28.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
Wir wollten endlich mal wieder einen freien Tag machen, bei Thai Viet auf der Wilmersdorfer essen und dann rausfahren zum Wannsee. Aber es regnete, und Barbara sagte nach dem Essen: »Laß uns doch in der KaDeWe-Glaskuppel einen Espresso trinken. Wir waren noch nie da oben, und wenn sie jetzt zur 100-Jahr-Feier die größte Torte aller Zeiten anschneiden, kann man sich da drin monatelang vor Touristen nicht retten.«
Eine ungewöhnliche Idee, die deshalb sofort ausgeführt werden mußte. Wir also zur Tauentzien und rein in den größten Konsumtempel Europas. Die Dekorationsvorbereitungen waren im vollen Gange.

Wir fuhren hinauf zur Wintergarten-Glaskuppel, fanden sogar einen Fensterplatz, weil eine Frau mit Kinderwagen gerade aufstand. Sie hatte offenbar nichts verzehrt, das geht da oben dank der Selbstbedienung.
Während ich den Espresso holte, beobachtete Barbara den Nebentisch mit drei jungen Leuten. Ein rothaariges Mädchen mit Pferdeschwanz saß neben… weiter lesen
27.02.2007 von Schröder & Kalender

Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herren, der uns neulich bat, den flatternden Bär einmal zu zeigen, tun wir dies hiermit. So sehen wir ihn jeden Morgen von der Ostterrasse aus mehr oder weniger heftig auf dem Schöneberger Rathaus flattern, letzten Sonntag ziemlich stark in nördlicher Richtung.
(BK / JS)
26.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Volker Weidermann schrieb gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, über den soeben erschienenen ersten Roman von Jean Améry, ›Die Schiffbrüchigen‹ unter anderem: »Und im Leben, 1976 kurz nachdem er sein Buch über den Selbstmord veröffentlicht hatte, hat er auf die Frage eines Journalisten, warum er sich nicht einfach umbringe, statt gelehrte Bücher darüber zu schreiben, geantwortet: ›Nur Geduld.‹ Zwei Jahre später hat er sich, bei einem seiner wenigen Ausflüge zurück in die Heimat, in einem Salzburger Hotel das Leben genommen.« In dieser Passage stimmt eine wesentliche Aussage nicht: Es war nicht Christian Schultz-Gerstein, der Jean Améry die Frage stellte, warum er sich eigentlich nicht umgebracht habe. Diese Frage stellte vielmehr ein Student, den Jean Améry zitierte.
Es geht uns nicht um Wortklauberei. Aber wer das Buch ›Der Doppelkopf. Nach einem Gespräch mit Jean Améry‹ (März Verlag, 1979) gelesen hat, weiß,… weiter lesen
25.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Im letzten Sommer trafen wir Viktoria Binschtok im Friedrichshainer Volkspark, Martin Eberle fotografierte sie als Brillenmodell. Danach war sie mit einer Künstlerkorona anläßlich der Bildertausch-Ausstellung bei uns zu Besuch. Über ihre Fotos schrieb Brigitte Werneburg in der taz.
Jetzt sahen wir zum ersten Mal Arbeiten von ihr in der Galerie Amerika. Während ihres DAAD-Stipendiums in Tokio fotografierte Viktoria Binschtok Motive mit jeweils drei Personen, die mit dem Handy telefonieren. Diese Dreierkonstellationen zeigen Verbalkommunikation im Spannungsbogen von apathischem bis dynamischen Gestus. Das macht diese Siebdrucke über die Alltagssituationen hinaus interessant.

