Archive for the ‘Paraguay’ Category
Am 18. Juli 2008 hob die argentinische Polizei ein Drogenlabor in einem Landhaus in einem Ort mit dem schönen Namen Ingeniero Maschwitz (Provinz Buenos Aires) aus. Neun Mexikaner und ein Argentinier, die dort in aller Ruhe Ecstasy und Methylamphetamin herstellten, wurden festgenommen.
Eigentümer des Hauses ist der neunundvierzigjährige Mexikaner Jesús Martínez Espinoza, der zwei Tage vor der Polizeiaktion das Land verlassen hatte – mit einem falschen Pass und 25 kg Ephedrin im Gepäck, die er unerkannt durch die Sicherheitskontrollen schmuggeln konnte.
Seit Martínez im Mai letzten Jahres zum ersten Mal nach Argentinien einreiste, ist er vierzehn Mal dorthin zurückgekehrt. Angeblich besitzt er sieben gefälschte Pässe und arbeitet für das Sinaloa-Kartell, eines der weltweit größten Drogenkartelle, das in 36 Ländern operiert.
Der Chef des Sinaloa-Kartells ist der Mexikaner Joaquín Guzmán Loera, alias „El Chapo“. Der Mann, so die Legende, wechselt nach jedem Anruf sein… weiter lesen
Aus Paraguay hat uns Hermann Schmitz folgenden Text geschickt:
Es gibt Erzählungen des Grauens, in denen der wahre Schrecken sich gnädig hinter einer Art Ersatzgeschichte verbirgt, die den Zuhörer die eigene Fantasie gebrauchen und ihn selber bestimmen lässt, wieviel er aushalten will. Eine solche Geschichte erzählte mir vor Jahren B., einer der Langzeithäftlinge der Stroessner-Diktatur, den ich bei der Übergabe des Endberichtes der „Comisión de Verdad y Justicia“ im August wieder treffe.
B. war in der falschen Partei, ein „subversives Element“ – Staatsfeind also in einem Gewaltregime, das unbequeme Kritiker unter Kommunismus- verdacht stellte und gnadenlos jagte, zur Freude des „großen Bruders“ im Norden. Der Häftling verbrachte lange Zeit in einer Art Erdverlies, der Hitze, der Kälte und Feuchtigkeit schutzlos ausgesetzt.
Als einer der „persönlichen Gefangenen“ Stroessners war er es zu Beginn seiner Haft nicht einmal wert, in einem auch noch so schäbigen Raum zu vegetieren. Erst als der Hass… weiter lesen
Seit 10 Tagen ist er nun schon Paraguays Präsident, der kürzlich durch den bayerischen Papst von seinem Bischofsamt freigestellte Fernando Lugo.
Mit Margarita Mbywangi ernannte der Befreiungstheologe erstmals eine Indígena zur Vorsitzenden des nationalen Indigenen-Instituts, dann schickte er fast die gesamte Armee- und Polizeiführung in den Ruhestand.
„Ich habe keine Angst vor Chávez, ich habe keine Angst vor Evo“, verkündete Lugo am Tag der Amtseinführung – und schmetterte abends mit seinem venezolanischen Kollegen demonstrativ den Mercedes-Sosa-Song „Todo cambia“.
Einen guten Eindruck von der Aufbruchstimmung in Paraguay vermittelt das Tagebuch von Hermann und Ute Schmitz, den rührigen Begründern der Pro Paraguay Initiative im niederrheinischen Kempen.
P. S. Die Amtseinführung war auch ein lateinamerikanisches Fest. Hier Fernando Lugo mit den großen alten Linken Leonardo Boff (Brasilien), Eduardo Galeano (Uruguay) und Ernesto Cardenal (Nicaragua):




