Archive for November, 2011

27.11.2011 von Schröder & Kalender
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Der Nussknacker

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Die Kapazitäten streiten sich, wer ihn erfunden hat: Pythagoras aus Samos vielleicht, Archimedes sehr wahrscheinlich, ganz sicher nicht Aristoteles wie es im Wikipedia-Beitrag steht. Denn Aristoteles beschäftigte sich eher mit den Grundformen des Denkens als mit dem Mechanismus des Nussknackers.

Die große Blütezeit dieser Hebelmänner begann im frühen 19. Jahrhundert als der Bergbau im Erzgebirge zum Erliegen gekommen war. Die Bergleute und ihre Familien suchten nach neuen Erwerbsquellen und begannen Holzspielzeug zu drechseln. So begann dieses beliebte Kinderspielzeug seinen Siegeszug und diente gleichzeitig als Karikaturen der Obrigkeiten: bunte grimmige Könige, Soldaten, Gendarmen und Förster wurden gedrechselt.

E.T.A. Hoffmann schrieb 1816 im Zyklus ›Die Serapionsbüder‹ das Weihnachtsmärchen ›Nussknacker und Mäusekönig‹, nach dem Peter Iljitsch Tschaikowsky seinen ›Nussknacker‹ komponierte, der später als Ballett aufgeführt wurde.

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Schneeflocken-Walzer (Mariinsky)

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Es ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das zu… weiter lesen

25.11.2011 von Schröder & Kalender
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Groove

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Das fünfte Album des Quartetts HALMA ist fertig. Der Titel lautet ›Dissolved Solids‹ – das sind gelöste Festkörper, die schwerelos in einem zähflüssigen Medium flottieren. Digitale Orchestereinspielungen changieren mit minimalistischem Groove.

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Sehr schön ist auch das Stück ›Sub Dub‹ (aus dem Album ›Back to Pascal‹) und das Video dazu mit den schwarzen Gemälden. Da fragt sich der staunende Videolaie: Wie hat Matthias Meyer das gemacht?!

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RELEASE-KONZERT :
Mittwoch, den 07. Dezember um 21 Uhr
Goldener Salon im Hafenklang
Hamburg, Große Elbstraße 84
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(BK / JS)

20.11.2011 von Schröder & Kalender
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Kleist und Vesper

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in schwach in nördlicher Richtung.
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Zur Wirkungsgeschichte des Freitodes von Henriette Vogel und Heinrich von Kleist bringen wir heute eine Passage aus einer ›Schröder erzählt‹-Folge:


Der Wegweiser
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Warum beschäftigte sich 1998 plötzlich eine Bibliothekarin des Deutschen Literaturarchivs Marbach mit unserem Vorlass? Normalerweise sind doch Handschriftenabteilung und Bibliothek strikt getrennt. Weshalb wollte also Brigitte Raitz das ›Reise‹-Manuskripts in ihren feministischen Bestand aufnehmen? Diese Logik blieb uns verschlossen, bis wir die Lösung fanden: Brigitte Raitz wollte das ›Reise‹-Manuskript der Übergriff-Literatur zuschlagen. Denn um eine solche handelt es sich ihrer Meinung nach wohl bei den Liebesbriefen von Bernward Vesper an Ruth Ensslin.

Wer Vespers Romanessay gelesen hat, wird sich erinnern, dass auf den ersten Seiten der ›Reise‹ der Ich-Erzähler Bernward zu seinem Reisegefährten Burton sagt: »Do you know, I have lost my girl.« Die meisten Leser gehen vermutlich davon aus, dass er damit Gudrun Ensslin meinte. Das ist aber nicht so, vielmehr hatte Vesper, nachdem Gudrun ihn für Andreas Baader verlassen hatte, sich für sie nur noch als Mutter ihres gemeinsamen Sohnes Felix interessiert und als Genossin. Das zeigt seine flammende Rede beim Frankfurter Brandstifter-Prozess. Tatsächlich hatte Bernward sich inzwischen auf Ruth fixiert, die jüngste der Ensslin-Schwestern. Sie war zur Zeit der Niederschrift der ›Reise‹ gerade vierzehn Jahre alt.

