Archive for the ‘Mexiko’ Category

27.10.2011 von Gerhard Dilger
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Trotzkis Schrei im Ohr

von Gerhard Dilger

Der kubanische Autor Leonardo Padura erzählt die Geschichte des gescheiterten Realsozialismus

Von Tobias Lambert, Lateinamerika Nachrichten 448

In seinem neuen Buch “Der Mann, der Hunde liebte” widmet sich der in Havanna lebende Autor Leonardo Padura einem Thema, das in den realsozialistischen Ländern jahrzehntelang als Tabu galt. Er erzählt die Geschichte des von Stalin verstoßenen Leo Trotzki und seines Mörders, dem Katalanen Ramón Mercader. Dabei verknüpft Padura zentrale Ereignisse des 20. Jahrhunderts zu einem großen Roman, der eng an den Fakten bleibt und dennoch stetig die Spannung steigert.

Ohrenbetäubend erschallt der Schrei am 20. August 1940 durch den Innenhof. Vergeblich wehrt sich der von Stalin zum Tode Verurteilte Lew Dawidowitsch alias Leo Trotzki gegen sein vorgezeichnetes Schicksal. Ein Schrei, ein Biss in jene Hand, die ihm soeben einen Eispickel in den Schädel geschlagen hat, zu mehr reicht die Kraft nicht aus. Trotzkis mühevoll vorgebrachte Worte an seine Wachleute, dass… weiter lesen

26.10.2011 von Knut Henkel
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Schutzengel mit Anspruch

von Knut Henkel

Begleiten und informieren heißt die Mission der Peace Brigades International (PBI). Seit dreißig Jahren begleiten Freiwillige der Organisation Menschenrechtsaktivisten bei ihrer schwierigen Arbeit. Das stärkt ihnen nicht nur den Rücken, sondern sorgt für internationale Aufmerksamkeit und Schutz. Eine Stippvisite in Mexiko.

Unscheinbar ist die einfache, weiß gekalkte Lehmkate. Nur das helle Holzschild mit dem Schriftzug „Kambaxo Xuaji Guini Me’pha“ weist darauf hin, das sich hier das Büro der Opim befindet. Neben dem Schriftzug ist das Emblem der indigenen Organisation zu sehen: ein praller Maiskolben, unter dem sich eine Hacke und eine Machete kreuzen.

Aus dem Inneren des Hauses sind gedämpfte Worte zu hören, dann erklingt eine volle, warme Stimme aus dem Halbschatten der Türfassung: „Mais ist unser wichtigstes Anbauprodukt“. Die Stimme gehört Obtilia Eugenio Manuel. Direkt neben der Eingangstür hatte sie gesessen, die Neuankömmlinge gehört und das Treffen im Inneren der Kate unterbrochen. Nun deutet die kleingewachsene Frau auf die… weiter lesen

08.10.2011 von Gerhard Dilger
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Es ist was faul in Puebla, Mexiko

von Gerhard Dilger

Über die Zustände an der Deutschen Schule Puebla erreichen uns folgende Informationen mit der Bitte um Veröffentlichung. Vor kurzem war die Korruptionsaffäre Thema einer Reportage im angesehenen Wochenmagazin Proceso.

Ein Gericht in Mexiko hat ein Verfahren gegen zwei ranghohe VW-Manager eröffnet. Dabei geht es um Unterschlagung und die illegale Auflösung eines Treuhandfonds  von 24 Millionen Pesos (rund 1,4 Mio Euro). Thomas Karig, Vizepräsident von VW Mexiko, und Eric Merkel Reyes, Generaldirektor für Nutzfahrzeuge, wird vorgeworfen, einen Treuhandsfonds, den die Deutsche Schule in Puebla für Witwen und Waisen eingerichtet hatte, widerrechtlich aufgelöst und das Geld abgezogen zu haben.  Klage erhoben hat der Elternbeirat der Schule. „Davon betroffen sind über tausend Schüler“, so der Vorsitzende des Elternbeirats, Augusto Galván.

