05.03.2010 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in südöstlicher Richtung.
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Auf der Mathildenhöhe in Darmstadt wird das Werk des Universalgenies Joseph Maria Olbrich gezeigt.
Während wir an der Kolumne für die junge Welt schrieben, machte das neue TextEdit sich selbständig. Obwohl ich »Rechtschreibung automatisch prüfen« ausgestellt hatte, schaltete es sich immer wieder ein und korrigierte »das Universalgenie Olbrich« in »das Universalgenie Ulbricht«.

Auch diese Treppe kommt in unserem Text vor. Was dort vor dreißig Jahren geschah, steht in unserer heutigen Kolumne in der jungen Welt.
(BK / JS)
26.01.2010 von Schröder & Kalender
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Es ist dunkel, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Foto: Peter Edelmann
In Pfungstadt ist eine Fassade zusammengestürzt, die Südhessische Energie AG (HSE) hatte, ohne auf die Statik zu achten, einen Graben ausschachten lassen. »Die HSE fördert Kunst und Kultur, die für die Region Identität stiftend sind«, steht vollmundig auf ihrer Website. Gegenwärtig tut sie dies mit dem Musiktheater ›Gisei – Das Opfer‹ von Carl Orff. Die kleinen Opfer Maria und Peter Edelmann saßen sechs Wochen in ihrem Hinterhaus und froren. Das Ton- und Videostudio von Freund Peter ist zerstört – so viel zur Förderung von Kunst und Kultur.
Wir fragen den Aufsichtsrat der HSE, den SPD-Bundesabgeordneten und Darmstädter Bürgermeister Walter Hoffmann: Kann die von ihm beaufsichtigte HSE es sich leisten, die Verantwortung für den Mist, den sie gebaut hat, auf kleine Bauunternehmer abzuwälzen? Und hatte nicht das Bauamt… weiter lesen
01.09.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.
Unser Freund, der Dichter Ralf S. Werder berichtet uns aus Darmstadt, wo ich (BK) immer meine Tante besuchte und ich (JS) 1969 den März Verlag gründete.
Liebe Ihrs,
hoffe, es hat Euch nicht den Computer zersprengt ob der Bytes, die da gerumpelt kamen. Da habt ihr einige aktuelle wie typische Eindrücke aus der früheren Heimat.

Der Mann auf dem Rad schlief an zwei Tagen hintereinander in genau der Stellung an genau der Stelle am Marktplatz, … weiter lesen
14.09.2006 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
Und so geht’s weiter mit den Problemen, ein Kopierwerk für die Pornofilme zu finden und einer Reise nach Schweden: Anfang Dezember 1969 kündigte ich auf einer Pressekonferenz im Jagdschloß Kranichstein bei Darmstadt an, daß ich demnächst Pornofilme herausbringen werde. Aber ich hatte keinen Film, und erst recht gab es kein Kopierwerk, das so einen Film vervielfältigt hätte. Denn pornographische Abbildungen und Filme waren ja noch hochnotpeinlich verboten. Es existierte deshalb auch keine Produktionsszene in Deutschland für so etwas. Ich redete mit Bazon Brock über meine Schwierigkeiten, und er meinte: »Kein Problem, den Film drehe ich mit meinen Studenten von der Hochschule für Gestaltung in Hamburg, die Kamera macht Rainer Boldt.« Das war ein Absolvent der Münchner Filmhochschule, den Bazon noch aus seiner Schulzeit in Itzehoe kannte. Also wurde die Dramaturgie für ›Die Schüler‹ von Brock und seinen Studenten ausgearbeitet, es handelte sich bei diesem frühen Pornostück um einen zehnminütigen Stummfilm ohne Musik.
