Archive for Februar, 2012

23.02.2012 von Gerhard Dilger
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Die Crux mit den Freihandelsabkommen

von Gerhard Dilger

Erst letzte Woche wieder hat Außenminister Guido Westerwelle in Brasilien und Peru die “Segnungen des Freihandels” als “Wachstumsmotor” beschworen.  Doch die bereits unterzeichneten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Peru, Kolumbien oder den Ländern Zentralamerikas sind eine recht einseitige Angelegenheit.

“Keine Ratifizierung von weiteren Freihandelsabkommen zwischen der EU und Lateinamerika” fordert u. a. der Verein für eine ökologisch-solidarische Welt- und Energiewirtschaft PowerShift auf einer Website gegen die Ratifizierung der Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Staaten Zentralamerikas, Kolumbien und Peru.

“Deciding our future” heißt es dort. Nur leider haben weder EU-BürgerInnen noch die ParlamentarierInnen generell viel in der europäischen Handelspolitik zu sagen. Die Abkommen wurden wie üblich unter Ausschluss der Öffentlichkeit und parlamentarischer Kontrolle ausgehandelt.

Doch nun müssen die Abkommen der EU mit Kolumbien und Peru zuerst dem Europäischen Parlament und anschließend den Parlamenten der Mitgliedsstaaten zur Ratifizierung vorgelegt werden.

Am 26.03.2012 wird… weiter lesen

22.02.2012 von Gerhard Dilger
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Amerigo, America

von Gerhard Dilger

Ein bedauerlicher Irrtum? Eine Ironie der Geschichte? Oder doch mehr als ein Zufall? Noch immer streiten sich manche Gelehrte, ob der amerikanische Kontinent seinen Namen zu Recht nach Amerigo Vespucci (1451-1512) trägt – jenem Kaufmann und Seefahrer, der heute vor 500 Jahren gestorben ist.

Fest steht: Wie sich die Europäer in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts die “Neue Welt” vorstellten, geht maßgeblich auf die in vielen Variationen erschienenen Reiseberichte Vespuccis zurück.

1507 veröffentlichte der Freiburger Kartograf Martin Waldseemüller seine Weltkarte, auf der sich zum ersten Mal die Bezeichnung “America” findet – dort, wo heute Brasilien liegt. Begleitet wurde die kunstvoll gestaltete Weltkarte von 2,28 mal 1,25 Metern Größe von einer Einführung in die neue Weltkunde des Entdeckungszeitalters und einer kleinen Globus-Segmentkarte. Die gedruckten Einzelteile ergaben – ausgeschnitten und auf eine Holzkugel geklebt – einen Globus.

Waldseemüller und sein Kollege Matthias Ringmann begründen in dieser… weiter lesen

19.02.2012 von Gerhard Dilger
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Dyls Doppelpack (12): Mehr als ein Karnevalshit

von Gerhard Dilger

Zu Michel Teló und seinem besonders bei Fußballern beliebten Ohrwurm Ai, seu eu te pego (etwa: Oh, wenn ich dich kriege) schreibt meine alte Freundin Maggie T. mit untrüglichem Instinkt:

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… war neugierig, was er bedeutet, aber wie du siehst, manchmal ist es gut, keine Fremdsprachen zu können.

Peppiger ist die portugiesische Politversion Ai, não nos calam (Nein, sie bringen uns nicht zum Schweigen):

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17.02.2012 von Hildegard Willer
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Westerwelle buhlt um Lateinamerika

von Hildegard Willer

Einer der Gründe, warum der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle auf seinem Trip von Brasilien nach Mexiko in Peru Station gemacht hat, liegt vor meiner Haustür:

Aussenminister Guido Westerwelle beim Empfang durch Präsident Ollanta Humala in Peru am 16. Februar. Foto: presidencia perú/flickr.

