Archive for the ‘Menschenrechte’ Category

26.09.2011 von Gerhard Dilger
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So nicht!

von Gerhard Dilger

Aus dem Rücktrittsschreiben der bolivianischen Verteidigungsministerin Cecilia Chacón an Evo Morales:

Ich teile die Interventionsmaßnahme der Regierung gegen den Marsch nicht. Ich kann sie weder verteidigen noch rechtfertigen, solange es Alternativen im Rahmen des Dialogs, des Respekts der Menschenrechte und der Verteidigung von Mutter Erde gibt. Anstatt die Rechte zu isolieren, stärken die ergriffenen Maßnahmen deren Handeln und Manipulation (…) mit dem Ziel, den Prozess des Wandels anzugreifen, der die Bolivianer so viel gekostet hat.

So nicht! Wir haben mit dem Volk vereinbart, die Dinge anders zu machen.

17.09.2011 von Peter Strack
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Evos neue Kleider? – Konflikt um das indigene Territorium Isiboro Sécure

von Peter Strack

Marsch fuer den TIPNIS

In einem Experiment fuer die Schule sollte meine Tochter diese Woche untersuchen, ob die Sauerstoffproduktion einer Pflanze mit der Menge der einfallenden Sonnenstrahlen waechst. Das Ergebnis war eindeutig und hat Julia in ihrer Ueberzeugung bestaerkt, wie wichtig der Erhalt gerade der Waelder in den sonnenreichen Tropenregionen  ist.

Seit  dem 15. August marschieren zunaechst 700, inzwischen mehrere Tausend Tiefland-Indígenas aus Protest gegen den geplanten Bau einer Ueberlandstrasse mitten durch den TIPNIS, Indigenes Territorium und Nationalpark Isiboro Sécure, ein Bau der nicht nur das Klima, sondern auch eine dort lebende Vielfalt von  858 Wirbeltierarten, 470 Vogelsorten, 188 Fischen und andere Wassertieren, 500 verschiedenen Heilpflanzen bedrohen wuerde. Und die meisten dort lebenden Arten seien noch gar nicht erfasst, sagt der Biologe Raul Altamirano der Tageszeitung Los Tiempos.

Fuer Praesident Evo Morales, der sich auf  internationaler Ebene als  Verfechter der Rechte der Mutter Erde und des Klimaschutzes praesentiert, ist Julia jedoch eine jener Naturromantiker, die sich nationalen Interessen, der Entwicklung und dem Fortschritt verweigern.  Dank des Starrsinns der Regierung, die ihre einmal getroffene Entscheidung durchboxen will, statt mit den Beteiligten Alternativen und Kompromisse zu suchen, steht im Fall TIPNIS derzeit nicht nur die Natur und die Glaubwuerdigkeit der Regierung auf dem Spiel.  Aendert die Regierung nicht ihren autoritaeren Stil, wird bald auch das  Buendnis zerbrochen sein, das Evo Morales vor noch nicht allzu langer Zeit mit einer 2/3 Mehrheit an die Macht gebracht hat.

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29.08.2011 von Hildegard Willer
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Erinnerungskultur “importiert”?

von Hildegard Willer

Am Freitag jährte sich zum 8. Mal der Jahrestag der feierlichen Überreichung des Berichtes der peruanischen Wahrheitskommission. Die Empfehlungen des hochgelobten Berichtes sind bisher nur teilweise umgesetzt worden. Vor allem die fehlenden oder von den Opfern als zu niedrig angesehenen Reparationszahlungen geben Anlass zu Protest.

Im Gegenzug findet man in verschiedensten Orten der Südanden immer mehr symbolische Erinnerungsorte an die Opfer des Bürgerkrieges.  Im Juli fand an der Universität Hamburg eine deutsch-peruanische Tagung zum Thema “Erinnerungskultur in Peru” statt. Dort wurde auch die kritische Frage gestellt,  wie sehr diese symbolische Erinnerungskultur in Peru dem “Goodwill” von Geberländern wie Deutschland geschuldet ist, oder ob sie tatsächlich im peruanischen Volk verankert ist.

Ein von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gefördertes "Erinnerungsmuseum" in Ayacucho, Peru

Fast 30 Jahre ist es her, dass Angélica… weiter lesen

27.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Eine Frage der Bildung

von Benjamin Kiersch

Latin@rama dokumentiert den Bericht einer Frau, deren siebzehnjähriger Sohn am 23. August 2011 in einem Polizeirevier in Peñalolén, Santiago de Chile, festgehalten und misshandelt wurde. Die Autorin ist dem Autor des Blogs und Übersetzer des Textes bekannt. Er sieht keinen Grund, an der Authentizität des Beschriebenen zu zweifeln.

Anderthalb Seiten Text mit nur zwei Satzzeichen versuchten die Tatsachen zu beschreiben, aufgrund derer ich um 2:15 Uhr morgens [am 24. August 2011] im 43. Polizeirevier von Peñalolén Anzeige erstattete.

Der  Text, den der diensthabende Beamte zu formulieren versuchte, konnte nur schwer meine Frustration und den tiefen Schmerz ausdrücken, den ich angesichts dessen empfand, was mein Sohn und ich in den vergangenen Stunden durchgemacht hatten.

Die Aussagen Dutzender Zeugen, dass die vier siebzehnjährigen Jugendlichen nichts mit der Demonstration in der Nähe zu tun hatten, konnten nicht verhindern, dass die Jugendlichen festgenommen und in ein Polizeifahrzeug gebracht wurden. Es scheint, als… weiter lesen

27.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Sí, finalmente es un tema de educación

von Benjamin Kiersch

Latin@rama documenta el testimonio de una mujer  acerca de los hechos sucedidos en un recinto policial en Peñalolén cuyo hijo de 17 años fue detenido y maltratado por carabineros la noche del 23 agosto 2011. El autor del blog conoce a la relatora y no tiene dudas sobre la autenticidad del testimonio.

Una y media página de texto con sólo dos signos de puntuación, intentaban relatar los hechos por los cuales yo estaba haciendo una denuncia a las 02:15 de la madrugada en la 43 ͣ Subcomisaría de Peñalolén.

El texto que intentó transcribir el funcionario de turno, difícilmente lograba transmitir mi frustración y profundo dolor por los hechos ocurridos con mi hijo y la indignante experiencia vivida durante las horas previas.

La presencia de decenas de testigos que les dijeron a carabineros que el grupo de 4 jóvenes de 17 años que estaban deteniendo no tenían relación alguna con… weiter lesen

26.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Offener Brief an meine chilenischen Freundinnen und Freunde

von Benjamin Kiersch

Liebe Freundinnen und Freunde,

Ihr habt sicherlich die Bilder des gestrigen Tages im Fernsehen gesehen und die Berichte in den Medien verfolgt. Mich haben einige dieser Bilder und Berichte tief berührt. Ich weiß: Ich bin Gast in Chile, und als solcher zur Zurückhaltung bei politischen Themen verpflichtet. Aber ich bin auch Vater, Musiker, und Deutscher, und in diesem Sinne möchte ich euch heute schreiben.

Als Deutscher, denn: ich hatte zwar das Glück, auf der westlichen Seite des Eisernen Vorhangs geboren zu sein, aber die Familien meiner Eltern stammen aus Ostdeutschland, und ein Teil meiner Familie lebte in Bautzen. Aus der Ferne bekam ich mit, wie sie darunter litten, dass das autoritäre Regime der DDR ihre persönlichen Freiheiten beschnitt. Als Musiker, da ich weiß, dass Künstler in autoritären Systemen ein besonders schweres Leben haben, oder gar ihr Leben verlieren, wenn sie nicht die Meinung des Regimes vertreten. Und als… weiter lesen

26.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Carta abierta a mis amigas y amigos chilenos

von Benjamin Kiersch

Queridas amigas, queridos amigos,

Seguramente vieron las imágenes del día de ayer en la tele, y siguieron las informaciones en los medios. A mí, algunos de estas imágenes e informaciones me han tocado profundamente el alma. Yo sé que soy huésped en Chile, y por lo tanto me corresponde ejercer tacto en asuntos políticos. Pero también soy padre, músico, y alemán, y en este sentido me gustaría compartir mis sentimientos con ustedes.

