Archive for März, 2010

26.03.2010 von Schröder & Kalender
blogavatar

Veronica, der Spargel wächst

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert heute nicht.
***

Endlich ist der Frühling eingekehrt, die Büsche im Volkspark geben sich große Mühe grün auszuschlagen. Gestern haben wir zum ersten Mal auf der Dachterrasse gegessen, und heute singen wir schon den ganzen Morgen: ›Veronica, der Lenz ist da!‹

YouTube Preview Image

http://www.youtube.com/watch?v=JRP1XAOM-nQ

In unserer heutigen Kolumne in der jungen Welt geht es um ein »perfektes Verbrechen« und um Vermutungen von Nachbarn.

(BK / JS)

25.03.2010 von Schröder & Kalender
blogavatar

Archive des Zerfalls

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
***
Erfreulich, es gibt einen neuen Comicstrip von Sascha Hommer & Jan-Frederik Bandel mit den Geschwistern Gustav und Niffi sowie Kaninchen – eine Hommage an das weiße Kaninchen aus ›Alice im Wonderland‹. Also zur rechten Zeit das ganz andere Buch zum ›Alice‹-Film!

Von den multiplen Anspielungen hat uns, als ehemalige Verleger der deutschen Olympia Press, die folgende Sequenz am meisten amüsiert:

***

***

*** … weiter lesen

19.03.2010 von Schröder & Kalender
blogavatar

Gudrun, Bernward und kein Ende

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
***

Wir sind eben von Ernst Herhaus’ Beerdigung in Kreuzlingen zurückgekehrt.  In der jungen Welt haben wir heute gegen die »Liebesgeschichte von Gudrun Ennslin und Bernward Vesper« polemisiert.

(BK / JS)

12.03.2010 von Schröder & Kalender
blogavatar

Ernst Herhaus ist gestorben

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
***

Heute, am 12. März 2010, ist Ernst Herhaus in Kreuzlingen (Schweiz) im Alter von 78 Jahren gestorben. Die Beisetzung findet am Donnerstag, den 18. März, um 14:00 Uhr in Kreuzlingen statt.
***
1970 erschien Ernst Herhaus’ ›Notizen während der Abschaffung des Denkens‹ im März Verlag, wir haben auf das Buch in unseren März-Zitaten im letzten Jahr hingewiesen.

Im Jahr 1972 erzählte ich Ernst Herhaus den ›Siegfried‹. Dass es überhaupt dazu kam, verdankt sich einem Sportunfall und Ernsts Beharrlichkeit.


Fotomontage: links: Ernst Herhaus als Vierzigjähriger, rechts: Jörg Schröder mit fünf als Preuße in Garmisch
***
Zur Erinnerung: Im März Verlag ging es damals turbulent zu, ich wollte das Grundstück in Niederflorstadt verkaufen, um mit dem Erlös den Verlag zu sanieren. Im Herrenhaus arbeiteten zwei Maler: der Bruder von Horst Peisker, der andere hieß Fleck, ein röchelnder Nitroschnüffler. Den hatte ich unterschätzt, als ich eines Mittags nach dem Fortschritt der Arbeit sehen wollte, kickten die beiden Maler in der Mittagspause auf der Wiese unter den Kastanien. Es gab dort einen großen Park, auf der Parkwiese bolzten sie, und ich machte mit, es wurde ›Zweie auf ein Tor‹ gespielt. Die Kondition der beiden war besser als meine, als mir die Puste ausging, hielt ich mein Bein hin und foulte. Bis es Fleck zuviel wurde, er machte die Blutgrätsche und trat gegen mein ohnehin ramponiertes Bein.