Jeden Morgen verstopft eine länger werdende Autoschlange die Gassen meines Wohnviertels in der peruanischen Hauptstadt. Längst sind es keine abgehalfterten Schrottautos mehr, oder die bis vor wenigen Jahren noch beliebten Trabis aus koreanischer Produktion. Heute leistet sich die aufstrebende Mittelschicht Perus neue Autos. Ich habe nicht gezählt, wieviele Autos deutscher Fabrikation darunter sind. In den Augen des deutschen Aussenministers dürften es eindeutig zu wenige sein.

Denn Peru gehört in der Liste der bundeseigenen Gesellschaft für Aussenwirtschaft und Standortmarketing „German Trade and Invest“ zu den 10 Top-Exportmärkten für das Jahr 2012. In dieser Liste sind so unterschiedliche Länder wie die Mongolei, Norwegen, Mexiko und eben… weiter lesen

12.02.2012 von Hildegard Willer
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Wenn Conga kommt, geht Ollanta

von Hildegard Willer

Gut 10 000 Bergbaugegner sind am Freitag, den 10. Februar durch Lima marschiert, um im Parlament zwei Gesetzesentwürfe abzugeben: einer soll den Bergbau in Wasserquellgebieten untersagen; der andere Bergbau mittels Zyanid und Quecksilber (was bei der momentanen Technologie einer de-facto-Einstellung des Gold- und Silberbergbaus entsprechen würde). Das letzte Mal waren soviele Menschen Ende Mai 2011 auf den Strassen Limas, um gegen die Kandidatin Keiko Fujimori zu protestieren und für den Kandidaten Humala. Dieses Mal sind es  Bergbaugegner aus ganz Peru, die  ihre Forderungen auf die Strassen der Hauptstadt tragen.

Am Protestmarsch haben vor allem Bürgerinitiativen aus ganz Peru teilgenommen, die sich gegen Bergbauprojekte auf ihren Gebieten wehren. Konkreter Anlass für den Protestmarsch sind die Auseinandersetzungen um das geplante Goldabbauprojekt “Conga” in Cajamarca, im Norden Perus. In einem 10-tägigen Fussmarsch waren gut 500 Bauern aus Cajamarca nach Lima gekommen , um gegen das von der Regierung Humala unterstützte Projekt zu… weiter lesen

10.02.2012 von Gerhard Dilger
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Xingu

von Gerhard Dilger

Wer sich dieser Tage in Berlin näher mit Geschichte und Gegenwart des brasilianischen Amazonasgebiets beschäftigen möchte, hat gleich mehrere Möglichkeiten.

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Äußerst sehenswert ist Cao Hamburgers neuer Spielfilm “Xingu”, der ab morgen mehrfach im Berlinale-Panorama gezeigt wird.

Und am kommenden Donnerstag lädt der Frankfurter Dokumentarfilmer Martin Keßler zu Werkstattpräsentation seiner Produktion “Count–Down am Xingu II” über den Megastaudamm Belo Monte ins Kino Babylon, Berlin–Mitte. Hierzu hat uns Keßler, der gerade wieder vor Ort war,  folgende Ankündigung zugesandt:

Für die Indigenen des brasilianischen Amazonasgebietes ist der Xingu ein heiliger Fluss. Doch dieser Tage wird ihr Fluss geschändet. Der bislang völlig unberührte Riesenstrom wird umgeleitet und zu einer gewaltigen Talsperre aufgestaut – zum drittgrößten Wasserkraftwerk der Welt: „Belo Monte“. Damit das aufstrebende Schwellenland Brasilien und internationale Aluminiumkonzerne mit „billigem“ Strom aus Wasserkraft versorgt werden können. Dafür werden rund 600 qkm Urwald geflutet,

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10.02.2012 von Benjamin Kiersch
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Lateinamerika – auf dem Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung?

von Benjamin Kiersch

Ines Freier hat uns den folgenden Gastbeitrag geschickt:

