Mit diesem Stück hat der ecuadorianische Künstler Jonathan Harker zusammen mit den Panameños Iñaki Iriberri und Rodrigo Sánchez de Señor Loop folgenden Klassiker aus dem Jahr 1946 aufs Wunderbarste kannibalisiert:
Auch in Lateinamerika hat Bob Dylan eine große Fangemeinde, wie ich vor zweieinhalb Jahren bei einem denkwürdigen Konzert in Buenos Aires miterleben konnte. An einem lauen Sommerabend im Stadion von Vélez Sarsfield erwies dem Meister eine erlauchte Vorgruppe die Reverenz: der “argentinische Dylan” León Gieco, Rock-Legende Charly García und Oscar-Preisträger Gustavo Santaolalla. Tage später radelte Dylan in Frauenklamotten durchs uruguayische Schickeria-Seebad Punta del Este.
In vielen Teilen Brasiliens dürften sich solche Vorsichtsmaßnahmen gegen lästige Glotzer erübrigt haben. Und dass Dylan seine Brasilien-Aufenthalte zu malerischen Studien genutzt hat, weiß man erst seit kurzem. Das Ergebnis ist ab heute in Kopenhagen zu sehen, wo die Dylan-Ausstellung The Brazil Series eröffnet wurde.
Eine Auswahl der ausgestellten Werke findet sich hier. Das Buch dazu erscheint demnächst beim Prestel-Verlag, der schon den Katalog zu Dylans 2007er-Ausstellung in Chemnitz veröffentlicht hatte.… weiter lesen
Das hätten sich Llajtaymanta nicht träumen lassen: Anfang Mai brach eine Welle von wutschnaubenden chauvinistischen Kommentaren über eine der bekanntesten Folklore-Gruppe Boliviens herein. Eine auf Facebook gegründete Protestgruppe hat bereits über 13000 Mitglieder. Selbst die bolivianische Kulturministerin bestellte die Musiker ins Ministerium ein.
Was war passiert? Die Gruppe hatte zum Karneval einen Tanz für das Centro Cultural Andino komponiert und aufgenommen – was professionelle Musiker halt machen, um Geld zu verdienen. Der Titel heisst „Mi corazón está contigo“ und ist im Rhythmus des Caporales komponiert, einem traditionellen bolivianischen Tanz, der aus der afrobolivianischen Tradition entlehnt ist, und jedes Jahr von zahllosen Gruppen zum Karneval aufgeführt wird. Der Tanz symbolisiert die Unterdrückung der ArbeiterInnen während der Kolonialzeit: der Vortänzer („Caporal“) „motiviert“ die übrigen TänzerInnen, seine „Untergebenen“, mit Peitsche und Schellen zum immer schnelleren Tanz.
Der Text der Llajtaymanta-Auftragsarbeit scheint unauffällig:
Lucho Barrios ist tot. Der peruanische Sänger starb am 5. Mai 2010 im Alter von 75 Jahren in einem Krankenhaus in Lima, wo er zwei Tage vorher mit einer Lungenembolie eingeliefert worden war.
In Chile war Barrios, der in den 60er-Jahren mit Boleros wie “Mi niña bonita” berühmt wurde, mindestens so populär wie in seiner Heimat – vermutlich handelte es sich um den beliebtesten Peruaner südlich von Tacna (und insbesondere in der chilenischen Grenzstadt Arica). “La joya del Pacífico”, die von ihm im Stil eines vals peruano gesungene Liebeserklärung an Valparaíso sicherte ihm ewigen Ruhm in der chilenischen Hafenstadt, seine Verbundenheit mit dem Nachbarland bescherte ihm 2002 einen Verdienstorden aus den Händen des damaligen Staatspräsidenten Ricardo Lagos.
Als rey de la canción cebolla wurde Barrios in den chilenischen Medien apostrophiert – als König der Tränendrüse, wenn man so will. Das war in seinem Fall gar… weiter lesen
Katholiken alle Länder, aufgehorcht: Chile kann bald einen Weltrekord vermelden – die größte Karol-Wojtyla-Statue aller Zeiten. Errichtet werden soll das 13,5 Meter hohe Ungetüm (7,5 Meter Bronze-Papst, 6 Meter Sockel) ausgerechnet am Rande von Bellavista, dem Künstler- und Bohemeviertel von Santiago . Seit die private Initiative vor wenigen Tagen publik wurde, regt sich freilich allenthalben Protest gegen den superpapa (so der Publizist Cristián Warnken im Blog des “Mercurio”).
Hintergrund des Aufstell-Papstes, der einem anderen religiösen Wahrzeichen Santiagos, der Marienstatue auf dem Gipfel des San-Cristóbal-Bergs, Konkurrenz machen wird, ist die Umstrukturierung des Viertels, in dem zwei private Hochschulen ihre Hauptquartiere beziehen werden. Die beiden Universitäten – die Universidad San Sebastián und die Universidad Andrés Bello – sollen zusammen mit der traditionsreichen Jurafakultät der Universidad de Chile, die hier seit vielen Jahrzehnten residiert, rund 7.000 Studenten anlocken und neben dem Barrio República ein weiteres Hochschulviertel in der… weiter lesen
Am 12. Juni hat die Compagnie von Pina Bausch das jüngste Stück der 68-Jährigen im Opernhaus Wuppertal uraufgeführt. Wie bei Bausch üblich ist es noch namenlos, aber es verweist auf die Erfahrungen der Truppe in Chile, wo sie im vergangenen Februar auf Einladung des Goethe-Instituts beim Theaterfestivals Santiago A Mil mit “Körper” gastierte. Wie man hört, reisten Bausch und ihre Tänzer anschließend durchs ganze Land, von der Atacama-Wüste bis Chiloé, um Impressionen für die kommende Arbeit einzufangen.
Aber wie viel Chile steckt in “Ein Stück von Pina Bausch” (so der Arbeitstitel)? Den ersten Rezensionen nach zu schließen, eher wenig – aber ganz genau weiß das nur das Auge des Betrachters:
Es muss sehr heiß gewesen sein in Chile, wo Pina Bauschs neues Stück entstand. Und knochentrocken war’s wohl auch – so trocken, dass der weiße (Bühnen-)Boden Risse und gefährliche Spalten bekommt. (Ruhr Nachrichten)
Impressionen von der Plaza Independencia in Montevideo:
Uruguay
Bolivien
Paraguay
Paraguay (r.) und Peru
Chile
Honduras
Brasilien
Argentinien
El Salvador (r.) und Kolumbien
Mosambik
Kuba
Antigua und Barbuda
Uruguay
USA
“Es macht uns glücklich zu sehen, wie ein Stück Berlins immer wieder Menschen überall auf der Welt begeistert, ob in China, Israel, Ägypten, Nordkorea oder jetzt in Südamerika”, verkünden die “Initiatoren Eva und Klaus Herlitz” auf ihrer Website.
Auch in Lateinamerika wird der Versuch Homer Simpsons, Barack Obama zu wählen, gerade zum Renner im Netz:
.
Der Ausschnitt ist auch ein Seitenhieb auf die mit den Republikanern verbandelte Wahlautomatenfirma Diebold, berichtet das Internetportal ElArgentino.com.
Erst vor ein paar Monaten empörten sich Argentiniens Peronisten über eine Simpsons-Episode, in der ihr Führer Juan Domingo Perón verunglimpft wurde. Daraufhin gab es prompt eine geniale “peronistische” Version: