02.05.2012 von Gerhard Dilger
Ich bin nicht Kommunist geworden, weil ich Karl Marx gelesen habe. Nein, ich bin Kommunist geworden, weil ich Karl May gelesen habe
- so lautet ein klassisches Zitat des sandinistischen Urgesteins Tomás Borge, der 1961 Nicaraguas Sandinistische Befreiungsfront (FSLN) mitbegründete und 20 Jahre später als Innenminister von den einen bewundert, von anderen gefürchtet wurde.

Borge 2005 mit dem Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly
Lesenswert ist der Nachruf seiner einstigen Weggefährtin und späteren politischen Gegnerin, der Schriftstellerin und “Anti-Danielistin” Gioconda Belli. Auszüge:
Jener Satz von ihm, “unerbittlich im Kampf und großzügig im Sieg” (…) klang im kollektiven Gedächtnis nach wie ein Satz von jemandem von der Größe des Che. (…) Tomás war der große, zum Schweigen gebrachte Redner der Revolution (…) Die Grausamkeit der Geschichte und seiner Compañeros war es, jenem die Rolle des Unterdrückers zuzuteilen, der als Wohltäter,
… weiter lesen
09.10.2011 von Gerhard Dilger
Von der diesjährigen Bienal do Mercosul in Porto Alegre:
.
Mit diesem Stück hat der ecuadorianische Künstler Jonathan Harker zusammen mit den Panameños Iñaki Iriberri und Rodrigo Sánchez de Señor Loop folgenden Klassiker aus dem Jahr 1946 aufs Wunderbarste kannibalisiert:
29.06.2009 von Gerhard Dilger
Auf dem Gipfel des linken Staatenbundes Alba (Boliviarianische Alternative für die Amerikas) in Nicaragua hat Honduras’ weggeputschter Präsident Manuel Zelaya Rückendeckung erhalten.

Zelaya (M. hinten) auf dem Iberoamerikanischen Gipfel 2008
Auch Brasiliens Staatschef Lula verurteilte den Staatsstreich. “Wir können keine andere Regierung außer der von Präsident Zelaya akzeptieren oder anerkennen”, sagte Lula soeben in seiner wöchentlichen Radiosendung Frühstück mit dem Präsidenten, “wenn Honduras nicht seine Position revidiert, wird es inmitten eines riesigen Kontinents demokratischer Länder völlig isoliert bleiben”.

10.06.2009 von Gerhard Dilger
Besonders treffend hat der peruanische Karikaturist Carlos Tovar (Carlín) den blutigen Konflikt zwischen der Staatsmacht und den Indígenas in Amazonien kommentiert,

bei dem am Wochenende – nach den allervorsichtigsten Schätzungen – mindestens 34 Menschen getötet wurden. Auf der Karikatur, die in der Tageszeitung La República erschien, sind Präsident Alan García (oben), Premier Yehude Simon (darunter) und der Ethanol-Unternehmer Dionisio Romero (ganz rechts) als Conquistadoren zu erkennen.
Aus Protest gegen die Regierungspolitik reichte Frauenministerin Carmen Vildoso am Montag ihren Rücktritt ein. Indígenasprecher Alberto Pizango flüchtete in die nicaraguanische Botschaft, wo er am Dienstag Asyl erhielt. Und die bolivianische Regierung wies Versuche aus Lima zurück, Präsident Evo Morales als Anstifter der zweimonatigen Proteste im Norden Perus zu diffamieren. Die Ureinwohner protestieren gegen Plünderung und Ausverkauf ihres Landes im Rahmen von Freihandelsabkommen. Mehr Informationen hier.
¡Gracias, Carlín!
09.12.2008 von Gerhard Dilger
Die nicaraguanische Erfolgsautorin Gioconda Belli wird heute 60 Jahre alt.

Gerade lese ich ihre Autobiographie “Die Verteidigung des Glücks“, in der sie ihren abenteuerlichen Werdegang als Sandinistin seit den frühen 70er Jahren schildert. Angesichts der absurden Willkürherrschaft, die Daniel Ortega und seine Frau Rosario Murillo gerade in Nicaragua zusammen mit den rückständigsten Teilen der katholischen Kirche etablieren, ist das eine zwiespältige Erfahrung.
Belli, so schreibt sie zum Schluss, sieht sich als “Doña Quijota, die in den Schlachten des Lebens gelernt hat, dass nicht nur die Siege Täuschungen sein können, sondern auch die Niederlagen”. Ein Trost für die NicaraguanerInnen?
Für das österreichische Magazin Südwind hat Werner Hörtner ein schönes Porträt der Jubilarin verfasst.