Posts Tagged ‘Hilde Domin’

24.08.2011 von Gerhard Dilger
blogavatar

Drei Jahre Latin@rama – ein bisschen Nabelschau

von Gerhard Dilger

Germany’s leading independent newspaper is the leftist, Berlin-based die tageszeitung (taz), and one of the most visited blogs on Latin-American topics in Europe is taz’s “Latinorama”

… schrieb Camilo Jiménez vom kolumbianischen Wochenmagazin Semana am 27.11.2008. Drei Monate nach Gründung von Latin@rama war das schon sehr schmeichelhaft, aber mittlerweile sind wir in der Szene der deutschsprachigen Lateinamerika-Fans tatsächlich etabliert.

Seiten wie Womblog, amerika21, LateinAmerika XXI, KoBra oder die Plattform Belo Monte verweisen regelmäßig auf unsere Postings, jüngst auch die russische Botschaft in Costa Rica oder die ecuadorianische in Berlin.

Wie sexy ist Latin@rama?

Viele Besucher kommen über Suchmaschinen zu uns, die Liste der top search terms führen Evo Morales, “Sex”  und Eduardo Galeano an. Meistgesuchte Frauen, über die man schnell bei uns landet, sind… weiter lesen

26.07.2009 von Hans-Ulrich Dillmann
blogavatar

Hilde Domin wollte Dichter, keine jüdische Dichterin sein!“

von Hans-Ulrich Dillmann

„Ich nannte mich
Ich selbst rief mich
Mit dem Namen einer Insel.“1
Hilde Domin schrieb diese Zeilen 1954. Die damals noch unbekannte Lyrikerin leitete ihren Künstlernamen von Santo Domingo ab. Am 6. August 1940 war die gebürtige Kölnerin gemeinsam mit ihrem Mann, dem Archäologen Erwin-Walter Palm, mit einem Wasserflugzeug der Pan American Airways aus Puerto Rico kommend in der dominikanischen Hafenstadt San Pedro de Macoris gelandet. Aus Angst vor den deutschen Bombenangriffen und einer möglichen Invasion hatten die beiden ihr englisches Exil gegen die weit entfernte Insel eingetauscht. Am 27. Juli wäre Hilde Domin, die am 22. Februar 2006 in Heidelberg gestorben ist, 100 Jahre alt geworden. Hans-Ulrich Dillmann sprach mit der Domin-Biografin Marion Tauschwitz, die während der letzten fünf Lebensjahre Domins engste Mitarbeiterin war, über die Lyrikerin, deren Ängste und Verhältnis zu Judentum, Religion und Tradition.

Warum kommt in der Lyrik von Hilde Domin das Judentum nicht vor?
Tauschwitz: Judentum, erklärte sie immer wieder, habe in ihrem Leben keine Rolle gespielt; dennoch war Hilde Domin ein religiöser Mensch. In den Briefen, die ich ausgewertet habe, ist sehr oft die Rede von Gott, seiner Existenz, dem Leben nach dem Tod und ihrer Angst, die sie als theologische Furcht bezeichnete. Doch ist  der bedingunslose Optimismus, der aus ihren Gedichten spricht und der unzerstörbare Glaube an das Gute im Menschen nicht doch Ausdruck des Judentums?
… weiter lesen