Archive for the ‘Fernsehen’ Category

06.10.2011 von Knut Henkel
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Hollman Morris: Kolumbiens anderer Journalismus

von Knut Henkel

Hollman Morris (42) ist über die Fernsehsendung „Contravía“ mit gut recherchierten Reportagen über das andere Kolumbien bekannt geworden. So bekannt, dass er derzeit mit einem Stipendium der Harvard University in Washington arbeitet. In Kolumbien ist es zu gefährlich für ihn. Ende September erhielt er den Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg für seine Arbeit.

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25.06.2011 von Hans-Ulrich Dillmann
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Widerstandsmuseum in Santo Domingo – Ein Programmhinweis

von Hans-Ulrich Dillmann

Vergangenheitsaufarbeitung in der Karibik

Einer der brutalsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts: Rafael Leonidas Trujillo Molina; Foto: picture-alliance / United Archiv

31 Jahre terrorisierte Rafael Leonidas Trujillo Molina die Dominikanische Republik. 50.000 Menschen fielen dem Regime des Diktators zum Opfer, der im Mai 1961 einem Attentat erlag. Fünf Jahrzehnte später streitet man im Urlaubsparadies über den richtigen Umgang mit der blutigen Vergangenheit.

Ein Beitrag von Brigitte Kleine in Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Dillmann in ARD, Sonntag, den 26. Juni 2011 um 23 Uhr

http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,gxwec2cimgqvc9ob~cm.asp

07.01.2010 von Claudius Prößer
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Sauber und gebrochen

von Claudius Prößer

Clip ansehen: aufs Bild klicken Ein Mann kommt an am Flughafen von Santiago, zusammen mit seinem kleinen Sohn. Sie besteigen ein Taxi, später die U-Bahn. Gemeinsam staunen sie über die moderne Stadt, in der die Autobahn aus Platzgründen unter den Fluss gelegt wurde und die metro sauberer ist als zuhause in … Berlin. Am Ende will der neugierige Junge die Moneda betreten, den Ort wo Allende starb und Pinochet regierte, der Vater erschrickt und will ihn aufhalten, aber dann sagt die freundliche junge Dame, die den Präsidentenpalast gerade verlässt, dass der Lucas natürlich gerne hineindarf. So sehr hat sich Chile verändert.

Die rührende kleine Geschichte ist Teil des aktuellen Wahlkampfspots von Eduardo Frei. Richtig ist, dass Santiago in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen gewaltigen Modernisierungsschub durchgemacht hat. Dass die Stadt wächst und brummt und glänzt (wenn auch nicht an allen Stellen). Und dass

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14.11.2009 von Claudius Prößer
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Politik mit Streifen

von Claudius Prößer
Einen Monat vor den chilenischen Präsidenten- und Parlamentswahlen am 13. Dezember darf im Wahlkampf endlich geworben werden. Nach­dem verfrühte Plakate diesmal recht konsequent abgehängt wurden, ta­pe­zieren die Teams der Kandidaten und Parteien seit Freitagmorgen Straßen und Plätze. Mit echter Spannung dagegen haben die Chilenen die franja electoral erwartet, die epischen TV-Spots, die ab jetzt Tag für Tag aus­ge­strahlt werden, und in die die jeweiligen Teams viel Kreativität und noch mehr Geld investieren. Die Popularität der franja geht auf das Jahr 1988 zurück, als das Plebiszit über die Verlängerung der Pinochet-Herr­schaft den Chilenen zum ersten Mal in ihrer Geschichte politische Fern­seh­wer­bung bescherte – die im Fall des “No” so gut gemacht war, dass der Erfolg der Anti-Pinochet-Kampagne zum Teil auch auf ihr Konto ging.

