Archive for the ‘Kunst’ Category

06.12.2012 von Gerhard Dilger
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Oscar Niemeyer ist tot: Das Leben ist ein Hauch

von Gerhard Dilger

Oscar Niemeyer ist tot. Am Mittwochabend, wenige Tage vor seinem 105. Geburtstag, ist Brasiliens Stararchitekt in Rio gestorben.

“Samstags und sonntags arbeite ich am meisten”, erzählte er noch vor ein paar Jahren in seinem Atelier an der Copacabana. “Alleine blättere ich einige Bücher durch, schreibe einen Text, zeichne oder denke ganz einfach über das Leben nach.”

“Das Leben ist ein Hauch”, umriss der bekennende Kommunist und Atheist seine Philosophie. “Der Mensch ist nichts wert, er wird geboren und stirbt. Also muss er zum Himmel sehen und fühlen, dass er klein ist, dass er bescheiden sein muss, dass nichts wichtig ist.”

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Eines seiner letzten umgesetzten Projekte war das 2011 eingeweihte Kulturzentrum im nordspanischen Avilés (s. u., Foto: dpa), eine gewohnt kurvenreiche, luftige Anlage. In Havanna ist nach seinem Entwurf ein neues Gebäude für die brasilianische Botschaft geplant, und in Caracas soll ein riesiges Denkmal zum… weiter lesen

02.11.2012 von Hildegard Willer
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Toten(un)ruhe in Lima

von Hildegard Willer

Zwei der faszinierendsten Orte der peruanischen Hauptstadt sind den Toten vorbehalten: die Friedhofstadt “Presbítero Maestro” in Barrios Altos sowie der Friedhof “Nueva Esperanza” (Neue Hoffnung) im Süden Limas.

Presbítero Maestro hiess der Architekt, der 1808 den Friedhof erbaute, in dem die peruanischen Noblen ihre letzte Ruhestätte finden sollten. Heute ist die Totenstadt etwas versteckt im übel beleumdeten Viertel Barrios Altos, nicht unweit der historischen Altstadt. Umgeben von baufälligen Lehmhäusern und abenteuerlichen Holzbauten und einer Strasse voller Hupen, Tuten und Ausrufern, wird es hinter der Friedhofsmauer auf einmal ruhig . Der Besucher findet sich ins Lima des 19. Jahrhunderts zurückversetzt. Villenartige Mausoleen im neoklassizistischen Stil beherbegen die Gebeine der einst mächtigen Familien Limas. In Mauergräbern ruhen die Überreste von Einwanderern jeglicher Provenienz, wie die deutschen, italienischen, slawischen, chinesischen und japanischen Namen verraten. Mitten in der Totenstadt steht das Pantheon, die Ruhmeshalle für die im Pazifikkrieg gegen Chile vor über 100 Jahren… weiter lesen

16.08.2012 von Gerhard Dilger
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Deutschkurse bei Stefan Zweig

von Gerhard Dilger

Von Andreas Behn

Stefan Zweig war entschlossen: “Ehe ich aus freiem Willen und mit klaren Sinnen aus dem Leben scheide, drängt es mich, eine letzte Pflicht zu erfüllen: Diesem wundervollen Lande Brasilien innig zu danken, das mir und meiner Arbeit so gute und gastliche Rast gegeben.” Kurz darauf nahm sich der österreichische Schriftsteller zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Charlotte Altmann das Leben. Es war das Jahr 1942, in Europa tobte der Krieg.

Seine damaliges Haus in Petrópolis, rund 80 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt, ist seit ein paar Wochen ein Kulturzentrum. “Das Stefan-Zweig-Haus ist zugleich ein Museum, ein Platz für Ausstellungen und ein Ort, an dem sich Künstler treffen und Kunst gelehrt wird,” sagt Zweig-Biograf Alberto Dines. “Es ist ein ganz winziges Häuschen, aber mit großer gedeckter Terrasse und wunderbarem Blick”, schrieb Zweig in einem Brief.

Dines ergriff bereits vor… weiter lesen

23.05.2012 von Gerhard Dilger
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The Rise and Rise of Marta Minujín

von Gerhard Dilger

von Maggie Thieme

Mit einer lang erwarteten Retrospektive feierte das Malba (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires) in Buenos Aires 2010/2011 die Künstlerin Marta Minujín (*1943), „den argentinischen Andy Warhol“. Gezeigt wurden bekannte und weniger bekannte Werke, Rekonstruktionen von zerstörten Installationen und einmaligen Aktionen, Pläne der nicht verwirklichten Arbeiten, Skulpturen und Filme aus dem Zeitraum von 1959 bis 1989. Die neben Eva Perón als berühmteste Argentinierin geltende Minujín ist noch heute künstlerisch aktiv und kombiniert ihr öffentliches Auftreten stets stylish, aber anders als ehemals Evita, mit mehr als einem Hauch parodistischer Selbstdarstellung.


