31.01.2012 von Knut Henkel
Kubas Kommunisten haben sich am Wochenende zur Klausur getroffen. Die Debatte der gesellschaftlichen Probleme und die Reformen standen im Vordergrund. Weitermachen lautet das Credo bei den Reformen, aber bitte hüsch langsam. Für Homo- und Transsexuelle sowie die schwarze Minderheit könnte sich die Konferenz jedoch positiv bemerkbar machen.

Mariela Castro, Kubas prominenteste Kämpferin für Schwulen-, Lesben- und Transsexuellenrechte
In Kuba ist die Partei das Organ, welches die Geschicke der Insel steuert – wichtiger als die Gesellschaft und der Staat. So steht es in der Verfassung des Landes. Folgerichtig war im Vorfeld der 1. Konferenz der Partido Comunista de Cuba (PCC) spekuliert worden, ob es auf der Konferenz einen neuen Reformschub geben könne. Doch alle Hoffnungen in diese Richtung hatte der 1. Sekretär der PCC und Staatschef Raúl Castro schon im Vorfeld der Konferenz eine Absage erteilt, bei der turnusmäßigen Sitzung des Parlaments Ende Dezember.… weiter lesen
16.12.2011 von Knut Henkel
Das er ein Mann der Superlative ist, wussten wir schon immer. Nun haben wir es aber auch schwarz auf weiß. Nun kommt der Comandante en Jefe ins Buch der Rekorde. Fidel Castro hält nämlich nicht nur den Rekord der längsten Rede aller Zeiten, sondern auch der meisten gescheiterten Attentate – 638 sollen es sein. Doch ein bißchen Recherche wäre schon schön.
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27.10.2011 von Gerhard Dilger
Der kubanische Autor Leonardo Padura erzählt die Geschichte des gescheiterten Realsozialismus
Von Tobias Lambert, Lateinamerika Nachrichten 448
In seinem neuen Buch “Der Mann, der Hunde liebte” widmet sich der in Havanna lebende Autor Leonardo Padura einem Thema, das in den realsozialistischen Ländern jahrzehntelang als Tabu galt. Er erzählt die Geschichte des von Stalin verstoßenen Leo Trotzki und seines Mörders, dem Katalanen Ramón Mercader. Dabei verknüpft Padura zentrale Ereignisse des 20. Jahrhunderts zu einem großen Roman, der eng an den Fakten bleibt und dennoch stetig die Spannung steigert.
Ohrenbetäubend erschallt der Schrei am 20. August 1940 durch den Innenhof. Vergeblich wehrt sich der von Stalin zum Tode Verurteilte Lew Dawidowitsch alias Leo Trotzki gegen sein vorgezeichnetes Schicksal. Ein Schrei, ein Biss in jene Hand, die ihm soeben einen Eispickel in den Schädel geschlagen hat, zu mehr reicht die Kraft nicht aus. Trotzkis mühevoll vorgebrachte Worte an seine Wachleute, dass… weiter lesen
23.08.2011 von Knut Henkel
In Washington ist wieder mal die Liste der des Terrors verdächtigen Staaten veröffentlicht worden. Kuba steht wie gewohnt drauf. Für die Regierung in Havanna ist das eine der typischen Provokationen aus Washington, und dahinter steckt eine alte Bekannte. … weiter lesen
02.08.2011 von Gerhard Dilger
Das Gesundheitssystem Kubas ist eines der Aushängeschilder der Revolution von 1959. Die auf der Insel praktizierte Medizin genießt bis heute international einen guten Ruf. Ein Beweis ist die niedrige Kindersterblichkeit, die es mit den höchst entwickelten Staaten aufnehmen kann. Kubanische Ärzte halfen 1998 in Honduras, als der Hurrikan “Mitch” das Land verwüstete und Tausende Menschen medizinische Versorgung benötigten. Gleichzeitig hatte der damalige kubanische Präsident Fidel Castro eine Idee: Statt Ärzte ins Ausland zu schicken, sollten künftig junge Menschen in Havanna Medizin studieren, um später in ihren zumeist armen Heimatländern zu praktizieren. An der Lateinamerikanischen Schule für Medizin erhalten heute alljährlich über 2000 angehende Ärzte ihr Diplom;

die Kosten des Studiums trägt die kubanische Regierung. Die Studierenden kommen aus fast allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik, aber auch aus Afrika – und sogar aus den USA…
… heißt es in der Vorankündigung zur halbstündigen SWR-Radiosendung Ärzte made in… weiter lesen
09.06.2011 von Knut Henkel
Guillermo Fariñas hat den Hungerstreik zu seinem politischen Instrument erkoren. Vor ein paar Tagen hat der 48-jährige Psychologe seinen 24. Hungerstreik begonnen. Es konnte der letzte des prinzipienfesten Kubaners sein. Dessen Gesundheit hat schwer gelitten.
