12.12.2010 von Gerhard Dilger
Boliviens Widerstand auf dem Weltklimagipfel gründet auf dem ökosozialistischen Programm der Regierung Morales
Von Jürgen Vogt und Elvira Treffinger
Es war nach Mitternacht, und der Weltklimagipfel schon Stunden über der Zeit, als Pablo Solón stur bei seinem Nein zu den vorgelegten Kompromissen blieb: Wieder und wieder betonte der bolivianische UN-Botschafter: “Es gibt keinen Konsens.” Bolivien könne keiner Vereinbarung zustimmen, die den Untergang der Erde und der Menschheit bedeute.
Die Delegierten aus 194 Ländern in Cancún hielten den Atem an: Würde die mühsam errungene Einigung einzig und allein an Bolivien scheitern? Die Regierung des südamerikanischen Landes verfolgt seit Jahren einen ökologisch-sozialistischen Kurs. Präsident Evo Morales geißelt Luxus und Verschwendung, fordert Klimagerechtigkeit “für die Völker der Welt”.

Evo Morales und Pablo Solón im April auf dem Alternativen Klimagipfel von Cochabamba
In Cancún stand Bolivien… weiter lesen
05.12.2010 von Knut Henkel
Seit Dezember 2009 sitzt Alan Gross in einer kubanischen Gefängniszelle. Spionage wird ihm vorgeworfen, weil er illegal Laptops und Mobiltelefone in der jüdischen Gemeinde Havannas verteilte – im Auftrag der US-Regierung.
Am 3. Dezember 2009 wollte Alan Gross über den interantionalen Flughafen José Marti von Havanna Kuba verlassen. Doch beim Einchecken griffen die kubanischen Grenzbeamten zu und setzten den Mann, der binnen neun Monaten immerhin fünf Mal mit einer Touristenkarte nach Kuba eingereist war, fest. Alan Gross, ein Mann jüdischen Glaubens mit Rauschebart und im fortgeschrittenen Alter, war im Auftrag der US-Regierung in Havanna im Einsatz. Sein Auftrag sei es gewesen, so Gross Ehefrau Judy in einer Video-Botschaft, „die Kommunikation innerhalb der jüdischen Gemeinde in Kuba und deren Internetzugang zu verbessern“. Dazu war Gross zwischen März und Dezember 2009 gleich fünfmal nach Kuba eingereist. Jedes Mal mit einem einfachen Touristenvisum und im Auftrag von Joint Business Development Center (JBDC).… weiter lesen
20.10.2010 von Gerhard Dilger
Tom Petty feiert heute seinen 60. Geburtstag. Keep rolling!
30.09.2010 von Knut Henkel
Der Name Reinaldo Arenas wurde in Kuba lange Zeit nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen. Jetzt ist in Kuba ein Buch über den ungeliebten schwulen Dichterfürsten erschienen, der Anfang der 80er Jahre die Insel verließ. Ein Indiz für den Neuanfang, dem Fidel Castro einen weiteren folgen ließ.
“Messe für einen Engel” heißt das Buch von Tomás Fernández Robaina und das schmale Bändchen, welches dieser Tage in Havanna auf den Buchmarkt kommt, ist so etwas wie eine poetische Entschuldigung. Nicht allein vom Verfasser, dem ehemaligen Freund, Ex-Liebhaber, Ex-Agent und Ex-Feind, sondern auch vom kubanischen Kulturbetrieb und den Verantwortlichen dahinter. Reinaldo Arenas war schließlich nicht irgendjemand sondern ein Kritiker der Revolution, ein Querdenker, der in Kuba zensiert wurde und der sich offen zu seiner Homosexualität bekannte. Auf der revolutionären Insel war kein Platz für einen solchen Mann, der überall aneckte. Schon 1973, sieben Jahre bevor der aus Holguín stammende Schriftsteller die Insel verließ,… weiter lesen
03.07.2010 von Gerhard Dilger
Joelma Lima aus Porto Alegre wusste es schon wenige Minuten nach dem Abpfiff: Mick Jagger ist schuld an Brasiliens WM-Absturz!

Der Rolling Stone, der zum Holland-Spiel mit seinem brasilianischen Sohn auf der VIP-Tribüne aufgetaucht war, “hat doch schon vorher den Amis und England Pech gebracht”, sagte die Obstverkäuferin augenzwinkernd.
Brasiliens Twitter-Gemeinde, die bis zum späten Freitagabend die weltweiten trending topics dominierte, machte – in dieser Reihenfolge – drei Hauptschuldige aus: Mick Jagger, Trainer Dunga und den Unglücksraben Felipe Melo.
Ein typischer Tweet:
Matemática da copa: Mick Jagger FDP + Felipe Melo FDP + Juíz inexperiente + Dunga Burro – Ronaldinho Gaúcho = Adeus Hexa + Maradona Pelado
also:
WM-Mathematik: Hurensohn* Mick Jagger + Hurensohn Felipe Melo + unerfahrener Schiedsrichter + Esel-Dunga – Ronaldinho Gaúcho = Tschüss sechster Stern + splitternackter Maradona

* FDP: filho-da-puta
15.06.2010 von Gerhard Dilger
Es ist selten, dass sich Venezuelas Präsident auf echte Interviews einlässt. Larry King (CNN) bekam letztes Jahr eins, und nun Stephen Sackur (BBC).
Hugo Chávez und Evo Morales in La Paz, Januar 2006
Erwartungsgemäß macht Chávez im zweiten, dem außenpolitischen Teil, eine viel bessere Figur als am Anfang, als es um Venezuelas Wirtschaft und Innenpolitik geht. Hier die vollständige, auf BBC World ausgestrahlte Version (leider nur mit spanischen Untertiteln).
Nachtrag 17.6. Aller guten Dinge sind drei: Soeben erhalte ich den Hinweis auf ein recht frisches Chávez-Interview auf CNN en español (¡Gracias, Carlos!). Hier ist es.
30.04.2010 von Knut Henkel
Gemeinhin gilt die Grenze zwischen den USA und Mexiko als eine der am besten gesischerten der Welt. Abertausende von Migranten scheitern alljährlich an den rigiden Kontrollen in Richtung USA. In die entgegengesetzte Richtung wird es mit den Kontrollen aber nicht so eng genommen – zumindest in Ciudad Juárez. … weiter lesen
17.01.2010 von Knut Henkel
Kuba hat den USA das Überfliegen des kubanischen Luftraums gewährt, damit schneller und effektiver Hilfe nach Haiti gebracht werden kann. Eine humanitäre Geste Havannas, denn das Verhältnis zwischen Havanna und Washington ist alles andere als entspannt. … weiter lesen