http://blogs.taz.de/popblog/wp-content/blogs.dir/1/files/2018/01/Bildschirmfoto-2018-01-17-um-19.24.39.png

vonChristian Ihle 28.12.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

„Groß, größer, „Australia“? Regisseur Baz Luhrmann wollte ein Meisterwerk schaffen, ein Epos über sein Heimatland. Entstanden ist ein brachial enttäuschender Genre-Bastard mit Kidman und Jackman, öder Computeroptik und furchtbarem Drehbuch – ein Aquarium hat mehr Tiefe als dieser Film. (…)
Wie eine Mischung aus „Vom Winde verweht“ und „Endloser Horizont“ sieht der Film deshalb jetzt leider nicht mehr aus. Eher wie ein brachialer Genre-Bastard aus der Weltkriegsschmonzette „Pearl Harbor“ und dem Dummbatzklamauk „Crocodile Dundee“.
(…)
Das Problem: Regisseur Luhrmann betreibt in seinem Film die Beschwörung eines Naturmystizismus, an den er selber offensichtlich nicht bereit ist zu glauben. Wie aus heiterem Himmel steht deshalb immer, wenn es mal wieder brandgefährlich wird, der Opa des Jungen (David Gulpilil, bekannt aus dem Ethno-Klassiker „Walkabout“ von 1971) unmotiviert auf einem Bein in der Handlung rum, um den Enkel und seine weißen Gefährten mit magischen Tricks zu beschützen. Ein wirklich abstoßendes postkoloniales Gönnertum macht sich so in der Geschichte breit: Vermeintlich politisch korrekt wird hier Ethno-Hokuspokus aufgefahren, ohne ihn ästhetisch und soziokulturell ernsthaft auszuführen.“

(Christian Buß bei SpiegelOnline)

Inhaltsverzeichnis:
* Die ersten 100 Folgen Schmähkritik

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/popblog/2008/12/28/schmaehkritik_148_der_film_australia/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • Also auch ich gehe primär ins Kino um unterhalten zu werden. Nur dieser Film ist dermaßen oberflächlich und blutleer geraten, dass es ich mich selbst bei bestem „willen“ nicht unterhalten sondern eher angeödet gefühlt habe. Was ist denn an diesem Streifen bitteschön epischß Weder vermittelt der Film ein Gefühl für die in Wirklicheit tatsächlich faszinierenden Landschaften Australiens, noch vermittelt er auch nur eine Ahnung von Aboriginal-Kultur. Er nimmt sich für keine seiner Figuren wirklich Zeit (obwohl da 166 Min. zur Verfügung stehen) so dass deren Handeln kaum nachvollziehbar bleibt und mich daher auch zu keiner Sekunde zu berühren vermag. dazu erinnert die ganze Erzählstruktur, mit einem unsäglichen Hang zur Simplifizierung eher an ein Kinderfilmchen. Der Stoff hätte vermutlich tatsächlich genügt, um ein herrliches Melodram für die breite Kinoleinwand zu schaffen. Nur ist dies hier nach meiner Meinung auf allen Ebenen mißlungen. Enttäuschend!

  • Die Kritiken sind falsch ich habe ihn heute gesehn und ich war hin udn weg stimmt außer einmal da war dei technik nich soo …
    aber nicole kidman und hugh jackman waren große klasse.
    Es ist ein neuer Epos draus geworden und !
    Sowas nent man heutzutage einen richtigen Film!
    Ein ganz großes lob an luhrman , nicole kidman und hugh jackeman
    Hamer Film!

  • Ich weiß nicht. warum manche Leute überhaupt in Kino gehen! Ich, um mich zu unterhalten oder unterhalten zu werden. Ich brauche keine politische Aufarbeitung von landesspezifischen Konflikten oder die stundenlange Erläuterung der politischen Situation usw., das erledige ich nebenbei, indem ich mir die erforderliche Literatur über ein Land etc.beschaffe und dies verinnerliche! Und nicht nur, wenn gerade mal ein neuer Film ansteht . Dieses Interesse an der Weltgeschichet sollte wohl jeder haben, und wer nicht, den stört auch nicht die nur kurze, dem Zeitlimit geschuldete Einführung! Für mich ist dieser Film großes Kino ohne Pathos oder schmalzige Liebesgeschichte, wunderschöne Landschaftsbilder und die politische Situation sind verständlich in einer menschlich nachvollziehbare Story eingebettet. Spannung, Romantik und nicht zuletzt historische Wissensvermittlung sind durch sehr gute schauspielerische Ausdruckdweise sehr gelungen dargestellt ! Durch den Film entstandene Fragen zur Ethnologie, Politik, Natur usw. – prima, die sollten wohl nach jedem Film sein aufkommen, um die Menschen zum Denken anzuregen, das Vielen abhanden gekommen zu sein scheint! Und sollte dies nicht eintreten, auch nicht schlimm, war es doch zumindest ein wunderschön anzusehender und abendfüllender Film, wo es am Ende schade war, dass die 166 min schon zu Ende waren!

  • was wird luhrmann hier vorgeworfen. ja: er wollte einen australien epos schaffen. große ambitionen. und er hat es geschafft! gegen seine attitüde mag man was haben. gegen seinen großartigen film wohl kaum.

  • Ich fand den Film gut. Die Handlung aufgrund verschiedener historischer Hintergründe gelungen. Das einzige was mich gestört hat, war die miserable Technik. Heutzutage sollte ein Film nicht wie ein Computerspiel aussehen, und auch den Einsatz der Blue Box sollte man nicht unbedingt erkennen können. Ansonsten großes Kino.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.