Die Vorfälle datieren aus den Jahren 2003 und 2005, als der damalige Elternbeirat widerrechtlich und ohne demokratische Wahl in der Hand von Angestellten und Lieferanten der Schule sowie Verwandten und

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24.05.2011 von Gerhard Dilger
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Dylan, der Latinophile

von Gerhard Dilger

Landeskunde Brasilien

Bei einer Minirecherche anlässlich von Bob Dylans heutigem Siebzigsten bin ich auf diesen hübschen Ausschnitt aus seiner Radiosendung “Theme Time Radio Hour” gestoßen, in der er 2008 seinem Publikum Brasilien und die große Sängerin Elis Regina vorstellte:

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Tales of Yankee Power

“Everybody knows by now that there’s a gazillion books on me either out or coming out in the near future”, schreibt Dylan auf seiner Webseite. Immer noch einer der klügsten Dylan-Exegeten ist  Michael Gray. In seinem Standardwerk Song and Dance Man III – The Art of  Bob Dylan meint er zu “Señor” (1978)  u. a.:

…the voice here is post-Vietnam America, confusedly asking the Third World to reveal the way things really are. The white narrator seeks answers from the ‘señor’ – the Mexican/South American. The sub-title, ‘Tales of Yankee Power’, is a nice irony.


Ebenso wie “Romance in Durango” mit seinem… weiter lesen

23.03.2011 von Gaby Küppers
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Sie tun so, als ob

von Gaby Küppers

Vierte Konferenz gegen Feminicidios im Europäischen Parlament beklagt mangelnden Umsetzungswillen von Regierungen

Wenige Tage vor dem Internationalen Frauentag trafen sich am 3. März 2011 AktivistInnen, ForscherInnen, Regierungsgesandte und VertreterInnen der EU-Institutionen im Brüsseler Europäischen Parlament (EP) zum Thema Morde an Frauen (Feminicidios). Auf dieser vierten Konferenz seit 2007 ging es um Bilanz und Perspektiven im Hinblick auf Verantwortlichkeiten und Fortschritte bei deren Bekämpfung insbesondere in Mexiko und Zentralamerika. Gleichzeitig stand die Planung von Aktionen im Vorfeld des 7. Gipfels der Staatschefs aus EU, Lateinamerika und der Karibik im Mai 2012 in Santiago de Chile.

Ein Großteil der TeilnehmerInnen kam nicht zum ersten Mal zu dieser ganztägigen Veranstaltung, auch diesmal auf Einladung von Raul Romeva, grünes Mitglied des EP aus Katalonien und Berichterstatter des ersten EP-Berichts zur Straflosigkeit von Feminicidios in Mexiko und Zentralamerika, der Heinrich-Böll-Stiftung, CIFCA, Grupo Sur, ALOP und Amnesty International. Sie attestierten der Konferenz Fortschritte in der strategischen… weiter lesen

09.12.2010 von Gerhard Dilger
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Rafael Correa in Cancún

von Gerhard Dilger

Fundierte Berichterstattung vom Klimagipfel in Cancún liefert das Klimaretter.info-Team. Hübsch: das Treffen von Ecuadors Präsident Rafael Correa und dem 13-jährigen Aktivisten Felix Finkbeiner.

Zuvor hatte Correa für die Yasuní-ITT-Initiative geworben, durch die Ecuador die Förderung von Erdöl im Regenwald verhindern möchte.  Gegenüber Democracy Now! äußerte er sich über den Entzug von US-Mitteln nach dem Kopenhagener Klimagipfel und zum umstrittenen Waldschutzmechanismus REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation).

21.11.2010 von Gaby Küppers
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Propaganda versus Straflosigkeit in Mexiko

von Gaby Küppers

Morde an Menschenrechtsverteidigern aus Mexiko und Finnland vor Menschenrechtsausschuss des Europäischen Parlaments

Eeva-Lena Jaakkola ist bemüht, das Positive zu sehen. Sie sei zufrieden mit ihrem Besuch in Brüssel, sagt sie. Der Unterausschuss für Menschenrechte des Europäischen Parlaments (EP) habe ihr Anliegen ernst genommen und eine Anhörung veranstaltet. Selbst führende Abgeordnete der konservativen EPP hätten Unterstützung zugesagt, EU-Kommission und die mexikanische Regierung hätten sich während der Anhörung ausführlich zu ihrem Fall geäußert. Mexiko habe sogar seinen Vizeminister für Menschenrechte geschickt. Ihr Mann Raimo sagt erst einmal nichts. Eeva-Lena und Raimo Jaakkola haben am 27. April ihren Sohn Jyri verloren.