Como alemán, porque yo tuve la suerte de nacer al lado occidental de la Cortina de Hierro que separaba a mi país. Las familias de mis papás son de Alemania Oriental, y parte de nuestra familia vivió en la RDA, en Bautzen. Desde lejos seguí a ellos sufriendo el hecho que el régimen autoritario les negó sus libertades civiles. Como músico, porque sé que los artistas en sistemas autoritarios tienen una vida dura, y a veces pierdenweiter lesen

23.08.2011 von Knut Henkel
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Terrorstaat ohne Terror

von Knut Henkel

In Washington ist wieder mal die Liste der des Terrors verdächtigen Staaten veröffentlicht worden. Kuba steht wie gewohnt drauf. Für die Regierung in Havanna ist das eine der typischen Provokationen aus Washington, und dahinter steckt eine alte Bekannte. … weiter lesen

15.08.2011 von Gaby Küppers
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Kolumbianische Abgründe

von Gaby Küppers

Interview mit Luis Guillermo Pérez, Anwalt von Opfern des kolumbianischen Geheimdienstes DAS

Anwälte, Gerichte und Menschenrechtsorganisationen in Kolumbien fördern seit Jahren Aspekte eines Skandals ohnegleichen zutage. Die Rede ist vom DAS, dem kolumbianischen Geheimdienst. Die Regierung Álvaro Uribe versuchte, das Thema auszusitzen, auch noch nachdem im März 2010 eine Durchsuchung des DAS die Empörung hochschwappen ließ. Auch die neue Regierung tut alles, um die wahren Ausmaße der höchst kriminellen Machenschaften des DAS zu vertuschen.

Europäische Regierungen und Institutionen winken auf Anfragen nach gezielten Verleumdungen, Auftragsmorden, Wahlfälschungen und Drogenhandel ab. Es sieht ganz danach aus, als würden auch sie am liebsten selbst die bislang bekannte Spitze des Eisbergs wieder unter Wasser drücken. Gerade sie aber müssten Stellung beziehen, um die mutigen, aber höchst gefährdeten Anwälte und Ankläger gegen den  Geheimdienst Kolumbiens in Bogotá am Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof in Costa Rica und am Internatonalen Strafgerichtshof in Den Haag zu schützen. Luis Guillermo Pérez vom… weiter lesen

12.08.2011 von Gerhard Dilger
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Mercedes freut sich auf Belo Monte

von Gerhard Dilger

Mercedes-Benz wird 540 Lastwagen für den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte im brasilianischen Amazonasgebiet liefern. Es handelt sich um einen der größten Aufträge für LKWs in Brasilien. Mit den Geländelastwagen sollen über 100 Millionen Tonnen Erde und Gestein transportiert werden. Den Auftragswert, den die Folha de São Paulo auf  “mindestens” 86 Millionen Euro schätzt, wollte ein Mercedes-Sprecher in São Paulo gegenüber Latin@rama aber noch nicht nennen, “sonst verlieren wir den Kunden”. Zwei Modelle seien aber derzeit auf dem Stand des Konsortiums Norte Energia auf der “Construction Expo 2011″ zu bewundern.

Für den Bau des zweitgrößten Wasserkraftwerks in Brasilien, der vor einigen Monaten begonnen hat, wird so viel Erdreich bewegt wie vor 100 Jahren beim Bau des Panama-Kanals. Indígenas und UmweltschützerInnen kritisieren das Großprojekt, für das mindestens 40.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Die zwei geplanten Staudämme gefährdeten die Rechte der Indianer, heißt es… weiter lesen