
“Importiert” wurde der Schwermetallcocktail aus Schweden. Es handelt sich um insgesamt 21.000 Tonnen Schlacken, ein Abfallprodukt des Bergbauunternehmens Boliden AB. Weil Arica Sonderwirtschaftszone ist, mussten keine Steuern oder Abgaben für die Einführung des giftigen Materials gezahlt werden. Kontrolliert wurde dessen Toxizität auch nicht – sonst hätten die Behörden wohl festgestellt, dass es sich keineswegs um… weiter lesen
Vor zehn Jahren wurde Kolumbiens genialster Satiriker Jaime Garzón ermordet. Das Verbrechen, das auf das Konto der rechtsextremen Paramilitärs geht, ist bis heute ungeahndet geblieben.
Geradezu prophetisch muten heute jene Szenen an, in denen sich Garzón mit dem heutigen Präsidenten Álvaro Uribe beschäftigt, der damals Gouverneur des Bundesstaates Antioquia war.
Warum sich Uribe immer noch Hoffnungen machen kann, 2010 erneut wiedergewählt zu werden, erklärte der Schriftsteller Héctor Abad Faciolince vor ein paar Tagen in der FR.
Die Initiative “Acentos Perdidos” hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem schleichenden Trend zur Akzentauslassung tapfer entgegenzutreten. Insbesondere die grassierende Unsitte der reinen Großschreibung, so die Tildenritter, führe zum Verlust der kleinen, aber feinen Strichlein. Und deswegen kleben sie den obenrum kastrierten Wörtern die Akzente einfach wieder an – inklusive Erläuterung (Esta palabra se acentúa porque es esdrújula, Esta palabra se acentúa porque es aguda y acaba en vocal, -n o -s usw.). Jeder, in Mexiko oder anderswo, kann mitmachen und sich die keilförmigen Wortpflaster auf klebbares Material ausdrucken.
Am meisten ärgern sich die “Acentos Perdidos” über Unternehmen, globale zumal, die in ihren… weiter lesen
Damit befolgt die Präfektur von La Paz einen Erlass der Regierung von vergangener Woche, der vorschreibt, die Wiphala in allen öffentlichen Einrichtungen neben der Trikolore zu hissen. Die oppositionellen Präfekturen des Tieflands haben bereits angekündigt, diesen Erlass zu missachten – was scharfe Kritik der regierenden MAS hervorgerufen hat.
Interessant an der quadratischen Flagge mit den 49 Feldern ist ihre reichlich ungeklärte Herkunft. Nach der Lesart vieler Indigenenvertreter geht sie direkt auf das Inkareich zurück und repräsentiert das Qulla Suyu, die südwestliche der vier inkaischen Provinzen. Andere halten sie für ein… weiter lesen
Zum heutigen Tag der indigenen Völker empfehlen wir ein T-Shirt von West Wind World:







