Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

17.05.2013 von Peter Strack
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Proteste in Bolivien: Die Qual der Wahl

von Peter Strack

“Vier stehen wir vor deiner Tuer, und wir vier lieben dich…“ – mit dem Singen dieses Kaluyos schaffte es Gonzalo Hermosa, der Gruender der wohl beruehmtesten bolivianischen Folklore-Gruppe Kjarkas, im tropischen Yapacani auf dem Weg von Santa Cruz nach Cochabamba von den protestierenden Lehrergewerkschaftern durch die Strassenblockade gelassen zu werden.

Schon lange sind es mehr als vier, die auf den Strassen oder vor dem Portal des Praesidentenpalastes stehen und gegen das Rentengesetz protestieren. Es begann mit den Minenarbeitern an der Spitze des Gewerkschaftsdachverbandes. Ein Teil von ihnen hat in den letzten Jahren, auch Dank der neuen Lohnpolitik ,wesentlich mehr verdient als in den vielen Jahren davor. Im staatlichen Bergwerksbetrieb von Huanuni bekamen  70% der Arbeiter in den ersten Monaten des Jahres aufgrund von  Sonderschichten und Ueberstunden umgerechnet zwischen 650 und 1100 Euro im Monat, 6% sogar ueber 1500 Euro. Doch das Rentengesetz, eine Art Ergaenzungsfonds zu den selbst angesparten… weiter lesen

24.04.2013 von Knut Henkel
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Pause vom Terror

von Knut Henkel

Morddrohungen per Telefon, bewaffnete Schergen an der eigenen Haustür und schwarze Geländewagen hinter ihrem Kleinwagen – Dina Meza kennt das Instrumentarium der Einschüchterung. Ein paar Monate Pause vom Terror in Honduras hat ihr eine Fortbildung an der Universität York gebracht. Doch bald geht es zurück nach Tegucigalpa. … weiter lesen

19.04.2013 von bettinahoyer
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Das Buen Vivir… kommt später

von bettinahoyer

Rafael Correa bei der 13. Lateinamerika-Konferenz der Deutschen Wirtschaft / Foto: Hoyer

„Erlauben Sie mir zunächst einmal, Ihnen mein Land ein wenig vorzustellen“, sagt ein gut gelaunter Rafael Correa auf der 13. Lateinamerika-Konferenz der deutschen Wirtschaft, als er mit den Begrüßungsfloskeln durch ist.

Ecuador, das Land mit der weltweit größten Artenvielfalt, mit einer 3.000 Kilometer langen Küste, mit großen ökologischen Schützgebieten. Auf einer Leinwand werden die Sinne umworben. Dschungel, Andenhochland, Galapagosinseln, Schnee bedeckte Berge. Und Zahlen: die größte Vielfalt bei Wirbeltieren, fünftgrößte Artenvielfalt bei Schmetterlingen, mehr als ein Fünftel der Landesfläche ist Naturschutzgebiet …

Gelungener Balztanz

„Ecuador ist wundervoll“, fasst Correa schließlich seine schwindelerregenden Zahlenreihen zusammen. „Wir Ecuadorianer und Ecuadorianerinnen haben der Natur Rechte zugesprochen. Damit sind wir Vorreiter des Umweltschutzes und des Kampfes gegen die Erderwärmung. Diese Rechte sind in unserer Verfassung verankert. Bisher ist es die erste, die der Natur Rechte einräumt“, so Rafael Correa, der… weiter lesen

19.03.2013 von Hildegard Willer
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Gerade noch mal durchgekommen!

von Hildegard Willer

“Wir müssen alle einen Denkzettel bekommen, damit wir zuerst nachdenken, bevor wir wählen”, meinte Mirella, meine Shampoo-Verkäuferin noch am Samstag-Nachmittag. Die junge Frau mit dem freundlichen Lächeln hat einen kleinen Ladenstand für Kosmetikartikel und allerlei Schnickschnack und ist nicht  davon abzubringen, dass sie Susana Villarán als Bürgermeisterin abwählen wird. “Sie hat einfach nichts getan, nenne mir eine einzige “obra” von ihr. Sie kann noch so ein guter Mensch sein, sie gehört nicht in dieses Amt”.

Fast hätte Mirella  und die ihren es geschafft und Susana Villarán in der überflüssigsten und absurdesten Wahl, die Peru in den letzten Jahren hatte, aus dem Rathaus verjagt. “Revocatoria” , Abwahl noch vor Ablauf der Amtszeit, nennt man in Peru dieses Gesetz, das korrupten Bürgermeistern den Garaus, und den Bürgern wie Mirella mehr demokratische Beteiligung verschaffen soll.  Recht knapp ging die Schlacht um Lima schliesslich zu Gunsten von Susana Villarán aus, mit 51,5% für Susana… weiter lesen

01.01.2013 von Hildegard Willer
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Kleine Bücher, grosse Geschichten

von Hildegard Willer

Beide haben den Tod schon als Kinder viel zu oft miterlebt; beide wissen wie es ist, wenn der Hunger alle anderen Sinne und Gedanken betäubt; beide konnten erst in späten Jahren ihre Schulbildung beginnen bzw. vollenden. Beide haben erst auf Drängen Dritter ihr Leben schriftlich niederlegt in zwei kleinen Büchlein, die im Dezember in Lima vorgestellt wurden. Die beiden Titel könnten unscheinbarer nicht klingen: „Erinnerungen eines unbekannten Soldaten“ von Lurgio Gavilán das eine ; „Kleine Mosaiksteine aus meinem Leben“ von Pilar Coll das andere. Hinter den nichtssagenden Titeln stecken zwei ausserordentliche Lebensgeschichten.

Mit 14 Jahren war Lurgio Gavilán bei vielen Morden dabeigewesen und erwartete nun bange seinen eigenen Tod. Eine Militärpatrouille hatte den Kind-Soldaten des „Leuchtenden Pfades“ 1985 in den Bergen von Ayacucho gefangengenommen. Auch der ihm seit zwei Jahren eingehämmert Glaube, dass es eine Ehre sei, für Marx, Mao und vor allem für den Kameraden Gonzalo alias… weiter lesen

12.04.2012 von Peter Strack
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Kinderarbeiter in Bolivien: Rückenwind vom Präsidenten

von Peter Strack

 

Tage des Kindes in Bolivien: Organisierte Kinderarbeiter im Praesidentenpalast, Quelle: UNATSBO

Tage des Kindes in Bolivien: Organisierte Kinderarbeiter im Praesidentenpalast, Quelle: UNATSBO

Unter den Kindern, die am heutigen 12. April, dem bolivianischen Tag des Kindes, die Eingangshalle des Regierungspalastes bei einem gemeinsamen Fruehstueck mit nationalen Autoritaeten fuellten, waren auch Vertreter der Organisationen arbeitender Kinder. In seiner Ansprache bekamen sie Unterstuetzung vom Praesidenten Evo Morales, … weiter lesen

04.02.2012 von Peter Strack
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Bolivien: Ein kurzer Moment der Freude

von Peter Strack

„Derzeit ist nur wenig Andrang”, machte mir der schon von wiederholtem Anstehen bekannte Mitarbeiter der Migrationsbehoerde im bolivianischen Cochabamba Hoffnung, als ich ihn letztens zufaellig im Kleinbus traf. Auf dem Weg in seine Behoerde. Und in der Schlange, die an diesem Morgen recht schnell voranrueckte, standen auch kaum mehr als 20 Interessenten, brasilianische Studenten, Priester, Nonnen … Aber als ich nach einer halben Stunde dran war, hiess es nur: Um 14 Uhr 30 wiederkommen!

    Die Wartenummern, mit denen man sich die Zeit ein wenig einteilen koennte, und von denen ein Hinweisschild anweist, sie sich zu besorgen, gaebe es nicht. Fast puenktlich stand ich nachmittags wieder vor dem Buero Nummer 3, das zum wiederholten Male die gleichen Angaben aufnehmen, in den Computer eingeben und ein Foto fuer den neuen Ausweis machen sollte. Die Zahl der Wartenden, die sich um vier Stuehle draengten und immer wieder von Polizisten gebeten wurden, doch… weiter lesen

31.01.2012 von Knut Henkel
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Einheit vor Reform

von Knut Henkel

Kubas Kommunisten haben sich am Wochenende zur Klausur getroffen. Die Debatte der gesellschaftlichen Probleme und die Reformen standen im Vordergrund. Weitermachen lautet das Credo bei den Reformen, aber bitte hüsch langsam. Für Homo- und Transsexuelle sowie die schwarze Minderheit könnte sich die Konferenz jedoch positiv bemerkbar machen.

Mariela Castro, Kubas prominenteste Kämpferin für Schwulen-, Lesben- und Transsexuellenrechte

 In Kuba ist die Partei das Organ, welches die Geschicke der Insel steuert – wichtiger als die Gesellschaft und der Staat. So steht es in der Verfassung des Landes. Folgerichtig war im Vorfeld der 1. Konferenz der Partido Comunista de Cuba (PCC) spekuliert worden, ob es auf der Konferenz einen neuen Reformschub geben könne. Doch alle Hoffnungen in diese Richtung hatte der 1. Sekretär der PCC und Staatschef Raúl Castro schon im Vorfeld der Konferenz eine Absage erteilt, bei der turnusmäßigen Sitzung des Parlaments Ende Dezember.… weiter lesen

08.11.2011 von Gerhard Dilger
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Feministische Utopie im Morgenland

von Gerhard Dilger

Meine Zimmernummer in Manaus lautet 1001.

Wie ein Märchen aus Tausendundeinernacht mutet auch La source des femmes von Radu Mihaileanu an, jener Wettbewerbsbeitrag vom Amazonas Film Festival, der bisher im Opernhaus der Amazonasmetropole mit Abstand den meisten Beifall bekam.

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Der “Quell der Frauen”, gerade in den französischen Kinos angelaufen, ist eine flott gedrehte Utopie, die in einem ungenannten Maghrebdorf spielt. Munter bedient sich Mihaileanu in der griechischen Antike, beim französischen Orientalismus des 18. Jahrhunderts sowie bei zeitgenössischen feministischen Diskursen und strickt aus all dem eine politisch korrekte Komödie.

Selbst wenn der Film bewusst mit Stereotypen arbeitet – aber welches Märchen tut das nicht? – unter dem Strich ist er auch noch ein wunderbares Gegengift zur antiislamischen Hysterie in Europa.

15.10.2011 von Gerhard Dilger
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Misswahlen für die deutsch-brasilianische Freundschaft

von Gerhard Dilger

Die neue Miss Germany Brasil ist gekürt.

Es handelt sich um die 18-jährige Rute Bock (l.) aus Agudo im Bundesstaat Rio Grande do Sul.

via BrasilAlemanha