Hier die ersten vier je fünfminütigen “Streifen” zur anstehenden Wahl: Oppositionskandidat Sebastián Piñera, der in den Umfragen mit knapp vierzig Prozent führt, hat sich kurzerhand… weiter lesen

20.08.2009 von Claudius Prößer
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Sex, Lügen und Katechismus

von Claudius Prößer
Ein Heiliger der ganz besonderen Art: Marcial Maciel (Foto: dpa)


Um eine besonders unappetitliche Mischung aus Katholizismus, Per­so­nen­kult und Kindesmissbrauch ging es gestern Abend im chi­le­ni­schen Fernsehen: Der staatliche Sender TVN brachte eine Re­por­ta­ge über die Opfer von Marcial Maciel, dem Gründer der “Legionäre Chris­ti”. Der Mexikaner Maciel (1920-2008) hatte den streng kon­ser­va­ti­ven Orden im Jahr 1941 in Mexiko-Stadt gegründet, heute ist er in über 20 Ländern vetreten, über 600 katholische Priester gehören ihm an. Untrennbar mit der Kongregation verbunden ist die Laienbewegung “Regnum Christi” mit mehr als 60.000 Mitgliedern.

Der charismatische und ausgesprochen papsttreue Maciel führte indes ein Doppelleben. Seit den 60er-Jahren kursierten Gerüchte über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in den Schulen des Ordens – Gerüchte, die sich viel später bestätigen sollten. Da der Mexikaner hohes Ansehen bei Johannes Paul II. genoss – die Legionäre galten als die neue, schlagkräftige Truppe des Vatikans -,weiter lesen

05.07.2009 von Claudius Prößer
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Böse Simpsons

von Claudius Prößer
Wenn die Kinder von Ned Flanders, dem christlich-fundamentalistischen Nachbarn der Simpsons, etwas Obszönes gesehen haben, bekommen sie die Augen mit Seife ausgewaschen. In Ecuador hat die Rund­funk­auf­sichts­be­hörde Conartel jetzt die Ausstrahlung der “Simp­sons” vor den späten Abendstunden untersagt.

Die Conartel beschied dem Sender Teleamazonas am Donnerstag mit sofortiger Wirkung, er dürfe die Serie lediglich zwischen 21 und 6 Uhr übertragen, solange die Behörde die Wirkung der Fernsehserie auf Kinder und Heranwachsende prüfe. Die Maßnahme diene dem Schutz min­der­jähriger Zuschauer vor dem Einfluss von “Programmen und Bot­schaf­ten, die Gewalt und Rassen- oder Geschlechterdiskriminierung pro­pa­gieren”, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Der Sender, gegen den die Conartel bereits mehrere Sanktionsverfahren in anderen Angelegenheiten an­gestrengt hat, teilte daraufhin mit, er werde die “Simpsons” ab sofort um 5.30 Uhr ausstrahlen.

Anlass für das Sendeverbot am Tag soll die Folge “Lisas Krieg” gewesen sein, die am 22. Mai über den… weiter lesen

06.06.2009 von Claudius Prößer
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Vergleichsweise daneben

von Claudius Prößer
Estoy pato heißt auf Chilenisch so viel wie “ich bin blank”. Was ein akuter Mangel an Liquidität mit einer Ente (pato) zu tun hat, kann niemand genau erklären, aber die BancoEstado, eine staatliche Bank mit Sparkassencharakter, warb vor ein paar Jahren im klammen Monat März mit einem Fernsehspot für Konsumkredite, in dem tausende niedliche Entchen durch das Zentrum von Santiago wackelten. Damit konnten sich die chronisch unterfinanzierten Chilenen nur zu gut identifizieren – die Kampagne war ein voller Erfolg.

Seitdem hat sich die Ente zum zentralen Werbe- und Sympathieträger für die BancoEstado gemausert – das heißt, gemausert hat sie sich eben nicht, sie ist immer noch klein und gelb, wie frisch geschlüpft. In einer langen Reihe populärer TV-Spots tritt sie in den verschiedensten Zusammenhängen computeranimiert auf, meistens in einem bekannten historischen Kontext, dem sie eine absurde Wendung gibt.

Erstaunlicherweise hat sich die katholische Kirche noch… weiter lesen

26.05.2009 von Claudius Prößer
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Pokemones auf Arte

von Claudius Prößer
Wer etwas über skurrile chilenische Jugendkulturen erfahren möchte und späte Sendezeiten nicht scheut, ist herzlich eingeladen, am Samstag um 1.45 Uhr (also Sonntag) einen Beitrag im arte-Magazin “Tracks” über die Pokemones zu verfolgen. O-Ton Arte:

Pokemones: Sexuelle Revolution bei den chilenischen Kids

In Europa flößt das “Emo”-Phänomen den Eltern Angst ein: Grell ge­schmink­te Teenager, die der Bisexualität frönen und mit morbiden Grup­pie­rung­en sympathisieren, sorgen bei den Erwachsenen für Un­be­ha­gen. In Chile gilt die Bewegung, die dort “Pokemone” genannt wird, als so skandalträchtig, dass sogar die Fernsehnachrichten als Aufmacher darüber berichten. In einem erzkatholischen Land, dessen kulturelles Leben noch immer von den Jahren der Diktatur geprägt ist, zeigen sich die Pokemones ungeniert in öffentlichen Parks, wo sie nicht selten Opfer rechtsextremer Skinheads werden. Das Kamerateam von “Tracks” hat sich in den Straßen Santiagos und in den Diskotheken der chilenischen Jugend umgeschaut, wo der “Ponceo” getanzt wird – ein… weiter lesen

01.12.2008 von Claudius Prößer
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Der Eine-Milliarde-Peso-Mann

von Claudius Prößer
Am Ende hat die Teletón noch mehr Spenden eingenommen als veranschlagt – natürlich. Die Übererfüllung des ehrgeizigen Spendenziels gehört zum Spektakel, nur einmal in dreißig Jahren hat es nicht geklappt.

Neben unzähligen anderen Vertretern der farándula (in etwa das, was man auf deutsch als “Promi-Szene” bezeichnen müsste) erschien auch ein Mann auf der Bühne im voll besetzten Estadio Nacional, dessen Erscheinungsbild sich krass vom durchschnittlichen Chilenen, aber ebenso vom distinguierten Auftreten der Reichen und Einflussreichen abhebt. Reich ist Leonardo Farkas auch, aber der 41-jährige Unternehmer trägt auf dem Kopf eine blondgelockte Fußballermähne spazieren (ricitos de oro, “Goldlöckchen”, nennt ihn die Regenbogenpresse), bindet sich rosa Krawatten um den Hals und dicke Uhren ums Handgelenk. Dieser Mann nun spendete den bislang höchsten Einzelbetrag bei einer Teletón: eine Milliarde Pesos, ungefähr 1,2 Millionen Euro.

Farkas ist ein bizarrer Paradiesvogel, ein Mann, dessen politische Einstellung

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28.11.2008 von Claudius Prößer
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Sie wollen Geld

von Claudius Prößer

Tu Gutes und rede darüber? Tu Gutes und mach daraus eine gigantische Show! Dieses Wochenende ist Teletón in Chile.

Seit Wochen ist das Land in Aufruhr. Seit Wochen sammeln Familien, Schulklassen, Firmenbelegschaften, Fußballvereine Geld für das größte Benefizereignis des Jahres. Am Samstag werden all ihre Beiträge mit großem Brimborium und Publikum addiert, zusammen mit Großspenden von Unternehmen und Mäzenen, Opposition und Regierung, vor allem aber den Kleinstspenden hunderttausender Chilenen, die ihre Pesos in eine der aus diesem Anlass 24 Stunden geöffneten Filialen der Banco de Chile tragen. Auch B. hat im Rahmen einer schulinternen Sammelaktion 1.000 Pesos in den großen Topf der guten Tat getan.

Die Teletón Chile gibt es seit 1978, ins Leben gerufen hat sie der TV-Showman Mario Kreutzberger, der als “Don Francisco” nicht nur jedem Chilenen, sondern den meisten Lateinamerikanern ein Begriff ist. Die Idee stammt freilich aus den USA, erfunden hat… weiter lesen