Vor rund vier Wochen hat Guillermo Fariñas angekündigt in den Hungerstreik zu treten, wenn der Tod seines Freundes Juan Wilfredo Soto García nicht en detail untersucht werden würde. Am vergangenen Freitag, genau vier Wochen nach seiner Ankündigung am Grab des 46-jährigen Dissidenten, der in Santa Claras Dissidentenszene als “El Estudiante” bekannt war, begann Guillermo Fariñas mit dem 24. Hungerstreik. Sechs Tage wärt der nun und in den vergangenen Tagen haben Elizardo Sánchez von der kubanischen Komission für Menschenrechte und nationale Versöhnung und mehrere prominente Oppositionelle aus Havanna Fariñas in Santa Clara besucht, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen.
Erfolglos, wie Elizardo Sánchez im Anschluß an den Besuch gegenüber der internationalen Presse zugab. Sánchez und seine… weiter lesen
29.03.2011 von Knut Henkel
Barack Obama und Hillary Clinton haben sich bereits die Zähne ausgebissen. Auf sämtliche Appelle von ihrer Seite reagierte die kubanische Führung unterkühlt. Nun soll ein Altmeister das schwierige Klima zwischen Washington und Havanna wieder ins Lot bringen – Jimmy Carter. In Kuba ist der Ex-Präsident überaus angesehen, aber ob es ihm gelingt, die verfahrenen Beziehungen wieder flott zu machen, darf bezweifelt werden. Zumindest dann, wenn er nichts mitbringt.
Am Montag traf Ex-Präsident Jimmy Carter auf Einladung der kubanischen Regierung in Havanna ein. Carter gilt als vernünftiger Mann auf der Insel und ist zugleich einer der fähigsten Mediatoren, den die USA zu bieten haben. Ein Grund, weshalb Barack Obama den altgedienten Diplomaten ins Rennen schickt, um die festgefahrenen Beziehungen zur Insel zu verbessern und um zu sehen, was sich imFall Alan Gross noch erreichen lässt. 15 Jahre lautet die Haftstrafe, die die Richter in Havanna vor ein paar Wochen für den… weiter lesen
05.12.2010 von Knut Henkel
Seit Dezember 2009 sitzt Alan Gross in einer kubanischen Gefängniszelle. Spionage wird ihm vorgeworfen, weil er illegal Laptops und Mobiltelefone in der jüdischen Gemeinde Havannas verteilte – im Auftrag der US-Regierung.
Am 3. Dezember 2009 wollte Alan Gross über den interantionalen Flughafen José Marti von Havanna Kuba verlassen. Doch beim Einchecken griffen die kubanischen Grenzbeamten zu und setzten den Mann, der binnen neun Monaten immerhin fünf Mal mit einer Touristenkarte nach Kuba eingereist war, fest. Alan Gross, ein Mann jüdischen Glaubens mit Rauschebart und im fortgeschrittenen Alter, war im Auftrag der US-Regierung in Havanna im Einsatz. Sein Auftrag sei es gewesen, so Gross Ehefrau Judy in einer Video-Botschaft, „die Kommunikation innerhalb der jüdischen Gemeinde in Kuba und deren Internetzugang zu verbessern“. Dazu war Gross zwischen März und Dezember 2009 gleich fünfmal nach Kuba eingereist. Jedes Mal mit einem einfachen Touristenvisum und im Auftrag von Joint Business Development Center (JBDC).… weiter lesen