vonChristian Ihle & Horst Motor 15.03.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Deswegen ist vielen Amerikanern auch Adam Greens phänomenaler Erfolg in Deutschland ein solches Rätsel. Daheim kennt ihn ja kaum einer. Zu platt, zu zotig sind seine Witze, zu plumb seine Ironie. Nur in deutschen Großstädten wird er als Popstar gefeiert – weil er seinen New Yorker Humor so einsetzt, dass man schon mit den Englischkenntnissen eines durchschnittlichen Abiturienten das Gefühl bekommt, nun auch zu den Eingeweihnten des amerikanischen Hipstertums zu gehören. Da darf er sogar seine Notizbücher im Suhrkamp Verlag herausbringen.
Letztlich bleibt er aber so etwas wie ein David Hasselhoff für deutsche Intellektuelle.“

(Andrian Kreye, Süddeutsche Zeitung)

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http://blogs.taz.de/popblog/2008/03/15/schmaehkritik-71-adam-green/

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kommentare

  • man kann zumindest mal feststellen, dass Adam Green in deutschland ordentliche Chart-Positionen einfährt, in Amerika aber nicht. Ob das trotzdem für genügend Verkäufe reicht, ist ne andere Frage. Außerdem würde es mich wundern, wenn er als New Yorker keine Konzerte in New York ausverkaufen würde.

    Wobei die große Adam-Green-Phase in Deutschland ja auch wieder vorbei ist, ein Top-5-Album wie noch vor drei Jahren würde er heutzutage nicht mehr landen.

  • Auch wenn das Konsens-Credo „Adam Green funktioniert nur in Deutschland, in den USA kennt ihn keine Sau“ ist, würden mich da mal konkrete Verkaufszahlen interessieren. Auch Adam Green widerspricht im neuesten Intro diesem hundertfach wiederholten Mantra (aber natürlich heißt es dann: „Aussage gegen Aussage“) mit der Antwort auf die Frage: „Wie erklärst Du Dir deine große Popularität in Deutschland?“
    http://www.intro.de/kuenstler/interviews/23047042?current_page=3

    [i]Glaubst du, dass es so ist? Kennst du die Verkaufsstatistiken des letzten Albums? Ich weiß es nicht. In England läuft es auch sehr gut. Ich kann überall in Europa ein ausverkauftes Konzert spielen – genauso wie in New York oder Los Angeles. Die Zuschauer wünschen sich bestimmte Songs, eine Zeit lang vor allem ‚Emily‘, und haben einen gewissen kulturellen Hintergrund. Diesbezüglich unterscheidet sich das Publikum kaum. Wenn ich aber auf Tour in den mittleren US-Staaten bin, dann tritt der Gegensatz zutage: Dort spielt man meine Songs nicht im Radio, und die Leute kennen mich überhaupt nicht.[/i]

  • Sehe ich auch so. Moldy Peaches waren und sind toll, die ersten beiden Alben von Adam Green gehen schon auch noch (Dance With Me ist immernoch wunderbar), aber danach: kindergeburtstagsmusik.

  • Kreye ist heute natürlich zuzustimmen, aber er tut damit der Vorgeschichte grob unrecht. Die Euphorie um das Moldy Peaches-Album war schon ganz recht so, wegen Punchlines, Liebenswürdigkeit und Melodien. Und aus dem gleichen Material war ja auch ‚Garfield‘ – da sind richtig tolle Stücke drauf. Bei Friends of Mine gab Green dann schon den swingenden Spinner – und war nach drei Wochen hören schon über der Erträglichkeitsgrenze. Dummerweise ging es dann erst so richtig los in Deutschland. Und ab eben genau da, trägt die Kritik dann auch.

  • Ich hatte Adam Green vergessen. Dass es da jetzt wieder eine neue Platte gibt, hat mich echt überracsht. Braucht nun doch echt keiner mehr.

  • Der Schlusssatz ist leider etwas pleonastisch geraten. Wer braucht denn noch ein „deutsch“, wenn daneben „David Hasselhoff“ steht?

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