(BK / JS)
24.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Vor kurzem hatten wir in unserem Beitrag ›Verfluchtes Teflon!‹ erwähnt, daß Teflondämpfe und ähnliche Umweltgifte Auslöser von Grippeepidemien sein könnten. Der Hinweis stammte von Katinka Schröder. Wir finden ihren Bericht über die Grippeepidemien der Neuzeit so interessant, daß wir ihn als Gastbeitrag bringen. (BK / JS)
Wissenschaftler haben in den vergangenen 50 Jahren viermal eine Influenza-Pandemie schlimmer als die Spanische Grippe vorhergesagt und damit viermal falsch gelegen. Das war vorhersehbar.
Die ersten beiden Prophezeiungen betrafen die Asiatische Grippe und die Hongkong-Grippe Ende der 50er bzw. Ende der 60er Jahre. Bei diesen insgesamt fünf Jahre währenden „Pandemien“ starben einer u.a. von Wissenschaftlern der Amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) 2001 veröffentlichten Studie zufolge 255.000 mal mehr Menschen als eh gestorben wären, und nicht 2 bis 4 Millionen wie von Medien und Gesundheitsbehörden behauptet. Der österreichische Pathologe Dr. Michael Schönbauer, als Tamiflu-Befürworter über jeden… weiter lesen
23.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Die ›Making of Pornography‹-Folge endete mit dem Wort ›Lucys Lustbuch‹. Diesen Comic von Alfred Demarc (d.i. Alfred von Meysenbug) ließ der Frankfurter Generalstaatsanwalt 1971 bei unserer damaligen Auslieferung Franz Müller-Rodenberger in der Goethestraße beschlagnahmen, da sich Personen aus Politik, Presse, Gesellschaft und Sangesleben wiedererkannt hatten. Wie die Staatsanwaltschaft so schnell von dieser Buchuntat Wind bekommen hatte, weiß ich nicht, mein Verteidiger durfte »wegen Gefahr im Verzuge« die Akten nicht einsehen. Die gesamte Auflage von zehntausend Exemplaren wurde dann nach einem späteren Verfahren eingestampft. Es handelte sich um einen Deal. Meine Zustimmung zur Makulierung wurde mit der Einstellung aller laufenden Strafprozesse wegen »Verbreitung unzüchtiger Schriften« belohnt. Es waren zwanzig Verfahren.
Das bedeutet aber auch: Es gibt von diesem März-Titel nur zwanzig Exemplare bei Sammlern und im Antiquariat. Entsprechend teuer ist das Buch, je nach Zustand wird Lucys Lustbuch für 600 bis 800 Euro gehandelt. Da Blogger aber alles umsonst tun und bekommen, stellen wir nun diesen lustigen skankalösen Comic aus dem Jahr 1971 in Fortsetzungen komplett ins Netz. Und so geht’s weiter: … weiter lesen
21.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Heute schickte uns PLG Friesländer eine Seite der taz-Bremen vom 3. / 4. Februar 2007 mit der Überschrift »Der Klinik-Skandal – ›Tatort‹ mit Folgen«. In der Spitze heißt es: »Krankenhäuser sind für die Menschen da. Was hinter der Kulisse, wo es um viel Geld geht, geschoben und gespielt wird, das versucht der Bremer Untersuchungsausschuss zum Klinikskandals ans Licht zu bringen. Der Stoff würde für manchen Krimi gut sein – wir bringen hier einige Kostproben«. Den Artikel von Klaus Wolschner hier. Aber die von PLG Friesländer vergoldeten Nasen möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten.




(Foto: KAWE / PLG / BK / JS)
21.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nordwetlicher Richtung.
In letzter Zeit häufen sich Beschwerden Erniedrigter und Beleidigter über diverse ›Schröder erzählt‹-Textpassagen in diesem tazblog. Zur Vermeidung längerer und kostspieliger gerichtlicher Auseinandersetzungen haben wir die inkriminierten Stellen jeweils gelöscht oder die Namen verändert. Was aber nicht heißen soll, daß unsere Erzählungen und Ausführungen nicht stimmen. Denn wir erzählen und erinnern uns nach bestem Wissen – allerdings gewissenlos! Anders kann man ja Leuten, die unter dem Schutz des Persönlichkeitsrechts ungerührt ihre Schweinereien praktizieren, gar nicht beikommen. Wir empfehlen daher den Nutzern, ›Schröder erzählt‹-Texte zeitnah herunterzuladen, um sie unzensiert lesen zu können. Eine andere Möglichkeit wäre, die ›Schröder erzählt‹-Folgen zu bestellen. Es soll ja noch Leute geben, die auch auf Papier lesen wollen.
(BK / JS)
20.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert jetzt leicht in östlicher Richtung.

Hausbewohnerkunst: Blick vom Südbalkon in der Wexstraße
(BK / JS)
20.02.2007 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert heute nicht.
Im Mai 2004 hatte uns die Künstlergruppe neue dokumente nach Berlin eingeladen, wir stellten dort die März-Kassette vor. Bei ›neue dokumente‹ in der Schönhauser Allee erschien auch die Zeitschrift ›freier‹. Über eine absurde Polizeiaktion vor dem Erscheinen der ersten Nummer von ›freier‹ berichtete uns die Mitherausgeberin Simone Gilges:
Liebe Barbara, lieber Jörg,
ich wollte Euch noch die komische Geschichte von der ersten freier-Ausgabe erzählen, weil Ihr doch so behördenerfahren seid …
Am Tage vor der Herausgabe habe ich morgens früh die Druckvorlagen in einem Copyshop abgegeben, die Zeitschrift sollte bis zum Ladenschuß um Mitternacht fertiggestellt sein. Nachmittags bekam ich einen Anruf von der Geschäftsleitung des Copyshops, man frage sich, da das Heft nackte Kinder zeige, ob dies erlaubt sei, auch das Impressum sei nicht korrekt und der Internetlink führe zu keinen weiteren Informationen. Ein Kollege sei zur Polizei gegangen,… weiter lesen