Als Heist-Movies gelten Filme, in deren Mittelpunkt der meisterhaft ausgeklügelte Raubzug steht. Die aktuelle Ausgabe des OPAK Magazins beleuchtet die wichtigsten Heist-Movies der Filmgeschichte, ich selbst arbeitete mich an den beiden Extrempunkten ab: von Stanley Kubricks “The Killing” (1956) zu Bruce Willis Kinderfantasie “Hudson Hawk” (1991)…
Zentrales Element aller Heist-Movies ist der minutiös geplante, straff ausgeführte Raub, der keine Abzweigungen oder unnötiges Beiwerk zulässt, will er sein Gelingen nicht gefährden. In diesem Sinn ist Stanley Kubricks The Killing wohl das Meisterwerk des Genres, entspricht die Struktur des Films doch selbst der Struktur des perfekten Raubzugs. Kennt man nur ausufernde Kubrick-Werke wie “2001” oder “Barry Lyndon” mag es schwer fallen zu glauben, dass die größte Stärke des jungen Kubrick gerade die Prägnanz und Verdichtung auf das absolut Notwendigste war.
Jede Einzelheit, ob in der Charakterzeichnung oder in der Darstellung, ist einem Zweck unterworfen. Wie der im Mittelpunkt stehende Raub bei einer Pferderennbahn ausgefeilt geplant ist und minutiös abläuft, so ist es auch der eigentliche Film. Sterling Hayden als Bandenboss Johnny Clay kommt dabei die Rolle des Auteur/Regisseurs zu: er schreibt das Drehbuch, nach dem der Raub ablaufen soll, er besetzt seine Mannschaft, der er verschiedene Rollen zuweist, und leitet als Strippenzieher das gesamte Projekt bis zu seinem scheinbar glücklichen Ende – ja, selbst der dicke Produzent, der außer Geld nichts für das Gelingen des Projekts beiträgt, findet in der Rolle des Marvin Unger seine Entsprechung!
Die Klarheit, das Exemplarische in der Anordnung von The Killing ist auch dafür verantwortlich dass von Reservoir Dogs bis Panic Room (die Schlussszene) Jahrzehnte später sich immer wieder Filme an Kubricks … weiter lesen