Der 34jährige Jyri Jaakkola war Mitglied einer humanitären Karawane, die auf den Hilferuf der BewohnerInnen von San Juan Copala im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca hin beschlossenen hatte, der seit Ende vergangenen Jahres von Paramilitärs belagerten autonomen indigenen Gemeinde Nahrungsmittel, Medikamente und Wasser zu bringen. Die Karawane war der mexikanischen Regierung angekündigt worden. Jyri saß… weiter lesen

04.11.2010 von Knut Henkel
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Tortas, Tacos, Tortillas und die Folgen

von Knut Henkel

Mexikos Bevölkerung wird immer dicker. Jeder und jede zweite zwischen Ciudad Juárez und Tapachula hat deutlich zu viel auf den Rippen. Das betrifft auch Mexikos Polizei. Die ist seit einigen Monaten auf Diät gesetzt.

Teniente José García steht an der Ecke des Zócola und weist den Radfahrern schwitzend den Weg. Die Trillerpfeife droht beinahe zwischen den fleischigen Lippen des Beamten zu verschwinden. Die Uniform umspannt den Leib des Mannes von Mitte dreißig und überaus eng sitzt sie auf den gut gepolsterten Hüften. Auch die Kollegin mit den bunt lackierten Fingernägeln, die mit mitleidigem Blick und Unverständnis die Fahrradfahrer an sich vorbeirauschen lässt, ist ausgesprochen proper. „Jeden Sonntag ist das so und wir werden langsam mehr“, sagt Javier Orepo, einer der wenigen passionierten Fahrradfahrer in Mexiko Stadt Der hagere Mann mit dem Pferdeschwanz fährt auch unter der Woche Drahtesel und gehört damit zu einer seltenen Spezie. Bewegung ist nicht nur unter… weiter lesen

30.09.2010 von Knut Henkel
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Glasnost für Kubas Homosexuelle

von Knut Henkel

Der Name Reinaldo Arenas wurde in Kuba lange Zeit nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen. Jetzt ist in Kuba ein Buch über den ungeliebten schwulen Dichterfürsten erschienen, der Anfang der 80er Jahre die Insel verließ. Ein Indiz für den Neuanfang, dem Fidel Castro einen weiteren folgen ließ.

“Messe für einen Engel” heißt das Buch von Tomás Fernández Robaina und das schmale Bändchen, welches dieser Tage in Havanna auf den Buchmarkt kommt, ist so etwas wie eine poetische Entschuldigung. Nicht allein vom Verfasser, dem ehemaligen Freund, Ex-Liebhaber, Ex-Agent und Ex-Feind, sondern auch vom kubanischen Kulturbetrieb und den Verantwortlichen dahinter. Reinaldo Arenas war schließlich nicht irgendjemand sondern ein Kritiker der Revolution, ein Querdenker, der in Kuba zensiert wurde und der sich offen zu seiner Homosexualität bekannte. Auf der revolutionären Insel war kein Platz für einen solchen Mann, der überall aneckte. Schon 1973, sieben Jahre bevor der aus Holguín stammende Schriftsteller die Insel verließ,… weiter lesen

19.08.2010 von Gerhard Dilger
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Inter Bicampeão!

von Gerhard Dilger

Inter Porto Alegre hat gestern zum zweiten Mal die Copa Libertadores gewonnen, diesmal – höchst passend – mit dem Abwehr-”General” Bolívar als Kapitän.

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Nach dem 2:1-Hinspielsieg in Guadalajara wurde Chivas zum zweiten Mal bezwungen, diesmal 3:2. Entscheidend waren die Verstärkungen der letzten Wochen: Allen voran die Verpflichtung von Trainer Celso Roth, der nach einer langen Dürrephase endlich wieder auf erfrischenden Offensivfußball setzt, aber auch die der Cracks Tinga und Rafael Sobis, die gleich nach dem Finale von 2006 verkauft worden waren.

Nun freuen wir uns schon auf das Weltendspiel im Dezember – Inter gegen Inter! Und dann heißt es wieder: Inter Bicampeão!