Archive for Dezember, 2006

31.12.2006 von Schröder & Kalender
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Gruselige Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert heftig in östlicher Richtung.

Vermutlich war der Chef vom Dienst bereits in den Skiurlaub abgereist. So war wohl der unsympathische Praktikant aus Peter Lückemeiers Kolumne, der vorher bei einer Boulevardzeitung hospitiert hatte, verantwortlich für die Titelseite der FAS-Silvesterausgabe. Denn drei Fotos auf Blattbreite zeigen, wie der Henker Saddam Hussein die Schlinge um den Hals legt. Das ist gruseliger Gossenjournalismus auf billigstem Voyeurniveau. Und nach den Kriterien von Geschmack und Anstand einer Zeitung, die sonst vor lauter Ethikansprüchen kaum gerade schreiben kann, unwürdig.

(BK / JS)

31.12.2006 von Schröder & Kalender
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Joachim Ringelnatz · Silvester

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in östlicher Richtung.

Daß bald das neue Jahr beginnt,
Spür ich nicht im geringsten.
Ich merke nur: Die Zeit verrinnt
Genauso wie zu Pfingsten,

Genau wie jährlich tausendmal.
Doch Volk will Griff und Daten.
Ich höre Rührung, Suff, Skandal,
Ich speise Hasenbraten

Mit Cumberland, und vis-à-vis
Sitzt von den Krankenschwestern
Die sinnlichste. Ich kenne sie
Gut, wenn auch erst seit gestern.

Champagner drängt, lügt und spricht wahr.
Prosit, barmherzige Schwester!
Auf! In mein Bett! Und prost Neujahr!
Rasch! Prosit! Prost Silvester!

Die Zeit verrinnt. Die Spinne spinnt
In heimlichen Geweben.
Wenn heute nacht ein Jahr beginnt,
Beginnt ein neues Leben.

30.12.2006 von Schröder & Kalender
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Weihnachtsbeleuchtung (5)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nördlicher Richtung.

Unterdenlinden.jpg

Finally: Under the linden trees.

(BK / JS)

29.12.2006 von Schröder & Kalender
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Schlafende Hunde. Nachschrift (18)

von Schröder & Kalender

Es ist neblig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.

Pressemitteilung vom 19.08.2004: Die VG Wort unterliegt endgültig dem MÄRZ-Verleger und Autor Jörg Schröder

In der Klage der Verwertungsgesellschaft Wort auf Rückzahlung von Ausschüttungen gegen den Autor und MÄRZ-Verleger Jörg Schröder fand am 12. August 2004 die Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht München statt. Der Senat – besetzt mit dem Vorsitzenden Dr. Streicher und den Richterinnen Dahmen und Nötzel – teilte in vollem Umfang die Auffassung des Landgerichts München, welches gestützt auf das Gutachten des Sachverständigen Professor Wolfgang Raible (Freiburg) die Folgen von ›Schröder erzählt‹ als von der VG Wort zu vergütende Sachbücher bewertet hatte. Der Senat teilte auch die Auffassung des Erstgerichts, daß ›Schröder erzählt‹ in angemessenem Umfang in Bibliotheken (zwölf) eingestellt ist und als Quellenmaterial für zahlreiche Sachbücher und wissenschaftliche Werke diente.

Daraufhin nahm die Klägerin VG Wort – vertreten durch ihren stellvertretenden Geschäftsführer Dr. Frank Thoms – die… weiter lesen

28.12.2006 von Schröder & Kalender
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Kistchen (3)

von Schröder & Kalender

Es ist schon dunkel, wir sehen also nicht, wie der Bär flattert.

KD Wolff schickt uns als Reaktion auf unsere ›Kistchen‹ ein paar Vorschläge für eine verbesserte Logistik. Die muß man sich ansehen!

Logistik für 2007

(KDW / BK / JS)

28.12.2006 von Schröder & Kalender
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Faxen, Faxen, Faxen

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in östlicher Richtung.
Die Jurys spielen verrückt! Kürzlich meldeten die Agenturen, daß Helmut Markwort, Chefredakteur des linksradikalen Wochenmagazins Focus, zum Preisrichter für den Ludwig-Börne-Preis 2007 gewählt wurde. Wetten, daß er diesen Preis niemand anderem als dem Verleger solch emanzipativer Blätter wie Superillu oder Bunte, also Hubert Burda, zuschanzen wird?

Und während auf dem Friedhof Père Lachaise noch die Erde zittert, weil Ludwig Börne sich in seinem Grab vor Lachen schüttelt, steht heute in der FAZ, daß der alte Frundsberger Günter Grass den Ernst-Toller-Preis des Jahres 2007 erhalten soll. In der Münchner Räterepublik war Ernst Toller Vorsitzender des Zentralrats sowie Abschnittskommandant der Roten Garde. 1933 wurde er durch die Nationalsozialisten ausgebürgert, er nahm sich 1939 in New York das Leben.

Und zur Erinnerung an Ludwig Börne: Am 22. Januar 1833 schrieb die konservative Münchner »Politische Zeitung«: »Gleich ruchlos wie die religiösen sind die politischen Konzeptionen des Verfassers.… weiter lesen

27.12.2006 von Schröder & Kalender
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Pauls Kistchen

von Schröder & Kalender

Es ist neblig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.

Unser Enkel Paul hatte sich zu Weihnachten einen ICE-Zug von Lego gewünscht. Wir wollten uns den Kaufpreis mit seiner Mutter teilen, aber Katinka schaffte es dann wegen Arbeitsüberlastung nicht, den Zug rechtzeitig zu besorgen. Kurz vor Weihnachten war der Lego-Zug dann überall vergriffen. Ja, er kostete bei Ebay schon 260 Euro statt des regulären Ladenpreises von 150 Euro. Dramatisch! Ein enttäuschtes Kind unter dem Weihnachtsbaum?

Nach längerer Suche im Netz entschieden wir uns für ein anderes Modell, aber jetzt war die Zeit sehr knapp. Am 23. Dezember kam die Entwarnung, Katinka schrieb: »Liebe Barbara, lieber Jörg! ›Die Menschen sind gut‹ (Ebay-Gründer xy). Tatsächlich, jedenfalls der, der mir die Lego-Eisenbahn geschickt hat. Sie ist Picobello, nichts fehlt und die meisten Teile sind noch verpackt. Netterweise hat er das Geld fürs Eil-Paket vorgestreckt …«

paul-zug.jpg

So kam es, daß Paul doch noch… weiter lesen

26.12.2006 von Schröder & Kalender
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Ludwig Börnes Kistchen

von Schröder & Kalender

Es ist neblig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.

Als ich 1965 als Verlagsleiter und Mädchen für alles in den Joseph Melzer Verlag eintrat, gab es außer dem Verleger nur noch mich und 350.000 DM Schulden. Das wären nach heutiger Kaufkraft so um die eine Millionen Euro. Diese Summe hört sich nicht so dramatisch an, bei einem monatlichen Umsatz von 2.000 DM bedeutete es jedoch, daß der Verlag seit langem konkursreif war. Die hohen Schulden hatten sich aufgebaut, weil Joseph Melzer blindlings in das Abenteuer einer Ausgabe von Ludwig Börnes ›Sämtlichen Schriften‹ hineingeschlittert war. Drei Bände mit 3.600 Seiten waren erschienen, als ich im Verlag anfing. Wie ich diesen Schuldenberg abbaute – mit Hilfe unwilliger Bonner Politiker, bis hinauf in den Kanzler-Bungalow und schließlich dank der Profite aus der ›Geschichte der O‹ – steht in ›Siegfried‹. Was mir von diesen Aktivitäten blieb, ist eine ziemlich genaue Kenntnis… weiter lesen

25.12.2006 von Schröder & Kalender
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Genossen mit Krone

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert heute nicht.
Eines Nachmittags, zu Beginn unseres Landlebens im Allgäu, standen drei Leute vor der Tür: eine großbusige rotblonde Frau, Mitte Vierzig, ein dunkelhaariger bebrillter Mann mit Vollbart, ebenso alt, sowie ein weißblonder Teenager. Die ältere Walküre kam gleich zur Sache: »Hallo, wir sind die Bartels und wollen euch kennenlernen.« Das hat man ja nicht so gern, wenn plötzlich Unbekannte klingeln und reinwollen, das kommt gleich nach den Drückern. Also erwiderte ich höflich: »Wir möchten niemand kennenlernen, sondern weiterarbeiten.« Aber die Frau ließ sich nicht beirren: »Wir haben ein Haus im Oberdorf gekauft und gehen auch noch zu Mina Kindl und Dick Städtler.« Da ahnte ich, woher der Wind wehte – alte Linke besuchen alte Linke – und erwiderte: »Wenn ihr zu Mina und Dick Städtler wollt, müßt ihr die Bahnhofstraße ein Stück runtergehen, links ist der Postweg, da wohnen sie.« Damit hatte ich die Leute… weiter lesen

24.12.2006 von Schröder & Kalender
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Weihnachtsbeleuchtung (4)

von Schröder & Kalender

Es ist dunstig, wir sehen also nicht, wie der Bär flattert.

Weihnachten4.jpg

So geht es doch auch noch, wie das Fenster einer Wilmersdorfer Witwe in der Durlacher Straße zeigt: ein Nikolaus, eine echte Kerze, Mecki der ›Hörzu‹-Redaktionsigel und eine Uhr mit dem Zifferblatt zur Straße – als Service für die Passanten.

Fröhliche Weihnachten!

(BK / JS)