Vor ein paar Jahren besuchte ich einen Vortrag zweier Techno-Produzenten während einer Architektur-Tagung. Die zwei Elektronik-Musiker verglichen den Aufbau eines Techno-Tracks mit der Architektur eines Bauwerks und demonstrierten diese These mit einem Stück, das sie vor den Augen, der meist älteren Herrschaften, komponierten.
Sie legten zuerst das Fundament mit einem rhythmischen Bass-Geräusch an, dann kamen Hi-Hat (Mauern) und Clap-Geräusche (räumliche Abtrennungen und Zimmer) dazu und irgendwann wurde die Melodie dazugebaut, welche die Eigenständigkeit des Songs (Gebäudes) herausstellte. Der Song unterschied sich von allen anderen, weil Einzelteile wohldosiert zusammengebaut wurden. An den richtigen Ecken entstanden Abrundungen oder auch scharfe Kanten. Man wusste, wie viele Stockwerke man will und wie hoch das Haus werden sollte (so zirka dreieinhalb Minuten).
Irgendwie hatte diese Idee Hand und Fuß. Sie bastelten noch ein bisschen an den Feinheiten (Türen, Fenster, Fußbodenheizung, Jacuzzi) und schon war man restlos begeistert. Ich dachte von da an, jede elektronische Platte durchschauen zu können.
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Archive for Juni 29th, 2007
29.06.2007 von Christian Ihle & Horst Motor