Wer daran Anstoß nimmt, den erinnern wir an die lange Reihe literarischer Mädchenidole von Petrarcas Laura, über Novalis’ Sophie von Kühn, die mit fünfzehn Jahren starb, von Goethes ›Heideröslein‹, der Pfarrerstochter Friederike Brion aus Sesenheim bis zu Nabokovs ›Lolita‹. Bernward Vesper, ein homme de lettre durch und durch, hatte als Student in Tübingen einen Essay über Novalis geschrieben und plante eine Dissertation über das Thema. Er wußte also, dass der Freiherr von Hardenberg sich mit Sophie an ihrem dreizehnten Geburtstag verlobt hatte. Bernwards Liebe zur minderjährigen Ruth Ensslin war deshalb keine »wahnhafte Übertragung von Gudrun auf Ruth« wie Gerd Koenen es in seinem Buch ›Vesper Ensslin Baader‹ darstellt, sondern gehört ins weite Feld von Anziehung, Zärtlichkeit und Verwirrung und ist – wenn überhaupt – eine literarische Übertragung auf Novalis

Ruth Ensslin war zwölf und hatte angefangen Freud zu lesen, in einem Alter, in dem andere Teenager ›Emil und die Detektive‹ verschlangen. Als sie 1967 zu Besuch in Berlin war, erlebte sie die Anfänge der Trennung ihrer Schwester Gudrun von Bernward. Über diese Beziehungskonvulsionen schrieb Bernward zwei Jahre später an Ruth: »Erinnerst Du Dich an das Gespräch mit Andreas, Gudrun, Dir und mir am runden Tisch in der ›Dicken Wirtin‹, als sich die Parteien Gudrun-Andreas und Du-ich herstellten? Dann, nachdem WIR nächtelang geredet hatten … und dann eines Morgens-Mittags Du zu uns ans Bett kamst und ich dich festhielt und ins Bett zog …, ging Gudrun zu Andreas (und die Geschichte war ja so, dass Andreas von Gudrun erst gar nichts wissen wollte usw. Sie aber merkte, dass sie wegmusste). Es war vielleicht ganz gut, dass wir damals nicht miteinander geschlafen haben, weil das, was nachher und jetzt geschah, nämlich die psychische Aufarbeitung, das Aufbrechen bisher versteckter Komplexe usw. dann vielleicht unmöglich gewesen wäre. … Gudrun kann, auch für Dich, untergehen, zersetzt werden … seit sie entlassen ist, habe ich sie endgültig vergessen. Ich bin froh darüber, und sehr glücklich, dass es dich gibt, Carissima … Gestern Nacht waren wir am Kleistgrab …«

Tatsächlich sind Bernwards Briefe an Ruth nicht weniger outriert als andere Liebesbriefe. … weiter lesen

16.11.2011 von Schröder & Kalender
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Von Goethe zu Google

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
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Heute um 18 Uhr wird in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf die Ausstellung ›Von Goethe bis Google‹ eröffnet, die sich um das Thema ›Geistiges Eigentum in drei Jahrhunderten‹ dreht. Kuratiert wird die Ausstellung von der Professorin Irmtraud Götz von Olenhusen unter Mitarbeit der Studentinnen und Studenten eines Projektseminars des Instituts für Geschichtswissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Fragen nach der Legalität, Legitimität und Rolle sowie Funktion des geistigen Eigentums werden heute zum Beispiel durch Google und Open Access neu gestellt. Ein anderer Schwerpunkt der Ausstellung ist die primär politisch motivierte Raubdruckbewegung der Achtundsechziger. Dazu wird interessantes Material aus der Raubdrucksammlung des Rechtsanwalts Dr. Albrecht Götz von Olenhusen, Freiburg, gezeigt.

Auch MÄRZ hat sein Scherflein zur Ausstellung beigesteuert. In einer Vitrine liegen Exponate zum Thema: ›Literarische Mystifikationen und Selbstnachdruck zur Überlistungen von Verbreitungsverboten und Zensur.‹

Zur Ausstellung
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13.11.2011 von Schröder & Kalender
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Die Achatdommel

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert heute nicht.
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Sonntagsspaziergang im Park, es war windstill, die Sonne schien und das Licht war heute besonders schön. Da sahen wir den Reiher wieder mal beim Fischen.

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Die Achatdommel

lupft ihren bootigen Ton nur im Schatten
sonniger Vormittage im Mai. Und dies wieder-
um nur an Stellen, wo Schilf und Buchsbaum
sich am Ufer eines Flusses mit klarem, grünem
Wasser berühren.

