vonPeter Strack 09.12.2014

Latin@rama

Politik & Kultur, Cumbia & Macumba, Evo & Evita: Das Latin@rama-Kollektiv bringt Aktuelles, Abseitiges, Amüsantes und Alarmierendes aus Amerika.

Mehr über diesen Blog

Zum 9. Dezember, dem Welttag der Wuerde der arbeitenden Kinder, weist die lateinamerikanische Bewegung erwerbstaetiger Kinder und Jugendlicher MOLACNATS in einer Presseerklaerung auf die Bedeutung der neuen bolivianischen Gesetzgebung fuer einen integrierten Schutz hin und protestiert zugleich gegen die trotz solcher Erfolge vielerorts anhaltende Missachtung der Organisationen arbeitender Kinder. Ebenso wie gegen Gewalt und Ausbeutung, denen Millionen ihrer Altersgenossen immer noch ausgesetzt sind.
Die Organisation fordert Gerechtigkeit fuer José Luis Alberto Tehuatle Tamayo, einem arbeitenden Kind aus dem mexikanischen Puebla, das an den Folgen eines Polizeieinsatzes auf dem Nachhause-Weg von der Schule gestorben ist. Er sei kein Einzelfall.
Hunderte Kinder und Jugendliche, heisst es, sterben auf ihrem Weg ueber die Grenze von Mexiko in die Vereinigten Staaten aufgrund der Teilnahmslosigkeit oder Misshandlung durch die staatlichen Ordnungskraefte. Auch in Argentinien kaemen Jugendliche durch polizeiliche Misshandlung zu Tode. Zahlreiche Kinder und Jugendliche verschwaenden, ohne dass die Behoerden die Faelle untersuchten.
INGRESO AL CONSEJOIm bolivianischen Cochabamba traf sich am Vortag des 9. Dezember die lokale Organisation arbeitender Kinder (ONATSCO) mit staatlichen und privaten Institutionen, um ihre Unterstuetzung fuer das neue bolivianische Kinder- und Jugendgesetz auszudruecken, und ueber die Moeglichkeiten der Durchsetzung zu reden. „Wir sind beunruhigt“, heisst es in ihrer Erklaerung , „ueber die Kritik, die gegenueber dem bolivianischen Staat wegen des Gesetzes geaeussert wird“, fuer das sie so lange gekaempft haetten. Schliesslich regele es die Arbeitsbedingungen und schuetze die Kinder. Auch aus dem Deutschen Bundestag hatte es Widerspruch gegen das Gesetz geben, das das Verbot der Arbeit von Kindern aufweicht und stattdessen Untersteutzungsmassnahmen und Bedingungen vorsieht. Die ONATSCO Y CONSEJALESEuropaeische Volkspartei hatte im Europaparlament sogar vorgeschlagen, ueber Handelssanktionen zu diskutieren.

In Bolivien versuchen die arbeitenden Kinder derweil, die neu gewaehlten Autoritaeten des Landes als Buendnispartner zu gewinnen, um sich gemeinsam fuer die Umsetzung der Schutzbestimmungen einzusetzen und gegen die Ausbeutung von Kindern vorzugehen. Beim Ombudsmann hatten sie vergangene Woche Termin. Und auch in Cochabamba gab es gruenes Licht. Nach der Veranstaltung im Stadtrat kam Roxana Nery vom Regionalparlament und der Vertreter der Vereinigung der Munizipien von Cochabamba auf die Kinder zu und baten baldmoeglichst um einen Termin, bei dem die arbeitenden Kinder und Jugendlichen ihre Vorschlaege im Detail erklaeren sollen.

Fotonachweis Die Leitungsgruppe der regionalen Bewegung, Foto:  MOLACNATS, Einzug der ONATSCO in den Stadtrat von Cochachabamba. Foto: AVE, Die neugewaehlten Sprecher und Sprecherinnen der arbeitenden Kinder von Cochabamba mit Stadtraeten am 8. Dezember. Foto: AVE

 

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/latinorama/welttag-der-arbeitenden-kinder-fuer-anerkennung-und-gegen-misshandlung/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.