Looper (Regie: Rian Johnson)




1. Der Film in einem Satz:


Der Kampf gegen Dich selbst: eine Aufgabe, ein Leben lang. Mindestens.


2. Darum geht‘s:


Joe arbeitet als Killer. Für ein Verbrechenssyndikat aus der Zukunft. 30 Jahre später sind nämlich Zeitreisen erfunden und die einfachste Methode, unliebsame Gegner los zu werden, ist, sie in der Vergangenheit umzubringen. So weit, so easy. Doch die Killer selbst sind ja allesamt Mitwisser, die es ebenfalls zu beseitigen gilt und so wird jeder Killer nach 30 Jahren in seine Vergangenheit zurückgeschickt um von sich selbst ermordet zu werden, „den Loop zu schließen“. Daher auch: Looper. Doch als Joe sich selbst erschießen soll, geht etwas schief und Old Joe (Bruce Willis) kann vor Young Joe (Joseph Gordon-Levitt) fliehen.


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Old Joe wiederum weiß, dass er seinen zukünftigen Mafiachef, der jetzt noch ein Kind ist, um die Ecke bringen muss, um seine gerade erlebte Vergangenheit, die in 30 Jahren passieren wird, zu ändern. Genau an dieser Stelle lässt Rian Johnson seinen Old Joe im Gespräch mit Young Joe schreien: „ES IST NICHT WICHTIG! Ich will jetzt nicht über so’n Scheiß wie Zeitreise reden. Wenn wir erst loslegen, hören wir gar nicht wieder auf und fangen an, aus Streichhölzern Diagramme zu legen“.

Da eine exakte Analyse des in sich durchaus konsistenten Zeitreise-Drehbuchs jeden Rahmen sprengen würde, sparen wir uns, den Rest der Story nachzuerzählen und sagen einfach: „Looper“ ist der originellste Science-Fiction-Blockbuster seit langem. Auf den ersten Blick weniger spektakulär als „Inception“ meinetwegen, aber bei längerem Nachdenken weitaus cleverer.

Wir sind ja schon Fans von Regisseur Rian Johnsons Fähigkeit, neue, wunderliche Welten zu entwerfen, seit er mit seinem Debütfilm „Brick“ den Film Noir an die zeitgenössische Highschool versetzt hat und damit auf Platz 2 unserer damaligen Jahrescharts landete. In „Looper“ schafft er es zudem, Bruce Willis nach einer ganzen Reihe von Rohrkrepierern endlich wieder zu einer beeindruckenden Leistung zu verhelfen und weckt nicht umsonst Erinnerungen an den „12 Monkeys“- Bruce, da dessen Thematik nicht weit von „Looper“s Logik entfernt.

Wenn Du diesen Sommer einen Actionfilm schaust, lass es „Looper“ sein.



3. Der beste Moment:


Das Gefühl nach dem Film, dass die Geschichte weit größer ist als was man auf den ersten Blick verstanden hat. Im Storytelling wird nicht jeder Loop geschlossen, so dass ein angenehm herausforderndes Gefühl der Ambiguität verbleibt, das durchaus an Donnie Darkos elliptisches Erzählen erinnert.


4. Diese Menschen mögen diesen Film:


Wer die Actionlastigkeit von „Inception“ mag, dessen Analfixierung in der Erzählstruktur aber gern gegen Donnie Darkos Wunderlichkeiten tauschen möchte, ohne dass dabei die innere Logik der Story verloren geht.


* Regie: Rian Johnson
* imdb

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