Es war damals auch die Rede von einem ›Verlegerkochbuch‹, das ich erzählen sollte. Otto Jägersberg hatte es Diogenes angeboten, aber Daniel Keel meinte: »Ich möchte nicht die Katze im Sack kaufen, sondern vorher das Manuskript lesen.« Ich dachte: Na, dann mache ich es eben selber. Aber über dem Kampf um die Wechselspitzen vergaß ich es wieder. Jetzt lag mir Ernst Herhaus in den Ohren: »Du bist doch ein großer Erzähler …« Bei Komplimenten ist man bekanntlich unersättlich, ich hörte es nicht ungern. Vermutlich, wenn Daniel Keel mir geschrieben hätte: »Wir machen das Buch, ich schicke Ihnen einen Vertrag«, wäre es nie zustande gekommen. Ich hätte dann wohl gesagt: »Ich habe etwas anderes zu tun, als ein Buch zu erzählen für fünftausend Vorschuss. Es geht jetzt um das Schicksal des März Verlags, also um fünfhunderttausend Mark!« Doch weil ich das Gefühl hatte, Daniel Keel traut mir ein Buch nicht zu, löckte es wider den Stachel.

Kairos! Wegen der Knochenhautentzündung musste ich liegen, und Ernst Herhaus setzte sich an mein Bett. Er brachte ein klappriges Philips-Tonbandgerät mit, wer kennt die noch? 1972, Philips-Recorder, ein Blechding, so scheppernd hat der auch abgespielt. Ernst sagte … weiter lesen

11.03.2010 von Schröder & Kalender
blogavatar

Die beiden Seiten des Schreibtisches

von Schröder & Kalender

***
Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
***
Es melhren sich die Anfragen, wann wir die März-Zitate fortsetzen. Die Antwort ist: Bald! Vorerst aber sitzen wir noch unter Termindruck am Manuskript ›Immer radikal, niemals konsequent‹, das Ende März abgeliefert werden soll.

Im Anhang bringen wir ein Verzeichnis aller Erstausgaben. Endlich wird damit auch eine März-Bibliographie vorliegen, ohne die vielen sachlichen Fehler der anderen Bibliographie-Versuche.

Unsere Terminschwierigkeiten inspirierten uns zu einer Kolumne in der jungen Welt, weil wir ja als Verleger und Autoren beide Seiten des Schreibtisches kennen. Untertitel für die Online-Ausgabe: Von den Nöten der armen Verleger und der noch ärmeren Übersetzer.

(BK / JS)

05.03.2010 von Schröder & Kalender
blogavatar

Universalgenie

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
***

Auf der Mathildenhöhe in Darmstadt wird das Werk des Universalgenies Joseph Maria Olbrich gezeigt.

Während wir an der Kolumne für die junge Welt schrieben, machte das neue TextEdit  sich selbständig. Obwohl ich »Rechtschreibung automatisch prüfen«  ausgestellt hatte, schaltete es sich  immer wieder ein und korrigierte »das Universalgenie Olbrich« in »das Universalgenie Ulbricht«.


Auch diese Treppe kommt in unserem Text vor.  Was dort vor dreißig Jahren geschah, steht in unserer heutigen Kolumne in der jungen Welt.

(BK / JS)

03.03.2010 von Schröder & Kalender
blogavatar

ZehnTaschentücher

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert munter in östlicher Richtung.
***
Gestern, ich hatte gerade ein Taschentuch vollgeweint – ich weine gern bei Filmen –, fiel der Strom um 22.20 Uhr aus. Jörg und ich gingen zum Ostbalkon, in Schöneberg war alles dunkel. Wir tasteten uns dann zur Südterrasse, die  Wexstraße war ebenfalls bis zum Bundesplatz dunkel. In der Detmolder Straße brannten die Lichter, auch Friedenau und Tempelhof blieben verschont.

Bei Kerzenlicht sprachen wir über Stieg Larssons ›Verblendung‹, dessen Ende wir noch nicht kannten,  und entwickelten ein neues Bewertungssystem, statt  der Sterne, wollen wir jetzt Taschentücher einführen. Es gibt  ja in jedem Film traurige Szenen, dann reicht Jörg mir ein Taschentuch. Um Punkt elf ging das Licht wieder an, und wir sahen den Film zu Ende. Die ›Verblendung‹ bekam von mir zehn Taschentücher.

(BK)