Der Film war fertig, jetzt brauchten wir ein Kopierwerk, aber von Geyer, Atlantik und Mosaik hörte ich nur: »Verkaufskopien von Pornofilmen?! Undenkbar!« Ich wollte schon aufgeben, da meldete sich ein Herr Svensson am Telefon, der erstaunlich akzentfrei deutsch sprach. Er habe aus der Presse von meinen Filmplänen erfahren, er selbst leite in Stockholm das bedeutende Filmunternehmen Venus Film AB. »Kommen Sie auf meine Kosten nach Stockholm, Sie wohnen im Grandhotel. Wir haben auch ein leistungsfähiges Kopierwerk an der Hand.«
Die Flugtickets wurden besorgt. Damals hatte ich bereits Flugangst, die war schleichend und ohne konkreten Anlaß gekommen. Jedoch, diese Reise nach Stockholm mußte sein. Vielleicht bin ich auch wegen meiner Flugangst mit dem Schriftsteller Manfred Esser bis in die frühen Morgenstunden in einer Bar versackt. Um sechs Uhr fuhr ich mit roten Augen und dickem Kopf in meine Wohnung, zerrte ein paar Klamotten in den Koffer und kam in letzter Minute am Flughafen an. Der Olympia-Press-Vertriebsleiter Peter Beitlich und der Rechtsanwalt Johannes Riemann warteten schon ungeduldig. Dann merkte ich, daß ich meinen Reisepaß vergessen hatte. Trotzdem flog ich mit. Bei der Zwischenlandung in Kopenhagen warnte mich ein Paßbeamter: »Es hat keinen Sinn, nach Schweden weiterzufliegen, ohne Reisepaß lassen die Sie nicht rein.« »Ist mir egal«, sagte ich stur und angesoffen, »ich muß nach Stockholm.« … weiter lesen
28.08.2006 von Schröder & Kalender
Wir sind unterwegs und wissen nicht wie der Bär flattert.
Und so geht’s weiter: Bedrohlich nahte der Termin der Pressekonferenz in Kranichstein, für die ich die ersten drei Filme angekündigt hatte. Ich zahlte den Steglitzer Kopierer, die Sechzehn-Millimeter-Rollen kamen in Frankfurt an. Wieder das Problem: Wer führt uns die Dinger vor? Du mußt bedenken, das war wie ein Kilo Koks, das du mit dir rumschleppst, diese blöden Pornofilme. Du konntest nicht einfach in einen Schneideraum gehen und sagen: »Hier, hallo, ein Hunni, und laß das mal laufen.« Es wäre schon gegangen, aber wir hatten Schiß und machten uns die Sache damit unnötig schwer. Schließlich, auf tastenden Umwegen, fanden wir einen Typen im Taunus, der in einer aufgelassenen Zwergschule in Neu-Anspach eine Trickfilm- und Filmerwerkstatt betrieb, Siegfried Claudé. Weil Claudé in Ratibor geboren wurde, einer Stadt in Oberschlesien, gaben wir ihm den Decknamen Ratibor. In Terminkalendern, Vertragsentwürfen, Telefongesprächen und dergleichen wurde einzig der Name Ratibor benutzt, du siehst also, wir haben uns für unsere Aktivitäten durchaus geheimdienstlicher Mittel bedient.
Zu Ratibor in seiner Schule gleich hinter der Saalburg am Limes fuhren wir, er spielte uns gegen ein gesalzenes Honorar die Berliner Filme ab. Da saßen wir, im voraus bereit zu jeglicher Verteidigung unseres Produktes: »Nööö, ist doch eigentlich ganz gut.« Aber es blieb uns nur zu sagen: »Ach du Scheiße, das ist nicht zu glauben!« Es war in jeder Hinsicht schlecht, auch technisch, hoppelige Bilder. Diese Typen hatten in ihrem bekifften Dilettantismus meist mit der Handkamera rumgewackelt, und wenn die Kamera glücklich mal stand, blieb sie quälend drauf auf einer ebenfalls bekifften, unendlich langsamen Vögelei zweier Berliner Blumenkinder, die sich volldoof gegenseitig anlächelten. … weiter lesen