Eine Kontextualisierung fällt schwer. Bekannt für ihre Überzeugung, dass alles Kunst sei, sprengt Minujíns überbordendes Œuvre jede Schublade. Und doch stünde Marta Minujín für drei Konstanten, meint Viktoria Noorthoorn, die Kuratorin der Ausstellung: „Die Fähigkeit zur ständigen Neudefinition ihrer Kunst, wie auch die Befähigung, in weltweiten Bezügen… weiter lesen

05.05.2012 von Knut Henkel
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Una noche oder der Traum vom Abgang

von Knut Henkel

Jung, erfolgreich und zielstrebig sind Attribute, die man gern mit der Jugend eines Landes in Verbindung bringt. Auf zwei kubanische Schauspieler, die gerade einen Film zur Flucht von der Insel abgedreht haben, trifft all das zu. Nun sind sie selbst geflüchtet – wegen der fehlenden Perspektiven. … weiter lesen

09.10.2011 von Gerhard Dilger
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Dyls Doppelpack (8): Manawa, Nicarawa

von Gerhard Dilger

Von der diesjährigen Bienal do Mercosul in Porto Alegre:

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Mit diesem Stück hat der ecuadorianische Künstler Jonathan Harker zusammen mit den Panameños Iñaki Iriberri und Rodrigo Sánchez de Señor Loop folgenden Klassiker aus dem Jahr 1946 aufs Wunderbarste kannibalisiert:

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14.10.2010 von Gerhard Dilger
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Evita & Evito

von Gerhard Dilger

Neulich, auf dem Wahrheitklub-Treffen am taz-Stand in Frankfurt:

08.09.2010 von Knut Henkel
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Ein Platz für John

von Knut Henkel

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04.09.2010 von Gerhard Dilger
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Bob do Brasil

von Gerhard Dilger

Auch in Lateinamerika hat Bob Dylan eine große Fangemeinde, wie ich vor zweieinhalb Jahren bei einem denkwürdigen Konzert in Buenos Aires miterleben konnte. An einem lauen Sommerabend im Stadion von Vélez Sarsfield erwies dem Meister eine erlauchte Vorgruppe die Reverenz: der “argentinische Dylan” León Gieco, Rock-Legende Charly García und Oscar-Preisträger Gustavo Santaolalla. Tage später radelte Dylan in Frauenklamotten durchs uruguayische Schickeria-Seebad Punta del Este.

In vielen Teilen Brasiliens dürften sich solche Vorsichtsmaßnahmen gegen lästige Glotzer erübrigt haben. Und dass Dylan seine Brasilien-Aufenthalte zu malerischen Studien genutzt hat, weiß man erst seit kurzem. Das Ergebnis ist ab heute in Kopenhagen zu sehen, wo die Dylan-Ausstellung The Brazil Series eröffnet wurde.

Eine Auswahl der ausgestellten Werke findet sich hier. Das Buch dazu erscheint demnächst beim Prestel-Verlag, der schon den Katalog zu Dylans 2007er-Ausstellung in Chemnitz veröffentlicht hatte.… weiter lesen

08.06.2010 von Benjamin Kiersch
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Zensur in Bolivien: Der Fall Llajtaymanta

von Benjamin Kiersch

Das hätten sich Llajtaymanta nicht träumen lassen: Anfang Mai brach eine Welle von wutschnaubenden chauvinistischen Kommentaren über eine der bekanntesten Folklore-Gruppe Boliviens herein. Eine auf Facebook gegründete Protestgruppe hat bereits über 13000 Mitglieder. Selbst die bolivianische Kulturministerin bestellte die Musiker ins Ministerium ein.

Was war passiert? Die Gruppe hatte zum Karneval einen Tanz für das Centro Cultural Andino komponiert und aufgenommen – was professionelle Musiker halt machen, um Geld zu verdienen. Der Titel heisst „Mi corazón está contigo“ und ist im Rhythmus des Caporales komponiert, einem traditionellen bolivianischen Tanz, der aus der afrobolivianischen Tradition entlehnt ist, und jedes Jahr von zahllosen Gruppen zum Karneval aufgeführt wird. Der Tanz symbolisiert die Unterdrückung der ArbeiterInnen während der Kolonialzeit: der Vortänzer („Caporal“) „motiviert“ die übrigen TänzerInnen, seine „Untergebenen“, mit Peitsche und Schellen zum immer schnelleren Tanz.

Der Text der Llajtaymanta-Auftragsarbeit scheint unauffällig:

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