Hollman Morris (42) ist über die Fernsehsendung „Contravía“ mit gut recherchierten Reportagen über das andere Kolumbien bekannt geworden. So bekannt, dass er derzeit mit einem Stipendium der Harvard University in Washington arbeitet. In Kolumbien ist es zu gefährlich für ihn. Ende September erhielt er den Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg für seine Arbeit.
Archive for the ‘Fernsehen’ Category
Vergangenheitsaufarbeitung in der Karibik
31 Jahre terrorisierte Rafael Leonidas Trujillo Molina die Dominikanische Republik. 50.000 Menschen fielen dem Regime des Diktators zum Opfer, der im Mai 1961 einem Attentat erlag. Fünf Jahrzehnte später streitet man im Urlaubsparadies über den richtigen Umgang mit der blutigen Vergangenheit.
Ein Beitrag von Brigitte Kleine in Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Dillmann in ARD, Sonntag, den 26. Juni 2011 um 23 Uhr
http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,gxwec2cimgqvc9ob~cm.asp

Clip ansehen: aufs Bild klicken Ein Mann kommt an am Flughafen von Santiago, zusammen mit seinem kleinen Sohn. Sie besteigen ein Taxi, später die U-Bahn. Gemeinsam staunen sie über die moderne Stadt, in der die Autobahn aus Platzgründen unter den Fluss gelegt wurde und die metro sauberer ist als zuhause in … Berlin. Am Ende will der neugierige Junge die Moneda betreten, den Ort wo Allende starb und Pinochet regierte, der Vater erschrickt und will ihn aufhalten, aber dann sagt die freundliche junge Dame, die den Präsidentenpalast gerade verlässt, dass der Lucas natürlich gerne hineindarf. So sehr hat sich Chile verändert.
Die rührende kleine Geschichte ist Teil des aktuellen Wahlkampfspots von Eduardo Frei. Richtig ist, dass Santiago in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen gewaltigen Modernisierungsschub durchgemacht hat. Dass die Stadt wächst und brummt und glänzt (wenn auch nicht an allen Stellen). Und dass
Hier die ersten vier je fünfminütigen “Streifen” zur anstehenden Wahl: Oppositionskandidat Sebastián Piñera, der in den Umfragen mit knapp vierzig Prozent führt, hat sich kurzerhand… weiter lesen
Ein Heiliger der ganz besonderen Art: Marcial Maciel (Foto: dpa)
Um eine besonders unappetitliche Mischung aus Katholizismus, Personenkult und Kindesmissbrauch ging es gestern Abend im chilenischen Fernsehen: Der staatliche Sender TVN brachte eine Reportage über die Opfer von Marcial Maciel, dem Gründer der “Legionäre Christi”. Der Mexikaner Maciel (1920-2008) hatte den streng konservativen Orden im Jahr 1941 in Mexiko-Stadt gegründet, heute ist er in über 20 Ländern vetreten, über 600 katholische Priester gehören ihm an. Untrennbar mit der Kongregation verbunden ist die Laienbewegung “Regnum Christi” mit mehr als 60.000 Mitgliedern.
Der charismatische und ausgesprochen papsttreue Maciel führte indes ein Doppelleben. Seit den 60er-Jahren kursierten Gerüchte über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in den Schulen des Ordens – Gerüchte, die sich viel später bestätigen sollten. Da der Mexikaner hohes Ansehen bei Johannes Paul II. genoss – die Legionäre galten als die neue, schlagkräftige Truppe des Vatikans -,… weiter lesen
Die Conartel beschied dem Sender Teleamazonas am Donnerstag mit sofortiger Wirkung, er dürfe die Serie lediglich zwischen 21 und 6 Uhr übertragen, solange die Behörde die Wirkung der Fernsehserie auf Kinder und Heranwachsende prüfe. Die Maßnahme diene dem Schutz minderjähriger Zuschauer vor dem Einfluss von “Programmen und Botschaften, die Gewalt und Rassen- oder Geschlechterdiskriminierung propagieren”, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Der Sender, gegen den die Conartel bereits mehrere Sanktionsverfahren in anderen Angelegenheiten angestrengt hat, teilte daraufhin mit, er werde die “Simpsons” ab sofort um 5.30 Uhr ausstrahlen.
Anlass für das Sendeverbot am Tag soll die Folge “Lisas Krieg” gewesen sein, die am 22. Mai über den… weiter lesen
Seitdem hat sich die Ente zum zentralen Werbe- und Sympathieträger für die BancoEstado gemausert – das heißt, gemausert hat sie sich eben nicht, sie ist immer noch klein und gelb, wie frisch geschlüpft. In einer langen Reihe populärer TV-Spots tritt sie in den verschiedensten Zusammenhängen computeranimiert auf, meistens in einem bekannten historischen Kontext, dem sie eine absurde Wendung gibt.
Erstaunlicherweise hat sich die katholische Kirche noch… weiter lesen
Pokemones: Sexuelle Revolution bei den chilenischen Kids
In Europa flößt das “Emo”-Phänomen den Eltern Angst ein: Grell geschminkte Teenager, die der Bisexualität frönen und mit morbiden Gruppierungen sympathisieren, sorgen bei den Erwachsenen für Unbehagen. In Chile gilt die Bewegung, die dort “Pokemone” genannt wird, als so skandalträchtig, dass sogar die Fernsehnachrichten als Aufmacher darüber berichten. In einem erzkatholischen Land, dessen kulturelles Leben noch immer von den Jahren der Diktatur geprägt ist, zeigen sich die Pokemones ungeniert in öffentlichen Parks, wo sie nicht selten Opfer rechtsextremer Skinheads werden. Das Kamerateam von “Tracks” hat sich in den Straßen Santiagos und in den Diskotheken der chilenischen Jugend umgeschaut, wo der “Ponceo” getanzt wird – ein… weiter lesen
Seit Wochen ist das Land in Aufruhr. Seit Wochen sammeln Familien, Schulklassen, Firmenbelegschaften, Fußballvereine Geld für das größte Benefizereignis des Jahres. Am Samstag werden all ihre Beiträge mit großem Brimborium und Publikum addiert, zusammen mit Großspenden von Unternehmen und Mäzenen, Opposition und Regierung, vor allem aber den Kleinstspenden hunderttausender Chilenen, die ihre Pesos in eine der aus diesem Anlass 24 Stunden geöffneten Filialen der Banco de Chile tragen. Auch B. hat im Rahmen einer schulinternen Sammelaktion 1.000 Pesos in den großen Topf der guten Tat getan.
Die Teletón Chile gibt es seit 1978, ins Leben gerufen hat sie der TV-Showman Mario Kreutzberger, der als “Don Francisco” nicht nur jedem Chilenen, sondern den meisten Lateinamerikanern ein Begriff ist. Die Idee stammt freilich aus den USA, erfunden hat… weiter lesen
