27.02.2009 von Detlef Berentzen

30 Jahre taz. Wer in den Anfängen dabei war, ist heute ein ziemlich alter Sack. Eine VeteranIn mit schlechten Leberwerten, Faltenwurf und feurigen Gelenkschmerzen, aber jeder Menge funkelnder Erinnerungen. Doch ein wildes Gestern allein reicht zum Begreifen der taz nicht aus. Längst ist es eine ganz andere Generation von JournalistInnen, die heute das Blatt macht – postmodern VerLinkte, smart und interessant genug.
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25.02.2009 von Detlef Berentzen

Er war schon immer dabei. Kennt die Anfänge. Hat flotte, gern auch kritische “Bemerkungen” (nicht nur) in meine Texte geklammert, mich auf Abwarten, aber auch auf Teetrinken getrimmt und oft genug zum Lachen gebracht. Was nicht heißt, daß er auch mal verflixt und zugenäht und überhaupt. Georg war der vielzitierte “Säzzer”, einer mit Bart und eigenem Kopf. Nach den aufbauenden 80ern gingen wir uns verloren.
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23.02.2009 von Detlef Berentzen

“Deutscher Schäferhund leckt Marilyn Monroe den Brustkrebs weg” – Spätestens seit 1968 sind ironische, zynische und handfeste Attacken gegen BILD-Zeitung und Springerkonzern Legion. Gegenöffentlichkeit wurde oft genug gefordert und realisiert – gerade auch durch die taz. Kein Wunder, daß ein engagierter Anwalt wie Christian Ströbele zu den GründerInnen der linken Radikalen gehört. Schon Ostern 1968, nach den Schüssen auf Rudi Dutschke, stand er mit zehntausend GenossInnen vor dem Springerhochhaus in der damaligen Kochstraße – wütend genug. … weiter lesen
20.02.2009 von Detlef Berentzen

Am Anfang der taz war das Kollektiv. Jeder durfte alles und immer und überhaupt und jeder hatte eine Stimme. Es gab Seilschaften, Mannschaften, Frauschaften und alle mussten sich einigen. Dafür gab es machtvolle (nationale und regionale) Plenarsitzungen, kleinere Putschversuche, Streiks, steile Erregungskurven, außerdem jede Menge Tabak, Dope und Chianti Classico.
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18.02.2009 von Detlef Berentzen

Nach all den Jahren in der Wattstraße habe ich ihn im TazTower wiedergetroffen. Trug immer noch seinen Aktenstapel unter dem Arm und einen grauen Bart unter der Nase. War der Erste, der es im damaligen Kollektiv als Chef versucht hat, nicht ohne Decknamen: “Freigestellter” haben wir ihn genannt. Und ihm gleichzeitig jede offizielle Autorität abgesprochen. Ein ziemlich verlorener Posten. Trotzdem: So fing an, was in der taz heute “Chefredaktion” heisst. … weiter lesen
16.02.2009 von Detlef Berentzen

Krise als Dauerzustand. Lohnkürzungen, Mindereinahmen, überall “schwarze Löcher”. Die AboKurve der taz war einst die Fieberkurve des Projekts. Rettungskampagnen und Berichte darüber gab es en gros: “Auch im vierten Lebensjahr kämpft der Paradiesvogel unter den Tageszeitungen im linken Leserurwald um sein Überleben!”
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13.02.2009 von Detlef Berentzen

Die taz braucht einen Ort, wo ihre AkteurInnen kommunzieren oder auch einfach abhängen, meinetwegen auch: chillen können. In den Anfängen der Wattstraße war das der dortige Plenumsraum mit dem mächtigen Konferenzisch, der zuvor in Anwaltskollektiven und Kommunen seinen Dienst getan hatte. Dort gab es bitteren Nicaraguakaffee, später auch ein warmes Mittagessen, allemal gute, linke Hausmannskost. Und danach eine Zigarette. Ja doch! … weiter lesen
11.02.2009 von Detlef Berentzen

Mein Hörfunk-Feature (SWR/WDR/RBB) über die “tageszeitung” wird, klar doch, auch die Geschichte der taz erzählen. Diese Geschichte war zwar nicht immer eine Geschichte von Klassenkämpfen, aber sehr wohl eine von Kommen und Gehen – mehrere Generationen verwegener Frauen und Männer haben in den letzten Jahrzehnten das Blatt gemacht und heutzutage sind die munteren RedakteurInnen der taz sogar jünger als ihre LeserInnen – was nicht viel heißen will. … weiter lesen
09.02.2009 von Detlef Berentzen

Klenkes, Info-BUG, Radikal, Heidelberger Rundschau, Berliner Extradienst, LübeckerGeneralAnzweifler, Carlo Sponti, Münchner Blatt oder Ulcus Molle Info – lang vor der Gründung der taz gab es jede Menge Szene-Zeitschriften, eine durchaus funktionierende Alternativpresse, die all die regelwidrigen Nachrichten und Informationen verbreitete, die in den üblichen Tageszeitungen nicht zu finden waren.
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06.02.2009 von Detlef Berentzen

Die taz hat viele Anfänge hinter sich. Nicht wenige davon haben mann und frau niedergeschrieben – in Protokollen, in Diskussions- und Thesenpapieren. All die Worte und Sätze spiegeln nicht zuletzt auch den radikalen Zauber der frühen Jahre.
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