Rio plus 20 wirft seine Schatten voraus: Das Institut für Nachhaltigkeitsstudien (IAAS) veranstaltete in Potsdam eine Vortragsreihe zu nachhaltiger Entwicklung in Lateinamerika. Eine gute Gelegenheit, eine Rückschau auf die Entwicklung des Themas in der Region zu halten…

Nach der ersten UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung 1992 beschäftigte ich mich mit Konzepten für nachhaltige Entwicklung in Lateinamerika. Die Rio-Konferenz 1992 betonte die Grenzen von Wirtschaftswachstum, Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit. In Chile brannten derweil die Wälder oder  besser,  was davon übrig war, wenn es nicht zu Holzschnitzeln für den Export verarbeitet wurde. Wirtschaftswachstum wurde um jeden Preis angestrebt.

Aber soziale Gerechtigkeit? Fehlanzeige. Die Gewinne aus dem Export blieben bei wenigen. Bildungs- und Gesundheitswesen waren während der Diktatur privatisiert worden – der Neoliberalismus hatte sein Experimentierfeld gefunden. Die soziale Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung wuchs. In den anderen lateinamerikanischen Staaten sah es in den… weiter lesen

10.02.2012 von Gerhard Dilger
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Alternative Nobelpreisträger gegen Atombürgschaft

von Gerhard Dilger

Monika Griefahn, Co-Vorsitzende der Right Livelihood Award Stiftung (“Alternativer Nobelpreis”), überreichte gestern in Berlin einen offenen Brief von Alternativen Nobelpreisträgern und Mitgliedern des World Future Council an die Bundesregierung. Die Preisträger wenden sich gegen die Übernahme einer staatlichen Hermesbürgschaft für den Bau des brasilianischen Risikomeilers Angra 3. Sie zeichnen gemeinsam mit Vorstands- und Jurymitgliedern der Right Livelihood Award Stiftung. Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, nahm den Brief entgegen.

Chico Whitaker mit einer Anti-Atom-Petition auf dem Weltsozialforum 2012

“Wir gratulieren der Bundesregierung zu ihrem Beschluss, aus der Atomkraft auszusteigen. Allerdings sollte sie dabei konsequent sein und auch nicht mehr den Bau von neuen AKWs im Ausland wie Angra 3 in Brasilien fördern,” erklärt Chico Whitaker Ferreira, Preisträger 2006 und Mitbegründer des Weltsozialforums, “sonst scheint das Leben eines Brasilianers weniger wert zu sein als… weiter lesen

09.02.2012 von Benjamin Kiersch
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Ciao, flaco!

von Benjamin Kiersch

Der grosse Luis Alberto Spinetta, Ikone des argentinischen Rocks, ist tot. Er starb gestern in Buenos Aires. ¡Rezo por vos, flaco!

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06.02.2012 von Peter Strack
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Wie im richtigen Leben

von Peter Strack

International war er die schauspielerische Entdeckung im Kinofilm “Und selbst der Regen”: Juan Carlos Aduviri spielte einen jungen Bolivianer, der sich bei der Bewerbung um die Rolle eines Indigena-Fuehrers in einem Historienfilm ueber die Eroberung Amerikas gleich durch sein energisches Auftreten Aufmerksamkeit verschafft. Im Film geht der Regisseur das Risiko ein, einen charakterstarken Schauspieler zu bekommen, der auch Probleme machen kann. Wenig spaeter ist „Daniel“ im Film als einer der Wortfuehrer in den ebenso historischen „Wasseraufstand von Cochabamba“ verwickelt und das Filmprojekt im Film gefaehrdet.

Mag zwar die fast am Schluss liegende Szene einer rasanten Rettungsfahrt durch die brennenden Barrikaden, die die Cochabambiner Bevoelkerung gegen die Erhoehung der Wasserpreise errichtet hatte, ein wenig unrealistisch wirken – Aduviri scheint nicht nur auf der Leinwand ein Rebell. Sagte er vor gut zwei Wochen aus gesundheitlichen Gruenden noch eine Reise nach Spanien zur Verleihung der Goya-Filmpreise… weiter lesen