Wenn sie im seichten Wasser auf Beute steht,
kann man sie kaum vom vorbei fließenden
Wasser unterscheiden.

Sie hat es im Lauf der Evolution geschafft,
die Spiegelungen der Wellen auf ihrem achat-
grünen Federkleid zu imitieren.

Befindet sich ein Zoo in der Nähe, so müssen
die Pfleger der Elefanten darauf gefasst sein,
dass ihre Schützlinge nervös werden.

Der Ruf der Achatdommel erzeugt nämlich
in den Eingeweiden… weiter lesen

11.11.2011 von Schröder & Kalender
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Berliner Karneval

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert fröhlich, leider in nördlicher Richtung.
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11.11.11 um 11:11 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg


Senioren-Karneval in Berlin
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Berliner Jeck
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Prinzenwagen
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(BK / JS)

09.11.2011 von Schröder & Kalender
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Kein Wort zu viel

von Schröder & Kalender

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Es ist neblig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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gefunden am Bundesplatz in Berlin

(BK / JS)

07.11.2011 von Schröder & Kalender
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Der kleine Unterschied

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Jörg hatte gestern großes Glück, wenn er nicht mit mir etwas besprochen und deshalb das anschließende Telefonat auf dem Sofa geführt hätte, wäre die spitze Kante der Deckenlampe auf seinen Kopf geknallt. Als er in sein Büro zurückging, sah es nämlich so aus.

Und wir sind immer noch perplex, wie klein der Unterschied zwischen Sofaecke und Schädeltrauma sein kann.

(BK / JS)

05.11.2011 von Schröder & Kalender
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Ein Tipp für Bücherfreunde

von Schröder & Kalender

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Der Bär flattert in westlicher Richtung.
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In der Neuen Rheinischen Zeitung berichten Christiane Ensslin und Klaus Jünschke über unsere Lesung in Leverkusen.

Die online-Zeitung orientiert sich an der traditionsreichen Neuen Rheinischen Zeitung, die 1848 in Köln gegründet wurde und sich der Aufklärung verpflichtet fühlte. »Die NRhZ versteht sich als Plattform für politische Einflussnahme sowie kontroverse Auseinandersetzungen über aktuelle Themen. Die enge Anbindung an Initiativen und Basisgruppen ermöglicht die Zusammenarbeit mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, denen der Zugang zum monopolisierten Medienmarkt in der Regel verschlossen ist«, schreibt der Herausgeber Peter Kleinert.

Christine Weihermüller mit Hund Miszek und unserem Gepäck

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Zur Lesung hatte uns Christine Weihermüller vom legendären Zentral-Antiquariat eingeladen, das sie in der Altstadt von Leverkusen betreibt. Ihr Antiquariat wirkt wie eine Bücherinstallation. Und vielleicht findet man dort auch den Katalog zur großartigen Ausstellung… weiter lesen

01.11.2011 von Schröder & Kalender
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Hat China kein Geld?

von Schröder & Kalender

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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Der Sozialwissenschaftler und MÄRZ-Autor Günter Amendt, der in diesem Jahr tödlich verunglückte, veröffentlichte 1968 in Bernward Vespers Voltaire-Flugschriften-Reihe: ›China. Der deutschen Presse Märchenland‹,worin er zahllose Desinformationen über die Ereignisse in China ad absurdum führte. Darunter übrigens auch die These »China hat kein Geld«.  Was gegenwärtig nun wirklich wie ein Märchen aus uralten Zeiten klingt. Denn es vergeht ja kein Tag, an dem die Medien nicht Chinas modernen Imperialismus »ein Zwitter zwischen Kommunismus und Kapitalismus« ängstlich bewundern oder verteufeln.

Zur Verteufelung gehören Unterteufel, und den Diensthabenden dieser Gattung spielt der Künstler Ai Weiwei. Deshalb hatte die Publizistin Vera Tollmann die gute Idee, in Anlehnung an Amendts China-Märchenstunde und im Design der Voltaire-Flugschriften, eine Blütenlese der Presseartikel zur Festnahme und späteren Freilassung des Künstlers Ai Weiwei zu montieren. Und der Konzertveranstalter Berthold Seligerweiter lesen