http://blogs.taz.de/popblog/wp-content/blogs.dir/1/files/2018/01/Samuel_Zeller_Fallback.png

vonChristian Ihle 02.09.2015

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

Im Interview mit Anne-Lydia Mühle von der Jungen Welt spricht der Dead Kennedys Sänger Jello Biafra mit erstaunlicher Tiefenkenntnis über Heino, den wahren Heino (!) und die Toten Hosen:


Junge Welt: Ich habe gehört, Sie mögen den deutschen Schlagersänger Heino. Stimmt das?


Jello Biafra: Mögen ist das falsche Wort. Die unheimliche Faszination von Heino kommt nicht daher, dass ich ihn mag. Es geht darum, wie unglaublich schrecklich seine Musik ist. Die ist so grausam! Eine Menge Leute werden verrückt und wütend, wenn sie seine Musik hören, auch wenn sie kein Wort Deutsch können. So hielt ich es zu Zeiten der Dead Kennedys für eine großartige Punk-Sabotage, vor unseren Konzerten Heino-Stücke zu spielen. Ansonsten hätten wir Ramones oder Clash gespielt, aber das war normal für die Leute. Da habe ich mit Heino ein wirklich krankhaftes, widerliches Kontrastprogramm gefunden. Es hat funktioniert. Als wir mit unseren Konzerten begonnen haben, waren die Leute voller Energie und richtig sauer!


Junge Welt: Haben Sie mitbekommen, dass Heino seit einiger Zeit deutsche Rocksongs covert, mit Nietenjacke rumläuft und versucht ein Rocker zu werden? Campino hat ihn daraufhin als »Aushängeschild der deutschen Hässlichkeit« bezeichnet.


Biafra: Ich kenne Heinos Album. Die Toten Hosen haben sich öffentlich dagegen ausgesprochen. Ich denke aber, das hat mehr mit Heinos politischen Ansichten als mit der Musik zu tun. Das ist nicht in Ansätzen eine Rock-Platte. Das sind nur Rammstein- und Ärzte-Songs im Heino-Style.


Kennen Sie den Wahren Heino?


Biafra:
Ich finde, der Wahre Heino ist die Art von Sabotage, die Punk wirklich ausmacht.

Eine gute Gelegenheit, auf die hervorragende 7inch hinzuweisen, die Staatsakt letztes Jahr vom Wahren Heino veröffentlicht hat, der das Heino goes Hosen – Prinzip auf den Kopf stellt und den Revolutionsklassiker von Ton Steine Scherben „Die letzte Schlacht gewinnen wir“ sowie Slimes „Deutschland muss sterben, damit wir leben können“ einheinot:



YouTube Preview Image


YouTube Preview Image

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

http://blogs.taz.de/popblog/2015/09/02/dont-mention-the-war-40-dead-kennedys-jello-biafra-ueber-heino-und-die-toten-hosen/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.