Bevor wir bald die besten Songs des Monats Mai vorstellen, hier noch fünf Hörtipps aus dem letzten Monat, die – mit Ausnahme von Jack White natürlich – zu Unrecht untergegangen, aber absolut hörenswert sind:
6. Graham Coxon – Seven Naked Valleys
Während Kollege Albarn sich Red Hot Chili Peppers anlacht und African Funk nach England bringt, spielt sich Blur-Gitarrist Coxon wieder einmal durch seine eigene Vergangenheit. Das neue Album “A+E” ist bei aller Rauheit und im besten Sinne Unproduziertheit neben seinem großen Pop-Wurf “Happiness in Magazines” sein zugänglichstes Solo-Album. Vorausgesetzt man schätzt Blurs orangenes Album, ihr an den US-Indie-Rock angelehntes, unterschätztes Meisterwerk von 1997.
Jack White, der alte Traditionalist, hat sich ausgerechnet die bizarren Rapper von Insane Clown Posse als neue Kollaboration herausgesucht und wird deren neue Single produzieren sowie sogar auf seinem eigenen Label herausbringen.
Dass der Song dazu noch sozusagen ein Cover eines Mozart-Stückes ist und einen deutschen Titel trägt, lässt kaum noch Steigerungsmöglichkeiten auf der Absurditätsskala offen. Titel der bizarren Zusammenarbeit ist übrigens “Leck mich im Arsch”, was es nicht gerade weniger absurd macht… Ich gebe mich geschlagen. Und da sagt man immer, Jack White wäre ein humorloser Bastard.
Man glaubt es nicht, aber seht – und hört – selbst:
Klar, wenn sich die Hauptband auflöst und die Nebenband auf die Sängerin warten muss, hat man ja viel freie Zeit. Kein Wunder also, dass sich Jack White dazu entschlossen hat, einen fahrenden Plattenladen aufzumachen!
Was für eine wunderbare Vorstellung: Jackie White fährt wie im Eiswagen vor, bimmelt ein paar Mal und schon bestellt man bei ihm “Vinyl auf die Hand”:
Der alte Traditionalist Jack White findet, dass auch der Crazy Frog – jene Jamba!-Kreation, die “Axel F” dank eines deutschen Danceproduzententeams für eine neue Generation erlebbar machte – seine Berechtigung hat und sozusagen den Woody Guthrie der Klingeltonära darstellt:
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“Someone said something about that Crazy Frog song that came out a few years ago and how that was the death of all music, that it went Number One in England and that we should all be ashamed of ourselves. But I don’t think that’s true. I think that’s almost become folk music, if you think about it. People are liking it instinctually. That means that’s who we are at that particular time.”
Nachdem die Qualifikation nach Punkten zwar deutlich, aber doch eher mit den Brüdern Ach & Krach in der Stammelf geschafft wurde, ergeht die Hoffnung, dass der DFB nach längerer Abstinenz doch mal wieder seine Fußballer in ein Aufnahmestudio prügelt, um nachfolgenden Generationen ähnlichen Spaß zu bereiten wie das Beckenbauer bis Matthäus in den 70ern und 80ern taten.
Ein kleiner Rückblick auf bisherige Höhepunkte des deutschen Fußballsongwirkens:
1974: Fußball ist unser Leben
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Zwar mag das von Jack White (nein, nicht DER Jack White!) geschriebene “Fußball ist unser Leben” geradezu übersimpel sein, doch bleibt im Rückblick zu konstatieren: besser als beim ersten Fußball-WM-Song sollte die Nationalmannschaft nie mehr werden. Das hier hat – nur logisch für eine Mannschaft, deren tragende Säulen Beckenbauer, Müller und Maier vom FC Bayern München kamen – Bierzeltcharakter, ist mitsing- und besauftauglich.
Zusätzliche Punkte gibt es für die jungen Gesichter der nun alten Herren Uli Hoeness und Jupp Henckes (0:42 bis 0:45 z.B.) und die vielen Fußballer, die ihre Haare schön haben.
Es ist der unsäglichste Trend im deutschen Hip-Hop seit langem: wir graben alte Schlager-Klassiker bis Pop-Verbrechen aus, nehmen die Hook für den Refrain und rappen unseren Quatsch in die Strophen. Während Bushidos Versuche vor Pathos kaum noch laufen konnten, wusste man bei Das Bo wenigstens, dass er es a) nur fürs Geld macht und b) das ganze wenigstens nicht ernst nimmt. Am erstaunlichsten war eigentlich wie wenig Erfolg er damit hatte. … weiter lesen
Auch eine schöne Sache: Jack White gibt den Elvis.
Geschehen in einer kleinen Szene in dem 2007er Film “Walk Hard: The Dewey Cox Story” mit John C. Reilly.
Jack White scheint zudem Bad Hair Day Personified zu sein. … weiter lesen
In unregelmäßiger Folge zitiert das Popblog die beiden größten Aphoristiker Großbritanniens, Oasis’ Liam und Noel Gallagher. Des Popblogs Kalendersprüche, wenn man so will.
“Jack White has just written a song for Coca-Cola. End of. He ceases to be in the club. And he looks like Zorro on doughnuts, I don’t believe in adverts. He’s meant to be the posterboy for the alternative way of thinking. Coca-Cola man. Fucking hell. And OK, you want to spread your message of peace and love, but do us all a fucking favour. I’m just not having it. It’s like doing a fucking gig for McDonald’s.”
(Noel Gallagher über Jack White, den Sänger und Gitarristen der White Stripes, verantwortlich für unser aktuelles Album des Monats)